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| [581] Anton Kaub, Frankfurt | 01.03.04 |
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Herrn Stöckles Text ist sogar noch viel älter. Er stammt mindestens aus den 50er-Jahren, als schon einmal erregt über eine Rechtschreibreform diskutiert wurde. Bereits damals wurde mit diesem polemischen Text versucht, eine Rechtschreibreform zu verhindern. | |
| [580] ZAUNGAST #2, Frankfurt am Main | 01.03.04 |
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Endlich mal eine Reform, die den Bürger nicht schröpft und trotzdem die Wirtschaft - wenn auch nur einige (Schulbuch-)Verlage - fördert. | |
| [579] Gernot Franz, München | 29.02.04 |
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@Johann Stöckle Sehr geehrter Herr Stöckle, Ihr unkonstruktiver, abgedroschener und absolut nicht lustiger Text war vor zwei Jahren schon alt. Bitte etwas Neues abtippen oder gar einfallen lassen! Danke... MfG, G.F. | |
| [578] Johann Stöckle | 27.02.04 |
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Dazu fallen mir nur die folgenden, nicht ganz ernstgemeinten Zeilen ein... Die ganze Aufregung um die neue Rechtschreibreform ist im Grunde nicht ganz nachvollziehbar, da nachfolgend bewiesen wird, daß nach einiger Eingewöhnungszeit die bisherige Schreibweise in völlige Vergessenheit geraten wird. Aber urteilen Sie selbst! Erster Schritt: Wegfall der Großschreibung einer sofortigen einführung der absoluten kleinschreibung steht nichts im wege, zumal schon viele graphiker und werbeleute zu der kleinschreibung übergegangen sind. zweiter schritt: wegfall der dehnungen und schärfungen dise masname würde di gröste felerursache verhindern; di verdopelung hat onehin nimand kapirt. driter schrit: v und ph werden durch f ersezt, z und sch durch s das alfabet wird um swei buchstaben redusirt, sreibmasinen fereinfachen sich. wertfole arbeitskräfte könen der wirtsaft sugeführt werden. firter srit: q, c und ch werden durch k ersest, j und y durch i, pf durch f iest sind son fünf bukstaben ausgesaltet, di sulseit kan sofort fon neun auf swei iare ferkürst werden. anstat aksig prosent reksreibunterikt könen nüslikere fäker wi fisik, kemi, reknen usw. geflegt werden. fünfter srit: wegfal fon ä, ö und ü, wird ersest durch a, o und u ales uberflusige ist iest ausgemerst, die ortografi wider slikt und einfak. naturlik benotigt es einige seit, bis dise fereinfakung uberal riktik ferdaut ist, fileikt sasungsweise ein- bis swei iare. anslisend durfte als nakstes sil di fereinfakung der nok swirigeren und unsinigeren gramatik anfisirt werden. | |
| [577] Conny, Berlin | 26.02.04 |
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Herr Jahn, könnten Sie sich vielleicht etwas genauer ausdrücken? Was wollen Sie damit sagen? | |
| [576] Mike Jahn, Berlin | 26.02.04 |
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E-Mail: mike.jahn@web.de ach ja, jetzt so zu argumentieren ist einfach und schwachsinnig. Die Rechtschreibreform sollte die Zunahme der Analphabeten in Deutschland aufhalten. Die Neudeutschen sollten natürlich auch davon profitieren. Um genauer zu werden - schneller Deutsch lernen! Dieser Weg ist Schwachsinn. Die Probleme sind auf der Bildungsebene zu suchen ( Schulen, Kita u.s.w.). Ein weiteres Problem ist die Praxisferne. Wer keine Ahnung hat, kann auch keine Probleme lösen. Ich glaube nicht daran, daß sich so viele Deutsche nicht verändern wollen. Ehrlich gesagt, hatte ich mir die Reform etwas anders vorgestellt, wie viele Deutsche im übrigen auch. Wie viele haben gelacht? | |
| [575] Conny, Berlin | 25.02.04 |
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Der geneigten Leserschaft zur Kenntnisnahme: ein Auszug aus einem Interview, das der derzeit amtierende Vorsitzende der sogenannten Rechtschreibkommission (die Leute, denen wir diese überflüssige Reform verdanken) vor einigen Tagen dem Deutschlandfunk gab. An dem zufälligen Beispiel enthüllt der Herr Professor eine erstaunliche Kenntnislosigkeit der von ihm selbst zu verantwortenden "Regeln": DLF: Aber wenn man zum Beispiel „das Tier-liebende Kind“ schreibt, da muß man „Tier“ groß schreiben, Bindestrich, und „liebend“ klein ... Blüml: Nein, nicht mit Bindestrich, aber ... DLF: Ohne Bindestrich, Entschuldigung, schon ein Fehler, Herr Blüml, wie schrecklich ... Blüml: Das ist kein wirklicher Fehler, das mit dem Bindestrich. Der Bindestrich ist relativ freigegeben worden sogar durch die Neuregelung, und zwar kann ihn jeder einsetzen zur Verdeutlichung, etwa bei undeutlichen Zusammensetzungen. „Tier liebend“ ist kein besonderes Problem, denken Sie doch, in dem Augenblick, in dem ein Artikel vor „Tier“ tritt - „ein Tier liebend“ -, schreiben Sie selbstverständlich getrennt. mein Kommentar: "tierliebend" wird auch nach der Reform noch zusammen geschrieben, denn einen Infinitiv "Tier lieben" gibt es nicht, sondern nur "Tiere lieben" oder "ein Tier lieben". Also nach Blüml: "ein ein Tier liebender Mensch". Und wenn's zwei sind? | |
| [574] Gernot Franz, München | 15.02.04 |
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@marlies dennewitz, berlin Abgesehen davon, daß die von Ihnen vorgeschlagene Formulierung in einem Zeugnis ungewöhnlich ist, schreibt man "sie" in dem Fall natürlich klein. Es wird ja niemand angesprochen, sondern mit "sie" eben Frau Mustermann bezeichnet. | |
| [573] Erich Jahn, Dresden | 14.02.04 |
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E-Mail: erich.jahn@arcor.de Hallo Reformer und R-Gegner, in der Schule habe ich gelernt: "Schreibe, wie Du richtig sprichst!" Und auch in dieser Diskussion ist dieses Argument immer wieder zu lesen. Aber wer sagt uns, dass dieses Prinzip überhaupt gut ist. Schaue ich mir andere europäische Sprachen an, finde ich z.T. Umlautungen, die gelassen hingenommen und nicht zwanghaft in die Schriftsprache überführt werden. Ist die Funktion der Sprache nicht die Verständigung? Sollte die Sprache nicht viel zu lebendig und veränderlich sein, um ebenso rasch in Regeln gegossen werden zu können? | |
| [572] marlies dennewitz, berlin | 31.01.04 |
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E-Mail: marlies.dennewitz@gmx.net hallo, wie schreibt man in einem zeugnis: Frau mustermann hat sich gut bewährt. wir würden sie gerne wieder einstellen wegen ihrer guten kenntnisse. sie ihre groß oder klein oder ist beides möglich? gruss marliesa | |
| [571] Wolfgang Kurz, Würzburg | 07.01.04 |
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E-Mail: mail@wolfgang-kurz.de Hallo, möglicherweise ja keine revolutioniere Entdeckung einer kuriosen Blüte in der Reform: eigentlich wäre ja nach dem Stammprinzip auch unser weit verbreitetes Fortbewegungsverb, abgeleitet von 'Gang' neuerdings als 'gähen' zu schreiben. NB: welcher deutsche Bewohner aus nördlichen Breiten wusste vor der Rechtschreibreform, worum es sich bei der 'Gams' handelt? Gruß, Wolfgang Kurz | |
| [570] Zaungast | 19.12.03 |
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Zurück zur Sachlichkeit, liebe Streithähne und –hennen! Wenn man seit der Rechtschreibreform in geschriebenen Texten auffallend oft „Spass“, „schliesslich“, „schöne Grüsse“ und „Fussball“ liest, dann hat das natürlich eigentlich mit der RSR nichts zu tun. Und wenn viele Zeitungen immer mehr Wörter getrennt schreiben, die nach wie vor nur zusammengeschrieben werden dürften, dann auch nicht. Und wenn man fast nur noch „selbstständig“ („Selbstständige Schule“) und immer seltener „selbständig“ liest, dann auch nicht. Und zwar in dem Sinne nicht, daß die RSR dies alles (so) geändert oder gar gefordert hätte. Aber es ist eben nicht zu leugnen, daß all dieses seit der RSR eben so auftritt, und zwar ganz ünübersehbar. Und insofern hat es doch etwas damit zu tun. Oder besser gesagt: Die (nach wie vor) völlig unzureichend informierte deutsche Öffentlichkeit glaubt, das sei (u.a.) ein Bestandteil der RSR. Es ist doch eigentlich ganz einfach: Wer „selbständig“ normalerweise so spricht wie z.B. in „anständig“, der soll auch „selbständig“ schreiben. So mache ich's auch, was aber nichts heißen will. Wer aber „selbstständig“ normalerweise so spricht wie z.B. in „Roststelle“ oder „Raststätte“, der soll dann eben „selbstständig“ schreiben. Daß aber eigentlich niemand die zweitgenannte Aussprache benutzt, ist auch eine Tatsache. Und daher wundert es mich schon sehr, daß man heutzutage so oft „selbstständig“ zu lesen bekommt. An Herrn Ickler liegt das mit Sicherheit nicht. | |
| [569] Peter Reger, München | 18.12.03 |
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Sehr geehrte Frau Grunert, können Sie nicht richtig lesen? Prof. Ickler persönlich schreibt: "Die Wiederaufnahme von 'selbstständig' hat nichts mit der Rechtschreibreform zu tun." (Beitrag 565) Er selbst tritt also für diese kakophone Schreibweise ein, die das Auge beleidigt. | |
| [568] Monika Grunert, Santiago de Chile | 17.12.03 |
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Nicht Prof. Ickler hat das Wort "selbstständig" aus der Versenkung geholt, sondern die Rechtschreibreformer. (Vergl. Duden 20. und 21. Auflage und die "reformtreuen" Schreiber) | |
| [567] Friedrich Johannsen, Lüneburg | 14.12.03 |
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Was bezweckt dieser Ickler eigentlich? Es mag ja sein, daß es vor Jahrhunderten auch das Wort "selbstständig" gab. Dieses Wort wurde aber von der Sprachgemeinschaft schon vor langer Zeit zugunsten des Wortes "selbständig" aufgegeben. Was bezweckt dieser wichtigtuerische Professor eigentlich damit, daß er ein Wort wiederbelebt, das auch in der gesprochenen Sprache überhaupt nicht mehr existiert? Es sagt doch kein Mensch "selbst-ständig"; das klingt doch grauenhaft. | |
| [566] Peter Reger, München | 13.12.03 |
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Nun dürfte wohl jedem klar sein, warum Icklers Wörterbuch von den deutschen Akademien in ihrem Protestbrief gegen die Rechtschreibreform nicht einmal erwähnt wird (siehe Beitrag 557). Wer solche abstrusen Thesen äußert, für die er nicht den geringsten Nachweis führen kann, außer der Tatsache, daß bis vor 150 Jahren tatsächlich beide Schreibweisen nebeneinander existierten, disqualifiziert sich selbst als Wissenschaftler. Für die deutschen Akademien gibt es nur zwei Lösungen - entweder die Übernahme des Kompromissvorschlags der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung oder die Rückkehr zur Rechtschreibung des Dudens von 1991. Icklers Rechtschreibung kommt für sie jedenfalls überhaupt nicht in Frage und das mit gutem Grund. | |
| [565] Theodor Ickler, 91080 Spardorf | 11.12.03 |
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Zufällig komme ich wieder mal hier vorbei und sehe, daß es noch jemanden gibt, der nicht weiß oder nicht wissen will: "selbständig" und "selbstständig" sind verschieden gebildete Wörter, das erste vom Stamm "selb-", das zweite, jüngere, von einem neuen Stamm "selbst-". Daß sie gleichbedeutend sind, ist natürlich kein Zufall, und das hat auch niemand behauptet. Beide Wörter sind mehrere Jahrhunderte alt, und wie es dazu kam, daß in den deutschen Wörterbüchern fast nur noch "selbständig" stand, kann man nachlesen. Die Wiederaufnahme von "selbstständig" hat nichts mit der Rechtschreibreform zu tun. Banalitäten, gewiß, aber manchmal muß man es eben doch sagen. | |
| [564] tobby, Wolfsburg | 03.12.03 |
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Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät, ist es nchit witihcg in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wort snid. Das ezniige was wcthiig ist, ist daß der estre und der leztte Bstabchue an der riticegn Pstoiion snid. Der Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sein, tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, weil wir nicht jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als gseatems. Ehct ksras! Das ghet wicklirh! Wuarm aslo die gzane Agnufreug um die nuee Rehreicbunhtscg? | |
| [563] Conny, Berlin | 01.12.03 |
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Das stimmt, aber ich hab's ja nun kapiert. Jedoch ist das kein Argument gegen das, was ich über recht und unrecht gesagt habe. Es wäre schön gewesen, wenn Sie sich auch mal dazu geäußert hätten. | |
| [562] Rudolf Pracke, Wolfsburg | 01.12.03 |
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Liebe Conny, Sie wussten doch bis vor kurzem nicht einmal, wie man "etymologisch" schreibt. Belehren Sie mich also gefälligst nicht! | |
| [561] Conny, Berlin | 01.12.03 |
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Lieber Herr Pracke, Sie haben recht, was das Wort "LehrerIn" betrifft, denn wie sollte man das wohl aussprechen, aber unrecht mit der Großschreibung von recht und unrecht! Diese sind hier keine Substantive, auch wenn sie so aussehen wie ihre Grundformen, was grammatisch leicht nachzuweisen ist: Die Negation lautet "Er hat nicht recht", wie für ein Adjektiv oder Adverb, und nicht "Er hat kein Recht", wie das bei einem Substantiv der Fall wäre und etwas anderes bedeuten würde. Eine mögliche Erweiterung ist "Er hat sehr recht" statt "Er hat viel Recht". Diese grammatisch falsche Großschreibung (auch bei leid und schuld) wird vor 2005 bestimmt noch geändert, also ist es nicht nötig, sich das noch anzugewöhnen. | |
| [560] Rudolf Pracke, Wolfsburg | 28.11.03 |
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Sehr geehrter Herr Schütz, Sie haben Recht, die Lehrerin hat Unrecht! Auch die neue Rechtschreibung lässt die Schreibung LehrerIn nicht zu. Die Dame wird Ihnen keine Stelle im Duden zeigen können, wonach diese Schreibung richtig wäre. | |
| [559] Herbert Schütz, Wien | 26.11.03 |
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E-Mail: schutz@hep.itp.tuwien.ac.at Liebe Rechtschreibinteressierte und Rechtschreibfreaks, ich hatte heute eine Diskussion mit einer Deutschlehrerin, die meint, dass seit der neuen Rechtschreibreform die haessliche Paarform "LehrerIn" erlaubt, ja sogar gefordert sei. Ich meine, mich erinnern zu können, dass auch in der neuen Rechtscreibung Groszschreibung nur am Beginn von Wörtern erlaubt ist. Auch finde ich keinerlei hinweise im Duden bzw. im Text der amtlichen Neuregelung bzgl. dieser unschönen Form, die auch schon in amtlichen Schriften Einzug gehalten hat. Die korrekte Paarform ist eine Abkuerzung und lautet doch wohl: Lehrer/Lehrerin bzw. Lehrer/-in.Oder? Haben Sie diesbezueglich eine definitive Quelle, auf die ich mich beziehen kann? Wer kann mir die Referenz im Duden zeigen, wo diese haessliche Form zugelassen wird? Bitte um Kommentar! Herzliche Grüsse aus Wien Dr. Herbert Schütz | |
| [558] Monika Grunert | 22.11.03 |
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Hundertprozentig einverstanden! Die Rechtschreibgeißel Kolumne von Iris Hanika, Die Welt Die Rechtschreibreform wurde mit dem Versprechen angekündigt, die Ungereimtheiten bei der Groß- und Kleinschreibung zu beseitigen. Das begrüßte ich. Auch fand ich es gut, die Zusammen- sowie Groß- oder Kleinschreibung bei Wörtern wie Autofahren, Radfahren, Skifahren zu vereinheitlichen. Ich fühlte mich von der Rechtschreibreform erst in dem Moment persönlich angegriffen, als sie mit ersten Beispielen bekanntgemacht wurde und ich erkennen mußte, daß es keinesfalls bloß um die Groß- und Kleinschreibung geht, sondern um das Weglassen ungefähr der Hälfte aller Kommas, um die Angleichung von Portemonnaie und Mayonnaise, vor allem aber um die Anpassung der deutschen an die englische Schriftsprache durch extensive Getrenntschreibung. Dieser Wahn des Getrenntschreibens nun ist das wahrhaft Teuflische an der Rechtschreibreform, weswegen ich meine Meinung zu ihr in gar keiner Schreibweise wiedergeben möchte. Im Comic stünde hier in etwa: #@?&§@@!!! Da die Rechtschreibreform meinen Lesefluß ständig behindern und mir eine entscheidende Möglichkeit der Nuancierung einfach stehlen will, konnte ich nicht anders, als sie vom ersten Tage an zu hassen. Weiter hasse ich es, daß die geschriebene Sprache nun auf den Stand von ungefähr 1730 zurückgeworfen ist. „Hier zu Lande“, was seit dem Beitritt der DDR zum Bundesgebiet häufig geschrieben wird, ist mir dafür das schrecklichste Beispiel. Die alte Schreibweise ist dagegen elegant! Und an Wollknäuel denken zu lassen, wenn von Greueln die Rede ist, finde ich verabscheuungswürdig. Allein die „ss“-Regel leuchtet mir ein, obwohl auch sie nicht schön aussieht. Sie ist allerdings ziemlich schwer, auch wenn stets das Gegenteil behauptet wird. Nach der alten Regelung kann man sich nämlich mechanisch ausrechnen, wann man „ss“ und wann man „ß“ schreiben muß. Doppel-s kann nur zwischen zwei Vokalen stehen, fertig. Nach der neuen Regelung steht es immer nach kurzen Vokalen, was bedeutet, daß man hochdeutsch sprechen können muß, um die Regel anzuwenden. Wer das aber nicht ausreichend kann oder nicht musikalisch ist und darum einfach nicht begreift, was ein kurzer und was ein langer Vokal ist, kann diese Regel nicht anwenden. Wie soll denn ein Bayer jetzt „eine Maß Bier“ schreiben? Der Preuße spricht das a lang, der Bayer aber kurz. In dieser Woche schrieben die Präsidenten verschiedener Akademien an sämtliche Ministerien, die im deutschsprachigen Raum mit der Rechtschreibung zu tun haben, einen Brief, in dem sie um eine moderate Rücknahme der Reform bitten. Ich bin zwar für eine komplette Rücknahme, aber immerhin, besser als nichts. Die Getrenntschreibung beklagen die Akademiepräsidenten als „Anglisierung der deutschen Schriftsprache, die deren von langer Hand gewachsener Eigenart umfassend Gewalt antäte“, und auch das tölpelhafte Stampfen der vielen Großbuchstaben beschreiben sie sachlicher, als ich das könnte: „[D]ie Antiquarisierung, die sich als eine andere Tendenz der Reform herausstellte, mit Großschreibung bei adverbialen Bildungen („zu Grunde“, „im Allgemeinen“), Apostrophen bei Namensadjektiven („Goethe’sches Gedicht“) oder der zuletzt im Barock zulässigen Abtrennung einzelner Vokale („A-bend“, „E-sel“), bedeutet ein gewaltsames Zurückschrauben sinnvoller und eingebürgerter schriftsprachlicher Entwicklungen.“ Ich zitiere das hier, um meine Mitstreiter mit Munition zu versorgen. Mein Motto im Kampf für elegantes und nuanciertes Schreiben ist, da will ich nicht zimperlich sein: „Macht kaputt, was euch kaputtmacht“. Das Deutsche ist die präziseste Sprache, die mir bislang untergekommen ist, und eben darum bin ich froh, daß es meine Muttersprache ist. Ich drücke mich nämlich gerne präzise aus. Die Rechtschreibreform aber zwingt zu einer Verarmung und Verdummung der Schriftsprache, die am Ende auch die gesprochene Sprache verarmen und verdummen wird. (Im Radio sagen sie jetzt schon „selbst-ständig“.) Ich wüßte wirklich keinen Grund, warum man sich seines vorhandenen Reichtums begeben sollte. Die Sprache unterscheidet den Menschen vom Tier und gestattet ihm, sich wesentlich differenzierter auszudrücken als dieses. Wer lieber ein Mensch sein möchte als ein Tier, muß gegen diese Reform sein. Und der ist es ja auch. Iris Hanika, Jahrgang 1962, ist freie Autorin in Berlin. Gerade erschien „Das Loch im Brot“ in der Edition Suhrkamp. Sie schreibt, in alter Rechtschreibung, jeden Samstag an dieser Stelle. | |
| [557] Monika Grunert, Santiago de Chile | 21.11.03 |
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Diesmal werden die Reformer und ihre Mitläufer reagieren müssen: Pressemitteilung Rechtschreibung ohne Kopf Die Präsidenten der folgenden Institutionen: Akademie der Künste, Berlin Akademie der Wissenschaften in Göttingen Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Bayerische Akademie der Schönen Künste Bayerische Akademie der Wissenschaften Sächsische Akademie der Künste Sächsische Akademie der Wissenschaften haben an die Kultusminister aller deutschen Bundesländer, an die Kulturministerkonferenz der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, die Bundesministerin für Bildung und Forschung der Bundesrepublik Deutschland, an die Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur der Republik Österreich und an den Bundespräsidenten der Schweizerischen Eidgenossenschaft am 12. November 2003 den folgenden gemeinsamen Brief geschrieben: Die von den staatlichen Instanzen der deutschsprachigen Länder am 1. Dezember 1995 beschlossene und am 1. August 1998 in Kraft gesetzte Rechtschreibreform hat schwerwiegende Eingriffe in die deutsche Schriftsprache und nicht nur in diese vollzogen. Denn gesprochene und geschriebene Sprache stehen in einer so engen Wechselwirkung miteinander, daß ein Eingriff in die letztere, vor allem, wenn er Wortbildungsprozesse betrifft, Auswirkungen auf das gesamte Sprachempfinden hat. Die Tatsache, daß die administrative Vollmacht der mit der Reform verbundenen Verordnungen sich auf Schulen, Behörden und andere Institutionen des staatlichen Lebens beschränkt, ändert nichts daran, daß sie, über Staats- und Ländergrenzen hinweg, die ganze Sprachgemeinschaft betreffen. Obschon es außerhalb von Schulen und Behörden dem einzelnen freisteht, zu schreiben, wie er will, und auch jeder Verlag und jede Redaktion die Freiheit eigener Regelsysteme in Anspruch nehmen kann, erzeugt einerseits die orthographische Normierung des Schreibens und Druckens durch automatische PC-Programme, andererseits die Durchsetzung der neuen Schreibweisen durch die künftigen Schulabgänger einen Gleichschaltungsdruck, der die Verantwortung der staatlichen Entscheidungsträger für die gesamte Schriftsprache - und nicht nur innerhalb des staatlichen Machtbereichs - deutlich macht. Daß die Vorbereitung der Reform unter Ausschluß der deutschen Literatur - von Schriftstellern, Journalisten, Verlegern - vonstatten ging und die schreibend und lesend Betroffenen auf die Tragweite der sprachlichen Eingriffe erst aufmerksam wurden, als die Mechanismen zwischenstaatlicher Vereinbarungen längst in Gang gesetzt waren, macht einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, daß sich die politisch Verantwortlichen vor dem endgültigen In-Kraft-Treten der neuen Schreibweisen mit berufenen Vertretern aus Wissenschaft und Literatur über eine Reform der Reform verständigen, im Interesse der Sprache und frei von jenem Prestigedenken, das ein als verbesserungsbedürftig Erkanntes nur deshalb festhält, weil es einmal mit erheblichem Aufwand auf den Weg gebracht wurde. Die Rechtschreibverordnungen des Jahres 1995 haben die deutsche Schriftsprache auf einen Prüfstand gestellt. Als ein am grünen Tisch eingeschränkter Fachkreise projektiertes Vorhaben konnte sie nichts anderes als ein Experiment sein, auf das die Probe öffentlichen Gebrauchs zu machen war; sich zu diesem Experimentcharakter zu bekennen bedeutet nicht, das Experiment für überflüssig zu erklären. Es wird sinnvoll gewesen sein, wenn seine Ergebnisse im Licht einer fünfjährigen Praxis vorurteilsfrei ins Auge gefaßt werden. Die daraus erwachsenden Folgerungen werden den Vorteil haben, bei Jüngeren und Älteren das Sprach- und Schreibbewußtsein geschärft zu haben, wenn man sich zur Revision jener Vorschriften entschließt, die sich als überflüssig oder schädlich herausgestellt haben. Zur Entlastung derer, die für das Design der Reform verantwortlich waren und selbst vielfach erst anhand der neuen Wörterbücher der Tragweite und der Widersprüchlichkeit ihrer Verfügungen innewurden, läßt sich geltend machen, daß diese vielleicht nur in einem so umfassenden Großversuch auf Sinn und Nutzen geprüft werden konnten. Dabei hat sich ergeben, daß die für den Schulunterricht erhofften Vereinfachungen weitgehend ausgeblieben sind. Alte Regeln, die oft nur deshalb kompliziert schienen, weil die Duden-Redaktionen sich jahrzehntelang dazu verleiten ließen, aus Maßgaben und Richtlinien eine Fülle als bindend ausgegebener Einzelfallentscheidungen abzuleiten, statt in Zweifelsfällen dem Sprachgefühl des Schreibenden den Spielraum eigener Entscheidung freizugeben, - alte Regeln haben sich vielfach als einfacher erwiesen denn die scheinbaren Vereinfachungen, die an ihre Stelle traten. Rechtschreibung nicht induktiv aus der erprobten Übereinkunft von Schreibenden und Lesenden erwachsen zu lassen, sondern deduktiv, von oben herab, zu konstruieren - mit diesem Grundfehler war die Reform von Anfang an behaftet; ihn zu revidieren sollten die staatlich Verantwortlichen denselben Mut und dieselbe Souveränität aufbringen, wie sie sie an Erlaß und Durchsetzung der Reform gewandt haben. Für diese Revision gibt es zwei Wege. Den einen hat der als Kompromißvorschlag angelegte Entwurf der Rechtschreibkommission der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung beschritten. „Unser Vorschlag“, erklärt er einleitend, „geht angesichts der Lage von der Neuregelung aus und übernimmt von ihr nicht nur, was sinnvoll, sondern auch, was ohne nennenswerten Schaden hinnehmbar ist“. Dazu zählt diese Vorlage insonderheit die Abschaffung des ß nach Kurzvokalbuchstaben. Sie benennt als nicht hinnehmbar jenen Teil der Reform, der mit der Auflösung eigenständiger Wortverbindungen (Univerbierungen) durch ein - im einzelnen inkonsequent gehandhabtes - Gebot der Auseinanderschreibung einen sprachlichen Eingriff vollzogen hat, der sich achtlos über Sinn- wie über Betonungs-unterschiede hinwegsetzt und in der Praxis mehr und mehr dazu führt, daß auch jene Wortverbindungen, die die Reform unangetastet ließ, in Frage gestellt werden, bis hin zur willkürlichen Abtrennung bloßer Vorsilben. Schon stößt man in relevanten Drucksachen auf Schreibweisen wie „Flächen deckend“ statt dem reformdudengerechten „flächendeckend“ und „vor gelagert“ statt „vorgelagert“; wer schreibend zwischen einem frisch gebackenen Brötchen und einem frischgebackenen Ehepaar nicht mehr unterscheiden kann und darf, der wird bald dahin kommen, sich über alle Zusammenschreibungen hinwegzusetzen (hinweg zu setzen!). Am Ende stünde eine Anglisierung der deutschen Schriftsprache, die deren von langer Hand gewachsener Eigenart umfassend Gewalt antäte. Aber auch die Antiquarisierung, die sich als eine andere Tendenz der Reform herausstellte, mit Großschreibung bei adverbialen Bildungen („zu Grunde“, „im Allgemeinen“), Apostrophen bei Namensadjektiven („Goethe’sches Gedicht“) oder der zuletzt im Barock zulässigen Abtrennung einzelner Vokale („A-bend“, „E-sel“), bedeutet ein gewaltsames Zurück-schrauben sinnvoller und eingebürgerter schriftsprachlicher Entwicklungen. Die Übernahme des Vorschlags der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung durch die staatlichen Instanzen wäre gegenüber der derzeitigen Situation ein bedeutender Fortschritt; sie wäre eine wichtige Maßnahme auf dem Weg zur Wiederherstellung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung. Doch verdienen ernsteste Beachtung auch jene Argumente, die die Rückkehr zu der im Duden von 1991 kodifizierten Orthographie für den einfacheren und sach-, nämlich sprachgemäßeren Weg halten. Er wäre kostensparend (nach Reform-Duden: Kosten sparend), insofern die entsprechenden Druckvorlagen und Schreibprogramme nicht neu gefertigt werden müßten; sie sind alle abrufbereit. Bei einer großzügig bemessenen Übergangsphase wären Verlage, die schon nach den neuen Regeln verfahren, kaum benachteiligt; in den Schulen würde, nun mit anderer Prioritätssetzung, die bisher ja immer noch geltende Koexistenz der beiden Systeme noch für einige Zeit aufrechterhalten, was, richtig angeleitet, Komplikationen beheben und eine Schärfung des orthographischen Bewußtseins befördern würde. Eine solche ebenso sprachgerechte wie praktikable Lösung bedürfte von seiten der staatlichen Instanzen jenes Freimuts im Umgang mit der eigenen Entscheidung, wie ihn der langjährige bayerische Kultusminister Zehetmair erst nach seinem Ausscheiden aus dem Amt aufgebracht hat. Aber dieser Freimut würde sich lohnen, und nicht nur als die kostengünstigere Variante. Er würde die Folgerung aus der durch einen Großversuch erhärteten Tatsache ziehen, daß es verfehlt ist, Fragen der Sprachkultur übers Knie staatlicher Verfügungen zu brechen. Was Wilhelm v. Humboldt im absolutistischen Preußen „die Grenzen der Wirksamkeit des Staates“ nannte, wäre aus freier staatlicher Einsicht auf einem wichtigen Feld bekräftigt. Mit freundlichen Grüßen (gez.) Prof. Dr. Adolf Muschg, Präsident der Akademie der Künste, Berlin (gez.) Prof. Dr. Herbert W. Roesky, Präsident der Akademie der Wissenschaften in Göttingen (gez.) Prof. Dr. Clemes Zintzen, Präsident der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz (gez.) Prof. Dr. Dieter Simon, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gez.) Prof. Dr. Wieland Schmied, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (gez.) Prof. Dr. Heinrich Nöth, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (gez.) Prof. Dr. Gotthard Lerchner, Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften (gez.) Prof. Dr. Ingo Zimmermann, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste | |
| [556] Ingrid Notter, Zürich | 20.11.03 |
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E-Mail: i_notter@gmx.ch Ich bin froh ne Schweizerin zu sein. Irgendwie finde ich die Idee mit dem Teufelchen sehr gelungen. Es gibt mir einen guten Überblick, wie frau was falsch macht oder gemacht hat. Bravo. Gottlob haben wir das Problem mit dem ss nicht - wie ihr seht, gibts das ja nicht mal auf unserer Tastatur. Ich freue mich über die neue Rechtschreibung, denn nun geht alles leichter - so wie wenn es aus dem Bauch käme. Sicher finden die Deutschen nun bei meinem Text "verschweizerdeutschte" Wörter. Ist doch auch egal, denn wir verstehen uns doch auch so. :-) Sonnige Grüsse aus Zürich | |
| [555] Renate Kramer, Coburg | 18.11.03 |
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E-Mail: Renate.Kramer@gmx.de Unverschämter Anonymus! Ich finde es eine Unverschämtheit, daß hier ein frecher Anonymus unter dem Namen und der E-Mail-Adresse des verehrten Prof. Theodor Ickler eine Verteidigung der neuen Schreibweise "selbstständig" auf diese Internetseite stellen darf. Prof. Ickler hat oft genug betont, daß es sich bei der Schreibweise "selbstständig" der Rechtschreibreformer um eine kakophone Abart des richtigen "selbständig" handelt. Solche frechen Versuche, den guten Namen des Professors in den Schmutz zu ziehen, gehören meiner Meinung nach gerichtlich geahndet! | |
| [554] Prof. Pickler, Sparwitzedorf | 18.11.03 |
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Sparwitze aus Spardorf! Wußten Sie es schon? "Fahrad" ist nicht etwa die falsche Schreibweise von "Fahrrad". Nein! Vielmehr handelt es sich um zwei Wörter, die völlig unterschiedlich gebildet werden und nur rein zufällig die gleiche Bedeutung haben! Es gab ja schon viel Blödsinn, von dem uns Professoren überzeugen wollten, z. B. daß Frauen dümmer sind als Männer usw. Man braucht sich also nicht zu wundern! | |
| [553] Theodor Ickler, 91080 Spardorf | 14.11.03 |
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E-Mail: theo.ickler@t-online.de Weil hierzu immer noch irrige Meinungen geäußert werden: Die Wahl zwischen "selbständig" und "selbstständig" hat nicht das geringste mit der Rechtschreibreform zu tun. Es handelt sich nämlich nicht um verschiedene Schreibweisen desselben Wortes, sondern um zwei verschiedene (verschieden gebildete, wenn auch gleichbedeutende) Wörter. | |
| [552] Monika Ihle, Starnberg | 09.11.03 |
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E-Mail: mihle@web.de Wie denn nu? mit der Regel "Nach kurzem Vokal wird ß zu ss." kann ich nichts mehr anfangen. Wenn Maß zu Mass wird? Wie ist dann das Plural von der "Masse" zu unterscheiden? -> Gruß und Grüße und dann mit freundlichen Grüßen? Die Regeln mit kurzen und langen Vokalen ist wirklich nicht verwendbar. Ohne Wortlisten ist man völlig aufgeschmissen und dann fragt man sich zu Recht auch heute noch: Was soll der Kram? Die alte Regelung war ausreichend. Wenn wir uns nicht verstanden haben, mag das andere Gründe gehabt haben! Gute Wortlisten sind also überlebensnotwe(ä)ndig, wenn man einer Regel folgen will ... Frage mich auch, warum keine offizielle Webseite über die Suchmaschinen zu finden ist, die die aktuellsten Wortlisten enthält (das klingt so sehr nach Ignoranz) ... Grüße Monika | |
| [551] Katharina B., Dresden | 31.10.03 |
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Homepage: Homepage von Ingolf Giese Gefunden auf der angegebenen Internetseite. Als Ergänzung zum Leserbrief [535] passt die "Diskussion" von Ingolf Giese: Man muß jetzt Jogurt und Spagetti ohne h schreiben Man darf, man muß nicht Auch bisher wurden schon viele Wörter alternativ ohne h geschrieben: Getto (Ghetto), Kaki (Khaki), ... Girlande schreiben wir auch ohne "h" (italienisch: Ghirlanda) Was sich langfristig durchsetzt, sehen wir dann in 20 Jahren Eindeutschungen sehen öfters anders aus als das Originalwort Statt ciao schreibt heute jeder tschau ! Statt Portrait muß man Porträt schreiben (aber nicht sprechen) Warum hat sich nie jemand über Busineß mit "ß" aufgeregt ??? Orthografie sieht widersprüchlich aus: "th", aber kein "ph" Man darf, man muß nicht Lithografie ist schon im Duden 1991 die Nebenform zu Lithographie Warum hat da niemand widersprochen ??? Im Duden 1991 findet man: Photograph vgl. Fotograf Fotosatz vgl. Photosatz Photoeffekt (nur so) Fotofinish (nur so) ... (Wer kann sich das merken ???) Tollpatsch kann man doch nicht mit zwei "l" schreiben In den letzten zwei Jahren sind unzählige Hobby-Etymologen entstanden: fast jeder weiß nun, dass Tol(l)patsch vom ungarischen Wort "talpasch" (Plattfuß) kommt, also nur ein "l" haben darf. Warum muß man dann aber weiterhin "Mehltau" falsch mit "h" schreiben? Es kommt doch aus dem Griechischen: "miltos" (Rotbrand). Wenn man also auf Geschichte besteht, sollte man also "Meltau" schreiben. Oder? Solche Beispiele gibt es in Unmengen. | |
| [550] Monika Grunert, Santiago de Chile | 20.10.03 |
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Homepage: www.rechtschreibreform.com Liebe Leser dieser Seiten, auf der obengenannten Website habe ich folgenden Aufruf deutschsprachiger Schriftsteller an ihre Kollegen in aller Welt gefunden. Er wurde u.a. auch auf der Frankfurter Buchmesse in verschiedenen Sprachen verteilt. Schauen Sie sich die Argumente an, sehen Sie, wer unterschrieben hat und urteilen Sie! A U F R U F Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, seit einigen Jahren hat die deutsche Sprache zwei Orthographien. Die eine Orthographie ist die, die sich seit der Goethezeit allmählich entwickelt und das ganze 20. Jahrhundert hindurch bewährt hat. Es ist die Orthographie, in der Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Ingeborg Bachmann, Walter Benjamin, Heinrich Böll, Elias Canetti, Paul Celan, Friedrich Dürrenmatt, Albert Einstein, Sigmund Freud, Max Frisch, Hermann Hesse, Franz Kafka, Niklas Luhmann, Thomas Mann, Robert Musil, Rainer Maria Rilke, Nelly Sachs, Arthur Schnitzler, Max Weber und Ludwig Wittgenstein geschrieben und veröffentlicht haben. Es ist die Orthographie der deutschen Sprache in Literatur, Philosophie und Wissenschaft. Die andere Orthographie ist eine, die im staatlichen Auftrag erfunden wurde. Sie ist minderwertig und erschwert den präzisen sprachlichen Ausdruck. Gleichwohl soll sie gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung auf dem Verordnungsweg durch-gesetzt werden, durch ihre Einführung in Schulbüchern und amtlichen Texten. Die große Mehrheit der deutschsprachigen Intellektuellen lehnt die staatlich verordnete Rechtschreibung ab. Eine der besten Zeitungen Deutschlands (die „Frankfurter Allgemeine“) lehnt sie ab. Die renommiertesten Buchverlage (z. B. Hanser, Suhrkamp, Diogenes, Piper) lehnen sie ab. Gleichzeitig aber wird den Kindern auf deutschen, österreichischen und schweizerischen Schulen bei-gebracht, daß die bessere Orthographie „veraltet“ sei. Es gibt leider Verlage, die sich auf die Seite der Bürokratie geschlagen und sich für die „neue“ Orthographie entschieden haben. Doch selbst in diesen Verlagen beharren die deutschsprachigen Schriftsteller darauf, daß wenigstens ihre Bücher in der herkömmlichen Rechtschreibung erscheinen. Worauf sie jedoch in diesen Verlagen leider keinen Einfluß haben, ist die Orthographie der Bücher, die aus anderen Sprachen ins Deutsche übersetzt werden. Während die deutschsprachige Literatur fast ausschließlich in der angeblich „veralteten“ Orthographie erscheint, wird die fremdsprachige etwa von Verlagen wie S. Fischer oder Rowohlt in der behördlich verordneten „neuen“ Rechtschreibung publiziert. Wir bitten Sie, liebe Kollegen, sich uns anzuschließen und uns zu unterstützen. Wir bitten Sie, dem Verlag gegenüber, in dem Ihr nächstes Buch auf deutsch erscheint, auf der bewährten deutschen Orthographie zu bestehen, so wie wir es tun. Ihre Leser werden es Ihnen danken. Mit freundlichen Grüßen Horace Engdahl Hans Magnus Enzensberger Georges-Arthur Goldschmidt Günter Grass Lars Gustafsson Elfriede Jelinek György Konrád Reiner Kunze Stanislaw Lem Siegfried Lenz Claudio Magris Harry Mulisch Adolf Muschg Sten Nadolny Cees Nooteboom Patrick Süskind Martin Walser Christa Wolf | |
| [549] Kurt Fischer, Friedrichshafen | 10.10.03 |
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Ich habe diese Internetseiten aufgesucht, um mich über die neue Rechtschreibung zu informieren. Den Gestaltern dieser Seiten gratuliere ich herzlich; ich halte sie für sehr gelungen. Erschreckt habe ich allerdings in diesem Gästebuch gelesen. Die militanten Rechtschreibreformgegner und -befürworter befehden sich hier in einer Art und Weise, daß ich nur annehmen kann, daß es sich bei ihnen um Menschen auf einem äußerst niedrigen geistigen Niveau handelt. Ich verstehe nicht, daß solche Ergüsse hier geduldet werden. Sie drücken das hohe Niveau dieser Internetseiten stark herunter. | |
| [548] Conny, Berlin | 10.10.03 |
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Zitat: "Aber trösten Sie sich ruhig weiter damit, dass die Rechtschreibreform allmählich wieder zurückgenommen wird. Wenn es Ihnen dann besser geht, soll uns das recht sein." Ich ahnte es schon: Es ist ihnen eh' schnuppe, wie man schreibt, Hauptsache amtlich abgesegnet, das haben Sie mit allen vermeintlichen Reformbefürwortern und denen, die sich für solche halten, gemeinsam. Es ist ja bekannt, daß die einzigen, die sich richtig mit den neuen "Regeln" befaßt haben, die Reformgegner sind. Das ist auch logisch so. Wer sich wirklich die Mühe macht, das neue Regelwerk durchzugehen, muß zwangsläufig zu der Erkenntnis kommen, daß da der ganze Ansatz nicht stimmt. Deshalb war meine Frage auch nicht als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gedacht. Das haben Sie auch sehr gut verstanden, werte Frau Müller, warum so agressiv? Aber vielleicht fehlt es Ihnen eben nur an Argumenten? Trösten Sie sich: Niemand konnte bis jetzt auch nur mit einer Erklärung aufwarten, inwiefern diese Reform irgendetwas erleichtert oder verbessert hätte. Uns was Sie betrifft, Sie sind bereits bei dem letzten Argument der selbsternannten Reformverteidiger angelangt: s' ist eh' wurscht. (s.Zitat) | |
| [547] Christa Müller, Mannheim | 10.10.03 |
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Liebe Conny, ich danke für die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Ich bin aber keineswegs arbeitslos. Wenn Sie aber wirklich wissen wollen, worin die Rechtschreibrform besteht, müssen Sie nur die neue amtliche Regelung mit den alten Regeln des Duden und vor allem auch mit dem Wörterverzeichnis des alten Duden vergleichen. Zudem rate ich Ihnen die Erläuterungen zur neuen Rechtschreibung zu lesen. Sie werden verstehen, dass ich Ihnen diese Mühe nicht abnehmen werde, nur weil Sie zu faul (oder zu dumm?) dazu sind. Übrigens werden Sie sowohl die Schreibweise "selbständig" als auch "selbstständig" in Icklers Wörterbuch finden. Sollte Ickler, der renommierteste Reformgegner, hier einen Fehler gemacht haben? Nun ja, es wäre wohl nicht der einzige. Sie argumentieren, dass niemand "selbst-ständig" sage. Es sagt auch niemand "Fahr-rad". Die beiden "r" werden beim Sprechen zu einem verschliffen. Bestehen Sie deshalb darauf, dass wir künftig "Fahrad" schreiben müssen? Aber wie ich schon schrieb: 1880 tobten die Reformgegner noch viel schlimmer. Bismarck schimpfte noch in seinen Gedanken und Erinnerungen darüber, dass die natürliche Entwicklung der Sprache geopfert worden sei. Trotzdem konnte nicht einmal er verhindern, dass sich die damalige Rechtschreibreform durchsetzte. Aber trösten Sie sich ruhig weiter damit, dass die Rechtschreibreform allmählich wieder zurückgenommen wird. Wenn es Ihnen dann besser geht, soll uns das recht sein. PS: In welcher Rechtschreibung haben Sie denn nun Ihrem "bösen" Professor Ihre Examensarbeit abgegeben? Aber das scheint ja eine erlogene Geschichte gewesen zu sein, wie man weiter unten lesen kann. | |
| [546] Conny, Berlin | 10.10.03 |
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Zitat: "Liebe Conny, Sie wissen also immer noch nicht, worin die Rechtschreibreform besteht? Das ist nun wirklich Ihr Problem!" Also, Sie erklären sie mir? Ich geh jede Wette ein, daß Sie das nicht können. Zitat:"Nach der neuen Rechtschreibung kann man sowohl "selbständig" als auch "selbstständig" schreiben. Welche der beiden Schreibweisen sich die Zeitungen aussuchen, ist doch gleichgültig. Was haben Sie denn gegen die Schreibweise "selbstständig"? Ich erinnere mich, dass ich diese Schreibweise beim Studium der Verfassung von 1848 so gelesen habe." Wer sagt heute noch "selbstständig"? Und was für eine Modernisierung bedeutet es, wenn man ein seit 150 Jahren so nicht mehr gebrauchtes Wort auferstehen läßt??? Worin besteht hier die vielbeschworene Erleichterung? Ja und die anderen Pobleme, die ich aufgeführt habe? Bitte gehen Sie die drei Beiträge wieder runter und beantworten Sie mir die Fragen zu den anderen Wörtern. Und erklären Sie mir, warum sie in den verschiedenen Wörterbüchern alle verschieden angegeben werden. Welche Erleichterung bedeutet es, seit langem gebräuchliche Wörter auseinanderzureißen, andere wieder nicht, und das alles uneinheitlich? | |
| [545] Christa Müller, Mannheim | 09.10.03 |
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Liebe Conny, Sie wissen also immer noch nicht, worin die Rechtschreibreform besteht? Das ist nun wirklich Ihr Problem! Nach der neuen Rechtschreibung kann man sowohl "selbständig" als auch "selbstständig" schreiben. Welche der beiden Schreibweisen sich die Zeitungen aussuchen, ist doch gleichgültig. Was haben Sie denn gegen die Schreibweise "selbstständig"? Ich erinnere mich, dass ich diese Schreibweise beim Studium der Verfassung von 1848 so gelesen habe. | |
| [544] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 09.10.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de, Homepage: Nullen Die so konservative FAZ ist immerhin so auf der Hoehe der Zeit, dass sie den Schwachsinn mit den fuehrenden Nullen mitmacht. 09. 08. 2003 Heinz Lueneburg | |
| [543] Conny, Berlin | 09.10.03 |
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WORIN BESTEHT EIGENTLICH DIE SOGENANNTE RECHTSCHREIBREFORM ??? Wer kann mir diese Frage beantworten? Es gibt ein paar willkürlich und ohne Notwendigkeit geänderte Schreibweisen. (Typ: Gräuel, Kuss, Tipp) Gut, daran könnte man sich zur Not gewöhnen. (Ich will aber nicht, und ein großer Teil der Bevölkerung auch nicht) Aber der ganze Bereich der a)Groß- und Klein- und der b)Zusammen- und Getrenntschreibung war immer und ist es noch heute, nämlich IN STÄNDIGER ENTWICKLUNG BEGRIFFEN. D.h. es entstehen aus Notwendigkeit immer wieder neue Substantive, Adjektive, Verben, Adverbien aus dem vorhandenen Wortmaterial. Diese Entwicklung kann auch ein gewaltsamer, rückwärtsgerichteter Eingriff nicht aufhalten. Schon jetzt schreibt keine Zeitung mehr "selbstständig", bei recht haben, leid tun, hilfesuchend, menschenverachtend, krebserregend, diensthabend u.v.a.m. geht es wild durcheinander, bei den Wörterbüchern ebenso. Es läuft darauf hinaus, daß man, um das Gesicht nicht zu verlieren, einfach alles wieder zulassen wird, man tut es ja zum Teil jetzt schon, dann wird sich alles wieder einrenken, in weniger als 20 Jahren! | |
| [542] Christa Müller, Mannheim | 09.10.03 |
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Liebe Conny, dann können Sie sich doch freuen, wenn das so eintritt wie Sie glauben. Ich denke aber, da ist wohl nur der Wunsch der Vater des Gedankens. | |
| [541] Conny, Berlin | 09.10.03 |
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Zitat: "In spätestens 20 Jahren wird niemand mehr eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung wollen." In spätestens 20 Jahren wird niemand mehr etwas über diesen vermurksten Reformversuch wissen, wenn die Änderungen und Rücknahmen in diesem Tempo wie bisher weitergehen. Vielleicht wird die ss-Regelung bleiben, die einzige, die eigenermaßen schlüssig ist. Aber nicht mal das ist sicher. | |
| [540] Christa Müller, Mannheim | 08.10.03 |
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Die FAZ kämpft ums Überleben, seit sie zur alten Rechtschreibung zurückgekehrt ist. Sinkt doch seither kontinuierlich ihre Verkaufsauflage. Es ist daher kein Wunder, dass sie alle möglichen Beispiele aus der Literatur bringt, um die alte Rechtschreibung zu verteidigen. Eine allgemeine Rechtschreibung ist aber nicht dazu da, um den Sonderinteressen einiger Schriftsteller zu dienen. Diese haben sich meistens schon nicht um die alte Rechtschreibung gekümmert. Man lese dazu nur Autographe von Thomas Mann! Sie dürfen auch weiterhin mit der Rechtschreibung kreativ nach ihren Bedürfnissen umgehen. Die Behauptung, dass sich unsere Rechtschreibung "allmählich seit der Goethezeit" entwickelt habe, stimmt nur sehr bedingt! Natürlich gab es Strukturen in der Rechtschreibung, die sich - übrigens nicht erst seit der Goethezeit - in unserer Orthografie herausgebildet hatten. Doch die wirkliche alte Rechtschreibung entstand erst mit den Rechtschreibreformen von 1880 und 1901 sowie durch weitere Festlegungen vonseiten der privaten Firma DUDEN. Besonders der Widerstand gegen die Rechtschreibreform von 1880 waren noch heftiger als gegen die Reform von 1996. Noch 15 Jahre später beklagte Konrad Duden, dass die 1880 für die Schulen festgelegte Rechtschreibung im privaten Schriftverkehr nur selten angewendet würde. Noch 1903 wurde die Gründungsurkunde des ADAC nicht nach den gültigen amtlichen Rechtschreibregeln ausgestellt. Man sollte daher gelassen bleiben. In spätestens 20 Jahren wird niemand mehr eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung wollen. | |
| [539] Cornelius Rückert, Bielefeld | 07.10.03 |
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Homepage: FAZ In der FAZ vom 7.10.2003/S. 44 ist zu lesen:
Rechtschreibreform 06. Oktober 2003 Sieben Jahre sind vergangen, seitdem die "Gemeinsame Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung" unterzeichnet worden ist. In dieser langen Zeit ist am Regelwerk und in den Wörterbüchern unaufhörlich geändert und "verbessert" worden, und noch immer sind viele Fragen offen. Sieben dieser Fragen haben wir gemeinsam mit den Schweizer Monatsheften ausgewählt, Zweifelsfälle, die ein Licht auf das ganze Ausmaß der Verwirrung, Willkür und Inkonsequenz dieser mißglückten Reform werfen. Es ist Zeit, daß sich die Verantwortlichen der Öffentlichkeit erklären. Wer gibt uns eine Erklärung? Die Reformkommission? Die Dudenredaktion? Die Kultusministerkonferenz? Die Befürworter der Reform sind hiermit aufgefordert, kurze Antworten auf die von Stefan Stirnemann formulierten Fragen bis zum 20. Oktober an eine der folgenden Adressen zu schicken: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Literaturblatt, 60327 Frankfurt am Main; literatur@faz.de beziehungsweise Stefan Stirnemann, Schweizer Monatshefte, Vogelsangstrasse 52, CH-8006 Zürich; info@schweizermonatshefte.ch. Eine Auswahl der Antworten wird abgedruckt. Unterdessen protestieren jetzt erstmals auch internationale Autoren gegen die Rechtschreibreform. Harry Mulisch, Stanislaw Lem und andere wollen, daß ihre Bücher in der alten Rechtschreibung übersetzt und gedruckt werden. Wir dokumentieren den von der Forschungsgruppe Deutsche Sprache angeregten Aufruf. I. Heißersehnt? Das Wort heißersehnt gilt den neuen Wörterbüchern als "alte Schreibweise", es soll gemäß Paragraph 36 E1 (1.2) des neuen Regelwerks getrennt geschrieben werden: heiß ersehnt. Nun lesen wir bei Erich Kästner: "Die Wirtschafterin kämpfte in der Küche wie ein Löwe. Doch sie brachte die heißersehnten und heiß ersehnten Bratkartoffeln trotzdem nicht zustande" (in: "Notabene 45. Ein Tagebuch"). Dieser Satz bot bis 1996 keine Schwierigkeiten, widerspricht aber heute der amtlichen orthographischen Norm. Wir fragen: Hat Kästner wirklich falsch geschrieben, oder stimmt etwas mit der neuen Regel nicht? Falls die neue Regel falsch ist: Wie lange wartet man, bis man sie berichtigt, indem man nicht eine "alte", sondern die gute Auffassung wieder zu Ehren zieht? Wer gibt uns eine Erklärung? Die Reformkommission? Die Dudenredaktion? Die Kultusministerkonferenz? II. Eszett? Die nagelneue Regelung des Eszett geht zurück auf Johann Christian August Heyse (1764 bis 1829). Sein erfolgreiches "Lehrbuch der deutschen Sprache" wurde zuerst von seinem Sohn Karl Ludwig überarbeitet, später von Otto Lyon. Nun lesen wir im Protokoll der II. Orthographischen Konferenz von 1901, daß sich Otto Lyon "entschieden gegen die Einführung der Heyseschen Schreibweise erklärt" habe. In der sechsundzwanzigsten Auflage der Grammatik Heyses von 1900 schreibt Lyon: "Der Schreibgebrauch hat sich in überwiegender Weise dafür entschieden, am Ende einer Silbe wie auch vor einem t, das ss in ein ß zu verwandeln." Die Beschlüsse der Konferenz trugen dem Rechnung. Im Jahr 1901 wurde also der Schreibgebrauch bestätigt; er ist seither natürlich noch allgemeiner geworden. Wir fragen: Warum soll ein so allgemeiner Brauch plötzlich nicht mehr gelten? Und welcher alte und allgemeine Schreibgebrauch wird als nächster aufs Korn genommen? III. Gräulich? Das Wort greulich wird nach dem Stammprinzip neu "gräulich" geschrieben. Im Duden-Taschenbuch 26 steht dazu: "Man muß das Wort also in der Schreibung nicht mehr vom gleich lautenden Farbadjektiv gräulich unterscheiden." Nun lesen wir in der neuesten Ausgabe von Thomas Manns Idylle "Herr und Hund" vom Flusse, der "unter anderen Umständen aber ein geradezu gefährliches Wesen annimmt, zum Strome schwillt, sein weites Bett mit gräulichem Toben erfüllt". Der Text wurde anhand der Erstausgabe von 1919 neu durchgesehen. Die Stelle ist allerdings nicht eindeutig, denn ein kurz vor der Erstausgabe erschienener bibliophiler Druck bietet "greuliches Toben", und das Manuskript ist seit dem 6. August 1921 verschollen. Wie immer es sich verhält: Nach den neuen Regeln ist es nicht einmal mehr möglich, die Wahl auszudrücken, die hier getroffen werden muß. Wir fragen: Warum verbietet man eine Unterscheidung, für die der Leser nur danken kann, wenn gleichzeitig im amtlichen Wörterverzeichnis gewissenhaftest "anstrengen" von "ansträngen" unterschieden wird? IV. Wer informiert uns korrekt? Der Paragraph 63 der neuen Regeln schreibt vor, die Fügung "Erste Hilfe" wie viele andere klein zu schreiben: "erste Hilfe". Die Nachrichtenagenturen befolgen diese Vorschrift freilich nicht. In der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" vom 2. Mai 2002 lasen wir, daß der Präsident der Reformkommission "Erste Hilfe" für einen Begriff der Fachsprache hält, der außerhalb der neuen amtlichen Norm liege. Und dem "St. Galler Tagblatt" vom 17. Mai 2003 entnehmen wir, daß ein anderes Mitglied der Reformkommission die Schreibweise "ohne Weiteres" einführen möchte, obwohl Paragraph 58 (3) ausdrücklich die Kleinschreibung festlegt. Gehen die Änderungen jetzt gar nicht mehr in die Regelwerke ein, sondern werden nur noch auf Zeitungspapier gedruckt? Wir fragen: Welches Medium muß man konsultieren, welche Zeitung beziehen, um rechtzeitig zu erfahren, was gilt, nicht mehr gilt oder gelten wird? V. -ig/-isch/-lich. Laut Regelwerk sollen zweiteilige Adjektive, "bei denen der erste Bestandteil eine Ableitung auf -ig, -isch, -lich ist", getrennt werden. Das klingt wie die Eselsbrücke eines Schulmeisters. Nun lesen wir alte und neue Wörter wie: winzigklein, rötlichgelb, prächtigbunt, zornigverachtungsvollst. Wir fragen: Da auch Wörter auf -ig, -isch, -lich mit anderen Wörtern eine Verbindung des Begriffs eingehen können, warum soll man diese Verbindungen heute nicht mehr als Wort schreiben? Überbrückt diese Eselsbrücke nicht die Sprachwirklichkeit? VI. Der Drache? Im Zuge der Vereinfachung unserer Rechtschreibung hat man die Zusammensetzung "furchteinflößend" durch "Furcht einflößend" ersetzt. Folgerecht ist der Drache nach dem Duden des Jahres 1996 ein Furcht erregendes und Feuer speiendes Tier. Vier Jahre später hat man weiter vereinfacht, und gemäß Duden 2000 ist der Drache ein furchterregendes, Feuer speiendes Tier. Nun lesen wir im Duden-Bedeutungswörterbuch von 2002, daß der Drache ein Furcht erregendes, Feuer speiendes Tier sei. Wir fragen: Ist das ein halber Rückschritt oder ein geheimnisvoller Fortschritt? Und welche Schritte sind noch geplant? VII. Was wohl? In einer Übersetzung des frühen sechzehnten Jahrhunderts spricht Alkinoos zu Odysseus von dessen "wolbekanten gesellen und helden". Im späten zwanzigsten Jahrhundert hat die neue amtliche Norm alte und harmlose Adjektive wie wohlbekannt oder wohlgeraten zu Knacknüssen gemacht: wohlgeraten (Duden 1996)? Oder wohlgeraten, auch wohl geraten (Duden 2000)? Oder doch wohlgeraten (Wahrig, Bertelsmann 2002)? Nun lesen wir folgenden Satz eines Literarhistorikers in neuer Rechtschreibung: "Wie haben wir uns diese doch wohl bewußte Abweichung von einer wohl bekannten Regel zu erklären?" In guter Rechtschreibung ist der Satz auf den ersten Blick verständlich; in "Orthografie" liest man ihn dreimal und kann vermuten, was gemeint ist. Wir fragen: Schreiben wir, um einander Rätsel aufzugeben oder um einen Sinn möglichst unzweideutig zu vermitteln? Und wenn es die Möglichkeit gibt, die Vermittlung durch Zusammenschreiben zu sichern: Wer will diese Möglichkeit jetzt verbieten? Wer gibt uns eine Erklärung? Die Reformkommission? Die Dudenredaktion? Die Kultusministerkonferenz? Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2003, Nr. 232 / Seite 44
Berlin, den 7. Oktober 2003 Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Seit einigen Jahren hat die deutsche Sprache zwei Orthographien. Die eine Orthographie ist die, die sich seit der Goethezeit allmählich entwickelt und das ganze zwanzigste Jahrhundert hindurch bewährt hat. Es ist die Orthographie, in der Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Ingeborg Bachmann, Walter Benjamin, Heinrich Böll, Elias Canetti, Paul Celan, Friedrich Dürrenmatt, Albert Einstein, Sigmund Freud, Max Frisch, Hermann Hesse, Franz Kafka, Niklas Luhmann, Thomas Mann, Robert Musil, Rainer Maria Rilke, Nelly Sachs, Arthur Schnitzler, Max Weber und Ludwig Wittgenstein geschrieben und veröffentlicht haben. Es ist die Orthographie der deutschen Sprache in Literatur, Philosophie und Wissenschaft. Die andere Orthographie ist eine, die in staatlichem Auftrag erfunden wurde. Sie ist minderwertig und erschwert den präzisen sprachlichen Ausdruck. Gleichwohl soll sie gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung auf dem Verordnungsweg durchgesetzt werden, durch ihre Einführung in Schulbüchern und amtlichen Texten. Die große Mehrheit der deutschsprachigen Intellektuellen lehnt die staatlich verordnete Rechtschreibung ab. Eine der besten Zeitungen Deutschlands, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, lehnt sie ab. Die renommiertesten Buchverlage (darunter Hanser, Suhrkamp, Diogenes, Piper) lehnen sie ab. Gleichzeitig aber wird den Kindern auf deutschen, österreichischen und schweizerischen Schulen beigebracht, daß die bessere Orthographie "veraltet" sei. Es gibt leider Verlage, die sich auf die Seite der Bürokratie geschlagen und sich für die "neue" Orthographie entschieden haben. Doch selbst in diesen Verlagen beharren die deutschsprachigen Schriftsteller darauf, daß wenigstens ihre Bücher in der herkömmlichen Rechtschreibung erscheinen. Worauf sie jedoch in diesen Verlagen leider keinen Einfluß haben, ist die Orthographie der Bücher, die aus anderen Sprachen ins Deutsche übersetzt werden. Während die deutschsprachige Literatur fast ausschließlich in der angeblich "veralteten" Orthographie erscheint, wird die fremdsprachige etwa von Verlagen wie S. Fischer oder Rowohlt in der behördlich verordneten "neuen" Rechtschreibung publiziert. Wir bitten Sie, liebe Kollegen, sich uns anzuschließen und uns zu unterstützen. Wir bitten Sie, dem Verlag gegenüber, in dem Ihr nächstes Buch auf deutsch erscheint, auf der bewährten deutschen Orthographie zu bestehen, so wie wir es tun. Ihre Leser werden es Ihnen danken. Mit freundlichen Grüßen Horace Engdahl, Hans Magnus Enzensberger, Georges-Arthur Goldschmidt, Günter Grass, Lars Gustafsson, Elfriede Jelinek, György Konrád, Reiner Kunze, Stanislaw Lem, Siegfried Lenz, Claudio Magris, Harry Mulisch, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Cees Nooteboom, Patrick Süskind, Martin Walser, Christa Wolf | |
| [538] Irmgard Senger-Perkins, Otzberg | 06.10.03 |
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E-Mail: Isperkins@aol.com http://www.wuerzburg.de/rechtschreibreform/rsr-bl.html#start Hallo Zusammen, bin nach 18 Jahren England wieder im guten alten Deutschland. Da mein deutsch nachgelassen hat (war ja sonst auch nicht immer soooo gut), finde diese Seite Super um mich zu verbessern, auch um die neue / alte Rechtschreibung wieder besser zu verstehen. Viele Grüße und danke für die Hilfe. Irmgard Senger-Perkins | |
| [537] Conny, Berlin | 04.10.03 |
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Nachtrag: Zitat: "PPS: Beitrag [512] ist eine schöne Zusammenfassung des Standpunkts der Reformkritiker. Jeder Absatz ist eine Kritik wert!" Nur zu! Ich warte schon seit langem darauf! | |
| [536] Conny, Berlin | 04.10.03 |
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Zitat: Greuel wird zu Gräuel wegen grauen, behende zu behände wg. Hand, Quentchen zu Quäntchen wg. Quantum, Tolpatsch zu Tollpatsch wg. toll, numerieren zu nummerieren wg. Nummer, aufwendig auch zu aufwändig wg. Aufwand/aufwenden, einbleuen zu einbläuen wg. blau, plazieren zu platzieren wg. Platz) Obwohl es schon so oft wiederholt wurde, also noch einmal: Tolpatsch kommt nicht von toll, Quentchen nicht von Quantum und einbleuen nicht von blau (man muß nicht nur "etymologisch" richtig schreiben können, sondern auch ab und zu in so einem Wörterbuch nachschlagen); aufwendig hat natürlich mit Aufwand zu tun, läßt sich aber direkt von aufwenden und den Aufwendungen herleiten. (Die meisten Zeitungen preferieren inzwischen wieder aufwendig.) Plazieren kommt nicht von Platz, wie Klein-Konrad sicher vermutet, sondern von place und placer, und ist weitaus später als Fremdwort ins Deutsche gekommen als Platz, das zugegebenermaßen dieselbe Herkunft im Lateinischen hat. (so ähnlich verhält es sich mit Nummer und numerieren) Platzieren sieht wirklich ungebildet (wie Portmonnee) und schon wegen seiner Nähe zu platzen sehr komisch aus und wurde deshalb wahrscheinlich vermieden, bis ministerieller Beschluß es salonfähig machte. Greuel und greulich haben tatsächlich mit Grauen zu tun (wer hätte das gedacht), aber diese Schreibweisen haben sich schon vor über 100 Jahren durchgesetzt, gerade um die Nähe zu grau (der Farbe) zu vermeiden und einen Unterschied zwischen gräulich (der Farbe) und greulich zu markieren. (Nebenbei: Wer denkt beim Lesen von Gräuel auch immer an Knäuel?) Was die Umlaut-Schreibung betrifft, warum nicht "wenn schon, denn schon": Ältern, schänken, Häft u. v. a. m.? Und wie findet mein werter Vorredner den "Last minute tipp"? Diese und viele andere Änderungen der Schreibweisen sind Etymologie hin oder her absolut unnötig und stellen auch keine Erleichterung dar. Jedoch das Schlimmste dieser sogenannten Rechtschreibreform -ich bleibe dabei- ist das (natürlich völlig inkonsequente) Auseinanderreißen von zusammengesetzten Wörtern, was eine Verarmung der Ausdrucksmöglichkeiten bedeutet. Mein Vorredner fand, daß ich nur die Meinung der Reformgegner wiederhole. Es freut mich, daß die Reformgegener sich alle so einig in ihrer Ablehnung sind (und ich mit ihnen übereinstimmen kann) und wünschte mir nur einen einzigen Befürworter, der mal auf der Höhe der Wissenschaftlichkeit mit den Gegnern argumentieren könnte, statt nur Gift und Galle zu spucken. Gibt's nicht, null! Die verschanzen sich lieber hinter ihrer "Amtlichkeit"1 Sehr deutsch, hatten wir alles schon mal. | |
| [535] Konrad, Berlin | 02.10.03 |
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Im Beitrag [512] von Conny, Berlin, ist u. a. zu lesen: „Die ethymologisch begründeten Neuschreibungen sind unnötig und lächerlich (Gräuel, behände), manche sogar falsch (Quäntchen, Tollpatsch, nummerieren, aufwändig, einbläuen, platzieren - für ganz große Deppen)." Wo die Reformer „allgemein gängige Ableitungen“ zum Maßstab machen, (Greuel wird zu Gräuel wegen grauen, behende zu behände wg. Hand, Quentchen zu Quäntchen wg. Quantum, Tolpatsch zu Tollpatsch wg. toll, numerieren zu nummerieren wg. Nummer, aufwendig auch zu aufwändig wg. Aufwand/aufwenden, einbleuen zu einbläuen wg. blau, plazieren zu platzieren wg. Platz) - statt den Kindern Französisch, Latein, Griechisch und was etymologisch sonst noch wichtig ist, zu verordnen - kritisieren die Reformgegner in der Neuschreibung den „Verlust der wahren Herkunft“. Und das bringt sie auf die Palme. Im Klartext: "Nummerieren kommt nicht von Nummer, sondern aus dem Lateinischen, numerus, du Depp, du.“ „Deppen, große Deppen, ganz große Deppen; Schwachsinn, Humbug, Dummschrieb.“ Ein schöner Nebeneffekt der Rechtschreibreform: Die schöngeistige Elite, beschlagen in Latein, Griechisch, Hebräisch usw., kann sich und seine Bildung feiern („hinter jeder FAZ steckt ein schlauer Kopf“) und verachtungsvoll auf die „ganz großen Deppen“ herabblicken, die platzieren mit t schreiben. Mit einer Kritik, dass die neue Rechtschreibung der Verblödung der Jugend angepasst wird (50% der Kinder können nach 9 Jahren Schulbildung nict mal richtig lesen und schreiben) hat diese elitäre Stellung freilich nichts zu tun! Ohne „Deppen“ gibt`s nun mal keine Elite. PS: „ethymologisch“ schreibt man ohne h. (hihihi) Im Griechischunterricht wohl nicht aufgepasst, oder? (hihi) Aber sonst alles gut nachgeplappert, was so in der FAZ zur RSR steht. PPS: Beitrag [512] ist eine schöne Zusammenfassung des Standpunkts der Reformkritiker. Jeder Absatz ist eine Kritik wert! | |
| [534] Conny, Berlin | 23.09.03 |
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Sehr geehrter Herr Stetten, gestatten Sie mir, Ihnen zwei Fragen zu stellen: 1) Was veranlaßt Sie, an einer fehlerhaften Wörterliste festzuhalten und sie sogar hier unter Ihrem guten Namen auszustellen? 2) Was glauben Sie, wie oft die Wörterbücher noch geändert werden müssen, bis sie alle wieder ungefähr gleich sind, und in welche Richtung werden diese Veränderungen gehen? Ich habe mir inzwischen sämtliche Wörterlisten angeschaut (RSK, Duden, Bertelsmann). Sie haben alle eins gemeinsam: Mit völlig überflüssiger Genauigkeit werden immer wieder Wörter aufgeführt, deren einzige Unterscheidung von der alten RS das ss ist (Schloss, Nuss etc.). Aber möchte man Wörter mit wohl-, hoch- anschauen, wird man auf den entsprechenden Paragraphen verwiesen, von dem ich mich frage, wer daraus schlau werden soll. Ich habe jedenfalls noch niemanden getroffen. Im Forum www.rechtschreibreform.com wurde für eine schlüssige Erklärung der Paragraphen 34 und 36 schon mal eine Prämie von 500 Euro (seinerzeit noch in DM) ausgelobt. Wer weiß, vielleicht steht das Angebot noch, und Sie machen den Gewinn! Für alle Interessierten hier ein schöner Artikel, den ich im CDU-Forum gefunden habe, passenderweise von einem Kollegen aus Würzburg! 23. August 2003 Zur „Rechtschreibreform“ Man mag von Politikern aller Couleur das Wort „Reform“ schon gar nicht mehr hören - seit vielen Jahren dient es zur sprachnebelhaften Verschleierung von Aktionismus, der nichts verbessert, sondern dem Wählervolk nur Honig ums Maul schmiert, damit es glauben soll, daß die Politik Mißstände erkannt hat und grundlegend beseitigen will. Die jetzige Regierung übertrifft dabei mit der Unzahl von „Reform“-Themen ihre Vorgänger noch um ein Vielfaches! Die unsägliche Rechtschreib-„Reform“ - die genau das Gegenteil dessen ist, was laut Duden dieses Wort mit „Umgestaltung, Neuordnung, Verbesserung des Bestehenden“ bedeutet - hat jetzt fünf Jahre lang unsere Schreibsprache verhunzt. Die beabsichtigten Verbesserungen sind vor den vielen Verschlechterungen nicht mehr zu erkennen, die wir tagtäglich in allem erleben, was an Geschriebenem auf uns einstürzt, ob in Zeitungen, Zeitschriften, Werbeblättern, Plakaten, geschäftlichen oder privaten Mitteilungen als Brief oder Postkarte. Fachleute haben das lange erkannt und beschrieben; es gibt unzählige Untersuchungen mit dem Ergebnis, daß sich die angeblich beabsichtigten Erleichterungen beim Schreiben und Lesen nicht erfüllt haben. Angesehene Schriftsteller verbieten den Verlagen, ihre Werke im neuen „Dummschrieb“ zu veröffentlichen, neben der FAZ haben sich auch andere Zeitungen und Verlage wieder besonnen und sind zur bewährten früheren Schreibweise zurückgekehrt. Es gibt inzwischen nicht nur viele eigene - und damit unterschiedliche - Zeitungsverlag-Rechtschreibungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch etliche Wörterbücher, die sich in Dutzenden von Details wiederum voneinander unterscheiden: von einer einheitlichen neuen Rechtschreibung kann schon lange nicht mehr gesprochen werden. Viele Mitglieder der Kultusministerkonferenz, die uns das alles ungefragt eingebrockt hat, haben das Desaster inzwischen erkannt und manche haben persönlich die Konsequenz gezogen und sind aus der Konferenz ausgeschieden, einige davon mit lautem Protest. Andere, die früher einmal die „Reform“ vehement verteidigten - darunter der bayerische Minister Zehetmair -, haben ihren Irrtum eingesehen, aber nicht die Traute, daraus die richtige Konsequenz zu ziehen: Rückkehr zur bewährten früheren Rechtschreibung und dann behutsame Anpassung an den sich ständig wandelnden Sprachgebrauch. Viele Zeitungen haben den fünften Jahrestag der Einführung der „Reform“ benutzt, um den großen Erfolg des „Dummschriebs“ zu feiern; sie fanden auch genügend Professoren, Lehrer und selbsternannte Fachleute, die diesen Erfolg bestätigen. Gottseidank gibt es aber auch Wissenschaftler, Lehrer, Schreiberlinge und Journalisten, die etwas genauer hinsehen und sich nicht nur darüber empören, wie diese „Reform“ - sie war eine rein politische Maßnahme, durch wirtschaftliche (Geld-) Interessen weniger Verlage ausgelöst! - zustandekam, sondern die vor allem die Befürchtung umtreibt, daß die allenthalben feststellbare fortschreitende Oberflächlichkeit und Wurstigkeit unserer Mitbürger, vor allem der jungen, im Umgang mit der deutschen Sprache wachsen wird. Das ist um so schlimmer, als gerade die meisten junge Menschen wegen der neuen Medien und der Digitaltechnik ihrer Handys - ohnehin schon Statussymbol - oft nur noch in Satzfetzen reden, kaum noch schreiben und noch weniger lesen. Wer etwa Nachhilfe in Latein und Englisch gibt wie ich, möchte oft daran verzweifeln, daß einfachstes Grundwissen über Sprach- und Satzstrukturen fehlt, daß der Wortschatz immer kleiner wird, daß man nur noch wenige Synonyme kennt und auch nur selten weiß, daß WinWord einen Synonyma-Thesaurus anbietet, den man mit „Shift + F7“ nur aufzurufen braucht. Apropos WinWord: man hat ja ein Rechtschreibprogramm, das automatisch alle Fehler beseitigt, denkt man; aber das stimmt nicht, weil abgesehen von den unterschiedlichen Wörterbüchern, die ich bereits erwähnte, auch die neuen Regeln schon mehrfach geändert wurden und wohl auch weiter geändert werden, so daß gerade in Zweifelsfällen die Antwort des Rechtschreibprogramms wieder falsch sein kann, was zu der erleichternden Erkenntnis führt, daß alles irgendwie richtig sein könnte, und genau so vielfältig sieht das heute Geschriebene aus! Man muß nur einmal in der FAZ vom 1. August 2003 den Beitrag von Heike Schmoll lesen und auch, was Minister Zehetmair in derselben Ausgabe in der Rubrik „Fremde Federn“ über „Fünf Jahre Rechtschreibreform - besonnen korrigieren“ schreibt, um zu erkennen, welches Durcheinander inzwischen herrscht. Fast alle Leserbriefe, welche die FAZ daraufhin erhielt und abdruckte, stimmen darin überein, daß diese „Reform“ nie eine war und nie eine werden kann, sondern dafür sorgen wird, daß kritisches Sprachbewußtsein für die Feinheiten unserer deutschen Sprache weiter schwindet und sich ernüchternde PISA-Ergebnisse im Lesen und Schreiben und Sich-Ausdrücken-Können wiederholen werden. Was mich selber am meisten ärgert, ist die Frechheit, mit der eine dazu nicht berufene Ministerrunde mir viele Wörter meines deutschen Sprachschatzes einfach gestohlen hat, weil sie nach dem neuen „Dummschrieb“ nicht mehr existieren: es sind die Wörter, die zusammengeschrieben einen anderen Sinn haben, als wenn man sie getrennt schreibt. Es ist ein hör- und spürbarer Unterschied, ob ich jemand wieder sehe, weil er gerade hinter dem Haus verschwunden war, oder ob ich ihn nach langer Abwesenheit wiedersehe - im ersten Fall betone ich beim Sprechen jedes der beiden Wörter für sich und im zweiten hat das Wort nur eine Betonung auf der ersten Silbe. Das gilt für viele andere Wörter auch, etwa heilig sprechen und heiligsprechen oder viel versprechend oder vielversprechend und andere mehr. Ich empfinde das als Sprachdiebstahl, zu dem niemand berechtigt ist, schon gar nicht ein politisches Gremium! Und wenn schon von Unsinnigem im neuen „Dummschrieb“ die Rede ist, dann muß ich nur einen Leserbrief von Frau Rominte van Thiel in der FAZ vor kurzem zitieren, die über den „haarsträubenden Unsinn“ schreibt, „der jetzt in allem Gedruckten zu sehen ist. Wahrscheinlich entsprechend der Maxime, daß Verbindungen mit Partizipien möglichst auseinandergerissen werden müssen (was Nachschlagen bei fast jedem Wort bedeutet, denn wer kann schon den Unterschied zwischen hoch begabt, hochberühmt, hoch empfindlich, hoch erfreut oder wahrscheinlich genausogut andersherum erkennen?), tauchen jetzt Fehler auf, die früher so gut wie nie gemacht wurden und auch nach der „Reform“ welche sind: Sie hat mit Haut reizenden Stoffen zu tun; beim Orgel spielen muss er sich konzentrieren, Nachbar schützende Abstandsflächen, die Asthma kranke, die Frau hat das Unfallgeschehen wahr genommen, der Urwald erprobte Missionar, 36-jährige Jungfrau geborene sucht Lebenspartner, Spülmaschinen und Tiefkühl geeignete Dosen. Das alles in diesem Stil an einem beliebigen Tag in beliebigen Druckerzeugnissen und auf Handelsprodukten... Es ist sowieso ein Unsinn, die Schüler als Maßstab für das geschriebene Wort zu nehmen... Ohnehin ist wahrscheinlich einfach der Maßstab heruntergesetzt worden, und - welch Wunder - plötzlich sind weniger Fehler da!“ Werden die Herren und Damen der heutigen Kultusministerkonferenz den Mut haben, ihren Irrtum einzugestehen und daraus die einzig richtige Konsequenz zu ziehen: Rückkehr zur bewährten Rechtschreibung und Einstampfen aller neuen Wörterbücher? Es bleibt zwar zu hoffen, aber angesichts der politischen Dickköpfigkeit, die sich inzwischen immer mehr zu einer Riesenwurstelei an allem und jedem entwickelt, was „reformbedürftig“ ist oder erscheint, habe ich leider große Zweifel. Und daß die CDU/CSU-Union hier nicht mutig zur „Reform-Umkehr“ aufruft, ist ernüchternd und bedauerlich: ich bin nämlich überzeugt, sie könnte mit einem solchen Vor-Marsch leicht und schnell eine streitbare Phalanx von Sprachbewußten hinter sich scharen und viele Punkte für einen neuen Wahlsieg der CSU in Bayern sammeln! Dr. Diether Steppuhn, Würzburg | |
| [533] Klaus Stetten, Würzburg | 21.09.03 |
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Homepage: www.wuerzburg.de/rechtschreibreform Zu den Beiträgen [519] und [521] von Conny, Berlin Conny ist der Meinung, „daß die in dieser Website zu findende Liste fehlerhaft ist.“ Die Wörterliste ist eine Zusammenfassung „Ausgewählter Beispiele für neue Schreibungen und Worttrennungen“ Duden, 20. Auflage, Bertelsmann, 1996 und anderer Wörterlisten und entspricht dem Stand vom 9.3.1998. Dieser Hinweis auf das Datum steht auch am Ende dieser Seite! (siehe: www.wuerzburg.de/rechtschreibreform/o-wo-a-z.html ) Nicht die Wörterliste ist falsch, sondern die Ableitungen von Duden und Bertelsmann aus dem Regelwerk. Die Wörterliste dokumentiert den Zeitraum 1996-1998. Duden und Bertelsmann haben diese Schreibungen in den aktuellen Auflagen korrigiert! Angefügt ist auf unserer Website weiterhin ein Link zur korrigierten Wörterliste der Neuschreibungen bei Duden und Bertelsmann/Wahrig. Neu ist der Link zur Wörterliste der Rechtschreibkommission: www.wuerzburg.de/rechtschreibreform/a-wort.html | |
| [532] Conny, Berlin | 13.09.03 |
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Für Herrn Vitzliputzli alias Vogl: Es pfeifen schon die Spatzen von den Dächern, und nicht nur ihre verhaßte Ickler-Bande: Die Rechtschreibreform war und ist ein Flop. Lesen Sie sich mal das genau durch! Deutschland Radio 09.08.2003 Aus Fehlern lernen? von Heike Schmoll Inzwischen sagt es wenigstens einer öffentlich: Es war ein Kardinalfehler, dass die Kultusminister die Rechtschreibreform beschlossen haben. Der Kritiker aus den eigenen Reihen ist der bayerische Wissenschaftsminister Hans Zehetmair, der im Herbst in den Ruhestand tritt. Sein später Mut darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch er seine Amtskollegen nicht davor gewarnt hat, sich überhaupt mit der Regelung der Sprache zu befassen. Denn was daraus wird, wenn Politik und Bürokratie glauben, sie müssten ein gewachsenes Gebilde regeln, das sich ständig so stark verändert und entwickelt wie Sprache und Rechtschreibung, das lässt sich fünf Jahre nach dem offiziellen Inkrafttreten der Reform und sieben Jahre nach ihrer Einführung an den Schulen studieren. Noch nie war so unklar, wie eigentlich was zu schreiben sei. Selbst diejenigen, die glaubten die bewährte, bisher gültige Schreibung zu beherrschen, werden nun wankelmütig und zweifeln an ihren eigenen Fähigkeiten. Natürlich ist niemand gezwungen, die neue Schreibung zu benutzen, denn sie gilt nur für die Schul-und Behördensprache. Aber die Initiatoren der Reform setzen darauf, dass die bewährten Schreibweisen möglichst schnell vergessen werden. In vielen Nachschlagewerken sind sie einfach nicht mehr verzeichnet, auch wenn sie noch zulässig sind. Die Reformbefürworter sind es auch, die seit nunmehr sieben Jahren behaupten, eine Rückkehr zur bewährten Schreibung sei nicht nur zu teuer, weil neue Schulbücher gedruckt werden müssten, sondern verunsichere auch eine ganze Schülergeneration. Das Argument wird dadurch nicht wahrer, dass es gebetsmühlenartig wiederholt wird. Denn wenn Schüler verunsichert wurden, dann durch die Reform und durch unterschiedliche Schreibweisen in ihren Lesebüchern, wo sie literarische Texte in der bewährten, Erklärtexte in der neuen Schreibung finden. Niemand würde daran Anstoß nehmen, sich an neue Schreibweisen gewöhnen zu müssen, wenn nicht vor allem die Getrennt- und Zusammenschreibung zu grotesken Sinnentstellungen in Texten führte. Es ist so offenkundig, dass die reformierte Schreibung die Nuancen der deutschen Schriftsprache nicht ausreichend wiederzugeben vermag, dass unweigerlich die Frage aufkommen musste, warum es nicht genügt hätte, neuere Entwicklungen und alte Widersprüchlichkeiten in der bewährten Schreibung zu ändern. Vermeintliche Erleichterungen wie die Aufgabe des deutschen ‚ß‘ zugunsten eines doppelten ‚ss‘ sind keine wirklichen, weil sie von Grammatikkenntnissen nicht entbinden. Viel schlimmer aber ist, dass die Kultusminister sich sogar dem Vorschlag der Rechtschreibkommission widersetzten, das Kernstück der Reform, die Getrennt- und Zusammenschreibung zu einem guten Teil zurückzunehmen. Soll denn damit gewartet werden, bis die Übergangsfrist endgültig abgelaufen ist, also bis zum Jahr 2005? So gern sie die Verantwortung für die Reform lieber heute als morgen los wären, so sehr schrecken die Kultusminister davor zurück, ihren Beschluss als Fehler zuzugeben und vor allem öffentlich zu sagen, was sie hinter vorgehaltener Hand längst tun: sie haben die Tragweite ihrer eigenen Entscheidung nicht ermessen können. Was läge also näher, als zu einer leicht reformierten bewährten Schreibung zurückzukehren und den eigenen Fehler zurückzunehmen? Schlagartig wird bei einem solchen Vorschlag das Klagen über die hohen Kosten neu aufgelegter Schulbücher einsetzen. In Wirklichkeit geht es aber darum, dass es nicht der political correctness entspräche, wenn ein ganzes Gremium zugäbe, dass es einen schwerwiegenden Fehler gemacht hat und diesen nun zurücknimmt. ‚Zugegeben wird nichts‘, scheint die Devise zu sein. Die mutige Rücknahme eines alten Fehlers könnte der Kultusministerkonferenz in einer schwierigen und angefochtenen Zeit neue Achtung verschaffen. Nicht wenige sehen den Sinn der föderalistischen Aufgabenverteilung in der Bildungspolitik nicht mehr - völlig zu unrecht. Doch die Kultusminister sind gegenwärtig dazu gezwungen, sich ständig zu bewähren und ihre eigene Existenz beweisen zu müssen. Deshalb sollten sie den Mut haben, die vergangenen fünf bis sieben Jahre mit der Reform als misslungenes Experiment zu bezeichnen. Ein Neuanfang mit der bewährten Schreibung und ohne das überhaupt nicht bewährte Dudenmonopol wäre ein Lösungsweg. Denn es hat sich gezeigt: Politik kann nicht über Sprachentwicklung entscheiden, ohne diese zuvor zur Kenntnis zu nehmen. Deshalb müssen sich künftige Änderungen in der Schreibweise an der Sprachentwicklung und Etymologie orientieren
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| [531] Conny, Berlin | 29.08.03 |
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Zitat: [529] Zaungast 26.08.03 Fragen an Vitzliputzli Vitzliputzli in 513: Die schreibweise „gestern Früh“ gibt es auch nach der neuen rechtschreibung nicht, weil früh nicht für ein substantiv gehalten werden kann. Frage: Sowohl Duden als auch Wahrig glauben das aber und bestätigen es; kann es denn sein, dass beide die neue Rechtschreibung nicht ganz verstanden haben? Vitzliputzli in 513: Wir führen die gemäßigte kleinschreibung ein, wie ich sie in diesem text bereits anwende. Das hatten auch die reformer ursprünglich vor. Frage: Wie kann es dann aber sein, dass genau diese „reformer“ nun eine vermehrte Großschreibung durchsetzen wollen? Werter Zaungast, es ist völlig zwecklos, V. eine eigenermaßen fundierte Argumentation abzuringen. Seine Sache ist das nicht, sondern fanatischer Glaubenseifer; da ist es schon mal ganz egal, welche Argumente seine vermeintlichen Gegner hervorbringen. Sein Glaubenssatz ist: Reform ist an sich schon mal was Gutes, egal in welche Richtung sie geht und welche Konsequenzen sie hat. Wie sich durch die vermehrte Großschreibung die von ihm und offensichtlich auch von der Reformkommission angestrebte allgemeine Kleinschreibung durchsetzen soll, weiß er ebensowenig wie wir. Vielleicht wartet er dann auf ein neuerliches Dekret von oben, wie ja diese ganze Rechtschreibreform so etwas widerwärtig Obrigkeitsstaatliches an sich hat (und doch komischerweise mehr von links als von rechts favorisiert worden ist), daß man schon am Demokratieverständnis der Deutschen zweifeln könnte . | |
| [530] Zaungast | 27.08.03 |
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Unter 523 schrieb Vitzliputzli: Sich durch Ickler und seinen Anhängern über die neue Rechtschreibung zu informieren zu lassen ist aber genauso sinnvoll, wie sich durch Osama Bin Laden und die Al Kaida über die Wahrheit des Christentums und die Vorzüge der westlichen Weltanschaung informieren zu lassen. Wenn Ausführungen wie diese repräsentativ für den Diskussionsstil dieses Gästebuchs wären, könnte man die oben angekündigte Schließung nur begrüßen. Man könnte sogar über derart krasse Grammatikfehler („durch seinen Anhängern“) großzügig und schmunzelnd hinwegsehen, wenn man dafür nur ein wenig mehr Sachlichkeit und Sachkenntnis geboten bekäme. | |
| [529] Zaungast | 26.08.03 |
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Fragen an Vitzliputzli Vitzliputzli in 513: Die schreibweise „gestern Früh“ gibt es auch nach der neuen rechtschreibung nicht, weil früh nicht für ein substantiv gehalten werden kann. Frage: Sowohl Duden als auch Wahrig glauben das aber und bestätigen es; kann es denn sein, dass beide die neue Rechtschreibung nicht ganz verstanden haben? Vitzliputzli in 513: Wir führen die gemäßigte kleinschreibung ein, wie ich sie in diesem text bereits anwende. Das hatten auch die reformer ursprünglich vor. Frage: Wie kann es dann aber sein, dass genau diese „reformer“ nun eine vermehrte Großschreibung durchsetzen wollen? Zusatzfrage: Können Sie mir eine deutsche Tageszeitung nennen, die a) erklärtermaßen die neue Rechtschreibung in ihrem vollen derzeit gültigen Umfang anzuwenden gewillt ist? b) durch ihre Schreibpraxis beweist, dass sie die neuen Regeln annähernd so fehlerfrei anwenden kann wie vorher die alten? | |
| [528] Conny, Berlin | 23.08.03 |
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"Die Schrift ist nicht für die Gelehrten, sondern für das ganze Volk da [...], und dies verlangt nichts weiter von der Schrift, als daß sie genau, und daß sie leicht zu handhaben sei." (Konrad Duden, 1872). Duden meinte mit diesem Postulat ganz sicher nicht, daß die Genauigkeit zugunsten einer leichteren Handhabbarkeit aufgegeben werden sollte. Aber inwiefern ist Neuschrieb eigentlich leichter als die traditionelle Orthographie? Bei der ach-so-logischen ß-ss-Schreibung werden ungleich viel mehr Fehler als früher gemacht (heiss, weiss, draussen, süss... begegnet einem allenthalben), bei der Getrennt- und Zusammenschreibung kann man sich auf gar nichts mehr verlassen, deshalb schreiben die Zeitungen vorsichtshalber alles mögliche auseinander (vorweg nehmen, heran wachsen, schlecht machen statt schlechtmachen, obwohl ausdrücklich von Augst und Konsorten nicht dafür vorgesehen). Meine These also, der Neuschrieb ist nicht nur nicht leichter, sondern schwerer, weil UNLOGISCH. | |
| [527] Vitzliputzli | 23.08.03 |
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Zuerst ein Zitat zu 524: Die Schrift ist nicht für die Gelehrten, sondern für das ganze Volk da [...], und dies verlangt nichts weiter von der Schrift, als daß sie genau, und daß sie leicht zu handhaben sei. (Konrad Duden, 1872). Zu 525: Herr Jansen, ich kenne das Buch. Die Ansichten des Autors decken sich tatsächlich weitgehend mit den meinen. Ich betone aber ausdrücklich: Ich bin nicht Florian Kranz! | |
| [526] Conny, Berlin | 22.08.03 |
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Das Buch über die Segnungen der "neuen Rechtschreibung" selbst habe ich zwar noch nicht gelesen, aber die Vor-Rezension des Verlages auf dessen Website. Das liest sich dann so (Auszug): "Bis zum Zeitpunkt der Drucklegung werden alle eventuell noch eintretenden Änderungen der Sachlage berücksichtigt. Zum Zeitpunkt des Erscheinens wird somit eine wirklich brandaktuelle Information über die Genese der dann gültigen Regelungen der Rechtschreibung im deutschsprachigen Raum vorliegen." Hört, hört, "eine WIRKLICH BRANDAKTUELLE Information" über "ALLE EVENTUELL NOCH EINTRETENDEN ÄNDERUNGEN", diese Änderungen werden weiter in Richtung Wiederherstellung der guten alten bewährten Rechtschreibung gehen! So wie aus "Furcht erregend" wieder "furchterregend" wurde. Was gilt die Wette? | |
| [525] Michael Jansen | 22.08.03 |
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V i t z l i p u t z l i, haben Sie zufällig das buch "Eine Schifffahrt mit drei f" gelesen sowie die beiden aufsätze des autors, veröffentlicht auf der seite des verlages (www.v-r.de)? Wenn nein, das wär was für Sie, liegt voll auf ihrer linie. | |
| [524] Conny, Berlin | 21.08.03 |
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Gefunden in einem Artikel von H.Jochems, der den Göttinger Sprachwissenschaftler Prof.Helmut Henne zitiert. Hier kommt sehr klar zum Ausdruck, wie die Rechtschreibreform GEGEN die Entwicklungsrichtung der Sprache geht: „Man hätte die Rechtschreibung nicht reformieren, sondern weiterentwickeln müssen. Der Trend der Sprachbenutzer ging eindeutig in Richtung Zusammenschreibung, die neuen Regeln bevorzugen aber Getrenntschreibung.“ Damit leugne man, daß das Deutsche eine Wortbildungssprache ist, kritisiert Henne. Seit jeher seien durch Zusammentreten verschiedener Wörter neue entstanden, die meist auch ins Wörterbuch eingegangen, lexikalisiert worden seien. „Solche Lexikalisierungen wieder aufzubrechen widerspricht der Sprachentwicklung. Und das könnte etwa für Wörterbuchmacher noch weitreichende Konsequenzen haben. „Im neuen ‚Paul‘, der in Braunschweig erarbeiteten Fortschreibung des bedeutungsgeschichtlichen Wörterbuchs von Hermann Paul, haben wir etwa die Entwicklung des Adjektivs ‚sogenannt‘ erklärt, das in Zukunft ‚so genannt‘ geschrieben werden soll, also in einem Wörterverzeichnis eigentlich gar nicht mehr auftauchen dürfte.“ Und daß man bereits durchgesetzte Kleinschreibungen entgegen dem Trend der Sprachentwicklung in Großschreibung ändert, etwa: „der eine“, „der andere“, „die vielen“, „die wenigen“, aber: „die Übrigen“, „der Erste“, „im Einzelnen“ schreiben muß, hält Henne für rückschrittlich. „Die internationale Kleinschreibung war in Deutschland nicht durchsetzbar, aber man hätte sich weiter auf sie zu, nicht von ihr wegbewegen dürfen“, urteilt er. | |
| [523] Vitzliputzli | 19.08.03 |
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Lieber Herr Franz, Sie wundern sich, dass ich so grantig auf Connys Auslassungen reagiere. Nun habe ich bisher Conny ignoriert, obwohl ich wusste, dass sie alle hier mit ihrer Geschichte vom bösen Professor verarscht hat! Diese Geschichte hat sie nämlich schon 1999 einigen Experten von www.wer-weiss-was.de erzählt und sie um Hilfe gebeten. So lange aber schreibt niemand an einer Diplomarbeit. Für die bekommt man bekanntlich nur sechs Monate Zeit. Was sie allerdings mit dieser Art der Provokation bezweckt, ist mir schleierhaft. Obwohl ich sie also ignoriert habe, warf mir Conny plötzlich vor „bar jeder Sachkenntnis“ zu sein, ohne diese Behauptung auf meine Aufforderung hin irgendwie zu erklären. Stattdessen brachte sie den üblichen Propagandaquatsch der Icklerianer und bezeichnete Leute, die nach der neuen Rechtschreibung nummerieren, platzieren usw. schreiben, als „Deppen“. Eigene Gedanken scheint Conny sowieso nicht zu haben, denn sie setzte anschließend nur noch einen Aufsatz von Ickler auf diese Seite. Sich durch Ickler und seinen Anhängern über die neue Rechtschreibung zu informieren zu lassen ist aber genauso sinnvoll, wie sich durch Osama Bin Laden und die Al Kaida über die Wahrheit des Christentums und die Vorzüge der westlichen Weltanschaung informieren zu lassen. Witzig finde ich, dass Conny plötzlich die fehlerhaften Wörterlisten irgendwelcher Privatleute als Argument gegen die neue Rechtschreibung anführt. Was soll denn der Quatsch? Darüber hinaus, lieber Herr Franz, bin ich der Meinung, dass auch die neue Rechtschreibung nur ein Schritt in Richtung einer besseren Rechtschreibung sein kann. Für mich bedeutet das z. B. die Einführung der gemäßigten Kleinschreibung, die Abschaffung von ph, th, rh usw. Aber bis diese weiteren Verbesserung kommen, verteidige ich die jetzige Rechtschreibung gegen alle Versuche wieder die überholte Rechtschreibung einzuführen. Wenn wir die Rechtschreibung nicht mindestens alle einhundert Jahre reformieren, wird sie unweigerlich das Schicksal der englischen und der französischen Rechtschreibung teilen. Aussprache und Schreibweise driften immer mehr auseinander, bis sie kaum mehr etwas miteinander zu tun haben. Die Folgen hat Professor Paulesu von der Uni Mailand in einer Untersuchung ermittelt: Unter englischen und amerikanischen Schülern gibt es doppelt so viele Legastheniker wie unter italienischen. Die italienische Orthografie hält sich aber sehr eng an das grundlegende Prinzip jeder Buchstabenschrift, wonach es für jeden Laut einen Buchstaben gibt. Daher schreibt man in Italien teatro und filosofia. Ich würde mich freuen, wenn man bei uns bald teater und filosofi(e) schreiben könnte. | |
| [522] Conny, Berlin | 18.08.03 |
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Anfrage an Herrn Franz (518) : Wo hat Herr Vitzliputzli ein bißchen recht? | |
| [521] Conny, Berlin | 16.08.03 |
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Ich stelle fest, daß weder Herr und Frau Stetten noch Herr V. auf meine Anmerkungen 517 und 519 zu den zusammengesetzten Partizipien etwas zu sagen haben. Es bleibt also dabei, daß die in dieser Website zu findende Liste fehlerhaft ist, viele dieser Scheibungen wurden inzwischen von den Wörterbüchern (Duden, Wahrig-Bertelsmann)stillschweigend revidiert, natürlich nicht einheitlich und ohne daß die Zwischenstaatliche Kommision auch nur einen Jota offiziell geändert hätte. Die Schüler lernen also etwas, was schon heute und erst recht in der Zukunft falsch ist. | |
| [520] Klaus, Hamburg | 12.08.03 |
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E-Mail: Rechtschreibreform@rechtschreibreform.de Ich sage nur eins: WER SCHREIBT HIER REIN???? | |
| [519] Conny, Berlin | 11.08.03 |
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In der Wörterliste dieser Website hier (Beate und Klaus Stetten) werden u.a. folgende zusammengesetzte Partizipien aufgeführt, ohne eine andere Möglichkeit zuzulassen: Achtung gebietend, Eisen verarbeitend, allein erziehend, allgemein gültig, Aufsehen eregend, Funken sprühend, furcht erregend (sic!), Krieg führend, Schatten spendend, Schwindel erregend, Wasser abweisend. Da das nur eine kleine Auswahl von einer Unzahl anderer ist, muß man davon ausgehen, daß alle so geschrieben werden müssen, also: Menschen verachtend, Nerven aufreibend, Zeit raubend, Fleisch fressend.......usw. usf. Ist denn das noch aktuell? Wenn nicht, wann wurde das geändert, wo findet man dazu eine öffentliche Verlautbarung??? Die Betreiber dieser Website und meinetwegen Herr Vitzliputzli sind gefragt! | |
| [518] Gernot Franz, München | 10.08.03 |
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Ich hatte ja auch schon mal mit Herrn Vitzliputzli diskutiert. Allerdings war dies auf einer bißchen anderen Ebene. Langsam wird Ihre/Eure Diskussion wirklich etwas anfeindend und das ist wirklich nicht schön. Gerade Herrn Vitzliputzli kannte ich eigentlich als faireren Diskussionsgegner. Aber eines zeigt die Diskussion zwischen den beiden ganz deutlich. Jeder hat immer ein bißchen recht und diese Diskussion wird nie enden, weil alte und neue Rechtschreibungen eben beide Fehler beinhalten. | |
| [517] Conny, Berlin | 10.08.03 |
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Wenn man Hilfe braucht, um sich im gegenwärtigen Orthographiedurcheinander zurechtzufinden, landet man unweigerlich bei den "Seiten für Rechtschreibung". Dort lernt man zu seiner großen Erleichterung, daß es auch noch eine Menge anderer Leute gibt, die diese aufgezwungenen neuen Schreibweisen von Augst und seiner Kommission ablehnen, und welche guten Gründe es dafür gibt. Wer nur mal in Wörterliste von Stefan Peil guckt, dem wird auf einmal der ganze Unsinn dieses Unternehmens klar. "Furchterregend", "zeitraubend", "energiesparend" z.B. gehören zu den Wörtern, die erst auf Grund der Kritik der Reformgegner wieder zugelassen wurden. Da die Kulturminister aber eine Reform der Reform für die Schulen untersagten, lernen die Kinder bis auf den heutigen Tag "Energie sparend" usw. | |
| [516] Der Aztekengott | 10.08.03 |
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Schau an, schau an! Zuerst gibt sie (oder er) sich als arme, naive Studentin aus, die um Hilfe bittet, weil ihr böser Professor von ihr verlangt die neue Rechtschreibung anzuwenden. Doch plötzlich lässt sie die Maske fallen und entpuppt sich als Aktivistin der Icklerianer. Nun reg dich mal nicht so künstlich auf, liebe Conny! Wenn es um Häme geht, seid ihr Icklerianer doch Experten, nicht wahr? Ihr haltet doch Rechtschreibbefürwortern ständig jeden Rechtschreibfehler vor. Ich dagegen suche mir nur die besonders lustigen heraus. Findest du es etwa nicht lustig, wenn sich jemand bezüglich etymologischer Schreibweisen aufregt, aber das Wort etymologisch nicht einmal richtig schreiben kann? Deine anderen Fehler (z. B. diferieren, hunderte von ...) habe ich nämlich überhaupt nicht erwähnt, weil sie mir zu billig waren. | |
| [515] Conny, Berlin | 04.08.03 |
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Homepage: Meine Homepage Da ist er ja wieder, unser Aztekengott... Mit Ihnen, mein Herr, hat es keinen Sinn zu diskutieren, das zeigen Ihre früheren Beiträge auf diesen und anderen Seiten, (s.Märkische Allgemeine) nur zu deutlich. Die Häme, mit der Sie auf Andersdenkende reagieren, wirft kein gutes Licht auf Sie, angesichts eines Fehlers bei anderen geraten Sie ja förmlich aus dem Häuschen! Und duzen lasse ich mich auch nicht von jedem! Vorerst aus Zeitgründen und für alle interessierten Leser möchte ich diesen ausgezeichneten, äußerst maßvollen Artikel hier hinstellen, wo schon mal zu mehreren angesprochenen Problemen (chaotische Zustände vor der Reform, Dudenprivileg, Einheitlichkeit der Wörterbücher, leichtere Lernbarkeit usw.) etwas gesagt wird. (Gefunden in obengenannter Website, die ich nur jedem empfehlen kann) Orthographische Optionen Zum fünften Jahrestag der Rechtschreibreform "Wir hätten die Rechtschreibreform nicht machen dürfen." Das sagte vor wenigen Wochen kein Geringerer als der bayerische Kultusminister Hans Zehetmair (Bayerische Staatszeitung vom 11.7.2003) Seine Äußerung traf zufällig mit einem dreifachen Jahrestag der Reform zusammen: Vor sieben Jahren wurde die Rechtschreibrefom an den meisten Schulen eingeführt, vor fünf Jahren trat sie offiziell in Kraft, vor vier Jahren wurde sie in modifizierter Form von den Nachrichtenagenturen und den meisten Zeitungen übernommen. Das dreifache Jubiläum ist für die verantwortlichen Kultusministerien, wie Zehetmairs Worte andeuten, kein Anlaß zum Feiern; doch soll hier weder die Misere aufs neue ausgebreitet noch die Frage nach den Schuldigen gestellt werden. Richten wir den Blick in die Zukunft: Welche Möglichkeiten gibt es, den Schaden möglichst glimpflich zu beheben? Augen zu und durch? Bisher haben die Kultusminister und einige Reformer versucht, die Neuregelung unverändert durchzusetzen und lediglich auf stärkere Vereinheitlichung ihrer Umsetzung in Wörterbüchern, Schulbüchern und Medien hinzuwirken. Für die Wörterbücher ist das weitgehend gelungen; die Unternehmen Duden und Bertelsmann haben in zahlreichen Beratungsgesprächen mit der zwischenstaatlichen Kommission einheitliche Schreibweisen vereinbart. Dadurch werden jedoch die objektiv vorhandenen Fehler der Reform nicht beseitigt. Für die Beibehaltung der reformierten Schreibung scheint zu sprechen, daß den Schülern nicht schon wieder eine Entwertung des gerade erst Gelernten zugemutet werden könne. Dieses Argument übersieht jedoch, daß die zur Zeit unterrichtete Schulorthographie nicht mit der Orthographie der Zeitungen usw. übereinstimmt ohnehin revidiert werden muß, da sie objektiv fehlerhaft ist bei weitem nicht die Verbreitung hat, die ihr unterstellt wird; sie ist eigentlich auf die Schule beschränkt, sonst herrschen Hausorthographien oder die "alte" Rechtschreibung. Reparatur der Neuregelung? Der erste Versuch, die Neuregelung zu korrigieren, stammt von der zwischenstaatlichen Rechtschreibkommission, die sich mehrheitlich aus den Urhebern des Reformwerkes zusammensetzt. Vorgelegt wurde er bereits Ende 1997; nach einer heftigen Diskussion ("Mannheimer Anhörung" am 23. Januar 1998) untersagten die Kultusminister und das damals stark engagierte Bundesinnenministerium sämtliche Änderungen, auch die von den Reformern selbst als "unumgänglich notwendig" bezeichneten. Seither sind keine neuen Tatsachen bekannt geworden, die ein anderes Votum der Politiker erwarten lassen. Damit erledigt sich wohl auch ein umfassender Reparaturversuch, den die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zuerst 1999 und dann in Buchform im Frühjahr 2003 vorgelegt hat. Er stammt im wesentlichen von Peter Eisenberg, der parallel dazu im Wahrig Universalwörterbuch (dtv 2002) detaillierte neue Schreibweisen angegeben hat. All diese Vorschläge lassen, obwohl sie von der Neuregelung ausgehen, praktisch keinen Stein auf dem anderen, sind aber darüber hinaus widersprüchlich und fehlerhaft, so daß die zwischenstaatliche Kommission mit ihrer schroffen Zurückweisung des Akademie-Vorschlags als "völlig untauglich" (22. 5. 2003) nicht ganz unrecht hat. Nicht wenige Kritiker, so auch die Deutsche Akademie, sind bereit, den Reformern die neue ss-Schreibung zuzugestehen, weil sie nun einmal das Signal ist, daß man die Reform nicht in Bausch und Bogen ablehnt. Das wäre allerdings paradox, denn die Heysesche s-Schreibung gehörte eigentlich gar nicht zum jahrzehntelang verfolgten Reformprogramm. Sie ist, nach wenig ermutigenden Versuchen Ende des neunzehnten Jahrhunderts, erst in letzter Minute und gegen die Überzeugung der Reformer erneut aufgegriffen worden (übrigens wie die vermehrte Großschreibung). Sollte ausgerechnet etwas, was wirklich niemand wollte, als einziges Reform-Überbleibsel Bestand haben? Rückkehr zum alten Duden? Der Duden hatte die tatsächlich praktizierte, historisch gewachsene Rechtschreibung leidlich korrekt dokumentiert, doch war er durch die vielen Anfragen der Benutzer dazu verleitet worden, Einzelfallschreibungen auch dort festzulegen, wo es sich in der Sprache selbst um objektive Übergangsphänomene handelt (getrennt oder zusammen?, klein oder groß?). In Verbindung mit dem "Dudenprivileg", das die deutsche Rechtschreibung mit ihrer Darstellung im Duden identifizierte, kam es zu dem unersprießlichen Zustand, daß "genau genommen" praktisch niemand die deutsche Rechtschreibung vollkommen beherrschte. Nur weil man es eben nicht so genau nahm, konnte man damit recht gut leben. Die Dudenredaktion selbst sprach übrigens gelegentlich von einem "goldenen Käfig", in dem sie sich jahrzehntelang befunden habe, und kann sich eine andere Konstruktion, etwa wie in Großbritannien, durchaus vorstellen. Es ist daher nicht wünschenswert, die alten Zustände umstandslos wiederherzustellen. Einheitsorthographie Die tatsächlich im deutschen Sprachraum verwendete Rechtschreibung, die sich niemals mit der Dudennorm deckte, war und ist anerkannt leserfreundlich und bei richtiger Darstellung keineswegs besonders schwierig. Vergleichspunkte sind die französische und die englische Orthographie, mit denen die deutsche einen Dreierbund bildet, der völlig anders geartete Schriftprinzipien zugrunde legt als die meisten anderen europäischen Sprachen. Ungeachtet einer gewissen Flexibilität erwies sich die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts geübte deutsche Rechtschreibung als hinreichend einheitlich; die vorhandenen Unterschiede fielen dem Leser so gut wie nie auf. Sie war in keinem Punkt grammatisch fehlerhaft; andererseits nahm sie auf textsemantische Bedürfnisse und damit auf die schnelle Sinnentnahme in beinahe unübertrefflicher Weise Rücksicht. Allerdings hatte die erwähnte Duden-Privilegierung die Lexikographie daran gehindert, den herrschenden Usus zunächst einmal deskriptiv zu erfassen - ein Versäumnis, dessen Behebung auch den Veränderungsvorschlägen hätte vorausgehen müssen. Es wäre dann nicht zu der undurchschaubaren Mischung von geänderter Schreibweise und geänderter Darstellung gekommen. Steht die sachliche Überlegenheit der bisherigen Rechtschreibung (also nicht der Dudennorm!) außer Frage, so ist zu überlegen, wie man ihr zu tatsächlicher Anerkennung verhelfen kann, ohne den bereits angerichteten Schaden zu vergrößern. Die Deutsche Akademie bezeichnete ihren Reformvorschlag, der um die Beibehaltung der eigentlich abgelehnten reformierten s-Schreibung zentriert ist, als "zweitbeste Lösung"; ihr Plädoyer setzt voraus, daß die beste Lösung - nämlich ein "ausgekämmter Duden" im oben dargestellten Sinne - nicht mehr erreichbar sei. Wir bezweifeln dies. Folgende Schritte sind denkbar und ohne weiteres möglich: Erstens. Die bisherige Rechtschreibung bleibt ohne zeitliche Begrenzung gültig. Ihre identifikatorische Bindung an den Duden ("Dudenprivileg") wird jedoch aufgehoben. Diese Rechtschreibung ist nicht nur in Millionen Druckwerken, die zu einem beträchtlichen Teil weiterhin gelesen und genutzt werden, dokumentiert, sondern wird auch von Schriftstellern und anderen Autoren auf absehbare Zeit benutzt und keinesfalls durch die (ohnehin de facto bereits überholte) Neuregelung von 1996 ersetzt werden. Eine Schulorthographie, die namhafte zeitgenössische Autoren und seriöse Werke verschiedener Verlage als "falsch geschrieben" erscheinen läßt, erledigt sich selbst. Zweitens. Die bisherige Rechtschreibung wird von den einschlägigen Verlagen und Instituten empirisch erforscht und mit ihren sinnvollen Spielräumen deskriptiv dargestellt. Im freien Wetbewerb um die beste Darstellung werden sich die besten orthographischen Hilfsmittel herausbilden, wie es zum Beispiel in England und Frankreich seit je üblich ist, übrigens auch in Deutschland, sobald es um andere Fragen als die orthographischen geht (Aussprache, Grammatik, Wortbedeutung, Stil). Drittens. Für den Schulgebrauch werden Rechtschreibwörterbücher wie andere Schulbücher einem Zulassungsverfahren unterworfen. Fachgutachtern darf man die Kompetenz zutrauen, die Übereinstimmung einer orthographischen Darstellung mit dem allgemein Üblichen zu beurteilen. Dadurch ist die Mitwirkung und Oberaufsicht der Schulbehörden gewährleistet, ohne daß sich der Staat selbst gestaltend in den Sprachgebrauch einmischen muß. Viertens. Die Schreibweisen gemäß der Rechtschreibreform in ihren verschiedenen Auslegungen werden für einen Übergangszeitraum von zehn Jahren nicht als fehlerhaft gewertet, auch wenn sie grammatisch fehlerhaft sind ("so Leid es mir tut, sehr Aufsehen erregend"). Die orthographischen und grammatischen Tatsachen werden jedoch, soweit erforderlich, im Deutschunterricht thematisiert. So könnte aus dem Schaden letzten Endes sogar noch ein pädagogischer Nutzen erwachsen. __________________ Th. Ickler IP: Notiz | |
| [514] Vitzliputzli | 03.08.03 |
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Fehlerkorrektur! Es muss natürlich heißen: Liebe Conny, was du (!) da schreibst, ... | |
| [513] Vitzliputzli | 03.08.03 |
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Liebe Conny, was die da schreibst ist aus vielen gründen schwachsinn, hier nur ein paar: Zum 1000sten mal verbreitest du hier die legende von den abgeschafften wörtern. Man kann auch weiterhin furchterregend, zeitraubend, energiesparend schreiben, da diese ausdrücke als ganzes gesteigert bzw. erweitert werden können. Warum musste man denn früher „er ist wohlbekannt“, aber „er hat sich wohl gefühlt“ schreiben? Warum schrieb man zwar „hochbegabt“, aber „hoch motiviert“? Zudem frage ich: Sind etwa zusammengeschriebene ausdrücke wertvoller als getrennt geschriebene? War die schreibweise „radfahren“ etwa wertvoller als die schreibweise „Auto fahren“? Dannlasstunsdochalleszusammenschreiben! Die unterscheidung freisprechen/frei sprechen existiert auch weiterhin, weil das adjektiv bei (vor gericht) freisprechen nicht gesteigert werden kann. Darüber hinaus bedarf es doch in diesen fällen gar keiner unterscheidungsschreibung, weil der sinn aus dem textzusammenhang problemlos zu erschließen ist. Warum bedurfte es denn bisher keiner unterscheidungsschreibung bei baden gehen (im see oder mit dem plan), liegenbleiben (im bett oder die arbeit bleibt liegen), locker sitzen (der gürtel oder das geld), geradebiegen (den draht oder die angelegenheit) usw.? Die alte rechtschreibung war in dieser hinsicht völlig chaotisch. Die schreibweise „gestern Früh“ gibt es auch nach der neuen rechtschreibung nicht, weil früh nicht für ein substantiv gehalten werden kann. Darüber hinaus frage ich aber: Warum könnte es sich in „heute Abend“ nicht um ein substantiv handeln? In der fachwissenschaft ist das noch nicht völlig geklärt. Aber auch wenn es keines ist, warum dürfte „Abend“ dann nicht großgeschrieben werden? Die meisten leute halten dieses wort für ein substantiv und außerdem werden in der deutschen rechtschreibung nicht nur substantive großgeschrieben. Schon 1997 wollten die reformer bei „es tut mir Leid“ und „du hast Recht“ auch wieder die kleinschreibung zulassen. Sie wird 2005 sicherlich kommen. Conny, ich finde es seltsam, dass du dich zwar hier an diesen vermeintlich „grammatisch falschen“ Schreibweisen der Rechtschreibreform stößt, aber nicht an „es ist Rechtens“ (alte rechtschreibung) oder an der Ickler’schen schreibweise „ernst machen“. Für mich ist die lösung aber ganz einfach. Wir führen die gemäßigte kleinschreibung ein, wie ich sie in diesem text bereits anwende. Das hatten auch die reformer ursprünglich vor. Conny, du machst dir wegen der „ethymologisch begründeten Neuschreibungen“ sorgen. Dabei kannst du das wort „etymologisch“ nicht einmal richtig schreiben! Das „th“ ist falsch, falsch, falsch! Darüber hinaus frage ich mich: Wieso muss es uns kümmern, wie Römer, Griechen oder andere völker bestimmte wörter geschrieben haben? Ich finde, dass wir wörter, die wir in unsere sprache übernommen haben, in der schreibweise unseren bedürfnissen anpassen dürfen. Das haben wir auch bisher immer getan: Aus bureau wurde büro, aus cakes wurde keks, aus galleria wurde galerie, aus litteratura wurde literatur. Oder sollen wir künftig litteratur schreiben, weil es ja nicht von liter abstammt? Genauso müssten wir dann numer und plaz statt nummer und platz schreiben. Das eine stammt vom lateinischen numerus ab, das andere vom französischen place. Die wörterbücher unterschieden sich schon früher bei vielen schreibweisen. Nur suchte man sich damals für doktorarbeiten anspruchsvollere themen. Schon 1955 unterschieden sich die wörterbücher so sehr, dass sich die kultusminister genötigt sahen, die schreibweisen des DUDEN für verbindlich zu erklären, damit für den amtlichen und schulischen gebrauch einheitlichkeit gewährleistet war. Dass viele menschen hinsichtlich der neuen rechtschreibung immer noch verwirrt sind, wundert mich keineswegs. Ständig werden sie von reformgegnern mit falschen und widersprüchlichen behauptungen über die inhalte der reform bombardiert. Das ist aber nicht die schuld der reform oder der reformer. Dass unsere kinder wegen der rechtschreibreform nicht mehr lesen wollen, ist eine so unglaublich blöde behauptung, dass ich eigentlich gar nicht darauf eingehen will. Nur eines will ich dazu bemerken: Die beliebtesten bücher bei kindern (und erwachsenen) sind zurzeit die Harry-Potter-bände - und die werden in neuer rechtschreibung gedruckt! Dagegen ist die verkaufsauflage der F.A.Z. seit ihrer wiedereinführung der alten rechtschreibung um 15 prozent gesunken! Liebe Conny, du hast mit deinem beitrag wirklich bewiesen, dass du „bar jeder Sachkenntnis“ bist. Weißt du, es genügt eben nicht, irgendwann mal in der schule lesen und schreiben gelernt zu haben, um hier sachkundig mitreden zu können. | |
| [512] Conny, Berlin | 28.07.03 |
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Lieber Konrad, diese Reform ist aus vielen Gründen Schwachsinn, hier ein paar: Die Reform hat viele zusammengesetzte Wörter beseitigt, die in der deutschen Sprache schon seit langem benutzt werden. (z.B. furchterregend, zeitraubend, energiesparend, heiligsprechen, vollkleckern, hochbegabt, wohlbekannt, zufriedenstellend, alleinstehend, kennenlernen und Tausende mehr, die man auch immer wieder neu bildet. Die Reform beseitigte auch eine Menge Unterscheidungsschreibungen wie: jmd. etw. bewußtmachen/ etwas bewußt (mit Bewußtsein) machen, schwerfallen/ schwer fallen, sogenannt/ so genannt, freisprechen/ frei sprechen, etw. gutmachen/ etw. gut machen, jemd. schlechtmachen/ etw. schlecht machen, alles das soll jetzt nur noch auseinander geschrieben werden! Die Großschreibung von "Es tut mir Leid" und "Du hast Recht" ist falsch, da recht und leid hier keine Substantive sind, sonst könnten wir sie mit viel erweitern. Das geht aber nicht, sondern nur mit so oder sehr. Desgleichen, nicht nur unnötig, sondern grammatisch falsch heute Abend, gestern Früh, auch keine Substantive hier. Die ethymologisch begründeten Neuschreibungen sind unnötig und lächerlich (Gräuel, behände), manche sogar falsch (Quäntchen, Tollpatsch, nummerieren, aufwändig, einbläuen, platzieren - für ganz große Deppen).
Insgesmt hat die Reform ein Durcheinander angerichtet, in dem sich niemand mehr zurechtfindet, auch diejenigen nicht, die den Mist verzapft haben. Beweise? Duden, Langenscheidt und Bertelsmann diferieren bei hunderten von Angaben, darüber wurden schon Doktorarbeiten geschrieben.(s.Esmeralda Bosch) In den Zeitungen scheint niemand mehr sicher zu sein, man liest z.B. weg laufen, heran wachsen, übrig bleiben, gegen alle Regeln, auch die neuen! Viele Leute denken sowieso, die Rechtschreibreform bestehe in der Abschaffung des ß! Das sagte mir neulich sogar eine Bibliothekarin! Die Rechtschreibreform ist im ganzen ein großer Humbug! Es hat auch bei mir eine Weile gedauert, bis ich dahintergekommen bin! So ohne weiteres gesteht man sich schließlich nicht ein, daß eine Zwischenstaatliche Kommission, die zudem noch jahrzehntelang zugange ist, nicht nur etwas total Überflüssiges, sondern auch Fehlerhaftes hervorbringt. Verdient haben daran die Verlage und die "wissenschaftlichen" Bearbeiter, und nicht zu knapp, glaube ich! Was nicht alles neu gedruckt werden "mußte": Wörterbücher, Lehrbücher für die Schulen, Kinderbücher. Und was ich am schlimmsten finde, die neue blöde und falsche Schreibung wird den armen Kindern beigebracht, und das wird sie noch mehr abschneiden von der Literatur der Vergangenheit und der guten Literatur der Gegenwart (die meisten heutigen Schriftsteller schreiben bekanntlich in traditioneller Schreibweise). Sie haben schon jetzt bekanntlich nicht mehr viel Lust zu lesen, aber wenn sie sich dann noch mit einer anderen, manchmal differenzierteren Schreibweise auseinandersetzen müssen...Pisa läßt grüßen! | |
| [511] Konrad, Marburg | 27.07.03 |
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Mensch Conny, jetzt sach doch mal endlich was du an der neuen Rechtschreibung "Scheisse" - pardong, das war Mike - "Schwachsinn" findest. Als Studierte müsstest du doch ein paar Erklärungen parad haben. cu konrad | |
| [510] LEIFERT MIKE, NEUSS/weckhoven | 24.07.03 |
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E-Mail: hab keine ich finde die deutsche rechtschreibung voll scheisse | |
| [509] Conny, Berlin | 17.07.03 |
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Vollkommen einverstanden, liebe Nathalie Nordmann, mit einer Einschränkung: Regeln lernt man am besten, wenn sie einen SINN haben. Insofern ist ihre Beschaffenheit (sinnlos, logisch, willkürlich etc.) schon irgendwie wichtig, finde ich. | |
| [508] Nathalie Nordmann, Quakenbrück | 17.07.03 |
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E-Mail: NathiNord@gmx.net Moin, Leute! Ungeachtet dessen, daß Neuschreib bald in's Pantheon des wissenschaftlichen Elfenbeinturms erhoben wird, kann man davon ausgehen, daß sich letztlich die Schreibweise durchsetzen wird, die am häufigsten zu lesen ist. Jeder, der sich also sendungsbewußt berufen fühlt, die (seine) einzig wahre Heilslehre zu verbreiten, muß sich also anschicken, möglichst viel schriftlich zu verbreiten. Sollte dann auch noch die letzte Barriere fallen und auch innerhalb einzelner Verlage bzw. Titel verschiedenes Verhalten möglich sein, kann sich am Ende Qualität durchsetzen. Wenn dann als Ergebnis die Rechtschreibung von 1903 dabei herauskommt, sollen die Reformer von heute ruhig heulen. Sie werden es ohnehin tun, wenn sie erkennen, daß die Schüler von heute, die mit Neuschreib aufwachsen, ebenso schlecht schreiben wie die Generation zuvor. Schließlich kommt es nicht darauf an, wie eine Regel beschaffen ist, damit man sie anwenden kann, sondern darauf, daß man sie kennt. | |
| [507] Vitzliputzli | 17.07.03 |
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Ich stelle fest, dass "Conny" nicht in der Lage ist zu erklären, warum mein Beitrag "bar jeder Sachkenntnis" sein soll! | |
| [506] Conny, Berlin | 16.07.03 |
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Man muß nicht "Mitglied eines Dunstkreises" sein, um sich eine Meinung über behördlich verordneten Schwachsinn zu bilden! | |
| [505] Vitzliputzli | 15.07.03 |
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Ahnte ich es doch! Hinter der lieben Conny auch Berlin steckt nicht eine kleine Studentin aus Berlin, sondern irgendein Mitglied aus dem Dunstkreis Icklers. Na, liebe Conny! Wenn Sie mir schon mangelnde Sachkenntnis vorwerfen, dann sollten Sie das auch begründen. | |
| [504] Conny, Berlin | 15.07.03 |
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Herr Fitzelputzel, Ihre eifernden Beiträge sind sind leider bar jeder Sachkenntnis. | |
| [503] Vitzliputzli | 29.06.03 |
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Jetzt gibt es Ickler also endlich zu: Die Rechtschreibreformgegner sind in mindestens drei Fraktionen zerbrochen und heillos zerstritten: Die 1. Fraktion (Manfred Riebe) will die Rückkehr zum alten Duden, die 2. Fraktion (Prof. Christian Meier) erstrebt einen Kompromiss aus alter und neuer Rechtschreibung und die 3. Fraktion (Prof. Ickler) hat sich eine eigene Rechtschreibung zusammengestellt, von der sie behauptet, dass sie die "allgemein übliche" sei. Als ich das vor einigen Monaten bei der Märkischen Allgemeinen Zeitung aufzeigte, nannte mich Ickler noch einen Lügner! Natürlich hat keine dieser drei Fraktionen eine Chance sich durchzusetzen. Besonders Icklers "allgemein übliche Rechtschreibung" ist einfach nur lächerlich: Nach ihm muss man beispielsweise "ernst machen" schreiben, weil viele Deutsche das Substantiv "Ernst" in (richtig!) "Ernst machen" (vergleiche auch: Spaß machen, Schluss machen usw.) mit dem Adjektiv "ernst" in "ernst meinen", "ernst nehmen" usw. verwechseln, die (falsche!) Schreibweise deshalb also "allgemein üblich" ist. Andererseits darf man nach Ickler aber nicht ABC-Schütze schreiben, obwohl diese Schreibweise längst die häufigste in Deutschland ist. Stattdessen schlägt Ickler neben der alten DUDEN-Schreibweise "Abc-Schütze" die Schreibweise "Abece-Schütze" vor. Angeblich kommt sie häufig in Deutschland vor. Natürlich darf bei Ickler auch nicht das Genitiv-s bei Namen mit einem Apostroph abgetrennt werden (z. B. Toni's Kneipe, Eva's Haarstudio), obwohl man das überall so lesen kann, das also "allgemein üblich" ist. Das Pikante daran: Es handelt sich bei der Abtrennung des Genitiv-s durch einen Apostroph nicht um eine Übernahme aus dem Englischen, sondern um einen Überrest des Widerstandes gegen die Rechtschreibreformen von 1880 bzw. 1901. Bis zu diesem Zeitpunkt war nämlich diese Schreibweise "allgemein üblich" in Deutschland und wurde dann erst von einer "Kommission selbsternannter Rechtschreibexperten" (unter ihnen Konrad Duden) abgeschafft. | |
| [502] Prof. Dr. Theodor Ickler, Erlangen | 28.06.03 |
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Homepage: Umfassendste Information und Diskussion zum Thema Das wichtigste Ereignis dieses Jahres, was die Rechtschreibreform betrifft, war der "Kompromißvorschlag" der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Eine ausführliche Diskussion dazu findet man unter www.rechtschreibreform.com, hauptsächlich unter der Rubrik Forum/Dokumente. Zeitungsartikel, die sich damit beschäftigen, stehen ebd. auf der Nachrichtenseite. | |
| [501] Christian Stang, Regensburg | 24.06.03 |
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E-Mail: post@christian-stang.de, Homepage: Meine Homepage Sehr geehrte Damen und Herren, seit dem gestrigen Montag ist meine Homepage unter http://www.christian-stang.de in einem neuen Design abrufbar. Auf der Seite erhalten Sie nähere Informationen über meine bisherigen sprachbezogenen Veröffentlichungen für die Verlage DUDEN, LANGENSCHEIDT u.dgl. Außerdem können Sie auf der Seite kostenfrei abrufbare Lehrgänge zur neuen Rechtschreibung unter die Lupe nehmen ... Ich freue mich auf Ihre "virtuellen Besuche" und Einträge in meinem Gästebuch! Herzliche Grüße Christian Stang | |
| [500] eva | 18.06.03 |
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geschrieben!! | |
| [499] katharina, steinfurt | 18.06.03 |
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diese idee mit dem teufelchen finde ich ganz witzig.trotzdem verstehe ich die fachausdrucke nicht immer.kann man nicht etwas jungendgerechtes einrichten?was heißt übrigens "spleißen"? | |
| [498] eva | 18.06.03 |
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hallo! ich wollte nur mal fragen warum ihr die seite so runter macht??!!!! für dir klasse 6 ist das gut!!! Wie alt seid ihr,die das geschreiben habt?? 3??? Bye Eva | |
| [497] Conny, Berlin | 09.06.03 |
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Sehr geehrte Beate und Klaus Stetten, so sehr man es schätzen muß, daß Sie mit ihrer Homepage den Meinungen aller zur Rechtschreibreform ein Forum geben, so finde ich es doch ziemlich nachlässig, das letzte Geschreibsel da einfach stehenzulassen. Das vorletzte und vorvorletzte haben Sie ja auch ganz flink gelöscht (Die Frage nach dem Sinn der Rechtschreibreform und die Antwort von jemand anderes: "Keinen"). Außerdem ist Ihre "witzige" Kurzfassung der neuen Rechtschreibung mit den Teufelchen überhaupt nicht mehr aktuell! So schreibt auch Augst persönlich nicht mehr! Vielen Dank übrigens denen, die auf meine Frage geantwortet haben. Ich habe das so meinem Prof gesagt, und er ist einverstanden, oder sagen wir, es scheint ihm doch ziemlich egal zu sein. | |
| [496] Elisabeth Wittmann, Köln | 02.05.03 |
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E-Mail: heavf@t-online.de Hallöchen ! Ich wollte nur mal bemerken, dass wenn man eine neue Rechtschreibung einführt, man davon ausgehen sollte,dass die Druckereien oder alle, die etwas zu veröffentlichen haben, die neue Rechtschreibung auch kennen (oder zumindestens auf Lehrgänge gehen). Trotzdem liest man immer wieder so etwas wie "grosse oder weisse".Wenn ich doch als Politiker eine neue Rechtschreibung durchsetze, kontrolliere ich dieses doch, oder etwa nicht ?!? Oder ist es anschließend egal ? Schöne Grüße E.Wittmann | |
| [495] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 22.04.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Lieber Herr Mueller! Versuchen Sie es, bitte, noch einmal! Grusz, Heinz Lueneburg | |
| [494] Andree Oehm, Bonn | 13.04.03 |
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Weiß jemand, wo ich online noch die amtlichen Regeln der alten Rechtschreibung finden kann? Ich wäre mehr als dankbar. Schon einmal vielen Dank, Andree | |
| [493] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 07.04.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Conny! Was ist die Motivation Ihres Professors? Benutzt er selbst die neue Rechtschreibung? Hat er das einfach so dahingesagt, dass Sie die neue Rechtschreibung benutzen muessen, weil er nur so ungefaehr Bescheid weisz, was die Rechtslage ist? Wenn es ihm im Grunde gleichgueltig ist, wie Sie schreiben, sollten Sie noch einmal mit ihm reden. Will er aber eigener Ueberzeugung halber die neue Rechtschreibung befolgt wissen, wuerde ich nicht mit dem Kadi drohen, wie Ihnen empfohlen wurde. Auch wenn Sie schnell Recht bekommen, sitzt Ihr Professor doch am laengeren Hebel. Heinz Lueneburg (Prof. em.) | |
| [492] Schreibi, München | 07.04.03 |
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Hi Conny, du hast Recht: Erst ab August 2005 müssen Schüler, Studenten und Staatsdiener (Beamte und Angestellte in ihren Dienstschreiben) die neue Rechtschreibung anwenden. Jetzt leben wir in der Phase des Übergangs und beide Schreibungen, alt und neu, sind erlaubt; die Verwendung der alten Schreibung wird unterringelt, aber nicht als Fehler gewertet. Du kannst also deinen Prof, vor o. g. Termin, getrost vor den Kadi ziehen und du wirst Recht bekommen. Kurzer Prozess garantiert! (Und in der F.A.Z. steht ein kleiner Artikel über dich, deine Zivilcourage und die gute alte Rechtschreibung.) ;-) cu Schreibi | |
| [491] Conny, Berlin | 04.04.03 |
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Kann mir jemand helfen? Ich schreibe an meiner Examensarbeit und möchte die neue Rechtschreibung vermeiden, da sie mir fehlerhaft und ungenau erscheint. Mein Professor sagt aber, ich müsse sie benutzen. Ich habe gehört, die alte und die neue Rechtschreibung gelten beide noch bis 2005, kann man mich also zwingen, eine der beiden zu verwenden? Danke im voraus. C. | |
| [490] Monika Grunert, Santiago de Chile | 12.03.03 |
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Nochmal zu 480: Rätselhaft bleibt mir bis heute, wie die Reformer ihr eigentliches Ziel, die sogenannte gemäßigte Kleinschreibung, durch die (schließlich durchgesetzte) vermehrte Großschreibung (im Allgemeinen, Leid tun, in Bezug auf, der Letzte...etc.) jemals erreichen wollen. | |
| [489] Gernot Franz, München | 10.03.03 |
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Zu "Übrigens zwei" von Herrn Müller: Gerade auf Schildern (Imbiß, Bier vom Faß und ähnliches) gibt es auch heute noch alte Rechtschreibung. Und das teilweise sogar, obwohl die Schilder erst neu angebracht worden sind. Unter anderem auch die Plakatwerbung des Weltkonzerns Coca Cola aus 2002, die immer noch aktuell an diversen Getränkeautomaten hängt: Schluß mit durstig! Viele Grüße INS Chaos! | |
| [488] Sigi Müller, Schongau | 09.03.03 |
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Wenn Sie es genau wissen wollen, Frau Grunert, halte ich es für ein Märchen, falls Sie ernsthaft behaupten wollten, dass es vor 1996 im Volk eine einheitlichere Rechtschreibung gegeben habe als heute. Ich erinnere mich nur allzu gut an die vielen Fehler, die bei der Vielzahl der Ausnahmen immer wieder gemacht wurden. Wie oft sind mir da Schreibweisen begegnet, auch in der Presse, die mit der Duden-"Vorschrift" nichts zu tun hatten. (Aber im Gegensatz zu Ihnen, hatte ich auch damals schon den Duden des Öfteren in der Hand!) Aber Sie haben mich ja zur Beachtung des richtigen Bezugs aufgefordert. Ich werde auch künftig immer wieder einen nur mit der nötigen Spitzfindigkeit aufspürbaren "Fehler" einbauen. Mal sehen, ob Sie "es" (oder "ihn"?) merken. Ich bin da zuversichtlich. Übrigens eins: Wie ist das Wetter in Santiago de Chile? (Warum lassen Sie jetzt eigentlich Ihren Wohnort plötzlich weg?) Übrigens zwei: Gerade auf Schildern ("Imbiss", "Fitness" und dergleichen) gab es auch vor 1996 schon viel neue Rechtschreibung. Gruß aus dem Chaos! | |
| [487] Monika Grunert | 04.03.03 |
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Wenn Sie es genau wissen wollen, Herr Müller, für mich gilt, wenn ich nur diese Wahl habe, der DUDEN von vor 1996. Aber Sie werden es kaum für möglich halten: bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich ihn fast noch nie in der Hand gehabt. Wie kann man so richtig schreiben lernen? Ich verrate es Ihnen: durch Lesen! Ich war, wie wir alle, umgeben von Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Schildern, Aufschriften, Werbung etc. in einheitlicher Rechtschreibung, während wir jetzt beim Lesen alle paar Zeilen stocken und uns fragen müssen: Ist das jetzt Neuschrieb, eine Überinterpretation der Reform oder ein Druckfehler? Für die Kinder, die seit einigen Jahren zur Schule gehen, ist das besonders verhängnisvoll, denn sie lernen dort eine Schreibweise, wie sie wirklich in keiner Publikation mehr gebraucht wird. Wenn Sie sich fürs Schreiben interessieren, dann achten Sie mal nicht nur auf die Rechtschreibung, sondern vor allem auf den richtigen Bezug in Ihren Sätzen: Was leuchtet den Kinden ein? Was die Reformgegner meinen? | |
| [486] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 04.03.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Die Emailadresse in der vorstehenden Note ist nicht meine Emailadresse. Ich hoffe, dass sie jetzt stimmt. Heinz Lueneburg | |
| [485] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 04.03.03 |
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E-Mail: luene@mathematik, Homepage: Meine Homepage Lieber Herr Mueller! Hier noch ein Postscriptum fuer Sie. Heinz Lueneburg ist wirklich mein Name und ich arbeite und wohne tatsaechlich in Kaiserslautern. Sie erreichen mich unter obiger Emailadresse und auf meiner Webseite finden Sie auch eine Schneckenpostadresse, unter der Sie mich erreichen koennen. Dort finden Sie auch ein Bild von mir, das mich in jungen Jahren und nur von hinten zeigt. Sie brauchen nur das B in meinen Namen anzuklicken. Ich weiss, dass das alles nicht zwingend ueberzeugt. Stand ich doch einmal in der Biblioteca Apostolica Vaticana mit Personalausweis, der auch einen meiner Titel enthielt, und hatte dennoch Schwierigkeiten eingelassen zu werden. Ich schaffte es am Ende dann doch. Was ist schon ein Mann mit einem Personalausweis? Heinz Lueneburg | |
| [484] Sigi Müller, Schongau | 03.03.03 |
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Also, nach Frau Grunert gilt weder der alte noch der neue Duden noch sonst irgendein Wörterbuch. Vielleicht sollten wir einfach mal zur Orientierung die Reform in ihrer fast genialen Einfachheit in Bezug auf ss und ß hinnehmen. Aber da ist er ja schon wieder, der Biss auf Granit: "Scheinbar leicht, aber schwer zu befolgen", kommt es aus den Kreisen der Reformgegner. Den Kindern leuchtet das komischerweise ein. Aber ich weiß ja: Wir müssten erst einmal klären, wie man "eine Maß/Mass Bier" schreibt. Aber das Bier "in Massen" oder "in Maßen" zu trinken, das macht doch weiterhin "Sinn" ... oder? Kürzlich habe ich einen Redner gehört, der immer von der "Sinnesfrage" gesprochen hat. Ich war immer der Meinung, es müsste "Sinnfrage" heißen. Aber in meinen schlauen Wörterbüchern ist darüber nichts zu finden. Vielleicht könnten wird eher mal über solche Besonderheiten diskutieren. Das macht mehr Spaß, als sich weiterhin über Nichtigkeiten zu streiten. Sinnesorgan, -täuschung, -wandel, usw., aber Sinnbild, Sinngebung, Sinnfrage, ... oder? Auch in Icklers "Rechtschreibwörterbuch" ist das Stichwort "Sinnfrage" nicht erfasst, dafür aber sonst so allerlei Wichtiges wie "Goebbels", "Himmler", "Rommel" und dergleichen. Das von Herrn Lüneburg Geschriebene ist sehr kurzweilig und schärft wohl den Blick aufs Wesentliche. Ich würde seinen "Fortgang" bedauern. Dasselbe gilt für Vitzliputzli. Heißt der nicht mit seinem richtigen Namen Ch.......V...? Aber wer weiß schon, ob Frau Grunert nicht Kunert oder ganz anders heißt. Mein Pseudonym ist jedenfalls völlig unverdächtig. So wie ich heißen viele!!! Ihr seht, dieses Internet ist halt ein Scheißmedium. Es strotzt nur so von Anonymität. Diese verantwortungslose Anonymität wird die Menschheit eher zugrunde richten als die hier seitenweise aufgehäuften Problemchen. Wenn Frau Grunert es nicht so gemeint hat, soll es mir recht sein. Sie hat ja sofort erkannt, dass ich kein Reformer bin, sondern mich nur ein bisschen fürs Schreiben interessiere. | |
| [483] Monika Grunert | 03.03.03 |
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(zu 479) Sie irren sich, mit meinem Ruf nach einem kompetenten Reformer habe ich Ihnen keineswegs zu nahe treten wollen. Aus meinem Schreiben geht nur hervor, daß ich Sie und Herrn Müller nicht für Reformer halte, die Sie ja auch nicht sind, oder? Was die Kompetenz betrifft, so stehen wir wohl, die wir Lehrer, aber keine Wissenschaftler sind, auf ziemlich derselben Stufe. Da Sie meinen Satz dennoch als Beleidigung empfunden haben, möchte ich Sie und auch Herrn Müller dafür in aller Form um Entschuldigung bitten. Sie irren sich auch in einem anderen Punkt: Ich verteidige die alte (besser: die bewährte) Rechtschreibung, nicht aber ihre Darstellung durch den DUDEN. Dort gibt es wirklich viele Einzelfestlegungen, die spitzfindig begründet werden. "liegenbleiben", "saubermachen", "ernst nehmen" usw. gehören dazu. Um hier eine der angestrebten Vereinfachungen durchzuführen, hätte es nur einer Liberalisierung dieser Festschreibungen bedurft, aber man hat stattdessen (durch zudem noch unklare Regeln) eine unabsehbar große Menge ähnlicher Wörter, die seit langem im Sprachgebrauch sind, auseinandergerissen und damit vernichtet und andere, feine Unterscheidungen unmöglich gemacht. Es geht hier nicht um Gewohnheiten, Einstellungen, die man auch einfach wieder ändern kann, sondern um die Sprache selbst und um die Denkvorgänge, die dem Sprechakt vorausgehen. Die Rechtschreibreform stellt einen Versuch dar, in dem hochkomplexen Thema der Getrennt- und Zusammenschreibung so etwas wie eine gültige Ordnung zu schaffen, findet aber keine Kriterien und stellt dann rein formale auf. Ich finde es wirklich nicht so schlimm, wenn man also schreibt: "Das Problem muß man ernstnehmen.", und "Er ist im Bett liegen geblieben", auch wenn der DUDEN das früher anders vorgab. (Man mache nicht mich dafür verantwortlich!) Aber "Der Angeklagte wurde frei gesprochen.", "Ich habe sie nicht wieder erkannt.", "der wohl verdiente Preis", "Die Arbeit ist ihm schwer gefallen." und dergleichen sind einfach unannehmbar und wurden auch von vielen Verlagen wieder verworfen. Wenn Sie solche Unterscheidungen zum Lachen finden, dann werden wir ewig aneinander vorbeireden. Sie machen sich lustig über die Empfindungen (445), die man bei der Sprache haben kann, dabei geht es m. E. auch darum: Nicht umsonst spricht man ja auch von einem "guten Sprachgefühl". Daß die Reform gerade diesem zuwiderläuft und deshalb auch bei vielen Menschen, die beruflich kaum mit Schreiben oder Lehren zu tun haben, so ein diffuses Unbehagen auslöst, hat damit zu tun, daß man früher mit gefühlsmäßigen Entscheidungen z.B. auf dem Gebiet der Getrennt-und Zusammenschreibung nicht so viel falsch machen konnte. Allein der DUDEN war manchmal etwas pingelig, womit, wie gesagt, auch die Reformkritiker nicht einverstanden sind.
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| [482] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 03.03.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Lieber Gott der Azteken und all die Andern! Als ich am 21. 1. 2003 wieder einmal auf dieser Seite landete, waren fast auf den Tag genau sechs Jahre vergangen, dass ich zum ersten und bis dahin einzigen Male auf dieser Seite war. Das war naemlich am 23. 1. 1997. Dass ich wieder einmal hier ankam, lag daran, dass ich meine Links kontrollierte. Ich muss sagen, dass das Amusement heute aehnlich gross ist wie damals, aber eben doch auch beschraenkt. Bevor ich mich daher wieder fuer eine weitere Weile zurueckziehe, moechte ich aber doch noch Folgendes wiederholen. Die Diskussion hier erinnert mich sehr an einen Vorgang nach der gregorianischen Kalenderreform von 1583. Bevor sie zu Stande kam, richtete Gregor XIII eine Komission ein, deren Vorsitzender, wenn ich mich recht erinnere, der Bamberger Jesuitenpater Christopher Clavius war. Diese Kommission schrieb nun europaweit alle diejenigen an, von denen sie sich kompetenten Rat erhoffen konnte. Unter den Angeschriebenen befand sich auch Francois Viete (ich kann weder eine Cedille noch Akzente schreiben). Das Schreiben, das ihn erreichte, verschwand auf seinem Schreibtisch unter anderem Papierkram, wo er es erst im Jahre 1600 wieder entdeckte und sich mit ihm befasste. Er stellte fest, dass die Reform vom mathematischen Standpunkt aus zu wuenschen uebrig liess. Er schrieb daraufhin nach Rom und wollte die Reform geaendert haben. Viete hatte zwar recht, doch die Kurie zeigte ihm die kalte Schulter. Viete machte seinen Protest oeffentlich. Man kann ihn heute noch in seinen gesammelten Werken nachlesen. Dort findet sich auch das Dekret, mit dem Gregor XIII die Reform in Kraft setzte. Dass man sich an Viete heute noch erinnert, liegt nicht daran, dass er Gegner der Kalenderreform war, sondern daran, dass er bedeutende mathematische Leistungen erbrachte, die diese Wissenschaft ein grosses Stueck voran trieben. Ich fuerchte, dass sich in vierhundert Jahren niemand mehr an die Teilnehmer dieser Diskussionsrunder erinnern wird. Viete war im Uebrigen Jurist und erst in zweiter Linie Mathematiker. Heinz Lueneburg | |
| [481] Vitzliputzli | 01.03.03 |
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Kleiner (letzter!) Nachtrag für Frau Grunert, wenn man jemandem vorwirft, er würde nicht "mit offenem Visier" kämpfen, so ist das eine unpassende metapher. Niemals hat ein ritter mit offenem visier gekämpft! So blöd waren die nicht! Schließlich hatten sie doch ein visier, um das gesicht im kampf zu schützen. | |
| [480] Vitzliputzli | 01.03.03 |
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Sehr geehrter herr Franz, vereinfachung war nun mal das ziel der rechtschreibreform. Einfachheit wird auf diesem gebiet aber leider von den meisten mit primitivität gleichgesetzt. Mich behindert die neue rechtschreibung jedenfalls nicht im geringsten im lesen. Halten Sie es nicht für möglich, dass Sie nur deshalb beim lesen reformierter schreibweisen stutzen, weil Sie schon darauf trainiert sind, sie zu suchen? Sie haben recht, wenn Sie auf fälle wie "Leid tun", "Feind sein" usw. hinweisen. Allerdings wollten die reformer bereits 1997 eine regeländerung einführen, wonach sowohl groß- als auch kleinschreibung hier möglich geworden wäre. Die kultusminister haben sich vorerst dagegen ausgesprochen. Ich nehme an, dass diese verbesserungen 2005 kommen werden. Doch wie ich bereits geschrieben habe, geht mir die rechtschreibreform sowieso nicht weit genug. Da es ein zurück zur alten rechtschreibung nicht geben wird, möchte ich eigentlich nur noch darüber diskutieren, wie eine vernünftige rechtschreibung der zukunft aussehen kann. Wie Sie sehen, gehört für mich die gemäßigte kleinschreibung auf jeden fall dazu. | |
| [479] Vitzliputzli | 01.03.03 |
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Liebe frau Grunert, Sie sind für mich doch ebenfalls eine anonyme person, obwohl Sie einen namen und einen wohnort angeben. Es wäre für mich doch leicht mich für Ralph Kramer, Kapstadt, Michael Berger, Melbourne, oder Christine Körner, Bogota, auszugeben. Welchen namen und welche stadt hätten Sie denn gerne? Die art, wie Sie hier auf meinem decknamen herumhacken, lässt mich sowieso vermuten, dass Sie aus dem kreis um Manfred Riebe stammen. Sie fragen, warum sich hier keine kompetenten reformer melden. Diese frage war natürlich als beleidigung für mich und herrn Müller gedacht. Daher frage ich zurück: Warum melden sich hier eigentlich keine kompetenten befürworter der alten regelung? Damit meine ich Sie, frau Grunert! Bisher haben Sie jedenfalls nichts vorgebracht, was mich davon überzeugen könnte, dass die alte rechtschreibung besser war, und die kenne ich, wie Sie gemerkt haben sollten, sehr genau. Die erklärungen, die Sie für die widersprüche in der alten getrennt- und zusammenschreibung vorgebracht haben, waren doch dürftig. Ihre gefühle in ehren, frau Grunert, aber als erklärungsgrundlage für die Schreibweisen "etwas übelnehmen" vs. "etwas ernst nehmen" etc. reichen sie nicht. Ich denke, es ist am einfachsten, wenn Sie mich künftig ignorieren. Ich habe dasselbe mit Ihnen vor. | |
| [478] Sigi Müller, Schongau | 01.03.03 |
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Neuer Arbeitsauftrag von Monika Grunert: "Warum meldet sich eigentlich nicht mal ein wirklich kompetenter Reformer hier zu Wort?" (... der Frau Grunert das Wasser reichen kann?) Vorschlag: Wir sprechen uns gegenseitig die Kompetenz ab. Im Gegenzug wird uns Frau Grunert plausibel erklären, warum der Weg zurück in die alte mit den vielen Ausnahmen und Ungereimtheiten gespickte Schreibweise der attraktivere sein soll. Die Neuregelungen, die für Lernende eindeutig einleuchtender sind, müssen natürlich als Ergebnis jahrzehntelanger Diskussionen betrachtet werden. Die gemäßigte Kleinschreibung wurde verworfen. Die F.A.Z. stand immer mit an der Spitze der Reformgegner. Es wurden im Laufe dieser Diskussionen immer wieder zu weit gehende Änderungen (auch von den Politikern) zurückgenommen: Rytmus, Asfalt, Alfabet... Die vermehrte Trennung zusammengeschriebener Wörter (er versucht die Schüler auseinander zu setzen = neu und alt/sich mit dem Thema auseinanderzusetzen = nur noch alt!) blieb weitestgehend erhalten und hat prompt einen weiteren Riesenwirbel verursacht. Für mich bleibt die Reform ein Ansatz, der sanft weiterentwickelt werden kann/muss. Es gibt so viele Dinge, die mit der Schreibweise nicht, oder nur bedingt, lösbar sind. Dass eine Reform auch Korrekturen nach sich zieht, ist doch vernünftig. Auch ein paar eindeutige Fehler sind inzwischen korrigiert worden. Aber wir sehen es hier doch selbst: Es gibt halt nun mal keine perfekten Rechtschreiber, außer Frau Grunert natürlich! | |
| [477] Thomas Allendörfer, Freising | 28.02.03 |
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Auch bei mir hat sich der verflixte Fehlerteufel eingeschlichen. Ich meinte natürlich "Daß dies kein Reformer schafft..." | |
| [476] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 28.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Er fuerchtet also nicht. Dann hat er wohl etwas Besseres zu tun. Heinz Lueneburg | |
| [475] Thomas Allendörfer, Freising | 28.02.03 |
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Also, Beitrag 474 ist ja nun wirklich nicht sehr kompetent. Beenden kann man diese Diskussion, wie Herr Franz schon so treffend bemerkt hat nun wirklich nicht. Könnte ein Reformer die Reformgegner überzeugen hätten wir weder dieses Forum, noch irgendwelche Gegner der Reform. Das dies kein Reformer schafft, hat sich ja in den letzten Jahren gezeigt. Ihre Aussage, Herr Lueneburg, ist realitätsfern. | |
| [474] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 28.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de "Warum meldet sich eigentlich nicht mal ein wirklich kompetenter Reformer hier zu Wort?" Weil er fuerchtet, mit seinem Beitrag diese Diskussion zu beenden, womit er sich um ein grosses Vergnuegen braechte. Heinz Lueneburg | |
| [473] Monika Grunert, Santiago de Chile | 27.02.03 |
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Zu den letzten 10-20 Beiträgen könnte man sehr sehr viel schreiben. Vorerst nur soviel: Die Vorstellung, Reformgegner könnten Ihnen, Herr V., den Lack an Ihrem Auto abkratzen, ist schon erstaunlich! Sie lässt jedoch tief blicken. Jemand, der sich nicht traut, mit offenem Visier zu kämpfen, das heisst, für seine Ideen einzustehen, macht sich natürlich verdächtig, dass er sich , wenn es mal anders kommt, bequem wieder zurückziehen wird - niemand hat was gesehen! Und dass es "anders kommt", ist ja seit langem zu beobachten: Seitdem diese "Reform" durchgedrückt wurde, wird an ihr herumrepariert. Deshalb frage ich mich auch, für WELCHE Reform sie sich hier andauernd so stark machen, die von 1996, 1998, 2000, 2001 oder 2002... ;auch würde mich interessieren, welchem Wörterbuch (s. Esmeralda Bosch) Sie den Vorzug geben? Jedes von ihnen gibt ja seine eigene Interpretation der neuen Regeln, genau wie Sie selbst das tun (445). (In Ihrem Falle allerdings ist die Vereinfachung auch für hartgesottene Reformer auf die Spitze getrieben; ich wüsste gern, was diese zu dem Bärendienst, den Sie ihnen leisten, zu sagen hätten!) Warum meldet sich eigentlich nicht mal ein wirklich kompetenter Reformer hier zu Wort? | |
| [472] Gernot Franz, München | 27.02.03 |
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Lieber Herr Vitzliputzli! (gehe ich recht in der Annahme, daß sie männlich sind?) Vielen Dank für Ihr Kompliment und Ihre ausführliche Antwort. Ich finde es sehr angenehm auf einem hohen Niveau, bzw. auf einer vernünftigen Sprachebene zu diskutieren. Ich gebe Ihnen Recht, wenn Sie sagen, daß es einfacher ist, wenn Verb+Verb-Konstruktionen abgeschafft werden. Aber der Vorteil der Vereinfachung macht ja die reformierte Schreibweise noch nicht besser, oder? Und ob nun nur Fachleute die Unterscheidung verstanden haben, spielt meiner Meinung auch keine Rolle. Bei mir ist es jedenfalls teilweise schon so, daß meine Lesefluß durch die neuen Regeln etwas stockt. Beispielsweise : Eine Hand voll Touristen. Dies ist zwar kein Verb+Verb-Beispiel, aber in meinen Augen ist Ihr Beispiel (sitzenbleiben - sitzen bleiben) eben gerade schon genau passend um zu zeigen, daß Feinheiten verlorengehen. Ehrlich gesagt kenn ich nicht den aktuellen Stand der Dinge um die Reform. Ich bin auch kein Lehrer und schreibe auch beruflich nur sehr wenig und bin somit nur ein "Laienrechtschreiber". Was wurde zurückgenommen und was ist weiterhin gültig? Unterscheiden sich die Vielzahl der Wörterbücher immer noch so exorbitant? Wird in den Ministerien immer noch diskutiert oder ist eh schon alles zu spät um etwas zu ändern? In diesem Fall könnte man dieses Forum schließen! Zu Ihrem P.S., das wohl mehr an Frau Grunert gerichtet war ist zu sagen, daß wie Sie selber auch schon angemerkt haben die Neuregelungen auch nicht immer konsequent sind. Vgl.: Es tut mir Leid, sowie Es tut mir weh. Hier wäre für mich sogar die umgekehrte Schreibweise "logischer"; Es tut mir leid und Es tut mir Weh. Naja, so bleiben wohl beide Schreibweisen mangelhaft und nicht ausreichend. Beide haben aber auch ihre Berechtigung und so ergibt sich auch diese ebenso endlose wie fruchtlose Diskussion. Wenigstens sitzen wir bei der Kostenübernahme für die Reform als Steuerzahler alle in einem Boot. Die Kosten tragen wir gemeinsam und der, der sich ein neues Wörterbuch kauft. | |
| [471] Thomas Allendörfer, Freising | 27.02.03 |
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Wir wollen mal hoffen, daß die FAZ nicht auch noch nachzieht, bzw. wieder zurückzieht. Die FAZ ja bereits einige Zeit die neuen Regeln, sie dann jedoch aus bekannten Gründen wieder abgeschafft. Wollen wir hoffen, daß sie ihrer Linie treu bleibt! | |
| [470] Rudolf Müller, Frankfurt | 27.02.03 |
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Ihre Homepage ist sehr informativ. Man kommt einfach nicht mehr an der neúen Rechtschreibung vorbei. Gestern hat als letzte große österreichische Zeitung auch DIE PRESSE die neue Rechtschreibung eingeführt und man kann darauf warten, dass auch die F.A.Z. nachzieht. | |
| [469] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 26.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Ernsthaft. Ihr Sehr-schwer-zu-lesen, lieber Herr Allendoerfer, stuetzt meine These, das Orthografie die schnelle und unmissverstaendliche Verstaendigung zum Ziele hat. Mehr aber auch nicht. Was Ihr Langweilig anbelangt, so faellt mir eine amerikanisch-englische Geschichte ein, die ich einmal las: "I can't see much in you scenery here," said an American tourist to a guide in Wordsworth' country. "Don't you wish you could, Sir," was the apt retort. Heinz Lueneburg | |
| [468] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 26.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de In der Tat, vor dreitausend Jahren schrieb man Keilschrift. Heinz Lueneburg | |
| [467] Thomas Allendörfer, Freising | 25.02.03 |
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Lieber Herr Lueneburg! Ironie vertrage ich sehr gut, aber Ihre Beispiele tragen zu der Diskussion nicht gerade viel bei, außer, daß man vor tausenden von Jahren natürlich anders geschrieben hat. Hinzu kommt, daß die Beispiele einfach nicht interessant sind, sondern nur sehr schwer zu lesen und langweilig. | |
| [466] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 25.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Lieber Herr Allendoerfer! Ich weisz, Ironie ist schwer zu ertragen. Heinz Lueneburg | |
| [465] Daniel Küblböck, Eggenfelden | 25.02.03 |
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I Love all the pupel | |
| [464] Thomas Allendörfer, Freising | 24.02.03 |
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Lieber Herr Heinz Lueneburg, können Sie bitte aufhören Rechtschreibbeispiele aus längst vergangenen Tagen in dieses Forum zu stellen?! Ich denke nicht, daß diese von Interesse sind! Danke... | |
| [463] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 24.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Hier noch ein sch"ones St"uck alter Rechtschreibung. O got durch dine g"ute/Beschere uns kugeln und h"ute/Menteln und r"ocke/Geisze und b"ocke/Schoffe und rinder/Vil frouwen und wenig kinder. Explicit durch den bank/Smale dienst machent eime das jor langk. Notiz aus einer Bibelhandschrift des 13. Jahrh., Universit"atsbibliothek Heidelberg. Cod. Pal. Germ. 19-23, am Ende des 2. Bandes (fol. 246rX). Zitiert nach Vera Trost, Skriptorium. Stuttgart 1991. Letzte Umschlagseite. Das "sz" auch bei Trost. | |
| [462] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 24.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Zu meinem Beitrag 450. Duerer und M.D.CCv! Es muss natuerlich M.D.XXv. heiszen. Jetzt koennte ich anfangen zu hoehnen. Heinz Lueneburg | |
| [461] Vitzliputzli | 24.02.03 |
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Verdammter Fehlerteufel, ich meinte natürlich: Mir geht es nicht (!) darum, hier irgendwen zu verhöhnen. | |
| [460] Vitzliputzli | 23.02.03 |
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Lieber Herr Franz, Sie sind ein vernünftiger Mann und auch mir geht es sicherlich darum, hier irgendwen zu verhöhnen. Frau Grunert habe ich sicherlich nicht verhöhnt, aber ein bisschen scherzhafte Ironie wird man mir wohl zugestehen. Ich gebe es zu: Auch ich habe meine Probleme mit einer "Fleisch fressenden" Pflanze. Ich finde es auch nicht gerade systematisch, wenn man nach neuer Rechtschreibung zwar 2-teilig, aber 2fach schreiben muss, obwohl ich den Grund kenne (-fach ist hier nur Suffix). Aber bitte geben Sie doch auch zu, dass es wesentlich einfacher ist, wenn es Zusammensetzungen aus Verb + Verb nicht mehr gibt (sitzenbleiben vs. sitzen bleiben). Die Unterscheidung haben doch nur Fachleute kapiert und war ganz und gar nicht regelhaft, und beim Erfassen des Inhalts eines Textes beim Lesen spielt es keine Rolle. So finde ich, dass noch so vieles eine Verbesserung gegenüber früher ist, obwohl sich mein größter Wunsch, die Einführung der gemäßigten Kleinschreibung, nicht erfüllt hat. Der große Fehler an dieser Reform ist eben, dass die Reformer auf halbem Weg stehen bleiben mussten, weil die Widerstände zu groß geworden sind. Für mich ist es aber noch lange kein Grund, diesen halben Weg wieder zurückzugehen. Bitte denken Sie auch daran, dass schon Konrad Duden vor beinahe 100 Jahren eine Reform der gerade erst festgeschriebenen deutschen Orthografie gefordert hat. Der Schulmann Duden hatte wohl seine Gründe. PS: Man musste "Sibirischer Tiger" schreiben, weil er die Tierart panthera tigris altaica bildet, der deutsche Schäferhund ist dagegen nur eine Hunderasse und keine eigene Tierart (R 75 im alten DUDEN). Solche zoologischen Kenntnisse muss man nach neuer Rechtschreibung nicht mehr haben. Der Name einer Tierart wird ebenso großgeschrieben, wie der einer Tierrasse, also Sibirischer Tiger und Deutscher Schäferhund. | |
| [459] Gernot Franz, München | 22.02.03 |
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Natürlich mache ich auch Fehler und Herr Sigi Müller ist sicherlich auch kein perfekter Rechtschreiber. Ins Lächerliche ziehen wollte ich sowieso niemanden, der Fehler wurde von Herrn Müller aber korrekt erkannt! Das Thema feine Nuancen ist damit keineswegs erledigt finde ich. Ich verstehe die Reformbefürworter wirklich nicht, wie sie den Verlust ganzer Wortreihen und Unterscheidungen klaglos hinnehmen können. Ich gebe keinen Pfifferling für die alte Rechtschreibung sobald mir jemand plausibel erklärt, was an der neuen besser ist. Neue Schreibweisen von Wörtern sind meiner Meinung nach ein ganz anderes Thema. Ob ich jetzt Delphin oder Delfin schreibe ist, abgesehen davon, daß beides erlaubt ist, wirklich egal. Mir geht es darum zu verstehen, warum Begriffe zugunsten einer "Getrennt-Schreib-Regel" einen ganz anderen Sinn bekommen. Ist eine Fleisch fressende Pflanze wirklich nur Gewöhnungssache? Hier betont man doch schon alleine ganz anders. Ich bin wirklich aufgeschlossen, aber sowas will in meinen Kopf nicht rein. Er saß rauchend in dem Zimmer und sorgte für schlechte Luft, indem er den Raum voll qualmte. Auch hier betont der gewöhnliche Leser in einer Weise, die eher auf eine Redeart heutiger Jugendlicher im Stil von "voll kraß ey" schließen läßt. Ich denke zwar auch, wie Herr Müller, daß die Rechtschreibung einfach als zu heilig angesehen wird, aber gleichzeitig bin ich der Meinung, daß es einen derartigen Aufstand und Widerstand in der Bevölkerung nicht gegeben hätte, wäre die Reform schlichtweg besser. Ach ja, wenn Herr Müller mit 'centre' und 'colour' ankommt, sind meine Beispiele natürlich wieder gleich "neben der Kappe" und zu hochgestochen. Wenn er auf "Auto fahren" und "radfahren" herumhackt, dann darf ein Reformgegner keinesfalls mit abgedroschenen Beispielen wie "Leid tun" und "er hat Recht" versuchen zu trumpfen, verteidigt wird dann auch nur wieder "morgen Früh". | |
| [458] Sigi Müller, Schongau | 22.02.03 |
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Die Vergleiche "school" und "floor" sind völlig neben der Kappe. Darum geht es überhaupt nicht. Es sind die ganz banalen Dinge (color, center ...), durch die das Volk zum "Durchdrehen" gebracht wird. Übrigens: "Morgen Früh" ist auch neu! Vielleicht wegen "morgen in der Früh". Aber "früh" hat halt auch sein Pendant zu "spät". (Darüber haben sich schon genügend Leute den Kopf zerbrochen.) Wenn gar nichts mehr hilft, kommt immer wieder "Leid/leid" "Recht/recht" usw. Im Brief von Herrn Franz befinden sind im Übrigen ein paar nette "Verstöße" oder, wohlwollender ausgedrückt, "Besonderheiten". Auch grammatikalisch interessant: "daß weniger U........???" (Alles halb so schlimm!) Woran er aber wenigstens festhalten sollte: "ins Lächerliche ziehen" (das war schon in der alten Schreibe so!!!) So viel zu den feinen Nuancen! Es ist halt auch im alten Trott nicht so einfach, etwas richtig(!) ins Lächerliche zu ziehen. | |
| [457] Gernot Franz, München | 22.02.03 |
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Herr Müller hat natürlich recht, wenn er sagt, daß das Festhalten an manchen Schreibweisen irrational ist. Deswegen muß man aber noch lange nicht eine Reform durchdrücken, die keineswegs besser, als die alte ist. Und man kann natürlich nicht, so wie Herr Müller es versucht, alte Schreibweisen über die Lautschrift ins lächerliche ziehen. Gerade im englischen kommt man hier nicht sehr weit. Vergleiche : 'school' und 'floor'. Gleiche Schreibweisen beinhalten hier auch nicht gleiche Aussprache. Zusätzlich habe ich ja nicht behauptet, daß es in beiden Rechtschreibungen (alt/neu) es jeweils eine entsprechende Ungereimheit in der anderen gibt. Vielmehr wollte ich sagen, daß eine Reform, wenn sie schon oktroyiert wird, auch ein Produkt sein sollte, daß weniger Ungereimtheiten aufweist als vorher und nicht neue kreiert. Es gehen einfach zu viele feine Nuancen und Unterschiede, gerade durch die neuen Regelungen bei Getrennt- und Zusammenschreibung verloren. Nein, ich will in diese alte Schreibe nicht Nein, ich will mich nicht einer neuen Schreibe verschreiben, die folgendes vorschreibt: neu: heute Abend, aber morgen früh neu: seit längerem, aber des Längeren neu: als Reformgegner tue ich mir selbst Leid (ich bin masochistisch veranlagt?) neu: eine Hand voll Reformgegner (ein Riese hat sie sich alle gepackt?) neu: die Neuregelung birgt keine viel versprechende Änderung (eine personifizierte Änderung?) | |
| [456] Sigi Müller, Schongau | 21.02.03 |
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Ich bin heute der festen Überzeugung, dass jede Rechtschreibreform die Leute in Rage bringen wird, egal wie sie aussieht. Jeder Reformer muss sich auf diesen (oft nur schwer nachvollziehbaren) Widerstand gefasst machen. Das ist einfach so. weil es dabei offensichtlich ans Allerheiligste geht. Eigentlich komisch, und dennoch traurige Realität. Im anglo-amerikanischen Raum hat das auch ein gewisser Noah Webster erfahren müssen. Die Briten weigern sich seit über 100 Jahren hartnäckigst, seine für die gesamte Englisch schreibende Welt gedachten Schreibweisen wie color, honor, humor (als Vereinfachung und Systematisierung!) zu übernehmen, sie bleiben lieber bei colour, honour, humour, haben aber (wie die U.S.-Amerikaner) nichts gegen mirror, terror, horror usw. Bei center, theater wollen sie auch nicht mitmachen und schreiben centre, theatre usw. Wer mir hier mit irgendwelchen sprachwissenschaftlichen Erklärungen dieses Festhalte-Phänomen verdeutlichen möchte (centre von centrum und Ähnliches), der braucht gar nicht erst mit seinen Erklärungen anfangen. Rational ist dieses Festhalten nicht zu erfassen. Bei uns ist das ja ähnlich lächerlich. Ich schreibe "dass", die Gegner bekämpfen diesen meinen "Reform-Fehler" weiterhin mit "daß". Nein, ich will in diese alte Schreibe nicht zurück, wo wir weiterhin lernen müssten "ins Lächerliche ziehen", "ins reine kommen", "im klaren sein", "gestern abend, der gestrige Abend", (von mir aus auch: Vitzlipuzlis Sibirischer Tiger und deutscher Schäferhund), "Eis essen, eislaufen", (ist natürlich was anderes!!!) "Ski laufen", aber: "Ski und Eis laufen", "Auto fahren, radfahren" usw. Es ist eben nicht so, dass jede Ungereimtheit in der alten ihre ungereimte Entsprechung in der reformierten Schreibung hat, wie Herr Franz meint. Es ist einfach so, wie Herr Lüneburg sagt. Es handelt sich bei der Schreibung um eine Konvention, die so oder so aussehen kann. Es geht in der ganzen Diskussion eher um lieb gewonnene Gewohnheiten und darum, wie das Herr Biedenkopf damals so trefflich formuliert hat: "Ich schreibe Katastrophe nicht mit f." (Damit war ja auch der Reformvorschlag "Katastrofe" vom Tisch!) Fortsetzung: Ich schreibe "daß" nicht mit zwei ss. "Center" schaut doch blöd (oder vielleicht U.S.-American) aus. Ich bleibe bei "centre"!!! Welchen Stellenwert das Altgewohnte für manchen ("ich habe meine Sprache verloren" und dergleichen) Zeitgenossen annimmt, wird doch auch deutlich, wenn ich Vitzliputzli 453 lese. Und zum Schluss: Wenn mich Frau Grunert nicht verstehen will, dann liegt es bestimmt nicht an meiner reformierten Schreibweise!!! | |
| [455] Thomas Allendörfer, Freising | 21.02.03 |
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Herr oder Frau Vitzliputzli hat sich bestimmt auch mit dem Buch "Die sogenannte Rechtschreibreform" von Theodor Ickler beschäftigt. Mich würde mal interessieren, was Sie als perfekter Rechtschreiber, dem sicherlich nie ein Fehler unterläuft und der sogar dem Sprachwissenschaftler zwei (!) Rechtschreibfehler nachweisen konnte zu dem o.g. Werk sagen? Als Laie kann ich mich nach der Lektüre wirklich nur wundern, wie so ein Pfuschwerk wie die sogenannte Rechtschreibreform überhaupt irgendwelche Anhänger finden konnte! Wirklich unerklärlich, außer man verdient eben daran... | |
| [454] Vitzliputzli | 21.02.03 |
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Liebe Frau Grunert, da hätte ich doch beinahe vergessen Sie noch etwas zu fragen. Haben Sie schon herausgefunden, warum man nach alter Rechtschreibung zwar der Sibirische Tiger, aber der deutsche Schäferhund schreiben musste? Es gibt tatsächlich eine Rechtschreibregel im alten Duden, die das genau begründet. Ich bin gespannt, ob Sie sie finden. | |
| [453] Vitzliputzli | 21.02.03 |
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Liebe Frau Grunert, lesen Sie Eintrag 386, dann wissen Sie, warum ich lieber unter einem Pseudonym schreibe. Ich habe mich nämlich bei den Reformgegnern äußerst unbeliebt gemacht, als ich Prof. Ickler Rechtschreibfehler in seinem Wörterbuch nachgewiesen habe (Abece-Schütze, ernst machen). Ich möchte nicht gern eines Morgens mein Auto mit zerkratztem Lack und zerstochenen Reifen auf der Straße vorfinden. Ich wüsste übrigens nicht, dass sich eine "Macht" auf meiner Seite befindet. | |
| [452] Monika Grunert | 21.02.03 |
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Der letzte Eintrag von S.Müller richtet sich selbst. Dass Sie und Herr Vtzliputzli nicht für feine Unterscheidungen, sondern eher fürs Grobe sind, ist nur zu ersichtlich. Auf keines meiner Argumente und die der anderen Kritiker glauben Sie eingehen zu müssen, Unsachlichkeit, Verhöhnung ist die einzige Antwort. So argumentiert derjenige, der sich nicht nur im Recht glaubt, sondern auch die Macht auf seiner Seite weiss. Aber ganz so sicher ist sich Herr V. dann wohl doch nicht: Warum verbirgt er sich dann hinter einem (sehr passenden) Pseudonym? | |
| [451] Gernot Franz, München | 21.02.03 |
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Natürlich hat Herr Sigi Müller mal wieder recht. Die neue Rechtschreibung ist und wird auch nicht der Untergang des Abendlandes sein. Man kann diese Diskussion wirklich bis ins Unendliche führen. Aber sie dadurch zu verteidigen, indem er die alte Regelungen ins Lächerliche zieht, ist bestimmt nicht der richtige Weg. Abgesehen davon gibt es zu jedem Beispiel, das er angeführt hat, bestimmt auch ein Beispiel in den Neuregelungen, das genauso lächerlich ist. Besser wird die Reform dadurch jedenfalls noch lange nicht. Und genau das ist es ja, denke ich, was die Leute so in Rage bringt. Zumindestens ist es bei mir schon so, daß ich denke, daß eine Reform stattfinden sollte. Nur sollte dann ein solches Produkt eben nicht selber lauter Ungereimtheiten aufweisen, sondern klar und eindeutig regeln. Und als Chaos dürfte man die jetztige Presselandschaft, zumindestens im Hinblick auf die Rechtschreibung schon bezeichnen. Es werden alte wie neue Regeln verwendet, ob einheitlich oder gemischt, keiner weiß mehr, was richtig, was falsch oder was erlaubt ist. Außer immensen Kosten für uns alle - Befürworter UND Ablehner (!) - und Riesenstreit zwischen uns allen, hat die Reform doch wirklich nichts gebracht, oder? | |
| [450] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 21.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Hier noch ein sch"ones Beispiel alten Schreibens: (Da ich keine Umlaute und kein Sz schreiben kann, benutze ich die Ersatzsymbole "o, "u, sz) VNderweysung der messung/mit dem zirckel vnd richtscheyt/in Linien ebnen vnnd gantzen corporen/durch Albrecht D"urer zu samen getzogen/vnd zu nutz allen kunstlieb habenden mit zu geh"origen figuren/in truck gebracht/im jar. M.D.CCv. Mit begnadung Kayserlicher im end eyngeleibter Freyheyt damit sich ein yglicher vor schaden zu h"uten wysz etc. Die Wiedergabe l"asst nur schwer erkennen, dass "zu samen getzogen" drei und "kunstlieb habenden" zwei getrennte W"orter sind Dies zeigt einmal mehr, dass Rechtschreibung nichts als Konvention ist. Heinz L"uneburg | |
| [449] Sigi Müller, Schongau | 20.02.03 |
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Irgendwie bin ich ja froh, dass die Diskussion sich so versachlicht hat. Warum Frau Grunert immer wieder meint, ich sollte mich an der Auseinander- und Zusammenschreiborgie unbedingt beteiligen, weil ja gerade da das alte System so hervorragend funktioniert hat, das verstehe, wer will. Durch die Diskussion mit Vitzliputzli ist diese irrige Auffassung wohl nun ausreichend widerlegt. Was soll den diese Diskussion um die richtigen? alten Zusammenschreibungen noch bringen? Ich finde tatsächlich nichts Anstößiges daran, wenn jemand einen anderen krank oder gesund macht (krank- oder gesundmacht). Von mir aus kann sich jemand auch krankmelden (oder im alten System sogar auseinander: krank melden!!!) Oft kann ich mich darüber nur noch kranklachen!! Aber ich hätte auch nichts dagegen, mich krank zu lachen. Natürlich ließe sich dauerhaft darüber nachdenken, ob durch Zusammenschreibung nicht etwas anderes ausgesagt wird. Das könnte durchaus auf die Beispiele mit "wohl" "wieder" "hoch" "schwer" zutreffen. Aber bei "heilig sprechen" oder "übrig bleiben" hätte die Zusammenschreibung für mich keinen "tieferen Sinn". Bei "wohl überlegt" oder "wohl verdient" sollten wir noch jahrelang bzw. Jahre lang darüber nachdenken, ob es zusammengeschrieben nicht doch was anderes heißt. Aber wenn ich eine wohl überlegte Antwort gebe, werde ich das wohl richtig verstehen, wenn ich mir diese wohl überlege. Frau Grunert hat sich vielleicht wohl überlegt, was ich tun soll. Ob dieses Ansinnen wohl überlegt war oder nicht, lässt sich durch Schreibweisen im Allgemeinen nur bedingt verdeutlichen. Da gibt es übrigens ein Musterbeispiel von Heiner Geißler als absolut berauschende Begründung für die alten Schreibweisen. Ich fand das damals schon eher zum Lachen: "Er ist schwer gefallen" und "es ist mir schwer gefallen". Sowas muss doch nicht unbedingt durch eine veränderte Schreibweise unterschieden werden. Aber gerade da wird doch die Bedeutung durch den Umtext klar. Wir dürfen ja nicht vergessen, dass wir durch die Rechtschreibung den Sinn ohnehin nicht immer ausdrücken können. Beispiel: Er soll den Polizisten umfahren. Da hilft uns kein Auseinander oder Zusammen. Das mag ja für Frau Grunert Grauen oder Aufsehen erregend sein, Gewinn bringend ist diese Dauerdiskussion nicht, und viel Platz sparend ist sie auch nicht. Viel mehr Platz sparend wäre wohl, ab und zu mal in sich zu gehen. Na ja, man könnte halt so manches zusammenschreiben oder auseinander schreiben. Die abendländische Kultur steht da wohl doch nicht auf dem Spiel ... und wir werden sie sicherlich mit anderen Dingen, aber keinesfalls mit der neuen Rechtschreibung zugrunde richten bzw. zu Grunde richten. Auch nicht mit der alten. Ich könnte die alte ja dauernd "ins Lächerliche ziehen" (alt), weil ich mir über deren kaum noch nachvollziehbaren Ungereimtheiten häufig "im klaren" (alt) bin. "In bezug auf" (alt) aber "mit Bezug auf" (alt) usw. Da geht es um Gewohnheiten bzw. Einstellungen, an denen man "auf Biegen und Brechen" (alt) und "im großen und ganzen" (alt) festhalten will. Haltet euch nur fest, haltet aber auch fest, dass die Presselandschaft nach mehreren Jahren des Festhaltens am Neuschrieb nicht ins Chaos gestürzt ist. Auch BILD nicht! Und der Deutschunterricht an der Schule hat auch nicht den von den Kritikern erwarteten Schaden genommen. Im Gegenteil! | |
| [448] Vitzliputzli | 19.02.03 |
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Nachtrag für Frau Bosch! Liebe Frau Bosch, Sie haben sich so unheimlich viel Mühe gemacht, die Unterschiede in den einzelnen Wörterbüchern herauszuarbeiten. 1955 erklärten die Kultusminister den DUDEN zur alleinigen Richtschnur für die Rechtschreibung, weil es auch damals Klagen wegen großer Unterschiede in den verschiedenen Wörterbüchern gab. Zu diesem Zeitpunkt waren seit der Rechtschreibreform von 1901 aber schon 54 Jahre vergangen! Seit der Rechtschreibreform von 1996 sind aber erst 7 Jahre vergangen! | |
| [447] Vitzliputzli | 19.02.03 |
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Liebe Frau Bosch, da Sie also angehende Lehramtsreferendarin (an einem Gymnasium?) sind, rate ich Ihnen: Sammeln Sie in der praktischen Arbeit Erfahrungen! Sie werden sehen, dass es wenig Sinn hat, linguistische Forschungsergebnisse bedingungslos in der Rechtschreibung umsetzen zu wollen. Sie wird dadurch unnötig kompliziert! Wir verbrauchen in der Schule eine Unmenge Zeit, um die Kinder die Rechtschreibung zu lehren (bis zur 6. Jahrgangsstufe ca. 40 % des Deutschunterrichts!), statt uns auf das Lesen, den mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch zu konzentrieren. Finnland, das uns in der PISA-Studie so eindeutig geschlagen hat, hat eine äußerst einfache Rechtschreibung. Tatsächlich führen einige Verantwortliche in Finnland dieses gute Abschneiden in der Lesekompetenz u. a. auf die einfache Rechtschreibung zurück. Sie kennen vielleicht das folgende Zitat von Konrad Duden: "Die Schrift ist nicht für die Gelehrten, sondern für das ganze Volk da [...], und dies verlangt nichts weiter von der Schrift, das daß sie genau, und daß sie leicht zu handhaben sei." Der erfahrene Schulmann Duden wird sich wohl etwas dabei gedacht haben, als er das schrieb. | |
| [446] Esmeralda Bosch | 19.02.03 |
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Vorsicht, so witzig war mein Eintrag gar nicht. Bei Ausdrücken wie platzsparend, furchteinflößend oder aufsehenerregend geht es darum, dass nach dem amtlichen Regelwerk zur RRF diese Formen nicht mehr existieren, solche Wörter nach der Reform also nur noch zu trennen sind. Bei der alleinigen Getrenntschreibung besteht aber u.A. das Problem mit der Steigerungsform. Denn kann es aufsehenerregender geben, wenn es aufsehenerregend nicht gibt? Dieses Problem wurde insb. im neuen Duden zu umgehen versucht, indem beide Schreibweisen dort zugelassen werden, das ist aber kein Teil der Reform. Zu meiner Schreibweise ist zu sagen, dass ich keinen Sinn darin sehe, mich zu weigern, die neuen Regeln anzunehmen, zumal ich gerade mein 1. Staatsexamen hinter mir habe und angehende Lehramtsreferendarin bin. Das hindert mich allerdings nicht daran, objektive Kritik zu üben. | |
| [445] Vitzliputzli | 18.02.03 |
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Liebe Frau Grunert, wird es Ihnen nicht selbst etwas unheimlich bei Ihren Erklärungsversuchen. Da empfindet (!) also jemand Geheimnisvolles dieses bereits als Einheit, jenes aber noch nicht. Sie sehen kein Problem darin "sauber machen" zu schreiben. Ich auch nicht! Aber nach alter Rechtschreibung ist diese Schreibweise nun mal falsch, nach neuer Rechtschreibung dagegen richtig. Ein kapitaler Fehler ist Ihnen unterlaufen, als Sie behauptet haben, man könne auch "liegen bleiben" schreiben. Ich zitiere den DUDEN, Bd. 9, S. 451: "liegenbleiben: Das Verb wird immer zusammengeschrieben: Du mußt im Bett liegenbleiben. Die Brille ist liegengeblieben (= vergessen worden)." Die Frage nach dem Warum bleibt uns der DUDEN allerdings schuldig. Witzig finde ich deshalb auch den Eintrag von Frau Bosch. Sie benutzt die neue Rechtschreibung, kritisiert sie aber heftig. Die Schreibweise "Platz sparend" stört sie (mich übrigens auch), obwohl Sie zugibt, dass bei Nomen und Partizip auch immer die Zusammenschreibung möglich ist, wenn der Gesamtausdruck gesteigert werden kann (platzsparend, wegen platzsparender), ja bei der Steigerung selbst sogar unumgänglich ist. Lieber Himmel, Frau Bosch! Haben Sie es immer noch nicht gemerkt? Ich als Lehrer bin für die neue Rechtschreibung, weil sie insgesamt systematischer und damit leichter zu erlernen ist! Ich beherrsche die alte Rechtschreibung ausgezeichnet und war gerade deshalb immer für eine Reform, wie übrigens auch Konrad Duden selbst, dessen eigene Vorschläge weit über das hinausgingen, was 1996 beschlossen worden ist. Die leichtere Erlernbarkeit zeige ich im Folgenden anhand der Getrennt- und Zusammenschreibung. Damit antworte ich auch gleichzeitig auf den "Test" von Frau Grunert. Bei der Bestimmung der Getrennt- oder Zusammenschreibung überlegt man sich einfach, ob eine der folgenden Regeln für die Zusammenschreibung zutrifft: 1. Wörter verschiedener Wortarten können mit Zeitwörtern untrennbare Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie zusammen. a) Namenwort + Zeitwort: schlafwandeln, brandmarken, handhaben usw., da man nicht sagen kann: Er wandelt Schlaf, er markt Brand, er habt Hand b) Eigenschaftswort + Zeitwort: frohlocken, weissagen, liebkosen usw., da man nicht sagen kann: Er lockt froh, er sagt weis, er kost lieb. 2. Zusammensetzungen aus Verhältniswort bzw. Umstandswort + Zeitwort werden trotz Trennbarkeit wie bisher zusammengeschrieben, z. B. abändern, austauschen, daherkommen, davonlaufen. Ausnahmen sind Zusammensetzungen mit -ander, anheim, -wärts, überhand, vorlieb + Zeitwort. Hier gilt immer Getrenntschreibung. Diese fünf Ausnahmen muss man sich merken. 3. Wörter verschiedener Wortarten können ebenso mit Eigenschaftswörtern und Mittelwörtern Zusammensetzungen bilden, die man zusammenschreiben muss. a) Zusammensetzungen bei denen der erste Bestandteil für eine Wortgruppe steht: fingerbreit = breit wie ein Finger, bahnbrechend = sich eine Bahn brechend, angsterfüllt = von Angst erfüllt, Türschloss = das Schloss einer Türe usw. b) Zusammensetzungen, bei denen ein Bestandteil als selbstständiges Wort in dieser Form nicht vorkommt: großspurig, redselig, kleinmütig usw. c) Zusammensetzungen aus zwei gleichrangigen Eigenschaftswörtern: taubstumm, nasskalt, feuchtwarm usw. d) Zusammensetzungen mit Wörtern, die das nachfolgende Eigenschaftswort in seiner Bedeutung verstärken oder vermindern, selbst aber nicht steigerbar sind: bitterkalt, lauwarm, brandneu, todmüde, hochberühmt usw., aber hoch bezahlt, wegen höher bezahlt. Man muss sich nur diese Fälle der Zusammenschreibung merken, denn in allen anderen Fällen wird getrennt geschrieben! Man braucht daher gar kein Wörterbuch. Ich finde, das ist eine wesentliche Erleichterung gegenüber dem alten Chaos. Aber mit einem hat Frau Bosch Recht. Nach 8 Jahren lohnt es sich wirklich nicht mehr zu streiten. Wer jetzt noch immer bei der alten Rechtschreibung bleiben will, soll eben weiter so schreiben. Dieselben Streitereien gab es ja schon bei den Rechtschreibreformen von 1880. Die Zeit geht über sowas einfach hinweg! | |
| [444] Esmeralda Bosch, Frankfurt am Main | 18.02.03 |
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E-Mail: EsmeraldaBosch@aol.com Es ist wirklich interessant, dass fast 8 Jahre danach immer noch so leidenschaftlich und hitzig über die RRF gestritten wird. Auffällig ist dabei, dass die sog. Befürworter der Reform scheinbar immer noch nicht in der Lage sind, wirklich tiefgründige Argumente zu liefern, was gegen die RRF spricht. Sicher hat sich auch bisher die Rechtschreibung im Laufe der Zeit verändert, doch kann es nicht gelingen, die Wörter und Wortverbindungen radikal in verschiedene Kategorien einteilen zu wollen, so dass z.B. die Endsilbe oder die Steigerbarkeit (die oft nur Interpretationssache ist)die Schreibweise entscheidet. Vorsicht, wer meint, er könne nach der Reform richtig schreiben. Denn was ist eigentlich richtig? Die Wörterbücher sind sich noch nicht einig und die Auslegung der Regeln spiegelt die Fragwürdigkeit der neuen Regeln, v.a. bzgl. der Gertrennt- und Zusammenschreibung, sehr deutlich wider. Der Duden hat in der neuen Auflage von 2000 bei zahlreichen Wörtern, die in der Auflage von 96 als Folge der Reform getrennt wurden, nun die Zusammenschreibung wieder aufgenommen und lässt sogar beide Formen nebeneinander gelten, was wieder neue Schwierigkeiten mit sich bringt, nämlich den Verlust der Differenzierung zwischen beiden Schreibweisen und die unterschiedliche Betonung. Die Befürworter sollten sich erst einmal intensiver mit den neuen Regeln befassen, bevor sie die Kritiker attackieren, denn die Reform beinhaltet viel mehr als die Doppel-"s"-Regel. Um nur ein Beispiel zu nennen: Ist es denn logisch, dass ein Wort wie "platzsparend" aus der Sprache getilgt wird (der aktuelle Duden lässt auch hier beide Schreibweisen zu, Bertelsmann aber nur die getrennte), die gesteigerte Form aber zusammengeschrieben werden muss? "Platz sparend" - aber "platzsparender", denn "Platz sparender" wäre ja völliger Schwachsinn, zumal das Wort "sparender" noch nicht existiert. Die Berichte der Zwischenstaatlichen Kommission und die neue Dudenauflage haben gezeigt, dass die Neuregelung noch keine endgültige Form gefunden hat und in einigen Fällen wieder zur alten Schreibung zurückkehrt. Die nächsten Wörterbuchauflagen werden diese Linie wahrscheinlich weiterführen. Diejenigen, die meinen, die neuen Regeln seien leichter und sie würden jetzt fehlerfrei schreiben, könnten dann eine kleine, aber böse Überraschung erleben. | |
| [443] Monika Grunert | 18.02.03 |
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Weiter mit dem mir zugedachten "Test": Ein Verb hatte ich noch vergessen, nämlich das, welches Herrn Müller getrennt geschrieben nach neuer Rechtschreibung riecht: "sich schlau machen" Ich glaube, diese ursprünglich nicht ganz ernstgemeinte, witzig-ironische Fügung (für "sich kundig machen", "sich informieren") ist noch viel zu neu, als dass sie schon eine Zusammensetzung bilden könnte, zumal keine neue Bedeutung hinzugetreten ist, die eine Unterscheidung notwendig machen würde. Zur Gross-und Kleinschreibung: Natürlich heisst es "(eine) Freude machen", da "Freude" ein Substantiv ist (kann durch "viel" verstärkt werden oder ein Adjektiv beigestellt bekommen: "jmdm. eine grosse Freude machen"). Desgleichen "(grosse) Angst haben", dagegen "Das macht mir angst (und bange)", versuchen Sie das mal mit "viel" zu verstärken! Das geht ebensowenig wie bei leid tun, recht haben, weh tun, sondern nur mit "sehr" oder einem anderen verstärkenden Adverb: "Der macht mir unheimlich angst", nicht aber "unheimliche"! Was hier noch so aussieht, wie ein Substantiv, ist es nicht mehr, was sich grammatisch leicht nachweisen lässt.
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| [442] Monika Grunert | 17.02.03 |
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Herrn Sigi Müller hat es angesichts meines Tests (418) und der Arbeit von Esmeralda Bosch über die neuen Rechtschreibregeln im Spiegel von Wörterbüchern anscheinend die Sprache verschlagen, aber ich antworte trotzdem dem Vitzliputzli (420), der seinem Mitstreiter glaubte beistehen zu müssen. Bekanntlich ist eine Sprache ständig im Wandel begriffen, neue Wörter treten auf, andere verschwinden wieder, viele Dinge müssen genauer als vorher wiedergegeben werden, so genau wie möglich. Eine sehr produktive Wortbildungsart im Deutschen ist eben die Zusammensetzung aus mehreren, ursprünglich unabhängigen Wörtern. Das ist in erster Linie ein sprachlicher, in zweiter Linie ein rechtschreiblicher Vorgang. Zusammengeschrieben werden also Wörter, die im Kopf des Sprechers schon eine Einheit darstellen und sich inhaltlich von der getrennten Fügung (falls ursprünglich vorhanden) unterscheiden, sei es, daß sie eine übertragene oder ganz andere Bedeutung annehmen oder eine Dauereigenschaft (bei Adjektiven und Partizipien) ausdrücken. So verhält es sich bei "sitzen bleiben", "liegen bleiben" (nicht aufstehen), "stehen bleiben" (sich nicht setzen), dagegen "sitzenbleiben" (nicht versetzt bzw. nicht geheiratet werden), "liegenbleiben" (z.B. nicht gekauft werden oder durch eine Panne nicht weiterkommen), "stehenbleiben" (nicht weitergehen, weiterkommen, weiterfahren). Was "saubermachen" betrifft, so wurde es wahrscheinlich mit der Zeit zunehmend als eine Einheit verstanden, wie ein Synonym von "putzen", und wie dieses auch intransitiv gebraucht, jedenfalls in der Berliner Gegend (wie "reinemachen"). Daß selbiges nicht mit "schmutzig machen" passiert ist, liegt sicherlich an der geringeren Häufigkeit in der Benutzung. Ich sehe aber kein Problem darin, auch "das Kleid sauber machen" zu schreiben, wenn man stärkeres Gewicht auf die einzelnen Bestandteile der Fügung legen will. Verschiedene Deutungen ließ der frühere Duden ausdrücklich zu. "Kleinschneiden" ist in dem Sinne als eine Einheit zu betrachten, denn auf "klein" kommt es hier nicht so an, sondern auf "zerkleinern", im Gegensatz zu "fein hacken", was man schon an der verschiedenen Betonung merkt. Bei "kurz" gibt der Duden als zusammengeschriebene Verben nur "kurztreten", "kurzarbeiten", "kurzschließen" und "kurzhalten" an. "Kurzschneiden" liegt meiner Ansicht auf der Linie der Sprachentwicklung und sollte ermöglicht werden. Auch "sich für jemanden oder etwas stark machen" ist eine Fügung, die noch nicht genügend "zusammengerückt" ist, zumal es keine konkurrierende Bedeutung gibt, was aber bei "fertig machen" (beenden, vollenden) und "fertigmachen" (jmdn. seiner Widerstandskraft berauben) doch ganz anders liegt. Nach Duden schreibt man "sich die Füße wund laufen" und "sich die Finger wund schreiben" (was ich grad tue), aber "sich wundliegen". Offenbar ist letzteres ein Vorgang, der auch in die medizinische Terminologie Eingang gefunden hat und deswegen als Einheit zu betrachten ist. Aber die anderen zusammenzuschreiben würde niemand als falsch empfinden, deshalb muß man keine Reform durchziehen, die alles auseinanderhackt. So, die angeführten Verben hab ich abgearbeitet, ich glaube auch, daß manche Darstellung im Duden schon etwas spitzfindig war. Aber mit einiger Intuition konnte man früher nicht so viel falsch machen, während jetzt ja keiner mehr so richtig durchblickt, nicht einmal die Wörterbuchmacher. Der Rest folgt bald. Ich bin gespannt auf die Kommentare.
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| [441] Bernd Vogele, Waakirchen | 17.02.03 |
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Das Komma hinter "unser" ist falsch, der Rest ist, abgesehen von der etwas ungeschickten Formulierung richtig...:) | |
| [440] Andrea Matzberger, Landshut | 17.02.03 |
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E-Mail: andrea@matzberger.de Hallo! Ich soll demnächst ein Inserat über ein Stellenangebot in die Zeitung setzen. Leider sind sich mein Chef und ich nicht ganz einig über die Grammatik eines darin enthaltenen Satzes: ... Da sich unser Kundenkreis wesentlich erweitert hat, suchen wir für unser, aus über 100 Mitarbeitern bestehendem Team, Sie als Verkäufer. ... Ich bin der Meinung, dass sowohl die Kommasetzung, als auch das Wort "bestehendem" falsch sind. Das Wälzen verschiedenster Bücher ("Deutsche Grammatik", Duden, etc.)am Wochenende war leider bisher für mich erfolglos. Vielleicht liest ja irgendwer nun diesen Artikel und kann mir evtl. schreiben wie's richtig ist, bzw. mir sogar schreiben, wo ich das nachlesen und "schwarz auf weiß" beweisen kann? Danke schon mal. | |
| [439] Thomas Allendörfer, Freising | 17.02.03 |
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Genau! Die Rechtschreibreform wurde 1996 beschlossen, ob sie jemand wollte, wurde natürlich nicht gefragt. Informiert wurden die Leute praktisch erst nachdem alles schon beschlossene Sache war. Man wurde vor vollendete Tatsachen gestellt. Xenia zeigt uns auch mal wieder, daß niemand mehr durchblickt und alte und neue Regelungen vielerorts - vor allem im privaten Bereich - vermischt werden. Und offensichtlich kommt die Reform auch hier wieder nur den Leuten entgegen, die es einfach nicht besser wissen bzw. können. Außer Verwirrung, Unsicherheiten und erhebliche Kosten hat uns die Reform nichts gebracht. | |
| [438] Vitzliputzli | 16.02.03 |
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Hallo Xenia, "Nun wird auf einmal mal wieder alles umgeworfen"? Liebe Xenia, die Rechtschreibreform wurde 1996 beschlossen - Zeit genug um sich zu informieren, nicht wahr. Interessanterweise hältst du dich schon an die neue Rechtschreibung. Die Schreibweise "im Voraus" ist neue Rechtschreibung, nach alter Rechtschreibung müsste es "im voraus" heißen. Die neue Rechtschreibung kommt dir also entgegen. | |
| [437] Xenia Mac-Melssy, Berlin | 16.02.03 |
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E-Mail: mac-blue.xenia@berlin.de Ich bin 23 Jahre alt und habe mich schon immer an die alte Rechtschreibung gehalten. Nun wird auf einmal mal wieder alles umgeworfen, was ich neben dem Euro für großen Quatsch halte. Ich schreibe morgen eine Deutschklausur mit dem Thema: neue Rechtschreibung. Und ich habe leider noch keinen blassen Schimmer davon. So freue ich mich, daß es solche Seiten im Net gibt, die das Ganze mal einfach und unkompliziert rüberbringen. Mal schauen, was ich hier noch so finde. Ich danke Euch aber mal im Vorraus. Xenia | |
| [436] Vitzliputzli | 16.02.03 |
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Du armer Satiriker! Warum lässt du dir nicht selber was einfallen? Diese Satire stammt mindestens aus den 50er-Jahren, wahrscheinlich ist sie sogar älter. Ich wünschte mir wirklich mehr Einfallsreichtum bei den Reformgegnern. Ständig muss man dieselben alten Kalauer lesen. | |
| [435] Andreas Georg Böck, Augsburg | 16.02.03 |
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E-Mail: andy.satire@as-netz.de RECHTSCHREIBREFOM - o.k. ABER WENN - DANN SCHON RICHTIG !!! andreas georg böck ......................................................................................................... “ales uberflusige seug ausmersen“ Um für alle Zeitungen, Zeitschriften und Bücher für die Zukunft Vereinfachungen zu finden, schlage ich folgende, schrittweise Erleichterungen vor. Die deutsche Grammatik ist somit für jeden Menschen einfacher, sogar ein Deutscher kann am Ende damit umgehen und diese Sprache beherrschen. Schritt 1: Die Grossbuchstaben werden ausgemerzt. schritt 2: dehnungen und schärfungen fallen weg. z wird durch s ersetzt. diese masname beseitigt di gröste felerquelle in der grundschule; den sin der denungen und verdopelungen hat sowiso nimand kapirt. schrit 3: v und ph werden durch f ersetzt. sch wird zu s. damit wird das alfabet redusirt, sreibmasinen werden einfach übersichtlicher. shrit 4: q, c und ch werden durch k ersetzt. j und y durch i, aus pf wird f ! iest sind son seks bukstaben ausgesaltet, di sulseit kann um swei iare verkürst werden. stat deuts könen nüslikere dinge gelert werden, wi fisik, kemi und reknen. srit 5 : wegfal von ä, ö und ü sowi der sasseichen ales uberflusige ist iest ausgemerst di ortografi wider slikt und einfak naturlik benotigt es einige seit bis die vereinfakung uberal riktig angewand wird sazungsweise vileikt drei iare danak mus in kurse di nok unsinigere gramatik uberpruft werden andi bok DAS IST ECHTE REFORM !!! | |
| [434] Vitzliputzli | 15.02.03 |
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Ich warte immer noch auf eine Antwort von Frau Grunert auf meinen Test (420). | |
| [433] Monika Grunert | 14.02.03 |
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Ich warte noch immer sehr gespannt auf die Antwort von Herrn Sigi Müller auf meinen Test (418)! Und was sagen die Befürworter der sogenannten neuen Rechtschreibung zu der Arbeit von Frau Bosch? Bisher gab es keine Reaktion von dieser Seite. | |
| [432] Sigi Müller, Schongau | 14.02.03 |
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Der von Herrn Gernot Franz ausgegrabene Text stammt zwar von mir, wurde aber offensichtlich von irgendeinem Witzbold aus diesem Forum ausgegraben und dort hineingestellt, wo ich eigentlich gar nicht mehr hin wollte. Aber sei's drum. Zum besseren Verständnis: Dies war eine Reaktion auf einen ähnlichen Satz, den ein "verbissener" sog., vielleicht auch so genannter bzw. sogenannter (ich schreibe künftig immer beide Formen, um dem einen und dem anderen einen Gefallen zu tun!) Schreibreformgegner hervorgebracht hatte. Weiterhin viel Spaß beim Suchen! Und viel Glück! Ich werde mich schon wieder einmal "schlau machen" oder noch "schlauer machen"! | |
| [431] Gernot Franz, München | 12.02.03 |
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Als ich heute so im Internet umherstöberte, kam ich auch über die Seite www.rechtschreibreform.com Witzigerweise hat just in dem dortigen Forum ein alter Bekannter dieses Forums, den es immer so prächtig amüsiert, wenn die reaktionären Gegner der neuen Rechtschreibung neue und alte Regeln mischen, folgendes geschrieben : " Interessante Diskussion [335] Sigi Müller, Schongau 12.06.02 Mit dem verbissenen Festhalten an der sogenannten alten Rechtschreibung dokumentiert sich eine seltsame, hartnäckige Unbeweglichkeit, wie sie auf vielen Ebenen immer wieder zu Tage tritt." Da hat doch tatsächlich auch unser lieber Herr Sigi Müller unbewußt (?) und verbissen an der alten Schreibweise festgehalten. Hätten Sie das verflixte Wort doch nur abgekürzt, dann wäre es in jedem Fall richtig gewesen...:)) | |
| [430] Monika Grunert | 12.02.03 |
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Für Kerstin Aumüller (419): http://www.wuerzburg.de/rechtschreibreform/ | |
| [429] Monika Grunert | 12.02.03 |
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Mein längeres Fernbleiben bitte ich zu entschuldigen, ich war außerhalb der Stadt, in internetlosen Gefilden. Aber schau mal an, da habe ich ja in ein richtiges Wespennest gepiekst! Herr Müller vermeint sogar den Geruch nach neuer Rechtschreibung in meinem Schreiben zu spüren! Frei nach dem Motto: "Zusammen ist alt und auseinander ist neu". Dieser Kurzschluß macht diese Reform ja erst zur kompletten Katastrophe. Auf die interessanten Beispiele von Herrn (oder Frau?) Vitzliputzli gehe ich ein, sobald es mir die Zeit erlaubt. Es wird mir eine Freude sein! Aber warum tut Herr Müller nicht selbiges mit meinen Beispielen? (418) Ich habe ihn ja schließlich zuerst gefragt. Vitzliputzli kann ihm ja wieder beispringen, vier Augen sehen mehr als zwei. Ich verweise nochmals auf die Arbeit von Esmeralda Bosch "Die neue Rechtschreibung im Spiegel der Wörterbücher", zu finden auf dieser Homepage unter "Aktuelles zur RSR". | |
| [428] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 12.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Es geht immer etwas schief. Statt "allerle" sollte es in Beitrag 427 "allerley" heissen. Heinz Lueneburg | |
| [427] Lueneburg, Kaiserslautern | 12.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Hier ein wenig Balsam fuer durch die "Sprachdeform" [Peter Kaiser, Nr. 426] Sprach-los gewordenen Seelen. Dupliren LEhret wie du ein zahl zweyfaltigen solt. Thu jhm also: Schreib die zahl vor dich/mach ein Linien darunder/heb an zu forderst/Duplir die erste Figur. Kompt ein zahl die du mit einer Figur schreiben magst/so setz die vnden. Wo mit zweyen/schreib die erste/ Die ander behalt im sinn. Darnach duplir die ander/vnd gib darzu/was du behalten hast/vnnd schreib abermals die erste Figur/wo zwo vorhanden/vnd duplir fort biss zur letzsten/die schreib gantz auss/als folgende Exempel aussweisen. Dieser Text ist aus Adam Risen, REchenbuch/auff den Linien vnd Ziphren/in allerle Handthierung/Geschaeften vnnd Kauffmannschaft. Nit neuwen kuenstlichen Regeln vnd Exempeln gemehret/Innhalt fuergestellten Registers. Franck.Bey.Chr.Egen.Erben 1574 (Faksimilenachdruck. 3. Auflage. Brensbach Odenwald 1978) (Franck. etc. steht fuer: Franckfurt am Meyn. Bey Christian Egenolffs Erben) Meine ss sind im Original als sz gedruckt. Das Original unterscheidet auch zwischen langem s und Schluss-s. Ferner erscheinen die ue als ein u mit daruebergesetztem e. Das "vnnd" ist kein Versehen, auch nicht der "Innhalt". Grosz- und Kleinschreibung ist wie im Original. Im Text des Buches findet sich dann auch "Ziffren" statt "Ziphren". Heinz Lueneburg | |
| [426] Peter Kaiser, Frankfurt | 11.02.03 |
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Homepage: http://rechtschreibreform.com Die Schlechtschreibdeform hat meine Sprache zerstört. Die Schlechtschreibdeform ist das Symptom eines kulturellen Abstiegs. Wer die Schlechtschreibdeform befürwortet, sollte mal nach seinem HIRN suchen. Ich glaube nicht, daß er es jemals finden wird. | |
| [425] Gernot Franz, München | 10.02.03 |
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Es ehrt mich vor allem, daß Sie gerade noch rechtzeitig erkannt haben, welcher mein Vor- und welcher mein Nachname ist! :) Auch die Anspielung mich aufgrund meines Vornamens als Ritter zu bezeichnen nehme ich als Kompliment und verbleibe mit freundlichen Grüßen an Vitzliputzli. | |
| [424] Vitzliputzli | 09.02.03 |
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Entschuldigung! Ich meinte natürlich "es ehrt Sie, Herr Franz". | |
| [423] Vitzliputzli | 09.02.03 |
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Lieber Herr Franz! Wenn Sie meinen Beitrag mit dem von Frau Grunert vergleichen, werden Sie feststellen, dass ich nur ihren Stil parodiert habe. Es ehrt Sie zwar, Herr Gernot, dass Sie als edler Ritter der armen, bedrohten Jungfrau zur Seite springen, ich denke aber, dass es völlig unnötig ist. | |
| [422] Sigi Müller, Schongau | 09.02.03 |
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Frau Grunert hätte Langenscheidt hinten mit t schreiben können. Ich kann mich natürlich schlau machen. Aber heißt es nicht in der alten Schreibung "schlaumachen" wie "schlappmachen"? Das hätte ich gerne von Frau Grunert vorher erfahren. Ich fand ihren Satz übrigens toll: "Versuchen Sie mal, sich in einem Wörterbuch schlau zu machen!" Das riecht ja förmlich nach neuer Rechtschreibung. Im Übrigen gratuliere ich Vitzliputzli zum Beitrag 420. Es hat ja völlig Recht. Wer den neuen Zustand der Rechtschreibung kritisiert, sollte sich erst mal darüber klar werden, wie der alte ausgesehen hat. | |
| [421] Gernot Franz, München | 09.02.03 |
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Lieber der.Vitzliputzli@gmx.de! Man muß doch jetzt nicht gleich sarkastisch und reißerisch werden, nur weil man ein Verfechter der neuen "Recht"-schreibung ist! Daß die alte Regelung nicht der Weisheit letzter Schluß ist, ist klar, aber daß durch die neuen Regeln ganze Wortreihen, viele Bedeutungsunterscheidungen bzw. feine Nuancen verlorengehen, machen sie zu einem unakzeptablen Produkt, das uns unglücklicherweise von ein paar Kultusministern und den Reformern oktroyiert worden ist. | |
| [420] Vitzliputzli, Überall | 09.02.03 |
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Kleiner Test für die oberschlaue Frau Grunert! Schreibt man nach alter Rechtschreibung: auf dem Stuhl sitzenbleiben oder sitzen bleiben, im Bett liegenbleiben oder liegen bleiben, sein Kleid saubermachen oder sauber machen, sein Kleid schmutzigmachen oder schmutzig machen, die Ziebeln kleinschneiden oder klein schneiden, die Haare kurzschneiden oder kurz schneiden, sich für jemanden starkmachen oder stark machen, jemanden fertigmachen oder fertig machen, der Sibirische Tiger oder der sibirische Tiger, der Deutsche Schäferhund oder der deutsche Schäferhund, Angst machen oder angst machen, Freude machen oder freude machen, die Dritte Welt oder die dritte Welt, das Dritte Reich oder das dritte Reich, sich die Füße wundlaufen oder wund laufen, sich den Rücken wundliegen oder wund liegen? Mir fiele noch viel mehr ein, aber das wird Sie eine Weile beschäftigen. Sie werden sich wundern, welche Schreibweisen der alte DUDEN hier jeweils vorschrieb. | |
| [419] Kerstin Aumüller, Nürnberg | 08.02.03 |
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Ähmmm...kann mir einer helfen? Ich hatte dieses Forum als Favorit bei mir gespeichert, leider finde ich nicht mehr die Original-Homepage um z.B., wie im unten genannten Beitrag mal Aktuelles zur Rechtschreibung anzusehen. | |
| [418] Monika Grunert, Santiago de Chile | 07.02.03 |
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E-Mail: mogruta@yahoo.de Kleiner Test für den klugen Herrn Müller, da er die Reform "nicht so hoch hängen würde": Wie müssen nach der Rechtschreibreform folgende Wörter geschrieben werden: wiedersehen, wiedererkennen, freimachen, reinwaschen, schönmachen, hochhalten, krankmachen, überhandnehmen, vorwegnehmen, heiligsprechen, freisprechen, bereitstellen, fertigstellen, gewinnorientiert, gewinnbringend, unheilbringend, hochgebildet, hocheffizient, furchteinflößend, grauenerregend, ratsuchend, stillegen, lahmlegen, festlegen, feststellen, wohlerhalten, wohlerzogen, zugrunderichten und tausende mehr.....? Alle auseinander? Daneben! Versuchen Sie mal, sich in einem Wörterbuch schlau zu machen! Duden, Bertelsmann und Langenscheid sind sich da auch nicht einig! Nachzulesen im kürzlich erschienenen Artikel von Esmeralda Bosch "Neue Rechtschreibregeln im Spiegel von Wörterbüchern" auf dieser Homepage unter "Aktuelles zur Rechtschreibung". | |
| [417] Roland Rabe, Berlin | 07.02.03 |
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E-Mail: Roland@Rabe.de Nur ein toter Rechtschreibreformer ist ein guter Rechschreibreformer! | |
| [416] Kerstin Aumüller, Nürnberg | 05.02.03 |
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Hmmm...was liest sich einfacher? Flussschifffahrt oder Flußschiffahrt? Ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht, ob die "Neuen" Regeln wirklich soooo fortschrittlich sind, wie sie immer angepriesen werden? ;) | |
| [415] Sigi Müller, Schongau | 05.02.03 |
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Die Rechtschreibung muss wirklich nicht so hoch gehängt werden. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass viele, die an den alten Schreibweisen festhalten wollen, oft nicht wissen, was alt und was neu und was in beiden Systemen falsch ist. Viele meinen, sie müssten jetzt "Grüsse, ausserdem" schreiben usw. Es bleibt bei "Gruß, Grüße" und bei "außerdem, Außenwand, heiß, Maß, Maße" usw. So manche, die sich an die neue Schreibweise halten wollen, fangen jetzt an (auch in Zeitungen), möglichst viele Vorsilben abzutrennen. Aber es bleibt bei: zurückgeben, vorgeben, nachgeben usw. Neulich habe ich sogar in der Zeitung gelesen: irgendjemand wollte jemanden auffordern ... etwas "zurück zu geben". Diese "Zer stückelung" ist weder alt noch neu. Aber, keine Panik, das ist (und war ja auch) lernbar. | |
| [414] Torsten Obert, Köln | 04.02.03 |
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Hallo! Ich bin Inhaber der Hochschulzugangsberechtigung (HZB) aus dem Jahre 1985, und wollte die Rechtschreibreform nie. Morgen habe ich seit langer Zeit mal wieder einen Einstellungstest in welchem auch die deutsche Rechtschreibung Thema bzw. Prüfungsgebiet sein wird. Daher mein Besuch auf dieser Homepage. Ich muß (ss)sagen, sehr gut gemacht. Ob allerdings alles bis morgen abgespeichert werden kann, wage ich in Anbetracht der langen Jahre "ohne" Reform zu bezweifeln. Sollte das der Grund für eine eventuelle Absage sein, werde ich in mich gehen und vielleicht versuchen mich umzugewöhnen; vielleicht!! | |
| [413] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 03.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Ich beherrsche das Medium nicht! Die Adresse der Webseite erscheint nicht explizit, wie ich erwartete, es genugt vielmehr, "Meine Hompage" anzuklicken, da ich von ihr kam, war das Blau dieser Anzeige schon so verblasst, dass ich das nicht gleich erkannte. Anklicken genuegt! Heinz Lueneburg | |
| [412] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 03.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de, Homepage: Meine Homepage Irgendetwas funktioniert hier mit dem Eintragen der Adresse der Webseite nicht. Hier die Adresse zum Abschreiben. http://www.mathematik.uni-kl.de/~luene Heinz Lueneburg | |
| [411] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 03.02.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de, Homepage: Meine Homepage Zum Beitrag 407 von Herrn Sigi Mueller. Die alten Beitraege 63 und 64 habe ich letzte Woche noch gelesen. Ich kann aber nicht mehr rekonstruieren, wie ich dahin gelangt bin. Ich habe verschiedentlich versucht, sie wieder auf den Bildschirm zu bekommen, zweimal hat es geklappt. Die Organisatoren dieser Seite sollten einen Pfad zu den alten Beitraegen deutlich machen. Ansonsten empfehle ich meine Webseite, dort besonders die Unterseite "Stilleben" der Unterseite "Miszellen". Heinz Lueneburg | |
| [410] Sigi Müller, Schongau | 31.01.03 |
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Es muss natürlich heißen: "Ich gratuliere dem Forum, aber nicht zum 400. Eintrag. Ob diese halbe Gratulation zu Recht oder zu Unrecht erfolgt, dies zu erfahren, hat niemand ein Recht. Ich habe keine Zeit mehr, darüber nochmal nachzudenken. Aber wer Zeit hat, könnte ja auch noch Recht bekommen, wenn er sich nur lange genug alles genau zurechtlegt. | |
| [409] Gernot Franz, München | 31.01.03 |
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@ Sigi Müller : zu Eintrag 408 : Warum nicht? | |
| [408] Sigi Müller, Schongau | 31.01.03 |
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Nachtrag: Ich gratuliere dem Forum nicht zum 400. Eintrag. | |
| [407] Sigi Müller, Schongau | 31.01.03 |
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Vielleicht liegt Herr Lüneburg auf einer ähnlichen Wellenlänge wie ich. Leider habe ich seine alten Beiträge von vor sechs Jahren hier nicht mehr gefunden. Vielleicht sind sie gelöscht worden. Über solche Fragen an mich: Welches Recht meint er eigentlich, frage ich fast amüsiert zurück, ob jemand diese Frage zu Recht stellen kann, oder ob er nur mit der Rechtschreibung nicht zurechtkommt(zu Recht kommt, zu recht kommt, vielleicht auch zu seinem Recht kommt?) Aber im Grunde ist es mir nicht so wichtig, ob ich oder er Recht hat. Ich finde das recht witzig. Jemand könnte ja auch statt Recht (recht?) auch noch Zeit (zeit?) haben und antworten. Aber vielleicht hat mancher auch Angst (angst), dies zu tun. Du kannst es halt kaum jemand rechtmachen. Prüft also nach, ihr Experten, ob ihr mich vielleicht sogar zu Unrecht verdächtigt habt. Vielleicht habe ich ja am Ende doch Recht, aber keine Zeit, um es allen rechtzumachen. Aber mir ist nicht mehr angst und bange. Das heißt, ich habe keine Angst mehr vor der neuen Rechtschreibung, genauso wenig wie vor der alten! | |
| [406] Monika Michel, Mainz | 28.01.03 |
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E-Mail: Bloodyfellow@web.de Sehr gelungene Darstellung durch Felix. Humvorvoll und leicht verständlich. Wer kann mir einen Tipp (pp), auf welcher site ich vielleicht gezielt Übungen zu den "neuen" Versionen finde. Danke! | |
| [405] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 27.01.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Nachdem ich nach sechs Jahren wieder einmal in dieser Diskussionsrunde gelandet bin, amuesiere ich mich genau so wie damals ueber die teilweise erbitterten Beitraege, die auch vor Beleidigung nicht zurueckschrecken. Beleidigung spricht natuerlich von Hilflosigkeit. Man hat kein Argument. Hier meine Devise, was die Rechtschreibung anbelangt. Frueher, als nur wenige lesen und noch weniger schreiben konnten, konnte man sich Freiheiten in der Schreibung der Woerter erlauben, da der Leser genuegend Fantasie hatte, das Gelesene zu interpretieren. Heute, wo jeder Analfabet (sic) lesen und schreiben kann, muss man sich streng an die Regeln halten, damit er eine Chance hat zu begreifen, was man meint. Da ich nicht fuer Analfabeten schreibe, kann ich mir bei der Ortografie (sic) Freiheiten erlauben. Heinz Lueneburg | |
| [404] Lars Anselbeck, Rottach-Egern | 27.01.03 |
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Lieber Herr Horand! Vielleicht schreibt man es nach der neuen "witzigen" Rechtschreibung unter Umständen gar "Ernst gemeint"? Wer soll das schon noch so genau wissen? Ich bin mir beim Lesen einer Zeitung nämlich derzeit auch nicht mehr sicher, ob es sich teilweise um Druckfehler handelt oder ob man ernsthaft Auswüchse wie zum Beispiel "allein Stehender" schreiben soll! Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so braucht so mancher dieser Stehenden eventuell gar keine Partnerin mehr, da er es ja alleine kann - das Stehen! | |
| [403] Michael Horand, Ansbach | 25.01.03 |
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E-Mail: horand@gmx.de Liebe Freunde, ich muss gestehen, dass ich in der Rechtschreibung noch nie so unsicher war, wie zurzeit. Viele der neuen Regeln sind unlogisch und ich finde, dass man sich mehr Ausnahmen merken muss als bisher. Weshalb schreibt man "schwerreich" zusammen, Mittag und "Drittel" nur mit zwei "t" und weshalb Eltern und nicht Ältern? Ich bin um jede ernst gemeinte (ernstgemeinte?) Antwort dankbar. Mit freundlichem Gruß M. Horand | |
| [402] Dirk Ansberg, Dortmund | 24.01.03 |
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Jetzt muß einer mal Klaus van Straaten gratulieren. Mit einer einzigen Frage hat er diesmal dem Schlaumeier Sigi Müller gezeigt, wie falsch die Schreibweise "Er hat Recht!" ist. Danke! :))) | |
| [401] Gernot Franz, München | 24.01.03 |
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Hier muß ich Ihnen wieder mal recht geben! Diese Unsitte geht aber Hand in Hand mit den Unsitten "besser wie...", "das Einzigste", "Türe schließen!" und der dauernden Verwechslung von demselben Hemd und dem gleichen Hemd! P.S.: Ich gratuliere diesem Forum zum 400. Eintrag!!! | |
| [400] Klaus van Straaten | 24.01.03 |
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zu [399]: Welches Recht ist denn hier gemeint? | |
| [399] Sigi Müller, Schongau | 24.01.03 |
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Wenn's weiter nichts ist, dann ist alles in Ordnung. Der Chefredakteur der FAZ hat übrigens neulich im Fernsehen über die Unsitte gesprochen, dass die Leute sagen: "Ich entschuldige mich." Und hat ergänzt. Es könne doch nur heißen: "Ich bitte um Entschuldigung." Er hat ja so Recht. Und Herr Lüneburg hats automatisch richtig gemacht. | |
| [398] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 24.01.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de So passiert's. Das Gedaechtnis des alten Mannes ist nichts mehr wert. Es sollte "Schongau" heissen und nicht "Schorndorf". Ich bitte um Verzeihung. Heinz Lueneburg | |
| [397] Lueneburg, Kaiserslautern | 24.01.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Als Vielschreiber und Vielleser bin ich immer voller Ungeduld. Haette ich Sigi Muellers Beitrag 388 so analysiert, wie ich das vor mehr als fuenfzig Jahren im Latein- und Griechischunterricht gelernt habe, waere es mir klar gewesen, dass sich das "er" nicht auf mich oder meinen Banausen-Beitrag bezieht. Herzlichen Grusz nach Schorndorf. Heinz Lueneburg | |
| [396] Sigi Müller, Schongau | 23.01.03 |
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Okay, jetzt sind wir ja wieder da, wo wir Spitzfindigen hingehören. Ich schließe mich ausdrücklich jetzt mit ein, damit es keine Zweifel gibt. Aber was soll bitte mein Satz bedeuten, wenn ich für ER statt "Beitrag" "Herr Lüneburg" einsetze. Also: "... dass er (Herr Lüneburg)vermutlich von einem Verfechter der alten Schreibweisen kommt." Oder ist es nicht doch so: "... dass er (der Beitrag) von einem Verfechter der alten Schreibweisen kommt." Kann Herr Lüneburg oder nur der Beitrag von einem Verfechter ... kommen???? Wie wollen wir eigentlich über Rechtschreibreform diskutieren, wenn wir uns hier schon nicht einig sind. | |
| [395] Gernot Franz, München | 23.01.03 |
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Daß ich mich von solchen Beiträgen wie 386 distanziere ist ja wohl klar, wenn ich Ihre (Sigi Müller) ansonsten faire und korrekte Argumentationsweise lobe. Und spitzfindig bin ich nun wirklich nicht, da aus Ihrem Beitrag 388 es eben NICHT eindeutig ersichtlich ist, ob Sie mit "ER" Herrn Lueneburg oder den Verfasser des Beitrages 386 meinen! | |
| [394] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 23.01.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Es ist ungeheuer schwierig, sich unzweideutig auszudruecken. Bei - meist ungewollten - Zweideutigkeiten findet der Leser immer die nicht intendierte Interpretation. Schreiben ist schwer. Es wenigstens ein wenig zu erleichtern ist Zweck der Rechtschreibung. Heinz Lueneburg | |
| [393] Sigi Müller, Schongau | 22.01.03 |
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Heinz Lüneburg vermutet falsch. Das ER in meinem letzten Satz bezieht sich nicht auf ihn, sondern auf den Beitrag 386. Also: "Andererseits bin ich froh, dass ER (nämlich Beitrag 386) vermutlich von einem Verfechter der alten Schreibweisen kommt." Im Übrigen liegt es mir fern, alle Reformgegner damit in einen Topf zu werfen. Ich verstehe allerdings nicht, wie man das aus meinem Beitrag herauslesen will. Dennoch fände ich es gut, wenn sich die vernünftigen Gegner der Reform von solchen Beträgen (z.B. 386) klar distanzieren würden, bevor sie wieder zu spitzfindigen Gegenschlägen ausholen. | |
| [392] Gernot Franz, München | 22.01.03 |
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Sehr geehrter Herr Sigi Müller, Sie gratulieren Herrn Heinz Lueneburg aus Beitrag 368 zu seinem Konter. Selber wiederum bezeichnen Sie zwar nicht direkt, aber indirekt die Verfechter der alten Rechtschreibung als primitiv und zurückgeblieben. Ich kann nicht verstehen, wie Sie sich auf so einen Kommentar einlassen konnten! Sie waren doch erfreulicherweise - wenn auch für die falsche Seite - stets einer, der immer fair und korrekt seinen Standpunkt verteidigt hat! Sind die Anhänger der alten Rechtschreibung primitiv und rückschrittlich, nur weil wir die Reform nicht akzeptieren wollen, bzw. in Hinsicht auf die erheblichen Mängel, Widersprüche und Hirnrissigkeiten, die sie beinhaltet einfach nicht akzeptieren können!? Ist es wirklich SO abwegig, daß die Reform einfach so nicht durchgesetzt werden sollte? Warum gibt es diesen Aufstand um die Reform? Sicherlich auch, weil Leute sich nicht gerne umstellen, aber bestimmt auch, weil manche vielleicht doch nicht ganz so doof sind, wie Sie sie offensichtlich gerne sehen! Mit freundlichen Grüßen, Gernot Franz | |
| [391] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 22.01.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Wenn Sigi Mueller mehr ueber mich erfahren moechte, empfehle ich ihm die Lektuere der Beitraege 63 und 64 dieser Diskussionsrunde vom 23. 1. 1997. Heinz Lueneburg | |
| [390] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 22.01.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Ich habe noch ein wenig in den alten Beitraegen geblaettert. Dabei fand ich in dem Beitrag 370 von Kerstin Mueller das lange S erwaehnt. Sie spricht von dem langen S der Frakturschrift. Auch die lateinische Schrift kannte frueher das lange S und der Buchstabe, den wir Sz nennen, ist in Wirklichkeit eine Ligatur aus langem S und Schluss-s. Demzufolge findet man das Dreierles-s auch in aelteren franzoesischen und italienischen Druckwerken. Ich wuerde es begruessen, wenn unsere Zeichensaetze das lange S wieder zur Vervuegung stellten. Heinz Lueneburg | |
| [389] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 22.01.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de Sigi Mueller (Ich habe eine englische Tastatur. Daher die Ersatzsymbole ae, oe, ue und ss statt des Dreierles-S) vermutet falsch. Ich bin weder Anhaenger der neuen Rechtschreibung noch der alten. Rechtschreibung dient dazu, dass ich beim Schreiben ohne viel zu ueberlegen meinen Text so zu Papier bringe, dass der potentielle Leser ebenfalls ohne Muehe das lesen kann, was ich geschrieben habe. Wenn es ueblich waere, "Bekaxl" statt "Baeckergeselle" zu schreiben, haette ich keine Hemmungen, dies zu tun. Im Zusammenhang mit der Reform von Kulturschande zu reden, sagt mir nur, dass hier nicht verstanden wurde, wozu Rechtschreibung dient. Heinz Lueneburg | |
| [388] Sigi Müller, Schongau | 21.01.03 |
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Ich möchte Heinz Lueneburg ausdrücklich zu seinem Beitrag gratulieren. Ich glaube, dies ist eine gute Form, wie man mit Beschimpfungen aus der untersten Schublade (siehe Beitrag 386) umgehen sollte. Der Beitrag 386 verdient eigentlich eine solch gelungene Reaktion gar nicht. Andererseits bin ich froh, dass er vermutlich ?!? (Genaueres lässt der Beitrag eh nicht erkennen) von einem Verfechter der alten Schreibweisen kommt. | |
| [387] Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | 21.01.03 |
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E-Mail: luene@mathematik.uni-kl.de In Brief 86 wird jemand als Banause beschimpft. Dieses griechische Wort hat als Grundbedeutung die Bedeutung "Handwerker". Dann wurde es vom Adel veraechtlich fuer den benutzt, der mit seiner Arbeit seinen Lebensunterhalt verdienen musste, insbesondere auch fuer die Lehrer seiner Kinder, bis die Lehrer dann so zahlreich wurden, dass sie den Spiess umdrehen konnten. Karajan verdiente mit seiner Musik seinen Lebensunterhalt. Er ist also im Sinne des griechischen Adels der typische Musikbanause. Heinz Lueneburg, Kaiserslautern | |
| [386] Gert Köhler, Marburg | 21.01.03 |
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E-Mail: koehler@marburg.de Zu Eintrag 383 "Vitzliputzli", wie putzig! Das ist sicher nicht dein richtiger Name! Was fällt dir ein, in dieses saubere Forum so einen Schwachsinn hineinzustellen, du Sprachbanause! Solche Leute wie du sollten sofort geköpft werden, du mieses Dreckschwein! | |
| [385] Gunther van Dörp, Stellingen | 21.01.03 |
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Kehrt sofort zurück zur bewährten Rechtschreibung! | |
| [384] gianina jakobs, trier | 13.01.03 |
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E-Mail: ??????????????????????????????????? hi ihr leute Ich Find eure Seite Ein Bisschen langweilig, es sollten noch Reschtschreibespiele geben, dann kann man wenigstens etwas machen und sich im Deutschunterricht nicht langweilen. Diese Übungen diktate klappen eh nicht. Bye,Bye | |
| [383] Vitzliputzli, Nürnberg | 22.12.02 |
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E-Mail: der.Vitzliputzli@gmx.de zu den Beiträgen 374 und 381: Es ist sehr interessant, dass sich die Gegner der Rechtschreibreform so große Sorgen darüber machen, was die Italiener über unsere neue Schreibweise von Spag(h)etti denken, während ihnen die Franzosen offensichtlich egal sind. Was muss z. B. ein Franzose denken, der "Brosche", die deutsche Schreibweise von "broche", liest. Er würde so etwas "broske" aussprechen. An der deutschen Schreibweise "Büro" von "bureau" würde er überhaupt scheitern. Aber kein Reformgegner fordert die Wiedereinführung der ursprünglichen französischen Schreibweisen. Aber daran sieht man, dass es den Reformgegnern ausschließlich um die Erhaltung des orthografischen Status quo geht, wie der auch immer aussehen mag. Und für dessen Erhalt ist ihnen kein Argument zu dämlich. | |
| [382] Martin Fiedler, Dresden | 18.12.02 |
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E-Mail: Martin.Fiedler@aol.com zu Beitrag 379: Es ist schön zu wissen, daß es noch national denkende Männer unter den deutschen Sprachwissenschaftlern gibt wie Markner, Birken-Bertsch und Ickler, die nicht bereit sind, einfach die deutsche Sprachkultur zu opfern, wie viele dieser Alt-68er. | |
| [381] Sigi Müller, Schongau | 18.12.02 |
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Zu Beitrag 374 Lachen Sie ruhig, Rita Heuberg! Aber kein Italiener würde Jogurt wie "Jodschurt" aussprechen. Dieses Produkt heißt im Italienischen übrigens YOGURT (ohne H). Hätten Sie doch das Wort SPAGHETTI genommen. Darüber könnten wir ernsthaft diskutieren. Aber so zeigen Sie nur, wie wenig die meisten Befürworter der alten Rechtschreibung Bescheid wissen und immer wieder Dinge an den Haaren herbeiziehen, nur um Recht zu behalten. | |
| [380] qwertz, Bingen | 15.12.02 |
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Zum Eintrag [377] von Hellen David, London: Wie man Geschaeftsbriefe korrekt schreibt, ist unter der neuen DIN 5008 festgelegt. Schreibung von Firmenadressen siehe: www.din5008.de Good luck! qwertz [in Englisch: qwerty ;-)] | |
| [379] Ferdinand Reiser, Augsburg | 14.12.02 |
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E-Mail: Reiser.Ferdi@t-online.de Also man kann Hitler sicher viel Schlechtes nachsagen, aber er hatte auch seine gute Seiten, wie Hanno Birken-Bertsch und Reinhard Markner in ihrem Buch "Rechtschreibreform und Nationalsozialismus" aufzeigen konnten - einem Buch, das auch von Prof. Theodor Ickler, Erlangen, sehr gelobt wird. So hat Hitler eine von Minister Bernhard Rust geplante Rechtschreibreform sofort gestoppt. Damit hat er mehr Verständnis für das deutsche Volk und die deutsche Sprache gezeigt, als unsere heutigen Kultusminister. Da wünschte man sich im Interesse der deutschen Sprache fast so einen wie ihn an der Spitze des deutschen Staates. | |
| [378] Max Müller, München | 13.12.02 |
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E-Mail: the_summer_of_my_life@yahoo.com An Julius, Hamburg (Eintrag 372): Bitte schauen Sie sich mal den folgenden Link an : http://www.neue-rechtschreibung.de/suche.php?recall2=1&auswahl=2&wort2=alptraum&submit=Suche Alptraum wurde also bis zum Enstehen des AlPtraumes "Neue Rechtschreibung" ausschließlich mit "p" geschrieben. Daß man die Alpen zufällig auch mit "p" schreibt heißt ja noch lange nicht, daß aus dem Alptraum ein Albtraum wird. Die Begründung wäre aber auch ein bißchen alPern, oder? ;) Übrigens spricht sich der weiche Albtraum sehr schwierig aus, da man ein weiches "b" vor einem harten "t" aussprechen muß! | |
| [377] Hellen David, London | 13.12.02 |
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E-Mail: li-yo@web.de Hab eine sehr wichtige Frage? Könnten Sie mir sagen, wie es in De gehandhabt wird Kommt in einem Adressfeld zuerst der Name der Firma z.b BEISPIEL FIRMA Hr. Mueller Adress Postleitzahl und Ort Germany wenn ja, dann wo genau kann ich es lesen.. Hier in england ist es nähmlich umgekert.. zu erst kommt der Name dann die Firma.. Wäre sehr dankbar, wenn Sie es mir mitteilen könnten. MfG Hellen | |
| [376] Monika Grunert, Santiago de Chile | 11.12.02 |
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E-Mail: mogruta@yahoo.de Es ist verhängnisvoll, wenn man die Kinder etwas Falsches oder Überflüssiges lehrt! Inzwischen lernen schon vier Jahrgänge von Schülern z.B. "kennen lernen", "spazieren gehen", "so genannt", "Furcht erregend", "weit reichend", "schwer wiegend" usw., obwohl es sich hier um seit langem gebrauchte Wörter handelt, die wir auch als solche verinnerlicht haben. Da in diesen und unendlich vielen anderen Fällen die Rechtschreibreform der natürlichen Sprachentwicklung geradezu zuwiderläuft, dürfte das gravierende Folgen für die Entwicklung eines guten Sprachgefühls bei den Kindern haben. Es werden ja ständig neue Wörter mit diesem Mechanismus gebildet. Ganz abgesehen von den feinen Unterschieden, die man durch Getrennt- oder Zusammenschreibung ausdrücken kann! Wir können ja getrost weiter so schreiben, wie wir es einmal gelernt haben, und eine gewaltige Menge von Literatur der Vergangenheit gibt uns Recht. (Man wird doch hoffentlich niemals Thomas Mann in Neuschrieb unter die Augen bekommen). Aber was machen in diesem Durcheinander unsere armen Kinder? Das Chaos in der deutschen Orthographie wird also vor allem deshalb noch Jahrzehnte anhalten, da man diese Reform so früh in den Schulen durchgesetzt hat. | |
| [375] Leo Kraft, München | 08.12.02 |
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Diese sogenannte Rechtschreibreform ist doch völliger Schwachsinn! Im übrigen ist sie nur für Schulen verbindlich. Das wird schon seine Gründe haben. | |
| [374] Rita Heuberg, Dresden | 06.12.02 |
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E-Mail: Rita.Heuberg@t-online.de Ich kann Herrn Mendig (Beitrag 371) nur zustimmen. Da soll man also seit neuestem "Jogurt" statt "Joghurt" schreiben. Jeder Italiener muß doch über so eine Schreibweise lachen, die er "Jodschurt" aussprechen würde. | |
| [373] Monika Grunert, Santiago de Chile | 29.11.02 |
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E-Mail: mogruta@yahoo.de, Homepage: Meine Homepage Hier schreibt Ihnen eine ehemalige Befürworterin dieser unglückseligen Reform: Ich fand das mit dem ss nach kurzem Vokal so schön logisch (klar, als Deutschlehrerin im Ausland). Über den Rest habe ich mir, eingestandenermaßen, nicht so viele Gedanken gemacht, bis ich diese Schreibweisen dann von 1998 an in den Zeitungen lesen mußte und meinen Augen kaum traute: allein Stehende, Zeit raubend, Furcht erregend, Sie kennen diese Verballhornungen ja alle. In diesem Punkt finde ich die Änderungen wirklich schwerwiegend (nicht schwer wiegend, wohlgemerkt): nämlich, wenn sie in die Wortbildung eingreifen, ein Gebiet also, in dem die Herrschaften der Rechtschreibkommission nichts, aber auch gar nichts, zu suchen haben. Hier entscheiden nämlich wir, die Sprechenden und Schreibenden. Der Rest der Änderungen ist so unwichtig und läppisch (Stängel, Gräuel)) und auch ethymologisch falsch (Quäntchen, Tipp), daß man ihn, einschließlich der famosen ß-ss-Regelung vergessen kann. Das bedeutet angesichts des Durcheinanders in der aktuellen Presse und dem noch immer überwiegenden Angebots an seriöser Literatur in bewährter Rechtschreibung nur eines: Rücknahme dieses völlig unzureichend durchdachten Reformversuchs! Man kann nicht stur einen Weg immer weiter verfolgen, wenn man schon längst eingesehen hat, das er falsch ist, nur weil man ihn einmal eingeschlagen hat. Gruß in die Runde Monika Grunert | |
| [372] Julius, Hamburg | 23.11.02 |
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Albtraum hat sich noch nie mit "p" geschrieben, weil das Wort nichts mit den Alpen, sondern dem "Alb" zu tun hat. Auch vor der Reform. | |
| [371] Wolfgang Bildhauer, Mendig | 22.11.02 |
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E-Mail: w.bild@t-online.de Mir tut es schon ordentlich weh, wenn ich sehe, wie da die deutsche Sprache verballhornt wird. Es macht mir geradezu Alpträume, wenn ich Wörter wie "Albtraum" lese oder "Spagetti" (der Italophile liest das als "sbadschetti") oder ganz inkonsequent bei "Ketschup". Wenn hier geändert werden muß, warum dann nicht akustisch korrekt in "Kätschap" oder "Kwark" statt "Quark" wie bei den Niederländern? | |
| [370] Kerstin Müller, Berlin | 05.11.02 |
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E-Mail: Kerstin.Mueller29@gmx.de Herr Melsa schreibt Quatsch! Die Schweizer kennen seit Jahrzehnten überhaupt kein "ß". Schreibweisen wie Basssänger, Bassstimme, Missstimmung sind ihnen geläufig und sehen für sie überhaupt nicht "deppert", sondern völlig normal aus. Kein Schweizer fordert ernsthaft die Einführung des "ß", weil das so lesefreundlich sei. Warum schauen denn die "fff" in Kunststoffflasche nicht "deppert" aus? Vielleicht sollte Herr Melsa noch einen Schritt weiter gehen und die Wiedereinführung des langen s aus der Frakturschrift fordern. Dann könnte man viel leichter die Silben- und Wortgrenzen erkennen, z. B. Wach-stube, aber Wachs-tube. | |
| [369] Christian Melsa, Hamburg | 04.11.02 |
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E-Mail: c_melsa@gmx.net Jo Burger fragte in Beitrag 364: "Wenn 'sss' deppert aussieht, warum sieht dann 'ßs' nicht deppert aus?" Nun, ganz einfach handelt es sich bei ßs nicht um eine Gruppe drei gleicher Buchstaben. Das ist offensichtlich der Grund, aus dem ihr Aussehen für "deppert" gehalten wird. Vor allem beim Buchstaben s ist aber diese Folge besonders leseunfreundlich, weil er vor einem p, t oder gemeinsam mit einem ch anders gesprochen wird als sonst. Bei "Basssänger" klingen alle s gleich, bei "Bassstimme" nicht. Wenn das ß immer, wie bei der normalen (unreformierten) Rechtschreibung am Silbenende steht, dann ergibt sich die Fugenmarkierung, die sehr lesefreundlich ist, zumal es sich um einen Buchstaben mit Oberlänge handelt, im Gegensatz zum s. In Schreibschrift sogar zusätzlich noch mit Unterlänge, diese Eigenschaft weist dort sonst nur noch das f auf. | |
| [368] Kilian Festner, Hamburg | 15.10.02 |
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Yo, Jo. Mach ich. | |
| [367] Jo Burger, Augsburg | 14.10.02 |
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zu [365] wieso schreibt Herr Reich-Ranicki eigentlich Fotographie am Anfang mit "F" und in der Mitte mit "ph"? Fotografie und Photographie sind korrekt. Anders als Lehrer und andere Beamte muss sich Herr Reich-Ranicki nicht an die Regeln halten; er könnte auch Photografie schreiben. Am Besten Sie fragen ihn selbst. | |
| [366] Susanne Eisen, San Francisco, Californien | 14.10.02 |
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E-Mail: omaeisen@earthlink.net Diese ganze Sache bringt mich sogar im Englischen durcheinander. Ich hab angefangen die Englische Wort Trennung im Deutschen an zu wenden (?) und werde unsicher. Mein Schulleben fing mit der Suetterlin-Schrift an, und nach 50 Jahren in Amerika bin ich stolz darauf, dass ich noch "Deutsch" spreche und nicht das Kauderwelsch, was ich in Deutschland hoere. Es wurde schon erwaehnt, (leider kann ich kein sz schreiben, also mueszt Ihr es denken) dasz sss doof aussieht. Ich finde, dasz sz nach langen und kurzen Vokalen bleiben sollte, dann haetten wir Sueszstoff statt Suessstoff usw.... sz war immer am Ende der Silbe als scharfes s, eine sehr practische Regel.Wo ist die Logik zwei Regeln daraus zu machen? Komischer Weise schreibe ich immer ss statt sz wenn ich tippe, aber ich koente mich auf sz umstellen. Ist die Neue Deutsche Rechtschreibung im Internet zu lesen? Ich versuche mit Logik die neuen Regeln aus zu klamuestern, und wenn das nicht richtig ist "too bad". Im Englischen benutze ich die Deutsche Zeichen Setzung, weil sie logisch ist, aber hier ist sie verkehrt. Es scheint, dasz ein grosser Teil der neuen Rechtschreibung ausgedacht wurde, damit es dem Englischen aehnlicher wird und so wenig wie Moeglich (?) "nicht-Englische" Einzelheiten enthaelt. Fuer einen Fremdsprachigen ist es total egal welches Deutsch er lernen muss, das gute alte hatte mehr Logik. Was solls. Ich weisz, dasz man in diesem Brief viele Fehler finden kann , nach alten und neuen Regeln. Ich habe vor mehreren Jahren Amerikanische Kinderbuecher uebersetzt und moechte sie gerne der Aut(h)orin schicken, aber wenn die als "schlechtes Deutsch" gesehen werden hat es ja keinen Sinn, oder? | |
| [365] Kilian Festner, Hamburg | 14.10.02 |
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Hey Joe......mh vielleicht kannst Du mir ja die folgende Frage beantworten: wieso schreibt Herr Reich-Ranicki eigentlich Fotographie am Anfang mit "F" und in der Mitte mit "ph"? | |
| [364] Jo Burger, Augsburg | 14.10.02 |
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Letzter Leserbrief: "Darf man eigentlich auch Ksülofon schreiben?" Blöde Frage. Nein, darf man nicht. "Nussschokolade Nussschale Bassstimme Klingt doch ziemlich deppert...!" Wenn "sss" deppert aussieht, warum sieht dann "ßs" nicht deppert aus?
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| [363] Kilian Festner, Hamburg | 13.10.02 |
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Nussschokolade Nussschale Bassstimme Klingt doch ziemlich deppert...! Darf man eigentlich auch Ksülofon schreiben? | |
| [362] Petra Rösicke, Hamburg | 04.09.02 |
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Also, das einzige, was die Rechtschreibreform bei mir bewirkt hat ist, dass ich jetzt ständig überlegen muss, wie ich was schreiben muss. Die alte Rechtschreibung beherrschte ich ziemlich gut. Jetzt weiß ich nicht mal mehr genau, ob ich die Anrede groß oder klein schreiben muss! Für jemanden, der die deutsche Sprache lernen will, ich es eigentlich auch ziemlich egal, ob man nun dass mit ß oder ss schreibt, weil er in jedem Falle die Regeln kennen muss, wann er ss nimmt und wann nur s. Und dass ich nun Majonäse schreibe halte ich für völligen Blödsinn, weil das nun mal kein deutsches Wort ist! | |
| [361] Beate Muzard, Fresnoy en Thelle - Frankreich | 03.09.02 |
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E-Mail: francois.muzard@worldonline.fr Einfach toll ! Danke, so eine Internet-Seite gemacht zu haben . Ich gebe die Adresse an meine Schüler weiter..... weniger Arbeit für mich ! | |
| [360] Siegfried Müller, Schongau | 16.08.02 |
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Die letzten beiden Einträge von Herrn Bergmann und insbesondere von Herrn Pree belegen auf eindrucksvolle Weise, wie schwer die alte Rechtschreibung zu befolgen ist. Herr Pree liefert dazu noch eine Zeichensetzung, die seine Argumentation wenig unterstützt. Aber das bleibt sich ja "wurscht", was im Übrigen erst im Neuschrieb richtig ist. Altschreiber halten sich an "Wurscht" (großgeschrieben!). Viel bedenklicher bei Franz Pree sind aber seine Schreibweisen wie "gleich zu stellen" und "zurück entwickeln". Die neue Rechtschreibung ist in diesen Fällen die alte, aber die alte ist leider in vielen Fällen bei ihren Fans offensichtlich ebenso unbekannt wie die neue. Selten begegne ich solchen Formen bei eingefleischten Altschreibern, eher bei denen, die sich an der reformierten Schreibung orientieren wollen. Was mich aber zunehmend beschäftigt und den Kopf schütteln lässt, sind eben diese angeblichen Neuschreibungen wie "vor zu stellen" "hinterher laufen", "nach laufen" und dergleichen. Fazit: Nicht alles ist neu, was die Leute für neu halten. Aber dass Altschreiber dieses alte (und neue!) Prinzip auch nicht kennen, ist mir wiederum relativ neu. Aber daran ist nur die reformierte Schreibung schuld, wird Herr Melsa sagen. Ich glaube das nicht. | |
| [359] Karl H.Bergmann, Grasse, (06130);Frankreich | 13.08.02 |
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E-Mail: Bkrlh@aol.com Ich stamme aus Prag,war Beamter der UN-Organisationen, bin jetzt Deutscher,und lebe in Frankreich:Schon immer hat man von Deutschtuemeler Seite an unserer Orthographie herumgebastelt, ohne sich um andere Deutschsprechenden zu kuemmern, insbes. Oesterreich; Schweiz; wie auch viele andere Auslandsdeutsche;oder auch Nichtdeutsche, die noch die deutsche Sprache verwenden. Das hat nur zu einem weltweitem Niedergang der deutschen Sprache viel beigetragen! Man stelle sich nur solches im Franzoesischen,oder Englischem vor?!Keinerlei wertvolle Literatur,Poesie,auch in den Wissenschaften,waere noch verstaendlich! Schon das Verschwinden des Lateinischen hat zu einem Abstand zur international ueblichen wissenschaaftlichen Therminologie (z.B:Medizin,Chemie;Physik) gefuehrt! Soll es so wie im Amerikanischen werden, wo z.B: aus Christmas ein X-mas geworden ist! Es ist eine sehr weitgehend unsinnige Sache, womit ein Durcheinander geschaffen wird! Wem nuetzt das? Wie es schon Goethe bemerkte,machen sich die Deutschen mit ihren "tiefen" Gedanken nur sich selbst und den anderen des Leben schwer! | |
| [358] Pree Franz, Linz | 12.08.02 |
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Ganz gleich welcher Gruppe man anfangs angehörte, spätestens aber jetzt müßten auch die Reformer erkennen, daß sie einen Unsinn sondergleichen geschaffen haben. Ob man ein Wort groß oder klein schreibt, scharfes "ß" oder doppel "ss" scheint mir weniger tragisch und eine Frage des Geschmackes zu sein und hat mit Rechtschreibung wenig zu tun. Anders ist es mit Wörtern die durch die neue Rechtschreibung ihren Sinn ändern. Ich will nicht alle Beispiele neu anführen denn die sind zur Genüge beschrieben worden, aber beispielsweise "lahmlegen - lahm legen", "kurzerhand - kurzer hand", "festschreiben - festschreiben", etc., wenn also durch die neue Rechtschreibung der Inhalt verändert wird, kann das nicht der Sinn einer Reform sein. Reformieren heißt für mich letztendlich verbessern. Ebenso ist es ein Gewaltakt einen Stengel von einer Stange ableiten zu wollen. Und für mich kommt schneuzen auch nicht von einer rotzigen Schnauze sondern von einer rotzigen Nase. Ein weiteres Argument wird von den Reformern gerne eingebracht, daß sich Kinder leichter beim Deutsch lernen tun was ein völliger Unsinn ist. Bei der Frage wann schreibe ich "das" und wann "daß" werden sich die Kinder auch heute mehr oder weniger schwer tun. Ob sie dann daß oder dass schreiben bleibt sich dann wurscht. Die Frage ist ja nicht wie schreibt man daß - dass sondern wann. Auch die Behauptung, die Umstellung sei schwer aber die Kinder werden sich leichter tun, ist unrichtig denn die Sprache ist so und so als Neugebiet zu lernen. Wenn ich heute Weihnachten und Ostern vertausche werden unsere Enkerl auch einmal das als selbstverständlich empfinden und wenn wir dieses mittels Gesetz noch legalisieren wird es dadurch auch nicht richtig. Die Sprache ist lebendig und die Schrift soll nicht etwas anderes aussagen als die Worte. Wir wollen verbessern nicht Vereinfachung, uns nach vorne entwickeln nicht zurück entwickeln. Wir erleben in den letzten Jahren in vielen Bereichen rückschrittliche Reformen. Dazu kommt, daß diese Reformen trotz Protest und negativer Folgeerscheinungen dem Bürger aufgezwungen werden, das einer (modernen) Diktatur gleich zu stellen ist. Auf dieser Ebene sind auch die Reformer zu sehen. | |
| [357] Christian Melsa, Hamburg | 04.08.02 |
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E-Mail: c_melsa@gmx.net Lieber Siegfried Müller, Sie bemerken so scharsinnig sprachliche Ungenauigkeiten, wie etwa beim Fall "umfahren", die die Rechtschreibung nicht kompensiert. Sie scheinen dies also auch als Mangel zu sehen. Dann müßte Ihnen doch aber aufgefallen sein, daß die neue Rechtschreibung in dieser Hinsicht zweifellos noch weitaus mangelhafter ist als die alte. Reformbefürworter gestehen diese Mängel oft sogar teilweise ein, diese seien aber der Preis für die Vereinfachung der Regeln. Doch eine wirkliche Vereinfachung hat nicht stattgefunden, das läßt sich durch einen Umfangvergleich des Reformregelwerks mit den vorigen amtlichen Regeln (die des Rechtschreibdudens von 1991) leicht erkennen. In wenigen Fällen sind gewisse Klauseln weggefallen, die den meisten Schreibern aber zuvor gar nicht systematisch bewußt waren, weswegen der Wegfall am Ende keine Erleichterung, sondern zusätzlichen Lernaufwand bedeutet (auch für junge Schreibenlernende, falls sie nicht von den überall anzutreffenden Schriften in alter Orthographie verunsichert werden wollen). Im Bereich Getrennt-/Zusammenschreibung und Groß-/Kleinschreibung hat es aber schon ganz unabhängig davon ganz gewiß keine Vereinfachung gegeben, ganz im Gegenteil. Das muß Ihnen doch auch schon aufgefallen sein, wenn Sie mit der Materie näher vertraut sind. | |
| [356] Siegfried Müller, Schongau | 03.08.02 |
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Diese Eislauf-Diskussionen ins Lächerliche zu ziehen, darauf hätte ich vor ein paar Jahren noch Lust gehabt. Aber ich bin mir im Klaren, dass dies heute keinen Sinn mehr macht, weil die alten Schreiber weiterhin ins Lächerliche ziehen (groß) und im klaren sein (klein)schreiben wollen, aber leider "die Polizisten vorsichtig oder rücksichtslos umfahren" schreiben müssen, ohne dass sie den veränderten Sinn mit ihrer Rechtschreibung unterscheiden können. Im Übrigen, ich laufe nicht gerne Eis. Aber das Eis läuft mir im Sommer manchmal übers Kinn, wenn ich an die alten Schreiberlinge und Namensvettern denke! | |
| [355] Maximilian Müller, München | 02.08.02 |
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E-Mail: the_summer_of_my_life@yahoo.com Also, mein Namensvetter Herr Müller aus dem Schongau muß offensichtlich einer der Initiatoren der Rechtschreibreform sein, da es aus Reihen der Bevölkerung und damit meine ich nicht die Schüler, die die Reform aufgezwungen bekommen haben, bestimmt nur wenige Leute gibt, die der diktatorischen Reform zustimmen würden. Schleswig-Holstein hatte es vorgemacht, die Bevölkerung wollte sie nicht, aber man hat mal wieder gesehen, wieviel so ein Bürgerentscheid wert ist...:( Als Abschluß gebe ich mal wieder ein Beispiel aus der neuen Rechtschreibung, das wieder aufzeigt, wie schwachsinning sie ist: "eislaufen" wird zu "Eis laufen". Also, im Sommer läuft mein Eis auch ab und zu aber im Winter geh ich dann doch lieber zum eislaufen, einfach weil´s logischer ist...alles klar? | |
| [354] Christian Melsa, HH | 31.07.02 |
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E-Mail: c_melsa@gmx.net Ich weiß nicht, was daran nun sooo vermessen sein soll. Natürlich geht es um andere Dimensionen, aber in Endeffekt haben die Probleme überall die gleichen Wurzeln. Machtstrukturen, die am Volk vorbei handeln. Um deren Bekämpfung geht es doch eigentlich immer. Ungerechtigkeiten, Anmaßungen, Unterdrückung von Wahrheiten, Propaganda, Ausbeutung von was auch immer... Durchaus vergleichbar. Mich wundert, daß es noch Leute gibt, die sich genauer mit dem Thema auskennen und denen das anscheinend noch nicht selber aufgefallen ist. Warum wird eine Maßnahme in einem demokratischen Staat überhaupt umgesetzt, wenn bekannt ist, daß die große Mehrheit dagegen ist? Was hat das noch mit Demokratie zu tun? Die neuen Schreibweisen sind das Zeugnis eines Demokratiebruchs. Deswegen nerven sie um so mehr. Sie erinnern ständig an den Zustand unseres realen Staatswesens. Wenn sie wenigstens besser wären. Aber sie sollen ja nur einfacher sein, ach so. Klar. Sind sie das? Das kann doch niemand im Ernst behaupten, der weiß, was wirklich los ist. Die Beliebigkeit ist größer denn je. Was hat das noch mit Orthographie zu tun? Da kommen ein paar selbsternannte Reformer mit einem Haufen Blödsinn in einen gutgepflegten, sauberen Garten, erkennen nach einigen Hinweisen dann doch, was sie angerichtet haben, rühren in dem Krempel ein wenig um und heben den einen oder anderen Kram wieder auf und erwarten dann, daß man damit dann zufrieden ist, wo es doch vorher schon alles in Ordnung war, jedenfalls besser als jetzt! Wer bestreitet das? Bitte sehr, der soll mir mal zeigen, wo die Reform erfolgreich für bessere Zustände gesorgt hat. In welcher Hinsicht ist was wirklich überzeugender als vorher? Tut mir leid, ich habe ja nichts grundsätzlich gegen Reformen, wenn sie gut sind, aber diese ist nun einmal nicht gut. So einfach ist das. Oder etwa nicht? Habe ich etwas übersehen? Und wo soll angeblich die Kritik immer widerlegt worden sein? Das hört man ja immer wieder. Aber es gibt wirklich kaum etwas, das an der Reform weder auf Anhieb noch nach längerem Nachdenken mehr Sinn macht als das überall bereits Etablierte. Ich finde es einfach nur komisch, daß da überhaupt doch so viele mitmachen. Warum tun sie das? Warum muß man eigentlich das Rad neu erfinden? Und dann ist das neue auch noch schlechter. | |
| [353] Siegfried Müller, Schongau | 30.07.02 |
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Einfach genial! Jetzt stehen die Fans der alten Schreibung schon in der Tradition von M.L.King, Mandela und Greenpeace. Also, Kampfansage an die Unterdrücker, sprich Reform-Befürworter! | |
| [352] Christian Melsa, Hamburg | 30.07.02 |
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E-Mail: c_melsa@gmx.net Übrigens fällt mir noch gerade auf, daß die Beiträge von Siegfried Müller fast immer darauf hinweisen müssen, wie "verbissen" die Reformgegner doch seien. Man kann natürlich z. B. auch die Strebsamkeit von Personen wie Martin Luther King oder Nelson Mandela, mit der sie gegen Rassismus vorgegangen sind, als verbissen bezeichnen. Oder die Aktionen von Greenpeace zum Schutz der Natur vor der ausbeuterischen Gier des Menschen. Oder das Gebaren von Dissidenten in der DDR. Und so weiter. Immer diese verbissenen Aktivisten, die sich Mißstände nicht gefallen lassen wollen! Wenn die doch bloß alle Ruhe gäben, was wäre das für eine tolle Welt, gell? | |
| [351] Christian Melsa, Hamburg | 30.07.02 |
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E-Mail: c_melsa@gmx.net Nachtrag (um Mißverständnissen vorzubeugen): Die demokratische Legitimation der Zusammensetzung eines Parlaments ist aufgrund des Entscheidungsprozesses die gleiche wie bereits das Gesetz an sich, das ein Volkentscheid schafft. Das heißt, das Volksgesetz und das Parlament sind in dieser Hinsicht auf gleicher Ebene, nicht jedoch das Volksgesetz und ein Gesetz, das von diesem Parlament erst geschaffen wird. Selbstverständlich ist ein per Referendum abgesegnetes Gesetz demokratischer als eines, das nur von (nominellen) Repräsentanten verabschiedet wird. Nicht nur die Rechtschreibreform an sich, sondern auch die Ereignisse im Rahmen ihrer Durchsetzung sind ein klares Indiz für den Demokratieverfall in diesem Staat, somit auch für den Werteverfall der politischen Klasse, der ja auch an anderen Stellen immer öfter beobachtet werden kann. | |
| [350] Christian Melsa | 30.07.02 |
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Übrigens sind die meisten neuen Schreibweisen für die Schüler nach nun schon jahrelanger Praxis voll akzeptiert, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen! Für diese Aussage würde ich gerne einmal die Belege sehen. Die letzte Untersuchung zur Akzeptanz der Rechtschreibreform in der Bevölkerung wurde im März/April 2002 vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Die Hälfte der befragten Personen fordert die Rücknahme der Rechtschreibreform. Ganze 10 Prozent bezeichnen sich als Befürworter der Rechtschreibreform, über die Hälfte als Gegner, dem Rest ist die Sache gleichgültig. Sie können ja mal nach Umfrage- bzw. Abstimmungsergebnissen suchen, die eine mehrheitliche Akzeptanz der neuen Rechtschreibung zeigen. Die Suche wird aber erfolglos bleiben, denn so sieht die Wirklichkeit nun einmal nicht aus. Man darf die Medienwirklichkeit nicht mit der wahren Welt verwechseln. Die Medienwirtschaft wird von wenigen Megakonzernen dirigiert, die durchaus ihre eigenen Interessen verfolgen (eine Rechtschreibreform forciert auch Neuanschaffungen von Buchbeständen, in erster Linie orthographische Nachschlagewerke usw., die sonst nicht nötig gewesen wären). Die heutigen Medien werden von Kartellen herausgegeben, freie Presse ist eine Ausnahmeerscheinung. Wenn hauptsächlich wegen Einführung der dpa-Orthographie bei den meisten deutschen Nachrichtenagenturen der Großteil der deutschsprachigen Presse ebenfalls versucht, irgendwie neuartig zu schreiben (die "echte" Reform wird einerseits absichtlich, noch öfter aus Versehen wegen mangelnder Beherrschung der neuen Regeln nicht umgesetzt), dann kann man daraus nicht schließen, die Reform sei in der Allgemeinheit akzeptiert. Das ist nur die Scheinwirklichkeit, die andauernd bemüht wird, um die neue Rechtschreibung besser dastehen zu lassen als sie ist. Der schleswig-holsteinische Volksentscheid hat 1998 gezeigt, was das Volk wirklich will. Die Erhebungsmethode ist absolut identisch mit der Methode, die bei der Wahl der Parlamente und Regierungen in unserem Land angewandt wird. Daraus folgt, daß die demokratische Legitimation dieser Parlamente und Regierungen dieselbe ist wie die des Gesetzes, das mit jenem Volksentscheid geschaffen wurde (jedoch ein Jahr später von den "Volksvertretern" des Kieler Landtags wieder abgeschafft wurde) und exotische Orthographieexperimente in den Schulen unmöglich gemacht hätte. | |
| [349] Berndt Meyer, Halle | 26.07.02 |
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E-Mail: Catulus@t-online.de Es erscheint, als wäre das Thema Rechtschreibung für viele zum Problem erst damit geworden, da man neue Regeln eingeführt hat. Viele kannten die alten nicht, daher haben sie Schwierigkeiten mit den Umsetzung der neuen. Was mir indes auffällt, ist, daß die Sprache doch die neuen Regeln quantitativ aufgebläht wurde. So sind die Dreibuchstabenkonstrukte genauso kritisch zu bewerten wie das Auseinanderschreiben von logischen Einheiten, wie es zum Beispiel bei "radfahren" so ist. Sage ich "Rad fahren", meine ich nicht das "Fahrradfahren", sondern das Fahren mit irgendeinem Rad, also einem Ein-, Zwei-, Drei- bzw. einem Fahrrad. Das Wort "Stengel", stammt nicht von "Stange" ab, dennoch wird es jetzt "Stängel" geschrieben, wie die Umlaute freundlicherweise nun mehr zum Einsatz kommen, was man als Antiinternationalisierung bezeichnen kann. Schließlich muß der Ausländer die Sprache als Fremdsprache lernen, nicht wir! Wenn in einem Testament einer Frau zu lesen ist: "Alles bleibt beim Alten!", weiß heute keiner so richtig, ob sie ihren Mann oder die alte Absprache innerhalb der Familie meint. Wenn früher st nicht getrennt werden dürfte, so ist dies plötzlich möglich, warum eigentlich? Nun, darüber hinaus könnte man fragen, was dies soll, warum a) mehr Großschreibung, b) Trennen von zusammengesetzten Einheiten, c) mehr Umlaute, d) drei Buchstaben ( Schiffahrt mit drei f ), e) Verlängerung der Worte, mit zwei Ausnahmen ( rauh und Känguruh sind alle Wörter entweder gleich lang geblieben oder länger geworden ) notwendig waren. Wer aufgepaßt hat, weiß, daß dies alles zu einem Mehrverbrauch von Tinte, Papier und somit zu einem größeren Umsatz führt. Zudem wird man in Zukunft wohl genauer beschreiben müssen, was man meinte. Wenn etwas nicht aus dem Kontext ersichtlich wird, so muß man Dinge näher erläutern, was wieder Tinte und Papier kostet. Ließt jemand zum Beipiel die Worte "sicher gestellt", so kann dies nach dieser Rechtschreibung, die ich prinzipiell ablehne, sowohl die Sicherstellung von Gegenständen, als auch das sichere Stellen eines Verdächtigen auf eventueller Flucht heißen. Zudem verleitet mehrfachen erklären von Sachverhalten zu berichthaften Darstellen, spielerische Wendungen werden in bezug auf die zu erwartende Verständlichkeit zu riskant und werden unterbleiben, was ich als Sieg der Technokraten werte, die dieses Regelwerk zu verantworten haben. Die Befürworter kann ich somit nicht verstehen, obwohl ich einer Abschaffung des "ß" ( und der Großschreibung aller Substantive !! ) positiv gegenüberstünde, was aber im Zusammenhang mit den anderen Neuerungen nicht meine Ablehnung mildern kann. Eine Aufweichung der Regeln ist notwendig, daher sollten auch andere Zeitungen als die FAZ sich deren Position anschließen. Mit freundlichen Grüßen Berndt Meyer | |
| [348] Milli & Katha 7a FLG, das wissen sie doch selbst | 26.07.02 |
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Homepage: Meine Homepage | |
| [347] Maximilian Müller, München | 22.07.02 |
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E-Mail: the_summer_of_my_life@yahoo.com, Homepage: Berechtigte Kritik an der Neuen "Rechtschreibung"! Also, ich will ja nicht unseriös erscheinen, aber die sogenannte Neue Rechtschreibung kann man wirklich nur auslachen. Wie kann man allen Ernstes versuchen solche schwachsinningen Sachen wie beispielsweise "allein Stehend" zu verteidigen und gutzuheißen oder ist es Gut zu heißen? Die Kleinschreibung der persönlichen Anrede ist ein zweiter Punkt, der nicht nur lächerlich ist, sondern Gott sei´s gepriesen auch von den wenigsten angewendet wird. Gerade Werbemacher nehmen gern weiterhin die Großschreibung der Anrede, da es einfach sehr unhöflich ist, die Zielgruppe "klein" ansprechen zu wollen. Aber das wichtigste, kürzeste und wohl einfachste Argument gegen die Rechtschreibreform ist wohl : WIR WOLLEN SIE NICHT! Danke für Euer Verständnis! | |
| [346] Manfred Maronde, Neuruppin | 20.07.02 |
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E-Mail: MarondeM@aol.com Mit Freude lese ich hier, dass mein umfangreicher Leserbrief den Streit zwischen Anwendern der neuen und der alten Regeln neu befruchtet hat. Auch die Bereitschaft, längere Beiträge zu verfassen, dient sicherlich dem Ziel, mehr Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen. Dies war meine wichtigste Absicht. Daneben kommt es mir darauf an, den Befürwortern des neuen Regelwerkes Mut zu machen, zu ihrer Entscheidung zu stehen und diese nach außen zu vertreten. Herrn Melsa danke ich für die intensive Streitschrift. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich hier auf einzelne Punkte noch antworten. Vorab ist mir jedoch aufgefallen, dass auch von Ihnen, Herr Melsa, Argumente angeführt wurden, die sich ebenso gut für das neue Regelwerk verwenden lassen. | |
| [345] Gisela Warfsmann, Norderney | 13.07.02 |
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E-Mail: gisela.warfsmann@leuchtturm-fewo.de Neue Rechtsschreibung hin oder her.Bisher habe ich mich angepaßt,wenn es mir bewußt wurde.Die Gewohnheit ist meist aber stärker. Nun habe ich aber Enkel, denen ich Briefe schreibe. Um sie nicht zu verwirren, muß ich mich wohl umstellen. Vieles macht ja der Computer automatisch, aber suchen sie mal spontan im Internet,weil sie ein Wort gerade verwirrt. So bin ich auch hier gelandet und weiß im Augenblick gerade nicht:"Wie schreibt man "Grüße", so oder doch so: "Grüsse". Darum Grüße ich Sie (so sieht man es überall) Gisela Warfsmann | |
| [344] Siegfried Müller, Schongau | 10.07.02 |
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Es ist wirklich kaum noch auszuhalten, wie dieses Forum von den verbissenen Gegnern der Reform zugemüllt wird. Aber warten wirs einfach ab. Irgendwann wird auch dieser Müll von Melsa & Co. entsorgt. Sicher auch mein eigener, der aber schon vom Umfang her leichter überschaubar ist. Übrigens sind die meisten neuen Schreibweisen für die Schüler nach nun schon jahrelanger Praxis voll akzeptiert, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen! | |
| [343] Georg Turek, Bad Homburg | 26.06.02 |
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Homepage: www.spiegel.de Entdecke den Rechtschreibfehler (www.spiegel.de) Deutschland - Südkorea 1:0 "Auch in München wollten die Fans feiern - auf der Leopoldstraße. Dass das dort nicht so fröhlich klang und aussah, mag auch an den Scharen von Polizisten liegen, die Regeln für das richtige Feiern aufgestellt hatten. Sie verteilten Flugblätter mit der Überschrift "Fair feiern". Drauf zu sehen sind eine rote und eine gelbe Karte. Verboten ist demnach eigentlich alles, was der fröhliche Fan tun möchte: Hupen, auf der Kühlerhaube sitzen, aus dem Autofenster lehnen: Rote Karte! Angedroht werden dafür - in Form von Strafanzeigen - Führerscheinentzug, Gewahrsamnahme oder gleich die Festname... Ja dann, noch fröhliches ausgelassenes Feiern!" | |
| [342] Christian Melsa, Hamburg | 17.06.02 |
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E-Mail: c_melsa@gmx.net Aha, nun wissen wir fanatischen Reformgegner ja, wer Vitzliputzli ist und können unsere Reifenstecher losschicken. Doch zuvor noch ein Kommentar zu der Rezension in Beitrag 341. Das Werk soll die Übergangsphase, in der im nicht-amtlichen Bereich die Menschen ihre Schreibung der 1995/96 geänderten Regelung allmählich anpassen, möglichst weit strecken. Bemerkenswert: Der Autor hält es anscheinend für völlig unmöglich, daß am Ende der Übergangsphase wieder zu der Rechtschreibung übergegangen wird, für die Icklers Wörterbuch ein gewichtiges Argument darstellen soll. Dies ist schon einmal als grundsätzliche Voreingenommenheit zu verbuchen. Zu diesem Zweck kodifiziert er die Rechtschreibregelung, die 1995 förmlichaußer Kraft gesetzt wurde, mit – z.T. erheblichen – Abwandlungen aufs Neue, und zwar in Gestalt einer Wörterliste und eines von ihm formulierten Regelapparates. Nein, das tut er eben nicht. Weder 1995 noch zu einem anderen Zeitpunkt wurde diese Rechtschreibung außer Kraft gesetzt, sie ist gegenwärtig immer noch quicklebendig. Außer Kraft wurde das Dudenprivileg gesetzt, und bei der Gelegenheit meinte man unbedingt irgendwelche Änderungen in die Rechtschreibung bis hin zu welchen an überall eingebürgerten schriftlichen Ausdruckskonventionen einführen zu müssen. Was Ickler beschreibt, ist eben nicht die bisherige Dudennorm, sondern der tatsächliche Gebrauch in modernem, kultiviertem Schriftgut. Es ist unverkennbar, dass diesem Werk seiner Natur nach ein normativer Anspruch innewohnt, wie er schon im Begriff der Rechtschreibung als notwendiges Begriffsmerkmal enthalten ist und wie ihn der Vf. z.B. S.12 durchscheinen lässt. Eigentlich ist es eher unverkennbar, daß Ickler sein Wörterbuch nicht als Lösung in der Zwangsvorschrift, sondern als Empfehlung versteht, die der lebendigen Fortentwicklung genügend Raum läßt. Das gilt auch dann, wenn der Verfasser unzutreffenderweise sein Werk überwiegend (ganz eindeutig wird nicht, wie er das gesehen wissen will) als deskriptiv kennzeichnet. Wer das nicht versteht, der hat sich das Vorwort nicht richtig durchgelesen oder will es nicht verstehen. Die Korpora sind führende Zeitungen und andere anspruchsvolle Literatur, auch Klassiker. Also Texte, die eine möglichst hohe sprachliche Güte besitzen. Anhand dieser Daten läßt sich leicht erkennen, was bewußt und absichtlich so geschrieben wurde und das an verschiedenen Stellen von verschiedenen Leuten und was offensichtlich aus Versehen passiert ist, ein Fehler oder eine unkonventionelle Schreibweise, die nicht der Norm entspricht. Dieselben Untersuchungen, die man auch auf andere Ebenen der Sprache anwendet, um sie zu erforschen. Das Erscheinungsbild des Wörterverzeichnisses ist spröde und wenig anziehend. Es lädt nicht zum Blättern und Anlesen einzelner Stichwort-Artikel ein. (...) In diesem Absatz wird zwar strenggenommen nichts Falsches behauptet, aber diesen Dingen so viel Aufmerksamkeit zu widmen, ist dem Buch nicht angemessen. Es handelt sich bei ihm in erster Linie um ein greifbares Argument in einer aktuellen gesellschaftlichen Diskussion. Man kann von diesem Ein-Mann-Werk nicht erwarten, daß es mit dem gleichen Produktionsaufwand wie ein Duden- oder Bertelsmann-Wörterbuch auf den Markt kommt, noch dazu gleich in der ersten Ausgabe. Wer ein Buch sucht, das zum Blättern einlädt, sollte sich lieber den neuen Otto-Katalog ansehen oder ein Lustiges Taschenbuch kaufen. Bei der Rezension eines Telefonbuchs den unspannenden Inhalt zu beklagen, wäre auch albern. Mehr noch als die äußere wird die innere Ausgestaltung der Einträge verhindern, dass Icklers »Rechtschreibwörterbuch « Freunde gewinnt. Wer der Besprechung nach solchen Sätzen noch einen auch nur annähernd objektiven Autor zutraut, muß ziemlich naiv sein. Es trieft aus allen Ritzen, daß hier krampfhaft etwas madig gemacht werden soll. Das darf man bei der Bewertung dieser Rezension nicht aus dem Auge verlieren. Sinnvoll könnte eine nackte Wörterliste nur als »Orthographikon« sein, als amtlich festgestellte Liste, welche, über das Wörterverzeichnis des amtlichen Regelwerks hinausgehend, die reformierte Schreibung aller Wörter des Allgemeinwortschatzes zeigt. Da hat er es schon beinahe erfaßt, was die Intention des Buches ist. Jedoch kommt er nicht von seinem Fetisch der Amtlichkeit los, und ohne Reform scheint für ihn auch keine Welt existieren zu können. Eigentlich müßte sich der Mann wundern, daß überhaupt eine deutsche Sprache entstehen konnte, bevor es Ämter gab. In anderen Ländern gibt es auch Orthographien, ohne daß Ämter sich um deren Normierung kümmern müssen. Als Darstellungsform eines Wörterbuchs, das den Duden verdrängen soll, ist eine solche Liste nicht geeignet. Daß es den Duden verdrängen soll, ist eine Herausforderung, die der Rezensent hier einbringt. Ickler hat selbst mehrmals gesagt, daß das nicht sein Ziel ist. Er wünscht sich ja geradezu die Konkurrenz bei seinem Ansatz. Würde Duden (oder wer sonst auch immer) sich auch auf diesen besinnen, würde er das doch freudig begrüßen. Wer weiß, was Riposte ist, wird dieses Wort auch orthografisch zu schreiben wissen, ohne nachschlagen zu müssen. Das kann man natürlich über jedes Wort sagen. Wenn man so denkt, wird man jedes Rechtschreib-Wörterbuch für überflüssig halten. Eigennamen in Rechtschreibwörterbüchern sind in jedem Falle problematisch. Gilt das auch für die Eigennamen, die in allen anderen Wörterbüchern auch vorkommen? Wieso soll das in jedem Falle problematisch sein? Ein Bedarf, Eigennamen nachzuschlagen, kann doch genauso bestehen wie für jedes andere Wort auch! Die Einträge erlauben ein Beruferaten der besonderen Art: Freud war Arzt, Jung hingegen Psychologe und Adler Psychiater, Hindenburg Reichspräsident, Ebert jedoch dt. Politiker. Diese Bezeichnung schreibt Ickler, obwohl er an anderer Stelle (S. 415) auch »dt. Widerstandskämpfer« kennt, ebenfalls Goerdeler zu, der damit in dieselbe Sparte fällt wie der eine Zeile darüber verzeichnete Goebbels. Auch einer der schlimmsten antisemitischen Hetzer, Julius Streicher, ist einen Eintrag in dieses Rechtschreibwörterbuch wert, kategorisiert wie Friedrich Ebert als dt. Politiker. Die Personenauswahl und die Kennzeichnungen sind nichts als peinlich. Ein Wörterbuch ist nicht der Ort, politische Karrieren zu bewerten. Weder das Vorkommen des Stichworts noch dessen Kennzeichnung sollen eine Wert- oder Geringschätzung des Trägers des jeweiligen Eigennamen ausdrücken. Daß der Rezensent zu solch merkwürdiger Kritik greift, sagt einiges über dessen Motivation und die Armut an Mängeln des Rezensionsobjekts dort, wo es, richtig bewertet, wirklich drauf ankommt. Zum Regelapparat: Der Frage nach dem Geltungsgrund seiner Festsetzungen versucht Ickler durch mehrere verunklärende Bemerkungen zu entgehen. Er verschweigt, dass der Geltungsgrund der »bewährten« alten Orthografie im Bundesratsbeschluss von 1902 und den übereinstimmenden Regelwerken der deutschen Bundesländer bestand. Unzutreffend behauptet er, die alte Orthographie habe eine nicht nur von den amtlichen Regelungen, sondern auch vom Duden unabhängige Existenz gehabt. Wenige Worte später gesteht Schoebe, daß der wirkliche Schreibgebrauch ein üblicher Begriff ist. Man fragt sich, wo bei ihm die Verständnislücke bestehen kann. Auch der Begriff "deskriptiv" müßte ihm doch eigentlich geläufig sein. Trotzdem argumentiert er streckenweise so, als seien ihm solche Methoden und Paradigmen völlig fremd. Ickler bezeichnet seinen Kodex als eine »Neudarstellung des wirklichen Schreibgebrauchs«. Das muss den Leser verwirren, da üblicherweise Schreibgebrauch als Gegenbegriff zur geregelten Schreibung verwendet wird. Der wirkliche Schreibgebrauch ist dadurch gekennzeichnet, dass er gerade nicht in allem den Rechtschreibregeln entspricht und eine große Varianzbreite individueller Abweichungen aufweist, die sich kaum je alle aufzeichnen lassen. Der wirkliche Schreibgebrauch als Richtschnur für rechtes Schreiben? – in Hinsicht auf die theoretische Grundlegung ist Icklers Werk ein hölzernes Eisen. Der Vf. legt dar, er habe seine Festlegungen gewonnen durch eine »computer-gestützte Nachprüfung an umfangreichen Textsammlungen« (S.13) (Computereinsatz gilt heutzutage bei manchen schon als Glaubwürdigkeitsnachweis). Allerdings beansprucht er ausdrücklich - und das ist entscheidend – das souveräne Recht, einzelne (auch häufig vorkommende) Schreibweisen zu verwerfen. Der Vf. will also in Wahrheit nicht den wirklichen Schreibgebrauch aufzeichnen, sondern orthografische Festsetzungen treffen, und dies ersichtlich statt aus Prinzipien mit anscheinend unbegrenztem Spielraum seiner Willkür. Es geht mithin in Wahrheit nicht um Deskription, in der festgehalten wird, was ist, sondern um Nomothesis, in der gesetzt wird, was sein soll. Der selbst ernannte Legislator möchte sich also tarnen als – so wörtlich: – »Lexikograph«. Ob er wohl glaubt, daß die Enzyklopädisten der Aufklärungszeit sich den Inhalt ihrer Werke frei ausgedacht haben und damit erst die Wirklichkeit schufen, die sie damit beschrieben? Die Beschreibung der vorliegenden Verhältnisse und der an ihnen zu beobachtenden Regelhaftigkeiten ist doch die Grundaufgabe von wissenschaftlicher Forschung überhaupt! Daher ist es erstaunlich, wie skeptisch der Rezensent dieses Vorgehen hier bewertet. Er blendet auch aus, daß Ickler an keiner Stelle fordert, sein Wörterbuch solle nunmehr zum Dogma erhoben werden. Er hat eine deskriptive Lösung vorgelegt, viel näher am Gebrauch als der alte Duden (und damit auch viele kleine Probleme gelöst, die die Reformer immer wieder als Gründe für die Reformbedürftigkeit der Rechtschreibung angeben), andere sind ausdrücklich eingeladen, es besser zu machen. Wirklich bemerkenswert an Schoebes skeptischer Haltung ist aber, daß sie die teils völlig an den Haaren herbeigezogenen Festlegungen der Rechtschreibreform erst recht attackieren müßte. Die macht er sich aber anscheinend kritiklos zu eigen, jedenfalls ist er offensichtlich bereit, sie in seinem Text anzuwenden. Es ist beinahe selbstverständlich, dass Ickler an dem Verbot festhält, am Wort- oder Silbenende -ss zu schreiben. Dieses Verbot ist schon lange funktionslos. Es hätte schon 1941 abgeschafft werden können, als alle Druckereien auf die heute allgemein gebrauchte Antiquaschrift umstellen mussten und die deutsche Kurrentschrift (z.B. nach dem System Sütterlin) nicht mehr gelehrt wurde. In diesen alten Schriftarten wurde ein »Schluss-S« von einem »Lang-S« unterschieden, Lang-S durfte am Wort- oder Silbenende nicht geschrieben werden; die Ligatur ß am Wort- oder Silbenende nach kurzem Vokal (z.B. Nuß, wäßrige Lösung) war nichts anderes als die Kombination von Lang+Schluss-S. - Dem Schreibenden wird bei Ickler mithin auch die alte Zusatzregel für die fallweise Umwandlung von ss nach kurzem Vokal in ß (z.B. Kuss ’ Kuß) weiterhin zugemutet. Man kann natürlich auch die Reformregelung als Verbot bezeichnen, nach langem Vokal oder Diphtong ss zu schreiben. Das muten die Reformer den Schreibenden doch auch zu (außer den Schweizern). Immerhin erkennt Schoebe ja, daß das ß eine Ligatur ist. Es handelt sich um ein Sonderzeichen, das in jedem Fall irgendwelchen Sonderregeln unterworfen ist. Daß da irgendwelche Verbote funktionslos seien, weil 1941 mal irgendeine Situation bestanden hat, spielt bei dem Vergleich alte / neue Rechtschreibung überhaupt keine Rolle. Selbst Reformgegner halten die Abschaffung dieser besonderen Regelung für begrüßenswert. "Für noch eines der harmloseren Ärgernisse" entspricht wohl eher den Tatsachen. Unterm Strich weist die Adelungsche Variante mehr Vorteile auf als die Heysesche. Das ist an anderer Stelle schon ausführlich behandelt worden. Es gelingt Ickler übrigens nicht, die Regeln über das ß fehlerfrei (von seinem Standpunkt aus) zu formulieren. Seine Umwandlungsregel erfasst die von ihm selbst gegebenen Beispiele »haßt, gehaßt« nicht mit. Auch die Bedingung, nach langem Vokal stehe ß nur vor einem Vokal, ist fehlerhaft, wie das von ihm selbst gegebene Beispiel Gruß zeigt. Was unter dem »t eines Suffixes« zu verstehen sein soll, ist Icklers Geheimnis. Es ist nicht zu übersehen: Ein Ausweis für solide Arbeitsweise ist Icklers § 4 »Über das Zeichen ß« nicht. Natürlich treffen auch die Reformregeln zum s-Laut nicht in allen Einzelfällen zu. Der Buchstabe s wird eben nicht immer nach kurzem betonten Vokal verdoppelt. Sowohl Heysesche als auch Adelungsche Regel erfassen nur die Frage, ob ss oder ß. Wenn das in Icklers Regelwerk noch nicht ganz richtig dargestellt ist, muß es an dieser Stelle eben noch ergänzt werden. Aber da es bisher nicht einmal ein Drittel der Länge des Reformregelwerks ausmacht, ist da ja noch genügend Raum vorhanden. Aber jetzt führt Ickler für die meisten Verbzusätze (Wörter, »die ganz verschiedenen Wortarten angehören«) den Begriff der »fakultativen Zusammenschreibung« ein; Zusammenschreibung sei »nur mehr oder weniger üblich«, sie geschehe »mehr oder weniger regelmäßig«, Getrenntschreibung »ist dann nicht falsch, Zusammenschreibung aber oft besser«. Wann und unter welchen Bedingungen und wieso besser, wird nicht gesagt. Und ob das gesagt wird. Im Regelwerk finden sich Angaben dazu. Was wirklich noch etwas fehlt, sind genauere Angaben unter den Stichwörtern, wenn Zusammenschreibungen eine bestimmte Bedeutung haben. Aber eigentlich sind die Motive, die zu Zusammenschreibungen führen, leicht intuitiv zu erfassen. Wenn dieselben Unterscheidungen in der Rede zu besonderer Betonung führen, ist schließlich auch jedem geübten Sprecher der Sprache klar, was damit gemeint ist. Zusammengeschrieben wird, wenn der Zusatz sich integral auf das Wort bezieht, mit dem er verbunden wird, wenn also eine nähere Beziehung besteht als bei der Getrenntschreibung. Das Motiv ist die Differenzierung von einer eigentlicheren Bedeutung der Wörter im Fall der Getrenntschreibung. Es ist ähnlich wie bei der Setzung von Klammern bei Rechentermen. Im Unterschied zu der Reformregelung führen die Freiheiten, die Ickler läßt, aber nicht dazu, daß bislang übliche und bekannte Zusammenschreibungen nicht mehr existieren dürfen. Das ist doch das, was die Reformgegner beklagen, neben der Künstlichkeit und Praxisuntauglichkeit der Kriterien in den neuen Regeln. Das ist zweifellos ein Bruch mit der Rechtschreibtradition. Nein, das ist nur ein Bruch mit dem Duden an einer Stelle, die ohnehin eben gerade nicht der real existierenden Rechtschreibtradition entsprach. Ickler dekretiert in der Zusammenschreibungsfrage Beliebigkeit. Er gibt die viel beschworene »Einheitlichkeit« der Rechtschreibung wirklich auf. Icklers Ausführungen zur Sache besagen in klarem Deutsch, dass er nicht imstande war, dem Schreibbrauch irgendwelche Prinzipien über die Zusammenschreibung abzulesen, auch nicht für eine Kernzone. Dieses Urteil besagt eher, daß Schoebe nicht imstande war, die dargelegten Prinzipien wahrzunehmen. Irgendwie muß er Tomaten auf den Augen gehabt haben. Der Verbindungsbogen zwischen fakultativ zusammengeschriebenen Wörtern besagt nicht, daß es völlig einerlei sei, ob das jeweilige Wort zusammen oder getrennt geschrieben wird, sondern schlicht und einfach, daß beide Möglichkeiten vorkommen. Daß Bedeutungsangaben fehlen, hängt wohl eher mit der begrenzten Arbeitskapazität bei der Abfassung des Wörterbuchs zusammen. Die Priorität war zunächt einmal, übliche Schreibweisen zu verzeichnen. Andere für ein Wörterbuch in Frage kommenden Zielsetzungen lagen hier erstmal nicht vor. Die viel gescholtenen Mitglieder des Internationalen Arbeitsausschusses hatten sich im Gegensatz zu ihrem Kritiker erkennbar der Mühe unterzogen, in der bestehenden Rechtschreibung Gesetzmäßigkeiten aufzuspüren und diese zu extrapolieren, überwiegend mit überzeugenden, zu kleinem Teil mit verbesserungsfähigen Ergebnissen. Alles, was die Reform im Bereich Getrennt-/Zusammenschreibung an Neuerungen zu bieten hat, entspricht den Gesetzmäßigkeiten der bestehenden Rechtschreibung gerade nicht. Sonst wären es keine Neuerungen gewesen, sonst hätten die neuen Regeln keine neuen Schreibweisen bedeutet. Summa summarum: Icklers »Rechtschreibwörterbuch« ist allenfalls Reformgegnern der strengen Observanz zu empfehlen. Der Rezensent fürchtet aber, dass auch sie wenig Nutzen aus dem Werk werden ziehen können. Man merkt der Denkweise des Rezensenten an, daß er ein Reformgläubiger strenger Observanz sein muß. Man spürt deutlich, wie er sich geradezu weigert, den vernünftigen Ansatz, um den es in Icklers Wörterbuch zentral geht, zu verstehen. Zu witzigen Ergebnissen dürfte man kommen, wenn man Schoebes hier verwendete Maßstäbe an die amtliche Neuregelung samt Wörterliste anlegt. | |
| [341] Christian Vogl | 16.06.02 |
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E-Mail: der.Vitzliputzli@gmx.de CODEX ICKLERANUS Theodor Icklers Rechtschreibwörterbuch Rezension von Gerhard Schoebe Ickler, Theodor: Das Rechtschreibwörterbuch: Sinnvoll schreiben, trennen, Zeichen setzen; St.Goar: Leibniz-Verlag 2000, 519 Seiten, DM 29,80 Theodor Ickler ist als einer der vehementesten und lautstärksten Gegner der Rechtschreibreform hervorgetreten. Diese Gegnerschaft bestimmt auch die Entstehung und den Inhalt des zu besprechenden Werkes und die ihm von seinem Autor zugedachte Funktion. Das Werk soll die Übergangsphase, in der im nicht-amtlichen Bereich die Menschen ihre Schreibung der 1995/96 geänderten Regelung allmählich anpassen, möglichst weit strecken. Zu diesem Zweck kodifiziert er die Rechtschreibregelung, die 1995 förmlichaußer Kraft gesetzt wurde, mit – z.T. erheblichen – Abwandlungen aufs Neue, und zwar in Gestalt einer Wörterliste und eines von ihm formulierten Regelapparates. Es ist unverkennbar, dass diesem Werk seiner Natur nach ein normativer Anspruch innewohnt, wie er schon im Begriff der Rechtschreibung als notwendiges Begriffsmerkmal enthalten ist und wie ihn der Vf. z.B. S.12 durchscheinen lässt. Das gilt auch dann, wenn der Verfasser unzutreffenderweise sein Werk überwiegend (ganz eindeutig wird nicht, wie er das gesehen wissen will) als deskriptiv kennzeichnet. Das Buch umfasst eine Wörterliste (»Wörterverzeichnis«) von 437 Seiten und einen Regelteil von 50 Seiten (16 Seiten neue Fassung »der Regeln« in vereinfachter Form und 34 Seiten in »anspruchsvollerer Darstellung«). Das Erscheinungsbild des Wörterverzeichnisses ist spröde und wenig anziehend. Es lädt nicht zum Blättern und Anlesen einzelner Stichwort-Artikel ein. Jede Seite ist in 51 Zeilen mit 3 Spalten von Wörtern in ziemlich kleinem Schriftgrad sehr eng bedruckt. Ich schätze den Bestand der Einträge auf über 61.000. Ich muss aber anmerken, dass bei Ickler, falls sie überhaupt vorkommen, manche flektierte und derivierte Formen je ein eigener Eintrag sind, z.B. Riga, Rigaer, rigaisch; zu Riese werden 9 Komposita als je eigener Eintrag gebracht. Rechnet man die Zahl der Einträge um auf die in Rechtschreibwörterbüchern sonst begegnende Form der Darbietung (siehe z.B. Bertelsmann unter Riga oder Riesen-), so liegt die geschätzte Zahl in Icklers Buch bei etwa 55.000 oder weniger. Es handelt sich um eine Wörterliste in strengem Sinne; fast alle Einträge sind einzeilig. Drucktechnische Mittel zur Differenzierung und ansprechenden Aufmachung der Seiten und der übersichtlichen Gestaltung der einzelnen Artikel, wie sie im Duden und bei Bertelsmann zum Standard gehören, fehlen. Mehr noch als die äußere wird die innere Ausgestaltung der Einträge verhindern, dass Icklers »Rechtschreibwörterbuch « Freunde gewinnt. Die Einträge sind nicht Artikel mit leitendem Stichwort, sondern Einzelwörter. Der Benutzer vermisst fast alles, was er von anderen Rechtschreibwörterbüchern an beigegebenen Informationen (Flexion, Genus usw. usw.) gewöhnt ist. Nicht einmal bei Kuß ist die Schreibung des Genitivs angegeben, den manche vermutlich gutgläubig Kußes schreiben werden. Auch dem nahezu gänzlichen Fehlen wortinhaltlicher Erläuterungen kommt Bedeutung zu. Was soll der Benutzer mit den langen Kolonnen von Wörtern anfangen, von denen er so viele gar nicht inhaltlich versteht? Dass an Icklers Werk die Problematik einer»nackten Wörterliste« in geschärfter Form in Erscheinung tritt, hängt mit der sehr weit greifenden Auswahl der verzeichneten Wörter zusammen, die sich keineswegs auf den Allgemeinwortschatz beschränkt. Sinnvoll könnte eine nackte Wörterliste nur als »Orthographikon« sein, als amtlich festgestellte Liste, welche, über das Wörterverzeichnis des amtlichen Regelwerks hinausgehend, die reformierte Schreibung aller Wörter des Allgemeinwortschatzes zeigt. Als Darstellungsform eines Wörterbuchs, das den Duden verdrängen soll, ist eine solche Liste nicht geeignet. Zur exemplarischen Nahaufnahme wählt der Rezensent nach reinem Zufallsprinzip die Seite 391 von riefig bis Rippenspeer aus. Er muss gestehen, dass er auf dieser einen Seite 15 Einträge nicht versteht, beispielsweise: riesweise, die Riffel, Rigole, rigolen, Rikambio, Rimesse, Riposte. Wer weiß, was Riposte ist, wird dieses Wort auch orthografisch zu schreiben wissen, ohne nachschlagen zu müssen. Der Eintrag dieses Fachworts ohne Erläuterung ist also überflüssig, wie viele andere dieser Art. Auf der anderen Seite hält Ickler es für nötig, zu erklären, dass Rio spanischer und portugiesischer Herkunft ist und Fluß bedeutet, auch das Wort Rhein scheint ihm erläuterungsbedürftig zu sein (Fluß), jedoch soll der Benutzer ohne Erläuterung wissen, was Rilakloster ist. Mit anderen Worten: Es fehlt dem »Rechtschreibwörterbuch « irgendein erkennbares Prinzip der Auswahl der beigegebenen Informationen. Eigennamen in Rechtschreibwörterbüchern sind in jedem Falle problematisch. Icklers Wörterverzeichnis enthält fraglos viel zu viele Personennamen. Die Einträge erlauben ein Beruferaten der besonderen Art: Freud war Arzt, Jung hingegen Psychologe und Adler Psychiater, Hindenburg Reichspräsident, Ebert jedoch dt. Politiker. Diese Bezeichnung schreibt Ickler, obwohl er an anderer Stelle (S. 415) auch »dt. Widerstandskämpfer« kennt, ebenfalls Goerdeler zu, der damit in dieselbe Sparte fällt wie der eine Zeile darüber verzeichnete Goebbels. Auch einer der schlimmsten antisemitischen Hetzer, Julius Streicher, ist einen Eintrag in dieses Rechtschreibwörterbuch wert, kategorisiert wie Friedrich Ebert als dt. Politiker. Die Personenauswahl und die Kennzeichnungen sind nichts als peinlich. Zum Regelapparat: Der Frage nach dem Geltungsgrund seiner Festsetzungen versucht Ickler durch mehrere verunklärende Bemerkungen zu entgehen. Er verschweigt, dass der Geltungsgrund der »bewährten« alten Orthografie im Bundesratsbeschluss von 1902 und den übereinstimmenden Regelwerken der deutschen Bundesländer bestand. Unzutreffend behauptet er, die alte Orthographie habe eine nicht nur von den amtlichen Regelungen, sondern auch vom Duden unabhängige Existenz gehabt. Ickler bezeichnet seinen Kodex als eine »Neudarstellung des wirklichen Schreibgebrauchs«. Das muss den Leser verwirren, da üblicherweise Schreibgebrauch als Gegenbegriff zur geregelten Schreibung verwendet wird. Der wirkliche Schreibgebrauch ist dadurch gekennzeichnet, dass er gerade nicht in allem den Rechtschreibregeln entspricht und eine große Varianzbreite individueller Abweichungen aufweist, die sich kaum je alle aufzeichnen lassen. Der wirkliche Schreibgebrauch als Richtschnur für rechtes Schreiben? – in Hinsicht auf die theoretische Grundlegung ist Icklers Werk ein hölzernes Eisen. Der Vf. legt dar, er habe seine Festlegungen gewonnen durch eine »computer-gestützte Nachprüfung Es ist beinahe selbstverständlich, dass Ickler an dem Verbot festhält, am Wort- oder Silbenende -ss zu schreiben. Dieses Verbot ist schon lange funktionslos. Es hätte schon 1941 abgeschafft werden können, als alle Druckereien auf die heute allgemein gebrauchte Antiquaschrift umstellen mussten und die deutsche Kurrentschrift (z.B. nach dem System Sütterlin) nicht mehr gelehrt wurde. In diesen alten Schriftarten wurde ein »Schluss-S« von einem »Lang-S« unterschieden, Lang-S durfte am Wort- oder Silbenende nicht geschrieben werden; die Ligatur ß am Wort- oder Silbenende nach kurzem Vokal (z.B. Nuß, wäßrige Lösung) war nichts anderes als die Kombination von Lang+Schluss-S. – Dem Schreibenden wird bei Ickler mithin auch die alte Zusatzregel für die fallweise Umwandlung von ss nach kurzem Vokal in ß (z.B. Kuss ’ Kuß) weiterhin zugemutet. Selbst Reformgegner halten die Abschaffung dieser besonderen Regelung für begrüßenswert. Es gelingt Ickler übrigens nicht, die Regeln über das ß fehlerfrei (von seinem Standpunkt aus) zu formulieren. Seine Umwandlungsregel erfasst die von ihm selbst gegebenen Beispiele »haßt, gehaßt« nicht mit. Auch die Bedingung, nach langem Vokal stehe ß nur vor einem Vokal, ist fehlerhaft, wie das von ihm selbst gegebene Beispiel Gruß zeigt. Was unter dem »t eines Suffixes« zu verstehen sein soll, ist Icklers Geheimnis. Es ist nicht zu übersehen: Ein Ausweis für solide Arbeitsweise ist Icklers § 4 »Über das Zeichen ß« nicht. Eine besondere Enttäuschung bereitet Icklers Behandlung des Problems der Getrennt- und Zusammenschreibung (z.B. »groß schreiben« vs. »großschreiben«), sicherlich auch für Reformgegner. Seine Lösung ist überraschend. Nach seinem Kodex darf man »frisch«+»gebacken« und »sitzen«+»bleiben« in jedem Kontext und bei jeder Bedeutung sowohl getrennt als auch zusammenschreiben. Reformgegner hatten wieder und wieder die Mitglieder des Internationalen Ausschusses, der das Regelwerk von 1995 erarbeitet hat, heftig dafür getadelt, dass einige angeblich unerlässliche Unterschiedsschreibungen aufgegeben wurden (»Wortvernichtung«, »Kulturbruch«!) Ickler tat sich dabei besonders hervor. Wenn in begrenzten Bereichen begründet Varianten geführt werden, so wurde dies als Attentat auf die »Einheitlichkeit« der Rechtschreibung gebrandmarkt. Aber jetzt führt Ickler für die meisten Verbzusätze (Wörter, »die ganz verschiedenen Wortarten angehören«) den Begriff der »fakultativen Zusammenschreibung« ein; Zusammenschreibung sei »nur mehr oder weniger üblich«, sie geschehe »mehr oder weniger regelmäßig«, Getrenntschreibung »ist dann nicht falsch, Zusammenschreibung aber oft besser«. Wann und unter welchen Bedingungen und wieso besser, wird nicht gesagt. Das ist zweifellos ein Bruch mit der Rechtschreibtradition. Ickler dekretiert in der Zusammenschreibungsfrage Beliebigkeit. Er gibt die viel beschworene »Einheitlichkeit« der Rechtschreibung wirklich auf. Icklers Ausführungen zur Sache besagen in klarem Deutsch, dass er nicht imstande war, dem Schreibbrauch irgendwelche Prinzipien über die Zusammenschreibung abzulesen, auch nicht für eine Kernzone. Die viel gescholtenen Mitglieder des Internationalen Arbeitsausschusses hatten sich im Gegensatz zu ihrem Kritiker erkennbar der Mühe unterzogen, in der bestehenden Rechtschreibung Gesetzmäßigkeiten aufzuspüren und diese zu extrapolieren, überwiegend mit überzeugenden, zu kleinem Teil mit verbesserungsfähigen Ergebnissen. Summa summarum: Icklers »Rechtschreibwörterbuch« ist allenfalls Reformgegnern der strengen Observanz zu empfehlen. Der Rezensent fürchtet aber, dass auch sie wenig Nutzen aus dem Werk werden ziehen können. Der Autor war bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand
Hauptseminarleiter am Staatlichen Studienseminar in Hamburg und
Schulbuchautor für das Fach Deutsch. | |
| [340] Theodor Ickler, Spardorf | 16.06.02 |
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E-Mail: theo.ickler@t-online.de Das stärkste Argument gegen die Neuregelung ist die Tatsache, daß ständig neue revidierte Wörterbücher erscheinen müssen. Vor wenigen Tagen war es der neue Bertelsmann-Wahrig. Hier meine Besprechung: Wahrig: Die deutsche Rechtschreibung. Verfasst von Ursula Hermann, völlig neu bearbeitet und erweitert von Prof. Dr. Lutz Götze. Gütersloh/München: Bertelsmann Lexikon Verlag 2002. 1200 S. - 14,95 Euro. Als im Jahre 1999 eine erheblich veränderte zweite Auflage der reformierten Bertelsmann-Rechtschreibung erschien, erklärte der Verlag, damit liege nun ein Werk vor, das den Anforderungen der nächsten zwei bis drei Jahre gerecht werde. Da die Rechtschreibkommission, ohne offiziell auch nur ein Jota ändern zu dürfen, unablässig am Rückbau ihres mißlungenen Regelwerks arbeitet, war solche Vorsicht wohlbegründet. In der Tat liegt nun nach kaum drei Jahren eine revidierte Neufassung vor. Stichwortauswahl Laut Vorwort wurde erstmals ein elektronisches Korpus von 500 Millionen laufenden Wörtern ausgewertet; damit sollten ?Lücken? und ?Leichen? entdeckt werden. Dies bezieht sich also nur auf die Stichwortauswahl, nicht auf die tatsächlich vorgefundenen Schreibweisen, um die es ja bei einem Rechtschreibwörterbuch in erster Linie geht. Immerhin sind nur solche Medien ausgewertet worden, die sich mehr oder weniger der Neuregelung angeschlossen haben, also nicht die F. A. Z. Man sollte meinen, daß automatisch alle Einträge des amtlichen Wörterverzeichnisses aufgenommen sind, das ja integraler Bestandteil der Neuregelung ist. Das ist aber nicht der Fall. So vermißt man Graecum (das nur noch in dieser Schreibweise zulässig sein soll); es scheint auch im Korpus nicht hinreichend oft belegt zu sein. Auch Holster fehlt. Man sollte bei korpusgestützer Arbeit auch erwarten, daß wiederauferstehen und Wiederauferstehung, die im Duden traditionell fehlen, endlich nachgetragen werden. Stattdessen findet man Raritäten wie Nearthrose (übrigens mit schiefer Erklärung) und Beidrecht. Raumton ist verzeichnet, Raumklang nicht, obwohl es hundertmal so häufig gebraucht wird. Zwar steht gebauchkitzelt auch im ?Großen Wörterbuch? von Duden, es ist aber so gut wie unbekannt; man sagt gebauchpinselt. überm Berg sein wird seltener gebraucht als übern Berg sein, aber dieses fehlt. Das Adjektiv flotativ ist kaum belegbar, für Fivevowelword findet man ? in welcher Schreibweise auch immer ? selbst bei weltweiter Suche im Internet keinen einzigen Beleg. Gern hätte man erfahren, wie ewiggestrig jetzt geschrieben wird, aber es scheint in dem ganzen Riesenkorpus nicht belegt zu sein. Das Ewigweibliche kommt zwar substantiviert vor, aber das dazugehörige Adjektiv darf es wegen der -ig-Regel nicht mehr geben. Beijing findet man nur unter Peking, während der wenig bekannte neue amtliche Name Mumbai sowohl als eigenes Stichwort wie auch unter Bombay verzeichnet ist. Bei Kalkutta scheint sich gar nichts geändert zu haben. Die Auflösung der Tschechoslowakei ist eigentlich kein Grund, auch den Namen zu unterdrücken. Was die Auswahl der Personennamen betrifft, so finden wir nach bekanntem Duden-Brauch zwar Stalin, nicht aber Hitler oder Goebbels, obwohl zumindest der letztere sehr wohl ?rechtschreibliche Schwierigkeiten aufwerfen könnte? ? laut Benutzungshinweisen ein Kriterium für die Auswahl. Aber es scheint überhaupt eine gewisse ?Begünstigung? des linken Lagers zu herrschen, denn man findet Lenin, Trotzkij, Liebknecht, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin, jedoch keinen Bundespräsidenten außer Heuss und nicht einmal Ludwig Erhard, dessen Namen schon heute viele Menschen nicht mehr richtig schreiben können. Die hohe Zahl der Einträge ist vielleicht gut für den Wettbewerb, lexikographisch aber sinnnlos. Sechzig Zusammensetzungen mit Grund-, dreißig mit Geschäfts- usw. bieten orthographisch nichts Neues. Typographie und Aufbau An typographischen Neuerungen fällt auf: Jedes Stichwort steht jetzt, wie im neuen Duden, auf einer eigenen Zeile; auch der Flattersatz ist übernommen. Der Druck wirkt insgesamt dünn und blaß, so daß die haarfeinen senkrechten Trennungsstriche kaum noch sichtbar sind und ihre unterschiedliche Farbe (blau für ?neu?) sich nur unter günstigen Lichtverhältnissen von sehr scharfen Augen erkennen läßt. (In dieser Besprechung werden sie durch Bindestriche ersetzt.) Neu sind einige Informationskästen zu Stichwörtern wie Baiser oder Quarantäne an den Stellen des Alphabets, wo man aufgrund der Aussprache (Be-, Ka-) zuerst nachschlagen würde. Man muß also nicht schon wissen, wie es geschrieben wird, um überhaupt nachschlagen zu können ? eine sinnvolle Neuerung, die allerdings bisher nur wenige Fremdwörter betrifft, also zum Beispiel nicht Business, Jazz u. v. a. Geblieben ist die kurze alphabetische Grammatik im Anhang. Die Tabelle mit neuen orthographischen Varianten ist vor das Wörterverzeichnis gezogen. Dort stehen auch die amtlichen Regeln mit kurzen Hinweisen auf die bisherige Regelung. Götzes Geschichte der Rechtschreibung ist aufs neue abgedruckt; sie übergeht die in der ersten Auflage noch erwähnte Rechtschreibreform des Reichserziehungsministers Rust, die der gegenwärtigen Reform nach Inhalt und Zielsetzung am nächsten kommt, weiterhin mit Stillschweigen. Der Titel von Konrad Dudens Wörterbuch aus dem Jahre 1880 ist immer noch nicht korrekt wiedergegeben. Vor den eigentlichen Regeln steht wieder Götzes eigener Überblick, der aber mit falschen Aussagen und reformpropagandistischem Nebel eher Verwirrung stiftet. Laute und Buchstaben Die Maß Bier darf nicht nur wie im Duden auch Mass geschrieben werden, sondern Bertelsmann läßt überhaupt nur noch diese Schreibweise zu, setzt also die süddeutsche kurze Aussprache als alleingültig voraus ? sicherlich zu Unrecht. Eine sonderbare Unterscheidung gibt es bei der Wortfamilie um Phantasie: ?Der Anlaut des aus dem Griechischen stammenden Fremdworts Phantasma (ebenso: Phantasmagorie, phantasmagorisch) darf nicht mit der Buchstabenfolge Fan- wiedergegeben werden, obgleich dies bei anderen Mitgliedern dieser Wortfamilie (z. B. Fantasie, Fantast usw.) die orthographische Hauptvariante geworden ist.? Man glaubt geradezu das Kopfschütteln zu sehen, mit dem die Redaktion diese schwer lernbare, aus dem amtlichen Text nicht ableitbare Ausnahmeregelung formuliert hat; immerhin schreckt die Neuregelung ja an anderer Stelle nicht einmal vor Fonetik u. ä. zurück. Bei Walnuss wird erklärt, warum nach dem kurzen u ein Doppel-s steht, nicht aber, warum nach dem kurzen a kein Doppel-l steht. Es soll weiterhin gelten Justizium (?Stillstand der Rechtspflege?), obwohl es nicht von Justiz abgeleitet ist, aber das genau entsprechende Solstitium bleibt unangefochten. Um die Unsinnigkeit der Neuschreibung bläuen (für ?schlagen? und nicht etwa ?blau färben?) nicht gar zu sehr ins Auge fallen zu lassen, hat die Redaktion den Bleuel (?Holzstock zum Klopfen nasser Textilien? ? so noch 1996) kurzerhand gestrichen. Im Duden dagegen wird die Wäsche mit einem Bleuel gebläut! Silbentrennung Bei der Silbentrennung sind weitere Neuerungen eingeführt. So gilt als Vorzugstrennung jetzt A-spik; aus einem Kasten erfährt man, daß auch As-pik getrennt werden kann. Trennungen wie Spitza-horn werden zwar weiterhin vorgeführt, von Zeit zu Zeit erfolgt jedoch eine Warnung davor, sie auch tatsächlich anzuwenden. Es bleiben aber noch Tausende von unsinnigen Trennvarianten, vor denen nicht gewarnt wird: A-neurysma, Bi-otonne, Det-ritus, dreie-ckig, O-blate, O-bligo usw. Sehr überraschend wirkt der folgende Kasten: ?Die Buchstabenfolge exe... kann in Fremdwörtern auch e-xe...getrennt werden. Die zweite Trennvariante gilt jedoch ausschließlich bei mit exequ- beginnenen Wörtern wie z. B. Exequatur.? Damit entfallen viele in der vorigen Auflage verzeichnete Trennmöglichkeiten wie E-xegese, e-xemt usw. Es ist unklar, woher diese neue Einschränkung stammt; im amtlichen Regeltext hat sie keine Grundlage. Bei den griechischen Präfixen scheint etwas von Grund auf schiefgelaufen zu sein: ?Die Buchstabenfolge a-po-st... kann in Fremdwörtern auch a-pos-t... getrennt werden. Die zweite Trennvariante gilt jedoch ausschließlich bei Bildungen, in denen die fremdsprachigen bzw. sprachhistorischen Bestandteile noch deutlich als solche erkennbar sind, wie z. B. in Aposteriori.? Unter den Einträgen selbst werden dann aber gerade A-po-stat, A-po-stroph usw. so markiert, daß man eine weitere Trennstelle zwischen s und t ansetzen muß, währen A-pos-te-ri-or-i variantenfrei nur an dieser Stelle getrennt werden darf. Gerade umgekehrt ist es eine Seite später: ?Die Buchstabenfolge a-pr... kann in Fremdwörtern auch ap-r... getrennt werden. Die zweite Trennvariante gilt jedoch ausschließlich bei Bildungen, in denen die fremdsprachigen bzw. sprachhistorischen Bestandteile noch deutlich als solche erkennbar sind, wie z. B. in Apriori.? Dieses kann aber laut Eintrag nur A-pri-ori getrennt werden, im Gegensatz zu A-pri-ko-se, A-pril usw., für die eine weitere Trennvariante zwischen p und r angegeben ist. Andere Präfixe wie ana-, epi-, kata-, peri- werden kommentarlos als grundsätzlich undurchsichtig behandelt: Anas-tomose, Peris-kop, Metas-tase usw. sind zulässige neue Trennungen. In einem besonderen Kasten wird erklärt: ?Die Buchstabenfolge par-o... kann in Fremdwörtern auch pa-ro... getrennt werden. Davon ausgenommen sind Zusammensetzungen, in denen par... sprachhistorisch nicht auf die aus dem Griechischen stammende Vorsilbe para... zurückgeht, z. B. bei Parole, Paroli.? Wie aber dann auch die weiteren Einträge zeigen, ist es gerade umgekehrt, denn selbstverständlich können gerade Parole und Paroli nur an der betreffenden Stelle getrennt werden, während das für die griechischen Wörter wie Parodie nur fakultativ gelten soll. Gerade bei der Silbentrennung werden neuerdings erhebliche Fremdsprachenkenntnisse vorausgesetzt. Es gibt mehrere Informationskästen, die etwa solche Botschaften enthalten: ?Die Buchstabenfolge kon-tr... kann in Fremdwörtern auch kont-r... getrennt werden. Davon ausgenommen sind Zusammensetzungen, in denen die fremdsprachigen bzw. sprachhistorischen Bestandteile deutlich als solche erkennbar sind, z. B. -trahieren (vgl. subtrahieren).? Folglich wird Kontrahent nicht wie Kontrast getrennt, obwohl die Undurchsichtigkeit und volksetymologische Umdeutung gerade bei Kontrahent (?Gegner? statt ?Vertragspartner?) sprichwörtlich ist. Immerhin verlangt man solche Lateinkenntnis von Benutzern, die angeblich die Bestandteile von deutschen Wörtern wie diesmal oder herunter nicht zu erkennen vermögen. Mit den neuen Fremdworttrennungen desavouiert das Wörterbuch die mehrfachen Beteuerungen seines Herausgebers im ersten Teil, daß die Neuregelung ?etymologische Kenntnisse nicht oder nur in geringem Maße? voraussetze. In seiner eigenen Praxis verzichtet das Wörterbuch lieber auf eine ordentliche Zeilenfüllung als auf Trennungen wie he-rum. Die Trennung Jugos-lawien, die das Wörterbuch angibt und unter Belgrad tatsächlich praktiziert, ist so unhöflich, wie es Deut-schland wäre. Getrennt- und Zusammenschreibung Bisher schrieb man geradebiegen (mit Resultativzusatz); die Neuregelung unterscheidet zwischen der wörtlichen Bedeutung und der metaphorischen; im ersten Fall muß jetzt getrennt geschrieben werden, im zweiten zusammen ? eine Erschwerung, die genau auf der Linie der semantischen Haarspaltereien liegt, die man am alten Duden nicht ganz zu Unrecht kritisiert hatte. Völlig neu ist aber nun das folgende Kriterium: ?Folgt auf gerade ein Verb, gilt Getrenntschreibung, wenn gerade durch wie erfragbar ist.? Von solchen Proben weiß das amtliche Regelwerk nichts. Stehengeblieben ist die falsche Getrenntschreibung bei gleich bedeutend, wohl in Analogie zu gleich lautend. Man sagt zwar, daß zwei Wörter gleich lauten, nicht aber, daß sie gleich bedeuten. Eine durchgreifende Änderung bahnt sich bei den besonders anstößigen Getrenntschreibungen von zusammengesetzten Adjektiven wie furchterregend, gefahrbringend usw. an. Hierzu gibt es zahlreiche Kästen mit der völlig neuen Erklärung: ?Die Fügung aus Substantiv und Verb/Partizip wird getrennt und das Substantiv mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben: ein Furcht erregendes Tier. Da der mehrteilige Ausdruck auch als adjektivische Zusammensetzung aufgefasst werden kann, ist als Variante die Zusammenschreibung korrekt: ein furchterregendes Tier. Bei Erweiterungen oder Steigerungen gilt nur die Zusammenschreibung: ein äußerst furchterregendes Tier; eine noch furchterregendere Erscheinung.? Ebenso bei vertrauenerweckend und vielen anderen. Damit greift das Wörterbuch ? in Abstimmung mit der Rechtschreibkommission ? Argumente der Reformkritiker auf und stellt genau die bisherigen Schreibweisen wieder her; ein wesentlicher Teil der Neuregelung (§ 36) ist außer Kraft gesetzt. Leider wird dieser Rückbau nicht konsequent durchgeführt, denn natürlich kann man auch Energie sparend, Eisen verarbeitend, Fleisch fressend, Hilfe suchend usw. als ?adjektivische Zusammensetzung? auffassen, aber hier greift die Neuerung noch nicht. Bei Laub tragend und einigen anderen Zusammensetzungen wird die Zusammenschreibung ?wegen der Selbständigkeit der Bestandteile? abgewiesen ? eine Begründung, die so nicht im amtlichen Regelwerk zu finden ist. Schmutz abweisend, Wasser abstoßend waren 1999 noch die allein zugelassene Schreibweise, jetzt ist auch die Zusammenschreibung wieder da. Man kann solche punktuellen Revisionen aber grundsätzlich nicht voraussehen. Die amtliche Regelung schrieb vor: blutsaugend, Blut reinigend (wegen Blut saugen, aber das Blut reinigen). In den neuesten Fassungen der Wörterbücher ist diese Unterscheidung rückgängig gemacht, es heißt einheitlich: blutsaugend/Blut saugend, blutreinigend/Blut reinigend, blutstillend/Blut stillend. Mit einem ähnlichen Gewaltakt wird die Ungleichbehandlung von Kosten sparend und kostendeckend durchgesetzt (spart Kosten, aber deckt die Kosten). In beiden Fällen kann man jetzt zusammen- oder getrennt schreiben; damit ist § 36 ein weiteres Mal außer Kraft gesetzt. Seltsamerweise darf schmerzstillend nur getrennt geschrieben werden, obwohl die morphologische Ähnlichkeit mit blutstillend/Blut stillend doch auf der Hand liegt. Wie wird eigentlich schleimlösend jetzt geschrieben? Es scheint im Korpus nicht vorzukommen. Da sich für Gewinn bringend im amtlichen Wörterverzeichnis bereits die Variante gewinnbringend findet, versuchen die Wörterbuchautoren, ähnlich konservative Lösungen für zahlreiche andere Problemschreibungen zu finden. Konsequent sind sie dabei nicht. So darf man neuerdings nur noch Profit bringend schreiben, die Analogie zum gleichbedeutenden gewinnbringend scheint hier nicht zu wirken. Bei Unheil bringend ist neuerdings auch die herkömmliche Zusammenschreibung wieder zulässig, bei Heil bringend dagegen (noch) nicht. Das ist gewiß kein Dauerzustand. Die vielen gewaltsamen Getrenntschreibungen wie Pflanzen schädigend (unter Fungizid), Pflanzen fressend (unter Herbivore), Funken sprühend usw. beruhen auf der Fehldeutung des Fugen-n als Pluralzeichen. Konsequenterweise hätte man allerdings auch bakterienvernichtend bzw. -tötend getrennt schreiben müssen (unter Bakteriophage usw.). zufriedenstellend darf ? wie im neuen Duden ? erst zusammengeschrieben werden, wenn es tatsächlich gesteigert ist, und nicht weil es gesteigert werden kann, wie das Kriterium sonst lautet. Wir haben also Komparativ und Superlativ ohne zugehörigen Positiv ? eine grammatische Abnormität. Die Getrenntschreibung von viel bewundert wird mit Sätzen wie Man bewundert die Schauspielerin viel begründet, aber das scheint etwas ungelenkes Deutsch zu sein. Interessant wäre eine vergleichbare Begründung für viel geliebt; doch leider fehlt dieses Stichwort. Zusammenschreibung soll eintreten ?aufgrund einer festen Bedeutung?: vielsagend usw. ? aber dieses der amtlichen Regelung fremde Kriterium würde, ernst genommen, zur Wiederherstellung vieler anderer Wörter führen: allgemeinbildend, sogenannt usw. lahm legen soll nur noch getrennt geschrieben werden, weil man lahm erweitern könne: Der Verkehr war für Stunden (ganz/vollständig) lahm gelegt. Hier ist jedoch zu bezweifeln, daß sich die Intensivierung nur auf das Adjektiv bezieht; man kann es ja nicht allein erfragen: Wie lahm war der Verkehr gelegt? Man vergleiche auch das nach wie vor zusammengeschriebene sichergehen, bei dem die Modifizierbarkeit des Adjektivs viel eher in Betracht kommt: ganz sicher gehen. Bei warmhalten ist jetzt Getrennt- oder Zusammenschreibung möglich, unabhängig von der Bedeutung. Diese Variantenfreudigkeit widerspricht allerdings sowohl dem amtlichen Wörterverzeichnis, das nur Getrenntschreibung kennt, als auch ? bei übertragenem Gebrauch ? dem Kriterium der Steigerbarkeit mit der Folge der Zusammenschreibung. glattbrennen (unter gasieren) muß wahrscheinlich jetzt getrennt geschrieben werden; vgl. die Einträge unter glatt. Bei wehtun soll der erste Bestandteil seine ?substantivischen Merkmale? eingebüßt haben; in Wirklichkeit haben sie nie existiert. Falsch ist auch nach wie vor die Annahme, wettmachen oder irrewerden liege ein ?verblasstes Substantiv? zugrunde. wach bleiben soll getrennt geschrieben werden, weil das Adjektiv steigerbar oder erweiterbar ist, und als solche ?Erweiterung? wird angeboten: Gisela wollte noch lange wach bleiben. Ist das ernst gemeint? In der ersten Auflage wurde nichtssagend durch nichts sagend ersetzt, vielsagend blieb unverändert; nach der zweiten Auflage von 1999 konnten beide Wörter getrennt oder zusammengeschrieben werden; die Neubearbeitung läßt nur für nichtssagend fakultativ Getrenntschreibung zu, für vielsagend nicht mehr. Leider fehlt das Stichwort wohlriechend, so daß man nicht erkennen kann, ob Bertelsmann ebenso wie Duden dieses Wort anders behandelt als das genauso gebildete wohlschmeckend, dem hier immerhin ein nur getrennt geschriebenes übel riechend gegenübersteht. Zwar wird unter einigen Stichwörtern (wie Benzoe, Diptam) von der Zusammenschreibung wohlriechend Gebrauch gemacht; man weiß nur nicht, ob es die einzige zulässige Schreibweise sein soll. Es heißt wieder und wieder: ?Die Folge aus Adjektiv und Verb wird getrennt geschrieben.? Daher quer gestreift usw. Aber warum wird dann großschreiben neuerdings zusammengeschrieben? Gegenüber der vorigen Auflage ist zwar der monströse Satz Das Unternehmen war Gefahr bringend gestrichen, aber das Wörterbuch bietet immer noch Beispielsätze wie Das Haus ist seit langem leer stehend an. In der Bertelsmann-Grammatik (ebenfalls von Lutz Götze) kann man nachlesen, daß das Partizip I nicht prädikativ verwendet wird. Im Widerspruch zum eigentlichen Programm der Reform gibt es viele Einträge, die feine Bedeutungsunterschiede durch die Schreibweise zum Ausdruck bringen. mobilmachen darf nur im fachlichen (militärischen) Sinn geschrieben werden, sonst mobil machen. Die ?fachsprachliche? Rechtfertigung wünschenswerter Zusammenschreibungen wie rotglühend könnte man sich bei vielen weiteren Ausdrücken vorstellen und darf sie für die nächsten Ausgaben auch erwarten. Einstweilen muß man noch von Fall zu Fall nachschlagen, wie in alten Dudenzeiten. Zu doppeltkohlensauer ist in der Neuausgabe die Getrenntschreibung doppelt kohlensauer hinzugekommen; fachsprachlich gelte jedoch nur Zusammenschreibung. Aber wann wird ein solches Wort überhaupt nicht-fachsprachlich verwendet? Wörter, die auf -ig, -isch oder -lich enden, sollen laut Reform nicht als Erstglieder von Zusammensetzungen und Zusammenschreibungen gelten, daher heilig sprechen, fertig stellen, gelblich grün usw. - aber selbst diese so eindeutige wie sprachwidrige Regel hat eine überraschende Ausnahme: richtiggehend. Leider enthält sich das Wörterbuch hier jeder Erklärung. Die wenig einleuchtenden Einzelentscheidungen stellen für Schüler und Erwachsene ein großes Lernproblem dar. Wer kann sich schon merken, daß man schief gewickelt, schief gegangen, aber schiefgelacht schreiben muß? Es soll heißen voll gegessen, aber vollgefressen, voll besetzt, aber vollklimatisiert usw. Dasselbe Durcheinander findet man bei wohl: wohlerzogen, wohl bedacht, wohlgeformt oder wohl geformt; wohlgeraten, wohl geordnet, wohlgeübt oder wohl geübt. Bei den Verbzusatzkonstruktionen mit wieder- haben sich die verschiedenen Deutungen des Regelwerks am schnellsten geändert, und noch jetzt unterscheiden sich Duden und Bertelsmann trotz exklusiver Beratung durch die Rechtschreibkommission erheblich. Duden läßt grundsätzlich viel mehr Varianten zu. Beide Wörterbücher sind hier sehr unvollständig, so daß man nicht weiß, wie etwa nach dem neuen Wahrig wiedereinrichten, wiedereinrenken usw. geschrieben werden. Nicht angeführt ist auch wiedereinbürgern; da es jedoch unter repatriieren getrennt geschrieben wird, muß man wohl annehmen, daß dies die neue Schreibung sein soll. Sicher ist das jedoch nicht, denn wie wir sehen werden, befolgt das Wörterbuch keineswegs immer seine eigenen Vorschriften. Während die amtliche Neuregelung ausdrücklich nur nochmal zuläßt (§ 55, 4), hatte Bertelsmann 1999 gerade umgekehrt noch mal als Neuschreibung gekennzeichnet; die Neubearbeitung läßt, ebenso willkürlich, beides zu. Die vielen Bandwurmwörter, bei denen das Wörterbuch ?wegen der besseren Lesbarkeit? immer wieder den Bindestrich empfiehlt, sind kein Gewinn: Openenddiskussion, Multiplechoiceverfahren usw. Groß- und Kleinschreibung Die graue Eminenz soll weiterhin klein geschrieben werden, aber im Kasten wenige Zeilen darüber heißt es ausdrücklich: ?In Eigennamen wird grau großgeschrieben: die Graue Eminenz.? Nicht einzusehen ist auch, warum Letzte Ölung als Eigenname angesehen wird; es scheint sich um eine nachgereichte Begründung für die von Minister Zehetmair (im Sinne der katholischen Kirche) durchgesetzte Großschreibung zu handeln. Der Zweite Weltkrieg ist laut Reform kein Eigenname, wird aber dennoch groß geschrieben. Bei Jus ad rem, Jus gentium usw. müßten gemäß der Neuregelung die lateinischen Substantive groß geschrieben werden, ebenso in Hercynia silva. Der folgende Eintrag ist sinnentstellend formuliert: ?In der Fügung mit heute kann früh als Adverb gesehen werden. Deshalb gilt neben der Kleinschreibung auch die Großschreibung: heute früh/Früh.? Es müßte heißen: ?... neben der Großschreibung auch die Kleinschreibung?. Ganz im Sinne der amtlichen Regeln werden feind und freund (jemandem feind sein) gar nicht verstanden, sondern als Substantive gedeutet, folglich groß geschrieben. Nur so erklärt sich wohl auch die seltsame Auskunft, das Wort Todfeind sei ?veraltet?. Den ?Spinnefeind? hat man ja schon vor Jahren wieder zurückgenommen; aber es ergibt sich nun die einigermaßen absurde Reihe: jemandem Feind sein/Todfeind sein/spinnefeind sein. Auch die Großschreibung in Eile ist Not beruht auf Unkenntnis grammatischer Tatsachen und sollte endlich zurückgenommen werden. Fehler und Problemfälle Im Kasten zu selbständig steht nach wie vor: ?selbständig/selbstständig: Die richtige Schreibweise lautet selbstständig, die alte Schreibung mit Tilgung des zweiten -st- bleibt aber weiterhin zulässig.? Damit werden die wirklichen Verhältnisse auf den Kopf gestellt. Interessanter ist aber folgendes: Im Text des Wörterbuchs waren bisher alle Vorkommen von selbständig durch selbstständig ersetzt; in der Neuausgabe sind sie alle wiederhergestellt ? obwohl es nach Meinung der Redaktion nicht die ?richtige Schreibweise? ist! Der Verweis auf Hexameron endet blind. hin bedeutet keineswegs ?vom Sprecher weg? ? aber diesen Fehler begehen fast alle Wörterbücher. Die Einträge zum Hohen Lied und Hohen Priester sind unzulänglich, wie bisher. Auf meinen Einwand, der Duden verzeichne zu Unrecht die Neuschreibung Messmer, antwortet die Rechtschreibkommission in ihrem dritten Bericht: ?Als regelwidrig wird [sc. von Th. I.] die Aufnahme der Schreibung Messmer bezeichnet. Eine Übertragung von Schreibungen, die im Regelwerk vorgegeben sind, auf analoge, jedoch nicht amtlich zu regelnde Fälle (Regionalismen), ist den Wörterbüchern überlassen. Begründung: Das amtliche Wörterverzeichnis enthält Messner, Mesner und (als Helvetismus) Mesmer. Der Duden gibt analog zu hochsprachlich Messner auch die Form Messmer für den schweizerischen Regionalismus Mesmer an. Diese Schreibung ist mit dem schweizerischen Dudenausschuss abgesprochen worden.? Nun, Bertelsmann scheint von einer solchen Absprache nichts zu wissen, Messmer fehlt. Die Ausdrucksweise läßt manchmal zu wünschen übrig. Ein Detacheur soll ein ?Fachmann zum (!) Fleckenentfernen? sein. Zu korrigieren sind weiterhin: ?Zwang zu häufigem, tropfenweisen (!) Wasserlassen? (unter Harnzwang); ?aus einem bedeutungsverstärkendem (!) ersten Bestandteil? (im Kasten zu hellgelb). Unter Horsd'?uvre (Kasten S. 743) ist die Grammatik durcheinandergeraten. Unter im Obigen und an einigen anderen Stellen behauptet das Wörterbuch: ?Im Gegensatz zur bisherigen Schreibweise werden substantivierte Adjektive großgeschrieben.? Auch nach der bisherigen Schreibweise wurden substantivierte Adjektive groß geschrieben, man unterschied jedoch einen pronominalen Gebrauch, der Kleinschreibung zur Folge hatte. Pidgin Englisch ist nicht die bisherige Schreibweise (sondern mit Bindestrich; neu ist Pidginenglisch). Die Quarks der Kernphysik kommen keineswegs nur im Singular vor. Punctum saliens ist nicht maskulin. Im Kasten zu sobald wird erklärt, daß alle diese weiterhin zusammengeschriebenen Konjunktionen auf der letzten Silbe betont seien. Das wird aber schon durch das ebendort angeführte solange widerlegt, später auch durch sowenig. ernstnehmen ist nicht die alte Schreibweise. Scharm und scharmant sind nicht neu. Ein Zinkenist ist ein Zinkenbläser, aber wieso in der ?Schreinerei?? Unter Komma und zerbröckeln fehlt ein Spatium, ebenso S. 61 bei einem der beiden schlechtgehen, zwischen denen man wählen darf. Unter Potenzial gibt es eine falsche Trennung: Varia-nte (dasselbe schon in der Einleitung S. 32). puppillarisch gibt es nicht, nur pupillarisch. In Sphymograf fehlt ein Buchstabe (Sphygmograf), bei der Okispitze (unter Schiffchenarbeit) ebenfalls: Okki (statt des bekannteren Occhi). Unter § 13 der Regeln hat sich Grundforr (statt Grundform) eingeschlichen, wie bei einem schlechten Scanner. Unter Rimskij-Korsakow ist zu viel kursiviert, auf S. 512 zu wenig. Die Tabelle S. 82 ist zerrüttet (und von seiten ist gerade nicht die neue Schreibweise). Zwischen leid pleite fehlt ein Schrägstrich (S. 84). Die freistehenden Zeilen (S. 98) müßten laut Wörterverzeichnis getrennt geschrieben werden, statt dessen (S. 100) aber zusammen, und so war es auch in der vorigen Auflage. Die Viola da Gamba soll sechs Seiten haben. Schon die vorige Auflage hatte sich wiedersetzen (unter quer). Unter fiebersenkend steht ein das Fieber senkende (statt senkendes) Mittel. Bei Herpes zoster (unter Gürtelrose) müßte auch Zoster groß geschrieben werden, da es ein griechisches Substantiv ist. Unter Bahai wird auf Bahaismus verwiesen, dies fehlt jedoch. Das Besondere ist nicht die Substantivierung des Adverbs besonders, sondern des Adjektivs besondere. Ganz im Sinne der amtlichen Neuregelung wird bahnbrechend als ?sich eine Bahn brechend? gedeutet; es bedeutet jedoch ?einem anderen Bahn brechen? und müßte daher eigentlich Bahn brechend geschrieben werden. Zu salzen gibt es nicht nur das Partizip gesalzen, sondern auch gesalzt, besonders wenn es sich um Straßen handelt. Nicht immer befolgt das Wörterbuch seine eigenen Vorschriften: Schmelzfluß (unter pyrogen), wiedereinsetzen (unter rehabilitieren). Im Kasten zu rein halten steht regelwidriges aufeinanderfolgende. (Wäsche darf man übrigens nur rein waschen, sich selbst von einem Verdacht nur reinwaschen, genau wie vor der Reform.) Das Wörterbuch schreibt wieder beschaffen (unter reproduzieren), bereit halten (unter Reserve), frei halten (unter reservieren), zum zweitenmal (unuter remontieren); in allen diesen Fällen ist unter den Stichwörtern selbst etwas anderes vorgeschrieben. Äußerst verwirrend sind die Auskünfte zu mal. Es heißt diesmal, dutzendmal, einmal, keinmal, weil ?Wortart, Wortform oder Bedeutung der einzelnen Bestandteile nicht mehr erkennbar sind? (!). Andererseits soll man ?bei besonderer Betonung? getrennt schreiben und substantivieren ? aber wie kann man etwas besonders betonen und substantivieren, wenn man es nicht mehr erkennt? Außerdem fehlt an dieser Stelle (eine ganze Spalte lang) jeder Hinweis auf die amtliche Beseitigung des überaus häufigen Wortes jedesmal. Nur unter jeder findet man die obligatorische Neuschreibung jedes Mal. Im Vorwort zur ersten Auflage benutzt der Reformer Klaus Heller die Nebenvariante Orthografie, und man fragt sich, wozu die Reformer überhaupt eine ?Variantenführung? entworfen haben, wenn sie sich dann im eigenen Gebrauch nicht an die Vorzugsvariante halten. Das Wörterbuch macht diese Inkonsequenz nicht mit. Wie schon in früheren Auflagen wird eine Präposition umwillen gelehrt, die wohl eher heideggerisch als standardsprachlich sein dürfte: Er tat das umwillen seiner Kinder. (So nur unter willen, nicht als eigener Eintrag!) Die Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung mutiert in der Titelei des vorliegenden Werkes zur ?Internationalen?. Ein netter menschlicher Zug soll nicht unerwähnt bleiben: Die Redaktion hat ihrer Leiterin, Dr. Sabine Krome, ein kleines Denkmal gesetzt. Unter Synesis lautet das Beispiel die Fräulein Krome (bisher: Müller, so auch noch unter Fräulein). Abschließende Bemerkung Im Januar 2002 kündigte der Bertelsmann-Verlag für den Herbst ein ?komplett neu entwickeltes Werk? an, das den Titel ?Wahrig. Universalwörterbuch Rechtschreibung? tragen soll. Nicht nur aus diesem Grunde hat das vorliegende Wörterbuch den Charakter eines Übergangsproduktes: Anfang Mai erklärte der Vorsitzende der Rechtschreibkommission, das Schwarze Brett könne zum Zwecke der Hervorhebung weiterhin groß geschrieben werden, und die Erste Hilfe sei fachsprachlich und daher von der Reform ohnehin nicht betroffen. Von dieser überraschenden ?Klarstellung? acht Jahre nach den abschließenden Wiener Gesprächen hatte bisher niemand eine Ahnung, und auch das neue Wörterbuch weiß noch nichts davon. Wie viele Wörter tatsächlich betroffen sind, läßt sich ebenfalls noch nicht absehen. Die gegenwärtige Lage ist nicht zuletzt deshalb so unübersichtlich, weil die Reformbetreiber die Unklarheit der neuen Regeln und die Widersprüche zwischen dem amtlichen Regelwerk und dem dazugehörigen Wörterverzeichnis ausnutzen, um jeder Kritik von Fall zu Fall den Boden zu entziehen. Die reguläre Substantivierung von Dienst habend, Arbeit suchend, allein erziehend, lebend gebärend, besser gestellt und hundert ähnlichen Ausdrücken ist der Dienst Habende, die allein Erziehenden, die besser Gestellten usw. Im amtlichen Wörterverzeichnis finden sich kommentarlos einige wenige Ausnahmen wie Ratsuchende, Alleinstehende, und daraus werden neuerdings eine große Zahl bisheriger Zusammenschreibungen abgeleitet, denen zwar noch keine entsprechend zusammengesetzten Adjektive (diensthabend, alleinstehend) gegenüberstehen ? aber wer weiß? Im dritten Bericht der Rechtschreibkommission wird deren Wiederherstellung bereits erwogen. Ist eine Regel ausnahmsweise ganz eindeutig formuliert wie das Verbot von Zusammensetzungen mit Adjektiven auf -ig, -lich und -isch, so findet sich im Wörterverzeichnis die singuläre Ausnahme richtiggehend, aus der nach Bedarf weitere Ausnahmen analogisch abgeleitet werden können, bis zur faktischen Aufhebung der Regel. Andere ?Altschreibungen? werden unter dem Deckmantel der Fachsprachlichkeit wiederzugelassen. Außerdem macht die Kommission sich die Argumente der Kritiker zu eigen und führt Kriterien wie die Betonung, festgewordene Bedeutungen oder Beschränkungen des prädikativen Gebrauchs ein, die der Neuregelung an sich ganz unbekannt sind. All dies geschieht aber unsystematisch und ist bisher offiziell noch nicht immer über das Stadium des bloßen Erwägens hinausgekommen. Daher kann niemand mit Bestimmtheit sagen, was zur Zeit gilt, und noch viel weniger, was in einigen Monaten gelten wird. Entgegen dem ersten Eindruck scheint der Gipfel der Rechtschreibverwirrung auch mit diesem Wörterbuch noch lange nicht erreicht. Bei aller Genugtuung über den fortschreitenden Rückbau muß man doch die Schüler und auch die Lehrer bedauern, denen auf absehbare Zeit die sichere Grundlage für einen ordnungsgemäßen Rechtschreibunterricht vorenthalten wird. | |
| [339] Christian Melsa, Hamburg | 14.06.02 |
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E-Mail: c_melsa@gmx.net Ein Vorschlag an Herrn Schübel (s.u.): Veranstalten Sie den erwähnten Test doch noch einmal, aber statt auf die alte auf die neue Rechtschreibung bezogen. Glauben Sie, daß dort nicht auch die Leute irgendwelche Fehler finden werden an Stellen, die natürlich absichtlich verdächtig angelegt sind? | |
| [338] Christian Melsa, Hamburg | 14.06.02 |
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E-Mail: c_melsa@gmx.net Eine kleine Aufgabe für die Fürstreiter der so toll einfachen neuen Rechtschreibung: Die in meinem letzten Beitrag erwähnten Schreibungen "kurzerhand" und "festschreiben" stehen so in den aktuellen Wörterbüchern (sowohl Duden als auch Bertelsmann), im amtlichen Wörterverzeichnis fehlen sie allerdings. Die Wörterbuchredaktionen müssen also auf eigene Faust zu dem Eintrag in der Form gekommen sein, oder die Reformkommission hat das so empfohlen. Aber warum? Wer kann erklären, warum diese beiden Wörter nicht getrennt geschrieben werden dürfen? Laut Neuregelung darf nichts zusammengeschrieben werden, dessen Zusammenbeschreibung nicht explizit durch eine Regel zugelassen bzw. erzwungen ist. Welche Regel schreibt nun "kurzerhand" vor? Und wenn man getrennt schreiben soll, wenn der erste Bestandteil steiger- oder erweiterbar ist, dann müßte man doch auch "festschreiben" getrennt schreiben, oder etwa nicht (sehr fest schreiben, noch fester schreiben)? Schließlich soll es laut amtlichen Wörterverzeichnis auch "lahm legen" heißen, obwohl das Wort nicht so gebraucht wird, daß man etwas auch noch lahmer legen könnte - lahmgelegt ist lahmgelegt. | |
| [337] Christian Melsa, Hamburg | 14.06.02 |
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E-Mail: c_melsa@gmx.net Herr Maronde, Sie sind anscheinend einigen Irrtümern erlegen, die ich hier gern, nebst ein paar Kommentaren, aufklären möchte: An die Entstehungsgeschichte erinnere ich mit gut, als in den 80-er Jahren die damals (mit DDR) noch vier Länder die Arbeiten begannen. Witzig, "80-er Jahre" ist genau die Schreibweise, die die Reform nicht unter den Varianten anbietet. Möglich sind "Achtzigerjahre", "achtziger Jahre", "80er-Jahre" und "80er Jahre", auf keinen Fall aber die vorliegende Schreibung. Die würde hier auch sicher nicht vorliegen, würde die Reform Sie nicht mit solchen prächtigen Innovationen wie "der 80-Jährige" (was ist ein "Jähriger"?) auf die falsche Fährte locken. Bis Mitte 1997 nahm kaum jemand Notiz davon. Doch dann begann das Wehklagen, insbesondere aus Kreisen der Schriftsteller. Nur wenige Wochen nach öffentlichem Bekanntwerden des jetzigen Reformregelwerks wurde auf der Buchmesse 1996 die "Frankfurter Erklärung" von rund 100 Schriftstellern unterzeichnet. Kritik hatte es an den vormals von derselben Reformkommission vorgelegten Entwürfen auch bereits etliche Jahre zuvor gegeben. In der Folge hat diese Kommission die Öffentlichkeit zunehmend gemieden. In der breiten Öffentlichkeit war vor 1996, wenn überhaupt, nur bekannt, daß irgendwo da irgendwelche Leute an einer Rechtschreibreform bastelten, aber nicht, was genau sie vorhatten. Das war ja auch ständig im Wandel. Noch in den 80er Jahren stand die "gemäßigte Kleinschreibung" im Mittelpunkt. Und 1995 mußte eine komplette vorschnell gedruckte Dudenauflage eingestampft werden, weil auf Drängen des bayrischen Kultusministers Zehetmair einige Details am Reformwerk unbedingt noch geändert werden mußten (wobei in der Rechtschreibung eigentlich alles Detail ist). 1. Wem gehört die Sprache? Sie gehört allen, die sie benutzen, und zwar sowohl Schriftstellern, Dichtern, Journalisten, Lehrern, Schülern, Verwaltungsangestellten und –beamten, Kaufleuten, Informatikern und so weiter. Sehr richtig. Dann sollte deren mehrheitliche Stimme dazu auch maßgeblich sein. Bekanntlich gibt es zig Umfragen zu dem Thema, und keine einzige zeigte je auch nur annähernd eine Mehrheit für die Rechtschreibreform. Damit alle diese Menschen einander verstehen, brauchen wir einheitliche Regeln. So weit so gut. Doch wer schafft diese Regeln? Wessen Autorität akzeptieren wir? Sprachregeln ergeben sich von selbst aus dem Gebrauch. Niemand hat je die Sprache ursprünglich "erfunden". Der Ursprung von Sprache deckt sich mit der Autorität, die in einer echten Demokratie gilt. Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist eigentlich nur akzeptabel, wer das Beobachtbare beschreibt, anstatt sich irgendwelche Sachen auszudenken, deren Praxistauglichkeit völlig ungewiß ist. Eine zwischenstaatliche Kommission hat es hier naturgemäß sehr schwer, denn sie hat für uns Betroffene „kein Gesicht“, was in der heutigen Medien-Gesellschaft sehr problematisch ist. Die Mitwirkenden der zwischenstaatlichen Kommission, von denen nebenbei bemerkt natürlich kein einziger irgendwie demokratisch (also vom Volk) gewählt wurde, sind alle namentlich bekannt (jedenfalls kann man ihre Namen problemlos übers Internet herausfinden). Für die mangelnde Transparenz, die ihrem Treiben innewohnt, ist sie selbst verantwortlich. Die Berichte, die sie angefertigt hat, sind stets als Geheimsache an ihre Auftraggeber, d.h. die Kultusminister und einige wenige Eingeweihte, weitergeleitet worden. 2. Wozu dient Schrift? Schrift soll Sprache sowohl aufbewahren als auch transportieren. Seit den Erfindungen von Schallplatte, Tonband und vor allem Telefon, Rundfunk und Fernsehen haben diese Bedeutungen deutlich verloren, kein Zweifel. Das modernste und revolutionärste Medium dürfte wohl das Internet sein. Im Internet sind Informationen über Suchmaschinen zugänglich, weil sie in Texten gespeichert sind. Audio- und Videomedien können die Schrift nur ergänzend begleiten, jedoch niemals ersetzen. All diese Informationsträger haben ihre eigenen spezifischen Stärken und Schwächen. Schrift kann man nicht einfach mit anderen Medien über einen Kamm scheren. Rechtschreibregeln sollten wegen der Zweckbestimmung „Schrift folgt Sprache“ nicht überbetont werden. Schriftsprache ist ein Medium, das für sich steht. Kaum jemand redet so, wie er schreibt. Rechtschreibregeln sorgen für eine Orthographie, also für ein einheitliches Schriftgesicht der Sprache, und das erleichtert die Aufnahme und das inhaltliche Verstehen eines Textes deutlich. Rechtschreibung ist die Vollendung der Schriftsprache, die prinzipbedingt möglichst präzise funktionieren muß: Im Gegensatz zur Rede sind Sender und Empfänger des Kommunikationsvorgangs meist nicht direkt miteinander verbunden; die Schrift überbrückt oft große zeitliche und räumliche Distanzen, die eine direkte Rückkopplung zur Korrektur von Mißverständnissen erschweren oder gar unmöglich machen. An dieser Stelle ist das Medium Schrift sogar in seinem eigentlichen Element gefordert. 3. Womit schreiben wir heute? Der weitaus größte Teil der Schrift wird heute über Tastaturen in Textverarbeitungssysteme eingegeben. Diese Systeme verfügen, rund 20 Jahre nach der weltweiten Verbreitung von Personal Computern, über automatische Rechtschreibkontrollen. Damit ist die Motivation bei den heutigen Schülern, selbst die Rechtschreibregeln zu lernen statt sie dem PC zu überlassen, schwierig geworden. Eine Gesellschaft, die sich dahin entwickelt, alles mögliche der tumben Automatik eines Computersystems zu überlassen, sogar Dinge des sprachlichen Ausdrucks, befindet sich auf einem äußerst bedenklichen Pfad. 4. Wozu brauchen wir neue Regeln? Auch die PC-Textsysteme müssen erlernt werden, wozu Unterrichtszeit und „Speicherplatz im Kopf“ gebraucht werden. Deshalb ist eine Verringerung der Zahl der Regeln und die Beseitigung von Ausnahmen sehr hilfreich. Das eine gegen das andere abwägen zu wollen, ist hier ein grundsätzlich falscher Ansatz. Sonst könnte man genauso argumentieren, daß man die Zahl der Straßenverkehrsregeln reduzieren müßte, weil man ja auch mit Gangschaltung, Kupplung usw. eines Autos umzugehen lernen muß. Außerdem: Wenn die PC-Textsysteme die Arbeit nicht zuallererst unterm Strich gegenüber anderen Schreibmethoden erleichtern würden, gäbe es keinen Grund, sie überhaupt einzusetzen. 5. Waren die alten Regeln eindeutig und schlüssig? Die Antwort – siehe MAZ vom 16.05.02 – muss eindeutig „nein“ lauten. Auch vor hundert Jahren war der „Duden“ ein Politikum. So mussten einige Wörter wegen des Einspruchs von Kaiser Wilhelm II. in der alten Schreibweise bleiben, z.B. mit th statt mit t. Das ist eine alte Legende. Sie stützt sich auf die Mär, der Kaiser habe sich nicht das h aus "Thron" nehmen lassen wollen. Dabei tendierte die Schreibung Ende des 19. Jahrhunderts (noch bevor es überhaupt eine allgemeine einheitliche deutsche Rechtschreibung gab) nur bei deutschen Wörtern zu t statt th, "Thron" jedoch ist wie "Theater", "Thema" usw. griechischen Ursprungs und wird deswegen auch heute noch so geschrieben (im Gegensatz zu "Thür", "That" usw.) Nachdem die Eingriffsvorschläge der "I. Orthographischen Konferenz" von 1876 keinen Erfolg finden konnten, fand auf der "II. Orthographischen Konferenz" 1901/1902 keine wirkliche Reform statt, sondern es wurden lediglich die verschiedenen Varietäten deutscher Rechtschreibung erstmals zu einem überregionalen Standard vereinheitlicht. Dabei wurden aber keine neuen Schreibweisen künstlich erfunden (wie bei der aktuellen Reform), sondern nur Varianten gestrichen, d.h. was übrigblieb, war bereits im Gebrauch verankert. Das galt auch für die zurückgehende th-Schreibung. Was die alten Regeln als Ausnahme durchbrach, wurde kurzer Hand als neue Regel fest geschrieben. Damit entstanden etwa 250 Schreibvorschriften, die Ausnahmen von Ausnahmen von Ausnahmen ... regelten. Jetzt sind davon etwa 100 Regeln gestrichen worden, und das ist gut so. Im ersten Satz finden sich zwei Rechtschreibfehler, die vor der Reform garantiert nicht vorgekommen wären: "kurzer Hand" und "fest geschrieben". Das wird auch nach den Reformregeln zusammengeschrieben. Das Regelwerk des letzten Rechtschreibdudens vor der Reform umfaßte 212 Kennziffern zur Adressierung von Regeln. Nicht alle bezogen sich auf orthographische Angelegenheiten. Das Dokument der amtlichen Neuregelung adressiert mit 112 Paragraphen, die aber nicht mit tatsächlichen Regeln zu verwechseln sind. Der Eindruck, es seien weniger geworden, ist reine Täuschung, nichts als ein Numerierungstrick. Ein realistischeres Bild gibt der Umfangvergleich: Das Reformregelwerk ist rund 23.000, das erwähnte Dudenregelwerk von vor der Reform 20.000 Wörter lang. Allerdings ist es anders gegliedert, nämlich alphabetisch nach Stichwörtern, das Reformregelwerk dagegen thematisch. Deswegen sind im alten Dudenregelwerk einige Ausführungen doppelt unter verschiedenen Stichwörtern zu finden, außerdem werden wie gesagt auch sprachliche Zusammenhänge erörtert, die vom Reformregelwerk gar nicht abgedeckt werden, weil es sich nur auf Rechtschreibung beschränkt. Theodor Icklers "Rechtschreib-Wörterbuch", das die herkömmliche Rechtschreibung verzeichnet und nach der Reform erschienen ist, enthält ein Regelwerk, das die Gliederung der Neuregelung übernimmt und daher ein besseres Vergleichsobjekt ist. Es ist rund 7.200 Wörter lang. 6. Sind alle neuen Regeln gut? Gewiss gibt es einzelne Regeln, die hätten auch noch verbessert werden können, und noch weniger neue Regeln, die gegenüber den bisher geltenden Vorschriften eine Verschlechterung darstellen. Es besteht überhaupt kein Grund, wegen der Kritik an einzelnen Beispielen das gesamte Reformwerk abzulehnen. Eine Rückkehr zum veralteten Regelwerk wird es daher nicht geben. Die meisten Neuerungen hätten nicht nur "auch noch verbessert werden können", sondern sind sprachlich und/oder lesetechnisch gegenüber den bisherigen Regeln völlig untauglich. Der Anteil der annehmbaren Reformänderungen ist so verschwindend gering, daß eine Rücknahme der Reform zunächst für klarere Verhältnisse sorgen würde. Die bisherigen Regeln sind auch keineswegs "veraltet", nur weil eine Handvoll Typen ein anderes Regelwerk herausgebracht haben. 7. Was macht es den Menschen so schwer umzulernen? Die meisten Menschen trennen sich ungern von erlerntem Wissen und lieb gewonnenen Gewohnheiten. Die in der Kindheit erworbenen Kenntnisse zum Teil als überholt, ja als ungültig, zu kennzeichnen, fällt uns schwer. Aber die Halbwertzeit des Wissens sinkt von Jahr zu Jahr, wir müssen uns dieser Herausforderung stellen. Gerade weil es so vieles Neues zu lernen gibt, ist es höchst kontraproduktiv, die Menge neu zu lernender Materie noch künstlich zu erhöhen. Hinreichend erlerntes Wissen und Fähigkeiten von Millionen Menschen für ungültig zu erklären (noch dazu gegen deren Willen) ist fahrlässige Vernichtung von Humankapital. Lernen kostet Zeit und Geld. Das kann man auch besser investieren als für eine neue Rechtschreibung, die kaum einer haben will und nachweislich äußerst mangelhaft ist. (Sogar die Reformer selbst hielten in ihrem ersten Kommissionsbericht 1997 einschneidende Nachbesserungen für "unumgänglich notwendig" - aber die Kultusminister ignorierten das.) 8. Wann werden alle Menschen die neuen Regeln anwenden? Rund die Hälfte aller deutsch sprechenden Menschen schreibt schon nach den neuen Regeln, so die „Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung“ am 17.08.2000 (im Internet: www.ids-mannheim.de). Eine neutralere Quelle war wohl nicht aufzutreiben. (Achtung, Ironie!) Aber das Alter spielt hier eine entscheidende Rolle. Von den 16- bis 29-Jährigen sind es schon 44 %, von den 60-Jährigen und Älteren erst 9 %, wie die Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (im Internet: www.ifd-allensbach.de) ermittelt hat. Wenn nicht einmal in der Altersgruppe, die sich mit gegenwärtigen Schülern schneidet, die Mehrheit die neue Rechtschreibung benutzt, wie kann dann die Angabe "rund die Hälfte" der Rechtschreibkommission hinhauen? Bis es alle tun werden, verstreichen noch Jahrzehnte, ohne Zweifel. Deshalb kann die Reform gegenwärtig noch ohne allzu großen Rückumstellungsaufwand abgebrochen werden. Auch meine Oma schrieb, bis sie 1985 starb, in „deutscher Schrift“. Bei der Rechtschreibung handelt es sich nicht um eine simple Schriftart wie Handschrift oder Schreibmaschinenschrift, sondern um die Kodifizierungskonventionen sprachlichen Inhalts auf schriftlicher Ebene. Je mehr der einzelne Mensch schreibt, desto eher wird er sich umstellen. Das ist aus der Luft gegriffen. Wahrscheinlicher ist das Gegenteil. Es ist anzunehmen, daß gerade so einer die Mängel der neuen Rechtschreibung viel besser erkennt als ein Wenigschreiber. Umstellungen resultieren eher aus dem dumpfen und oberflächlichen Gefühl, irgendwie "zeitgemäß" erscheinen zu müssen. So haben sich nahezu alle Verwaltungen und kaufmännischen Betriebe umgestellt, was nur minimale Schwierigkeiten mit sich gebracht hat. Viele Vordrucke und Computer-Programme mussten ohnehin erneuert werden, unter anderem wegen des Jahres 2000, der Euro-Währung u.s.w. Dann kann man genauso problemlos auch wieder rückumstellen. Simple Verwaltungsvordrucke sind selten sprachlich so anspruchsvoll, daß ein Aufbrauchen der neu angeschafften in Reformschrieb nicht hingenommen werden könnte. 9. Wie steht die deutsche Sprache im Wettbewerb da? Verglichen mit der Weltsprache Englisch hat Deutsch einen schweren Stand, obwohl rund 100 Millionen Menschen Deutsch als Muttersprache gelernt haben. Wir müssen uns anstrengen, gerade in Ostmittel- und Osteuropa Deutsch wieder als erste Fremdsprache attraktiv zu machen. Gerade die slawischen Länder – und auch die Türkei – können bei der Durchsetzung deutscher Interessen in der Welt wertvolle Fürsprecher sein und werden. Und einfache Schreibregeln machen für junge Menschen anderer Völker die Entscheidung, Deutsch zu lernen, leichter Die Rechtschreibreform ist eher Antiwerbung für die deutsche Sprache. Es gibt eine Reihe Probleme, die die Reform gerade für Deutsch als Fremdsprache aufwirft. Zum Beispiel können normalerweise zusammengeschriebene Ausdrücke, also stehende Begriffe, die wegen der Reform getrennt geschrieben werden, nicht mehr als Lemmata in einem Wörterbuch aufgefunden werden. Zusammenschreibungen in skandinavischen Sprachen, die sich in der Vergangenheit in Anlehnung an ihre deutschsprachigen Pendants entwickelt haben, passen auf einmal nicht mehr zur deutschen Rechtschreibung. Außerdem liegt dem ganzen Argument schon die Fehlannahme zugrunde, die reformierten Schreibregeln würden zu einer Vereinfachung führen. Das stimmt in der Summe schon auf isolierter Regelwerkebene nicht (q.e.d.). Hinzu kommt folgende Sachlage: Sprachregeln sind oft hochkomplex, ohne daß sie dem kompetenten Anwender eigentlich bewußt sind. Man lernt ihre richtige Anwendung gewöhnlich nicht an ihnen selbst, sondern durch Gewöhnung an ihre Ergebnisse (bzw. ihren Ursprung, denn die Regeln folgen aus dem Sprachgebrauch, nicht umgekehrt). Sicherheit in der Rechtschreibung erzielt man am besten durch vieles Lesen. Nun liegt aber die große Überzahl alles zugänglichen Schrifttums deutscher Sprache in der herkömmlichen Rechtschreibung vor, erst recht bei Schulen im Ausland. (Sie kennen den Ausspruch „Deutsche Sprache, schwere Sprache“). Die besonderen Schwierigkeiten der deutschen Sprache liegen ganz woanders als in der Rechtschreibung. Die deutsche Rechtschreibung ist sogar verhältnismäßig einfach. Die Orthographie der französischen oder englischen Sprache ist offensichtlich sehr viel schwieriger zu handhaben. Nun ist aber Englisch trotzdem die meistgesprochene Fremdsprache der Welt. 10. Was bringen künftige Reformen? Sprache und Schrift werden auch künftig einem stetigen Wandel unterliegen. Die Rechtschreibreform ist kein natürlicher Sprachwandel, sondern führt Schreibweisen ein, die diesem genau entgegenlaufen bzw. wirklich veralteten entsprechen (Ähnlichkeiten zu Schreibbräuchen des 17. bis 19. Jahrhunderts). Zum Beispiel gibt es eine klare Tendenz zur Zusammenschreibung in der deutschen Schriftsprache, und dafür gibt es auch gute Gründe. Die Reform wendet sich dagegen. Wie kommt es wohl auch, daß nur zehn Prozent der Sprachgemeinschaft die neue Rechtschreibung befürworten (siehe Allensbach)? Die Informationsgesellschaft von morgen muss immer mehr Inhalte in immer kürzerer Zeit aufnehmen und verstehen. Das ist ein mächtiges Argument gegen die neue Rechtschreibung. Und die Welt wächst immer weiter zusammen. So ist die Frage nach einheitlichen Regeln im gesamten germanischen Sprachraum (mit Skandinavien, Holland) durchaus ein Thema. Originelle Idee. Diese Ländern fällt es übrigens viel leichter, Fremdwörtern eine der Aussprache folgende Schreibweise zu geben, als uns. Fremdwortschreibungen sind von der Reform nur äußerst marginal berührt. Von deutlich phonetischerer Schreibung kann keine Rede sein. Die Fälle, in denen etwas geändert wurde, sind fast komplett willkürlich ausgewählt und umgesetzt, können wegen dieser Inkonsequenz also keine Hilfe darstellen. Man muß jede einzelne Schreibweise schlicht kennen, genauso wie in der alten Rechtschreibung. Die Zuordnung von Lauten zu Buchstaben kann international in Frage gestellt werden (s statt z und umgekehrt, sh statt sch, Bedarf von q, v und x ...), das h als Dehnlaut u.a. Was mir – wenn es in etwa 20 Jahren kommen sollte – schwer fallen würde, wäre die „gemäßigte Kleinschreibung“, also Substantive klein, Namen und Satzanfänge jedoch groß. Dabei werde ich voraussichtlich nicht mitmachen, weil dies dem Ziel der schnellen Lesbarkeit zuwider laufen würde. Darum geht es in der gegenwärtigen Reform aber auch gar nicht. Übrigens ist "zuwider laufen" wieder falsch. Es muß laut Neuregelung zusammengeschrieben werden, weil es sich bei "zuwider" um eines der rund hundert "Partikel" aus §34 (1) handelt, die obligatorisch mit Verben zusammengeschrieben werden müssen (außer in den unter §34 (1) E1 beschriebenen Fällen, wovon hier jedoch keiner vorliegt). Wenn man das Reformregelwerk nur als Zerrbild aus den simplifizierenden Propagandabroschüren kennt, kann man das natürlich nicht wissen. Dann ist auch verständlich, wenn man dem Irrglauben aufgesessen ist, mit der Reform sei tatsächlich eine Vereinfachung eingetreten. Fazit: Die neuen einheitlichen Regeln sind durchweg gut gelungen und in sich schlüssig. Die Schreibweise einzelner Wörter oder Satzzeichen nach Ermessen in Originalsprache oder eingedeutschter Form entspricht unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung. Es ist das Gegenteil von Orthographie, wenn bedeutungsrelevante Zeichen frei nach Schnauze so oder so gesetzt werden können. Das hat mit freiheitlicher Gesellschaftsordnung überhaupt nichts zu tun. Im Prinzip darf letzten Endes natürlich jeder - total unabhängig von irgendeiner Rechtschreibregelung - so schreiben wie er will, aber die Anforderungen an eine sinnvolle Orthographie stehen auf einem ganz anderen Blatt. Unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung, so wie sie im Grundgesetz fixiert ist, entspricht es, daß der Staat demokratisch gelenkt wird. Wenn diese Bedingung real erfüllt wäre, könnte es die Rechtschreibreform gar nicht geben bzw. müßte sie längst wieder zurückgezogen worden sein. Statt gegen die Schreibregeln anzugehen, ist es besser, die Sprache selbst vor Überfremdung zu schützen, indem deutsche Wörter bei gleicher Bedeutung Fremdwörtern vorgezogen werden. Das entspricht einem gehobenen Stil. Aber Fremdwörter in deutsch plötzlich anders zu schreiben als in den lebendigen Herkunftsprachen, kann wohl schwerlich eine Erleichterung darstellen. Bisher war klar, daß man z.B. "Tip" selbstverständlich so schreibt wie im Englischen - nun muß ein Schüler zusätzlich wissen, daß es auf deutsch aber "Tipp" heißen soll (jedoch nicht "Slipp", "Stripp", "topp"...!). Man wird kaum bestreiten können, daß dies nicht weniger, sondern mehr Lernaufwand bedeutet. Und mein Rat: Vergessen Sie die abgeschafften 100 Regeln, lernen Sie nicht 100 neue hinzu. Denn 350 Regeln zu beherrschen, wird Ihnen kaum gelingen. Wieso wird hier zu den "250 Regeln" der alten Rechtschreibung die vermeintliche Differenz zur Regelzahl des Reformregelwerks noch einmal hinzuaddiert? Das ist doch total unsinnig. Analysiert man nach übrigens nach streng logischen Gesichtspunkten das neue Regelwerk, dann wird man darin weitaus mehr als 350 Regeln aufspüren können. Sie sind nur als Ausführungsbestimmungen und Erläuterungen unterhalb der Paragraphenebene getarnt. Wer's nicht glaubt, werfe selber einen Blick auf das Originaldokument der amtlichen Neuregelung (zu laden unter http://www.ids-mannheim.de/grammis/reform/download.html). Wenn Sie wirklich meinen, es seien 100 Regeln abgeschafft worden, dann versuchen Sie einmal, diese 100 Regeln kurz aufzulisten. Viel Spaß beim Aha-Erlebnis. | |
| [336] Christian Melsa, Hamburg | 13.06.02 |
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E-Mail: c_melsa@gmx.net, Homepage: DIE Seite zum Thema Mit dem verbissenen Festhalten an der sogenannten neuen Rechtschreibung dokumentiert sich eine seltsame, hartnäckige Unbeweglichkeit, wie sie auf vielen Ebenen immer wieder zu Tage tritt. | |
| [335] Sigi Müller, Schongau | 12.06.02 |
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Mit dem verbissenen Festhalten an der sogenannten alten Rechtschreibung dokumentiert sich eine seltsame, hartnäckige Unbeweglichkeit, wie sie auf vielen Ebenen immer wieder zu Tage tritt. | |
| [334] J. Koller, Bonn | 11.06.02 |
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Am Benutzen der sog. neuen Rechtschreibung dokumentiert sich ein Untertanengeist, wie er nur selten in der Öffentlichkeit zutage tritt. | |
| [333] Manfred Maronde, Neuruppin | 09.06.02 |
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E-Mail: MarondeM@aol.com Ja zur neuen Rechtschreibung Etwa einmal pro Woche lese ich in dieser Zeitung einen Leserbrief gegen die seit vier Jahren gültigen Rechtschreibregeln. Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin froh über die neuen Regeln und wende sie gern und von Anfang an stets an. An die Entstehungsgeschichte erinnere ich mit gut, als in den 80-er Jahren die damals (mit DDR) noch vier Länder die Arbeiten begannen. Bis Mitte 1997 nahm kaum jemand Notiz davon. Doch dann begann das Wehklagen, insbesondere aus Kreisen der Schriftsteller. Lassen Sie mich hier einige Fragen stellen und darauf Antworten geben. 1. Wem gehört die Sprache? Sie gehört allen, die sie benutzen, und zwar sowohl Schriftstellern, Dichtern, Journalisten, Lehrern, Schülern, Verwaltungsangestellten und –beamten, Kaufleuten, Informatikern und so weiter. Damit alle diese Menschen einander verstehen, brauchen wir einheitliche Regeln. So weit so gut. Doch wer schafft diese Regeln? Wessen Autorität akzeptieren wir? Eine zwischenstaatliche Kommission hat es hier naturgemäß sehr schwer, denn sie hat für uns Betroffene „kein Gesicht“, was in der heutigen Medien-Gesellschaft sehr problematisch ist. 2. Wozu dient Schrift? Schrift soll Sprache sowohl aufbewahren als auch transportieren. Seit den Erfindungen von Schallplatte, Tonband und vor allem Telefon, Rundfunk und Fernsehen haben diese Bedeutungen deutlich verloren, kein Zweifel. Rechtschreibregeln sollten wegen der Zweckbestimmung „Schrift folgt Sprache“ nicht überbetont werden. 3. Womit schreiben wir heute? Der weitaus größte Teil der Schrift wird heute über Tastaturen in Textverarbeitungssysteme eingegeben. Diese Systeme verfügen, rund 20 Jahre nach der weltweiten Verbreitung von Personal Computern, über automatische Rechtschreibkontrollen. Damit ist die Motivation bei den heutigen Schülern, selbst die Rechtschreibregeln zu lernen statt sie dem PC zu überlassen, schwierig geworden. 4. Wozu brauchen wir neue Regeln? Auch die PC-Textsysteme müssen erlernt werden, wozu Unterrichtszeit und „Speicherplatz im Kopf“ gebraucht werden. Deshalb ist eine Verringerung der Zahl der Regeln und die Beseitigung von Ausnahmen sehr hilfreich. 5. Waren die alten Regeln eindeutig und schlüssig? Die Antwort – siehe MAZ vom 16.05.02 – muss eindeutig „nein“ lauten. Auch vor hundert Jahren war der „Duden“ ein Politikum. So mussten einige Wörter wegen des Einspruchs von Kaiser Wilhelm II. in der alten Schreibweise bleiben, z.B. mit th statt mit t. Was die alten Regeln als Ausnahme durchbrach, wurde kurzer Hand als neue Regel fest geschrieben. Damit entstanden etwa 250 Schreibvorschriften, die Ausnahmen von Ausnahmen von Ausnahmen ... regelten. Jetzt sind davon etwa 100 Regeln gestrichen worden, und das ist gut so. 6. Sind alle neuen Regeln gut? Gewiss gibt es einzelne Regeln, die hätten auch noch verbessert werden können, und noch weniger neue Regeln, die gegenüber den bisher geltenden Vorschriften eine Verschlechterung darstellen. Es besteht überhaupt kein Grund, wegen der Kritik an einzelnen Beispielen das gesamte Reformwerk abzulehnen. Eine Rückkehr zum veralteten Regelwerk wird es daher nicht geben. 7. Was macht es den Menschen so schwer umzulernen? Die meisten Menschen trennen sich ungern von erlerntem Wissen und lieb gewonnenen Gewohnheiten. Die in der Kindheit erworbenen Kenntnisse zum Teil als überholt, ja als ungültig, zu kennzeichnen, fällt uns schwer. Aber die Halbwertzeit des Wissens sinkt von Jahr zu Jahr, wir müssen uns dieser Herausforderung stellen. 8. Wann werden alle Menschen die neuen Regeln anwenden? Rund die Hälfte aller deutsch sprechenden Menschen schreibt schon nach den neuen Regeln, so die „Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung“ am 17.08.2000 (im Internet: www.ids-mannheim.de). Aber das Alter spielt hier eine entscheidende Rolle. Von den 16- bis 29-Jährigen sind es schon 44 %, von den 60-Jährigen und Älteren erst 9 %, wie die Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (im Internet: www.ifd-allensbach.de) ermittelt hat. Bis es alle tun werden, verstreichen noch Jahrzehnte, ohne Zweifel. Auch meine Oma schrieb, bis sie 1985 starb, in „deutscher Schrift“. Je mehr der einzelne Mensch schreibt, desto eher wird er sich umstellen. So haben sich nahezu alle Verwaltungen und kaufmännischen Betriebe umgestellt, was nur minimale Schwierigkeiten mit sich gebracht hat. Viele Vordrucke und Computer-Programme mussten ohnehin erneuert werden, unter anderem wegen des Jahres 2000, der Euro-Währung u.s.w. 9. Wie steht die deutsche Sprache im Wettbewerb da? Verglichen mit der Weltsprache Englisch hat Deutsch einen schweren Stand, obwohl rund 100 Millionen Menschen Deutsch als Muttersprache gelernt haben. Wir müssen uns anstrengen, gerade in Ostmittel- und Osteuropa Deutsch wieder als erste Fremdsprache attraktiv zu machen. Gerade die slawischen Länder – und auch die Türkei – können bei der Durchsetzung deutscher Interessen in der Welt wertvolle Fürsprecher sein und werden. Und einfache Schreibregeln machen für junge Menschen anderer Völker die Entscheidung, Deutsch zu lernen, leichter (Sie kennen den Ausspruch „Deutsche Sprache, schwere Sprache“). 10. Was bringen künftige Reformen? Sprache und Schrift werden auch künftig einem stetigen Wandel unterliegen. Die Informationsgesellschaft von morgen muss immer mehr Inhalte in immer kürzerer Zeit aufnehmen und verstehen. Und die Welt wächst immer weiter zusammen. So ist die Frage nach einheitlichen Regeln im gesamten germanischen Sprachraum (mit Skandinavien, Holland) durchaus ein Thema. Diese Ländern fällt es übrigens viel leichter, Fremdwörtern eine der Aussprache folgende Schreibweise zu geben, als uns. Die Zuordnung von Lauten zu Buchstaben kann international in Frage gestellt werden (s statt z und umgekehrt, sh statt sch, Bedarf von q, v und x ...), das h als Dehnlaut u.a. Was mir – wenn es in etwa 20 Jahren kommen sollte – schwer fallen würde, wäre die „gemäßigte Kleinschreibung“, also Substantive klein, Namen und Satzanfänge jedoch groß. Dabei werde ich voraussichtlich nicht mitmachen, weil dies dem Ziel der schnellen Lesbarkeit zuwider laufen würde. Fazit: Die neuen einheitlichen Regeln sind durchweg gut gelungen und in sich schlüssig. Die Schreibweise einzelner Wörter oder Satzzeichen nach Ermessen in Originalsprache oder eingedeutschter Form entspricht unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung. Statt gegen die Schreibregeln anzugehen, ist es besser, die Sprache selbst vor Überfremdung zu schützen, indem deutsche Wörter bei gleicher Bedeutung Fremdwörtern vorgezogen werden. Und mein Rat: Vergessen Sie die abgeschafften 100 Regeln, lernen Sie nicht 100 neue hinzu. Denn 350 Regeln zu beherrschen, wird Ihnen kaum gelingen. Manfred Maronde, Neuruppin 10. Juni 2002 | |
| [332] Klaus van Dyke | 08.06.02 |
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Die Reformgegner haben recht! Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was für die Rechtschreibreform spricht. Das haben alle Diskussionen eindeutig gezeigt. | |
| [331] Sigi Müller, Schongau | 07.06.02 |
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Lieber Herr Schübel, Ihr Beitrag bringt die Sache auf den Punkt. Das Thema ist nicht mehr so wichtig, weil die Zeit für die Reform arbeitet. Ihr Experiment zeigt deutlich, dass selbst die hartnäckigsten VerfechterInnen der Altschreibung viele Neuschreibungen für alte Schreibweisen halten. Und das kann ruhig so bleiben. Herzliche Grüße PS Ich bin nicht der ehemalige Chef Ihrer Frau. Dieser wohnt in Peiting und ist dort an einer Schule tätig. | |
| [330] Klaus Schübel, Weilheim i. Obb. | 29.05.02 |
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Lieber Herr Müller, glauben Sie nicht, dass jede Diskussion mit Reformgegnern längst sinnlos geworden ist? Wer für die Reform ist, hat dafür gute Gründe. Wer gegen sie ist, glaubt noch bessere zu haben. Die Argumente selbst sind doch längst ausgetauscht. Ich habe 1997 in einem Seminar für Deutschdidaktik einen Test mit den Teilnehmern gemacht. Ich habe ihnen einen kleinen handgeschriebenen Text in alter Rechtschreibung vorgelegt mit der Information, es handele sich um Text, der von einem Neuntklässler geschrieben worden sei. Ich bat die Teilnehmer diesen Text zu korrigieren; sie würden dann besser verstehen, welche Probleme die alte Rechtschreibung bereite. Der Text war aber völlig f e h l e r f r e i! Trotzdem fanden die Teilnehmer bis zu neun Fehler. Das Pikante dabei: Sie verbesserten sie unbeabsichtigt so, dass die "korrigierten" Schreibweisen meist der neuen Rechtschreibung entsprachen (z. B. Schäfchen ins trockene bringen --> Schäfchen ins Trockene bringen). Die Seminarteilnehmer waren zwar sehr überrascht, als ich die Auflösung bekannt gab, trotzdem konnte ich schon damals keinen Reformgegner in seiner Ansicht wankend machen. Das macht auch gar nichts! Die Rechtschreibreform hat sich durchgesetzt und spätestens 2005 wird auch die FAZ sie wieder übernehmen. Die neue Rechtschreibung erleichtert unseren Schülern das Erlernen der Orthografie und nur darauf kommt es schließlich an. Wer glaubt mit der alten Rechtschreibung besser zurechtzukommen, soll sie doch weiter benutzen. Ich finde das nicht schlimm; es ist in meinen Augen sogar sehr verständlich. Mit freundlichen Grüßen Klaus Schübel PS: Herr Müller, sind Sie möglicherweise der Leiter der Grundschule in Peiting? Dann wären Sie ein ehemaliger Chef meiner Frau. | |
| [329] Vanessa Willberger, Wiesbaden | 15.05.02 |
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Ich verstehe nicht warum die Rechtschreibung geändert wurde, ich fand sie früher genauso gut. | |
| [328] Seda Koygun, Wiesbaden | 15.05.02 |
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E-Mail: sedak@freenet.de Mir ist die neue Rechtschreibung eigentlich egal, weil ich so schreibe wie es mir einfällt (neue Rechtschreibung oder alte). Aber sonst ist mir die alte Rechtschreibung lieber, weil ich mich so dran gewöhnt habe. Hätten sie es nicht geändert wäre es besser. | |
| [327] Sigi Müller, Schongau | 11.05.02 |
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Welch ein Argument! So kann ich also jetzt ohne weiteres belegen, wie groß die Verwirrung früher war, weil die meisten, die behaupten, die alte Schreibung zu beherrschen, heute noch glauben, dass "gestern Abend, nummerieren, auf dem Laufenden sein, in Bezug auf" usw. früher so geschrieben wurde! Danke für diesen Hinweis! | |
| [326] Phil Mannix | 05.05.02 |
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zu [325]: Aber daran können wir doch sehen, wie groß die Verwirrung ist, sonst würde man doch nicht >>Gruss, Grüsse, Strasse<< als Neuschreibung anbieten, obwohl diese Wörter auch im Neuschrieb mit >>ß<< geschrieben werden! | |
| [325] Sigi Müller, Schongau | 04.05.02 |
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E-Mail: oha.presseverlag@t-online.de Diese unsäglichen Umfragen bringen überhaupt nichts. Wer in der Schule Neuschreibungen vorstellt, der merkt bald, dass die meisten glauben, Neuschreibungen wie "heute Nachmittag", gestern Abend", "nummerieren" etc., das sei doch schon immer so gewesen. Als Neuschreibungen werden von Schülern dagegen oft angeboten: Gruss, Grüsse, Strasse usw. Erstaunen löst oft aus, dass auch "in Bezug auf" und "mit Bezug auf" in der alten Schreibe, die ja offensichtlich schwer genug war, genauso wie "ins reine bringen" aber "ins Lächerliche ziehen" unterschiedlich geregelt war! Herzliche Grüße Sigi Müller | |
| [324] Phil Mannix | 24.04.02 |
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Die RHEINZEITUNG schrieb am 19.4.2002 auf Seite 1 : >>Schreibreform ist unbeliebt ALLENSBACH. Wieder so schreiben wie früher: Jeder zweite Bundesbürger würde die Rechtschreibreform am liebsten rückgängig machen. Nur 29 Prozent sprachen sich für die neue Schreibweise aus. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. Wie unpopulär die im Juli 1996 beschlossene und im August 1998 verwirklichte Reform ist, zeigt auch ein anderes Ergebnis der Umfrage: Nur 25 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten sich inzwischen auf die neue Orthografie umgestellt. 13 Prozent haben dies künftig vor, aber 57 Prozent sehen überhaupt keinen Grund, die neuen Regeln zu beachten. In der Altersklasse 60 und älter beherzigen sogar nur neun Prozent die Rechtschreibreform.<< | |
| [323] Phil Mannix | 17.04.02 |
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E-Mail: philmannix@spacemail.com Ich empfehle "www.rechtschreibreform.com"! | |
| [322] Alexandra Baas, Hamburg | 17.04.02 |
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E-Mail: sonnenshine@gmx.ch Toll! Eine dankbare Germanistikstudentin und (hoffentlich) zukünftige Deutschlehrerin. | |
| [321] Hans Schrott, München | 11.04.02 |
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Tja, ich fand die Seiten toll - hätte da aber eine Frage: Wie schreibt man das, wenn ich eine kleine Gruppe von Menschen bezeichnen will: Eine handvoll Wanderer - oder - Eine Hand voll Wanderer? Nach der neuen Rechntschreibung gilt "Hand voll", oder? MfG Hans | |
| [320] Renate Schneller, Würzburg | 19.03.02 |
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E-Mail: Renate@uboot.com Guten Tag erst mal! Ich find des echt fett dass es so ne Page gibt! AUch wenn sich eigetnlich niemand dafür interessiert, aba des is ja egal! Hauptsache es gibt so was! Die Seite is echt saumäßig interessant (entschuldige meine Ausdrucksweise...) Aber des mit der neuen Rechtschreibung is echt geil, da kann ma ma schaun, wie des jetzt alles funktioniert! Ich mein ma lernt des als Kind zwar in der Schule aber ich zum Beispiel bin schon 76 Jahre alt und kann des ja so net mehr lernen, da fand ich das wirklich gut von meinem enkel dass er mir diese Seite gezeigt hat! Aber ich will hier ja net meine ganze Lebensgeschichte erzählen, sondern wollt einfach nur ma sagen dass des echt gut hier is! Also dann noch nen schönen Tag! Eure Renate | |
| [319] Ulli Stein, Fulda | 19.03.02 |
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E-Mail: Ulli_Stein@gmx.de Hallo ihr da! Diese Seite ist wirklich ganz arg toll! Sooooooooo... interessant! Echt da lernt man fürs Leben also dann machts gut | |
| [318] Michael Stolz, Würzburg | 19.03.02 |
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Hallo, ihr Stettens, wir nutzen euer Angebot gerade in einer Vertretungsstunde. Sehr verdienstvolle Sache, was ihr hier erstellt habt. Tschüs Michael | |
| [317] Florian Kranz, Bielefeld | 07.03.02 |
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E-Mail: florian.kranz@arcor.de, Homepage: Eine Schiffahrt mit drei f. Positives zur RSReform Frage an alle: Gehört die Konjunktion "außer" gemäß § 72 E2 zu den "entgegenstellenden Konjunktionen" und man muss in jedem Fall ein Komma davorsetzen, auch wenn nur Satzteile verbunden werden (analog etwa zu "sondern" und "aber")? Beispiel "Überall Schnee [,] außer im Süden". In § 72 E2 sind Beispiele gegeben, es ist keine geschlossene Liste. Meine persönliche Meinung ist, dass diese Art von Kommas überflüssig sind; rein syntaktische (wenn ein Nebensatz kommt) würden völlig ausreichen. In "Nicht gleich, sondern jetzt" ist das Komma von der Regel gefordert; de facto finde ich es überflüssig. | |
| [316] miriam ulbrich, bremen | 24.02.02 |
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Leider finde ich nichts über Attribute,falls jemand eine adresse weiss ,bitte an die eail adresse:icegirl @aol.com schreiben!danke im voraus | |
| [315] Dr. Elisabeth Häcker-Strobusch, Winterbach | 22.02.02 |
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Danke für die Bilderhilfe, damit bleibt etwas hängen. Bisher habe ich die NR einfach ignoriert. Ich habe mit so viel Mühen mir die Worte in der alten Form eingeprägt, dass ich jetzt alles andere als falsch empfinde. Bis sich meine Wortbilder wandeln, wird wohl noch einige Zeit vergehen! | |
| [314] Jan-Martin Wagner, Jena | 15.02.02 |
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E-Mail: jmw@ifto.physik.uni-jena.de, Homepage: Zur neuen Rechtschreibung Zu [313]: Und was steht in einem etymologischen Wörterbuch, das VOR der Rechtschreibreform (RSR) erschienen ist? Läßt sich irgendwie begründen, daß es notwendig und sinnvoll war, die Form "belämmert" festzuschreiben? Nochmal: Es geht mir nicht so sehr um den inhaltlichen Bezug - der ist allerdings auch bei anderen Schreibungen falsch bzw. irreführend -, sondern um die Änderung an sich: warum wurde das geändert? Haben es z. B. vor der Reform schon viele Leute so geschrieben bzw. mit der Schreibung Probleme gehabt, so daß es nur folgerichtig war, hier einzugreifen? Ich vermute, daß das nicht der Fall war, aber ich lasse mich gern eines besseren belehren. Das Kluge-Zitat in [313] überzeugt mich nicht, weil die darin erwähnte "Bedeutungsverschiebung" eine Folge der RSR sein kann. Und: Wenn es schon andere Fälle gibt, die insoweit problematisch sind, daß die Schreibung auf eine falsche Fährte bezüglich der Abstammung (und damit der Bedeutung) führt - warum diesen Problemfällen (m. E. ohne Not) einen hinzufügen? Nochmal konkret: "belämmert" hat, wenn es für "belemmert" steht, nichts mit Lämmern zu tun; was aber bedeutet es, wenn es nicht für "belemmert" steht - und welches Wort steht dann für "belemmert"? Zu [310]: Tuen Sie sich bitte nicht allzuviel von der "neuen" Rechtschreibung an, das erspart Ihnen ungewollte Grammatikfehler und mißverständliche Schreibungen! (A propos "neue" Rechtschreibung: Die hier angesprochene Regel bezüglich ß und ss ist vor ca. 200 Jahren entstanden, sie stammt von Johann Christian August Heyse; deshalb nennt man sie auch die "Heysesche s-Schreibung".) Außerdem ist die reformierte Schreibung gar nicht so einfach, wie immer behauptet wird - man sieht es doch jeden Tag in den Zeitungen, welchen neuen Fehlern die Leute aufsitzen. Diese Fehler, die aus einer "Überinterpretation" der neuen Regeln resultieren, haben nichts mit eventuellen Umstellungsschwierigkeiten zu tun, denn wenn die neuen Regeln so einfach wären, wie immer behauptet wird, dann müßten sie auch leicht anzuwenden sein - aber nicht einmal die relativ häufig benötigte (und relativ einfach erscheinende) Heysesche s-Schreibungsregel wird richtig befolgt; man suche im Internet einfach mal nach "Geheimniss" oder "Verhältniss" (sogar bei "Geheimniß" wird man fündig!). Oder siehe Eintrag [312]: "Spass" - ein sehr beliebter Fehler! Nein, diese Fehler haben vielmehr mit der Angst zu tun, etwas falsch zu schreiben, und anstatt dann einfach ganz sicherzugehen und der alten, weiterhin verwendbaren Schreibung zu folgen (was die meisten nicht wissen oder sich nicht trauen), werden neue Fehler produziert. Ich finde das unverantwortlich, weil dadurch weder die Kinder die notwendige Lesekompetenz (vgl. PISA) erlangen, noch die Neuschreibung eine Chance hat, wirklich richtig eingebürgert zu werden - weil man die wirklich richtige neue Schreibung am besten als solche erkennen und sich nach und nach daran gewöhnen kann, wenn noch viele die alte Schreibung verwenden und die neue nur dann, wenn sie sich sicher sind. Wenn man sich jetzt z. B. nach den verschiedenen Zeitungsschreibungen richtet, hat man (auch wegen der verschiedenen Hausorthographien der Verlage) keine Chance, die Neuschreibung richtig zu lernen; man prägt sich dabei zu viele Fehler ein. Warum werden gerade bei der ss/ß-Schreibung so viele unnötige Fehler gemacht? Der erste Fehler liegt bereits in der Darstellung der Regel: In der "Amtlichen Regelung" von 1996 findet sich die Formulierung "nach Langvokal 'ß', nach Kurzvokal 'ss'" nämlich gar nicht! Die steht (u. a.) auf einer Internetseite der Rechtschreibkommission als vereinfachter Erläuterungstext. Im Originaltext der Regeln steht dagegen: »§ 25: Für das scharfe (stimmlose) [s] nach langem Vokal oder Diphthong schreibt man ß, wenn im Wortstamm kein weiterer Konsonant folgt.« Das ist die ganze eigentliche Regel, danach folgen noch ein paar Erläuterungen: »Das betrifft Wörter wie: Maß, Straße, Grieß, Spieß, groß, grüßen; außen, außer, draußen, Strauß, beißen, Fleiß, heißen; Ausnahme: aus Zur Schreibung von [s] in Wörtern mit Auslautverhärtung wie Haus, graziös, Maus, Preis siehe § 23.« Un dann folgt eine Bemerkung, die eine eigene Numerierung trägt: »E1: In manchen Wortstämmen wechselt bei Flexion und in Ableitungen die Länge und Kürze des Vokals vor [s]; entsprechend wechselt die Schreibung ß mit ss. Beispiele: fließen - er floss - Fluss - das Floß; genießen - er genoss - Genuss; wissen - er weiß - er wusste« Der Paragraph 23 lautet: » 23: Die in großen Teilen des deutschen Sprachgebiets auftretende Verhärtung der Konsonanten [b], [d], [g], [v] und [z] am Silbenende sowie vor anderen Konsonanten innerhalb der Silbe wird in der Schreibung nicht berücksichtigt.« Auch hier folgen weitere Erläuterungen: »E1: Bei vielen Wörtern kann die Schreibung aus der Aussprache erweiterter Formen oder verwandter Wörter abgeleitet werden, in denen der betreffende Konsonant am Silbenanfang steht, zum Beispiel: [...] Preis, preislich, preiswert Preise (aber Fleiß - fleißig); Haus, häuslich, behaust Häuser (aber Strauß - Sträuße) E2: Bei einer kleinen Gruppe von Wörtern ist es nicht oder nur schwer möglich, eine solche Erweiterung durchzuführen oder eine Beziehung zu verwandten Wörtern herzustellen. Man schreibt sie trotzdem mit b, d, g bzw. s, zum Beispiel: ab, Eisbein (Eis - Eises), flugs (Flug), Herbst, hübsch, jeglich, Jugend, Kies (Kiesel), Lebkuchen, morgendlich, ob, Obst, Plebs (Plebejer), preisgeben, Rebhuhn, redlich (Rede), Reis (Reisig), Reis (= Korn; Reise fachsprachlich = Reissorten; aber Grieß), ihr seid (im Unterschied zu: seit), sie sind, und, Vogt, weg (Weges), weissagen (weise)« Das Problem liegt also darin, daß "nach Langvokal 'ß', nach Kurzvokal 'ss'" kein allgemeingültiges Prinzip ist, sondern, kurz gefaßt, nur für Wörter gilt, die vor der Reform mit "ß" geschrieben wurden. Das scheint zunächst völlig selbstverständlich zu sein, denn nur um diese Fälle geht es ja bei der ss/ß-Schreibung. Das bedeutet aber auch, daß man mit dieser einfachen Merkregel nur etwas anfangen kann, wenn man schon weiß, wie das Wort ("vor der Reform") zu schreiben ist, dann ersetzt man einfach die betroffenen 'ß' durch 'ss', und alles ist richtig. Die richtige Merkregel wäre also »'ss' für 'ß' nach kurzem Vokal«, genauer: »Der Wechsel von 'ss' zu 'ß' nach kurzem Vokal wird aufgehoben«. Wie aber sollen es die Kinder machen, welche ja die "alte" Schreibung gar nicht kennen, in der von 'ss' zu 'ß' gewechselt wurde? Warum soll die neue Regel einfacher sein, wenn dadurch das Grundproblem, zu erkennen, welche Wörter überhaupt mit 'ss' oder 'ß' zu schreiben sind, nicht aufgehoben wird, weil es nicht aufgehoben werden kann? Warum soll die neue Regel sinnvoller sein, da sie zu viel mehr neuen Falschschreibungen verführt? Die Heysesche s-Schreibungsregel (= die neue Regel) kann das Grundproblem (ob überhaupt 'ss' oder 'ß' vorkommt) nur bedingt lösen; sie folgt dem sog. Stammprinzip, d. h. daß die Wortstämme möglichst durchgehend gleich geschrieben werden. Wenn ein Wort also in seiner Grundform ein 'ss' oder 'ß' enthält, soll es das beibehalten. Gerade das klappt aber wegen des Prinzips, daß nach einem langen Vokal 'ß' zu schreiben ist, nicht durchgängig: siehe dazu obiges 'E1' in Paragraph 25 (Bsp.: wissen - er weiß - er wusste)! Der zweite Fehler liegt m. E. darin, daß auch diese Regel ohne Not eingeführt wurde. Stattdessen hätte man sich um eine bessere Didaktik der "alten" Regeln kümmern können, denn die bisherige ss/ß-Regel läßt sich narrensicher folgendermaßen merken (diese Form der Verwendung von 'ß' ist wirklich alt, älter sogar als die Heysesche s-Schreibung; sie geht auf Johann Christoph Adelung zurück und heißt daher die "Adelungsche s-Scheibung"; die Formulierung hier stammt aber von mir): Schreibe nur dann 'ss', wenn Du hörst, daß Du das Wort an der Stelle (zwischen den 's') trennen kannst, sonst 'ß' (statt 'ss'). Ich wette, mit dieser Regel machen Sie (gemessen an dieser Regel) weniger Fehler, als wenn Sie nach der neuen Regel schreiben (gemessen an der neuen Regel)! Denn: Das 'ss' ist hier den einfachen Fällen wie 'Wasser', 'Messe', 'Kissen', 'Gosse', 'Nüsse' etc. vorbehalten, wo man quasi am 'ss' nicht vorbeikommt. In den übrigen Fällen stellt sich also nur noch die Frage »'ß' oder 's'«. Wann 's' steht, ist in einigen Fällen von der Grammatik her klar (Bsp.: 'du bist', 'hast du ...') oder ergibt sich aus dem Wortstamm (Bsp.: 'er liest', '... geniest?'); einige Spezialfälle (Bsp.: 'das', 'Bus') muß man wissen. Diese Erkennungsmöglichkeiten gibt es natürlich auch bei der Anwendung der "neuen" Regel - aber das ist noch nicht alles, es gibt ja noch die Besonderheit mit dem Konsonanten im Wortstamm (vgl. oben § 25; dies betrifft Wörter wie Biest, Geist, Husten, pusten, Auster). Hier (und bei anderen Problemfällen) zeigt sich aber eine Stärke der "alten" Regel, denn ein 'ß' fällt beim Lesen viel mehr auf und prägt sich besser ein! Der Unterschied zwischen 's' und 'ß' fällt viel stärker auf, insbesondere in der Schreibschrift, weil das 'ß' (wie sonst nur das 'f') sowohl nach oben wie nach unten über die anderen Kleinbuchstaben hinausragt; speziell Kindern sollte das entegenkommen. Diese "optische Unterscheidung" zwischen 's' und 'ß' setzt allerdings voraus, daß man hinreichend viel gelesen hat und sich einige Wörter durch die Wiederholung eingeprägt haben. Es ist m. E. der dritte mit der "neuen ß-Regel" verbundene Fehler, welcher sich zudem wie ein roter Faden durch die ganze RSR zieht, daß die Neuerungen unter dem "Leitmotiv" der Vereinfachung des Schreibens eingeführt wurden. Die Schrift ist aber nicht zum Schreiben da, sondern zum Gelesenwerden: Warum sollte ich etwas aufschreiben, wenn es hinterher keiner liest (nicht einmal ich selber)? Damit Kleinkinder lernen sprechen, müssen sie viel von der Sprache hören, und wer schreiben lernen will, muß viel lesen. Das war schon immer so, und daran führt keine Reform vorbei. | |
| [313] Klaus Stetten, Würzburg | 14.02.02 |
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E-Mail: st.kk@t-online.de zu [307] und [308] "Wieso kommt 'belemmert' von 'Lamm'? ..." "Belemmert" kommt nicht von "Lamm", aber es wird heute häufig "Lamm" zugeordnet: deshalb die Schreibweise "belämmert". Siehe hierzu Kluge: "belemmern ... Aus dem Niederdeutschen verbreitetes Frequentativum (mndd. belemmeren) zu belemen 'lähmen' (s. lahm). Vor allem das Partizip wird häufig an Lamm angeschlossen, deshalb auch die Schreibung belämmert und die erkennbare Bedeutungsverschiebung dieser Form. ..." Kluge, Friedrich: | |
| [312] manfred stiller, kiel | 12.02.02 |
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E-Mail: stiller@physik.uni.de Hi, sehr schöne Seiten, mit viel Spass und Informationen. :-) STi | |
| [311] Ronald Man | 07.02.02 |
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E-Mail: ronman@spacemail.com zu [310] Fluss(Singular)- Flüsse(Plural): Hier schreibt man "ss", weil das "u" und das "ü" k u r z ausgesprochen werden. Fuß(Singular)- Füße(Plural): Hier schreibt man "ß", weil das "u" und das "ü" l a n g ausgesprochen werden. | |
| [310] Michel Haring, Haarlem (NL) | 07.02.02 |
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E-Mail: michel.haring@hetnet.nl, Homepage: ß und ss Regel Als Holländer habe ich aus dem Beispiel vom Webpage http://www.wuerzburg.de/rechtschreibreform/fundam-1.html#1.1 (anbei) immer noch nicht verstanden wie die neuen Regeln funktionieren. Was ist der Unterschied zwischen Fluss-Flüsse und Fuß-Füße? Kann jemand mir klar machen wie mann diese ß und ss Regel verwendet? 1.1 Die s-Schreibung Die aufälligste Neuregelung in diesem Zusammenhang betrifft den bisherigen Wechsel von ß und ss, wie z.B. Flüsse-Fluß, Nässe-naß, Wasser-wäßrig. Nach der Neuregelung gilt, dass nach kurzem Vokal generell ss zu schreiben ist, also z.B. Fluss-Flüsse, Nässe-nass, Wasser-wässrig. In der Folge dieser Regelung wird die Konjunktion jetzt dass geschrieben. Nach langem Vokal steht weiterhin ß, also z.B. Fuß-Füße. | |
| [309] Ronald Man | 06.02.02 |
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E-Mail: ronman@spacemail.com zu [308] Bezüglich "belemmert" verweise ich auf "www.wuerzburg.de/rechtschreibreform/index.html" und dem dazugehörigen "RS-Test: Nur für FAZ-Leser". Durch diese Adresse kam ich in dieses Gästebuch. Ich führe "gräulich" auf "grau" und "greulich" auf "Greuel" zurück. Die neue Rechtschreibung läßt aber "greulich" nicht mehr zu, sondern nur noch "gräulich". Ich müßte also schreiben: "Massenmord ist gräulich." Das ist mir viel zuviel entschärft. Auch "grausig" reicht mir nicht. Durch die neue Rechtschreibung sind sehr viele Wörter liquidiert worden. Autoren könnten sich in ihren Ausdrucksmöglichkeiten eingeschränkt fühlen. Es sollte u.a. neben "gräulich" auch "greulich" zugelassen werden. Mit freunlichen Grüßen | |
| [308] Florian Kranz, Bielefeld | 06.02.02 |
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E-Mail: florian.kranz@arcormail.de, Homepage: Eine Schiffahrt mit drei f. Positives zur RSReform zu [307] Ich weiß nicht, wo Sie gelesen haben, dass "belemmert" angeblich von "Lamm" kommt, oder dass "gräulich" von "grau" kommt. Wenn überhaupt, liegt den genannten veränderten Schreibweisen das Argumentationsmuster zugrunde, dass in einigen Fällen die jetzige Zuordnung zu einer Wortfamilie den Auschlag für die Schreibweise geben kann, auch entgegen dem fachlich bekannten Ursprung. Darum geht es. Ich empfehle die Lektüre von Olschansky "Täuschende Wörter", in denen sog. Volksetymologien behandelt werden, die nahezu alle entsprechend auch so geschrieben werden. Was sagt denn ein etymologisches Wörterbuch zur Herkunft von "belemmert"? Aus der Erinnerung würde ich sagen, es gehört zu "lahm", was das a absolut rechtfertigen würde (ich hab es jetzt aber nicht erneut nachgesehen). Eine tatsächliche Verwandtschaft von "gräulich" und "grau" würde ich im Übrigen nicht ausschließen. Aber da wäre doch noch "Grausen" und "grausig"; hoppla, das a ist ja schon in der Familie drin! Was sagen Sie nun? Beide Fälle habe ich auch in meinem Buch behandelt (s.o.; man gestatte mir erneut die Werbung...) | |
| [307] Ronald Man | 30.01.02 |
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Wieso kommt "belemmert" von "Lamm"? Wo haben Sie denn diesen Blödsinn her? Und der Holocaust war nicht gräulich (grau), sondern greulich (Greuel). Mit freundlichen Grüßen | |
| [306] Florian Kranz, Bielefeld | 18.01.02 |
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E-Mail: florian.kranz@arcormail.de, Homepage: Französische Sprachakademie zu Euro / Cent(ime) In Frankreich wurde höchstoffiziell festgelegt, dass die Untereinheit zum Euro dort weiterhin "centime" genannt wird (Quelle: siehe Link). "Cent" ist im Französischen nicht möglich, weil es das Wort für "hundert" ist. "Zwei Cent" wäre sonst "deux cents", was folglich auch "zweihundert" heißen könnte. | |
| [305] Florian Kranz, Bielefeld | 17.01.02 |
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E-Mail: florian.kranz@arcormail.de, Homepage: Französische Sprachakademie die kleine französische "Rechtschreibreform": Orthographes recommandées par le Conseil supérieur de la langue française, d’après le rapport publié dans les documents administratifs du Journal officiel du 6 décembre 1990 Sont signalés ci-dessous les mots qui, dans ce dictionnaire, sont suivis d’un losange indiquant qu’une nouvelle orthographe a été recommandée pour mettre fin à une anomalie, à une incohérence, ou, simplement, à une hésitation, pour permettre l’application sans exceptions inutiles d’une règle simple, pour souligner une tendance phonétique ou graphique constatée dans l’usage, ou encore pour faciliter la création de mots nouveaux, notamment dans le domaine technique, et, de manière générale, pour rendre ainsi plus aisés l’apprentissage de l’orthographe et sa maîtrise. | |
| [304] Mario Schade, Berlin | 04.01.02 |
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Vielen Dank ,ich hoffe ich kann Eure regeln und tipps gebrauchen. | |
| [303] brigitte krause, berlin | 12.12.01 |
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E-Mail: yofreagle@gmx.de ich finde eure seite wirklich sehr gelungen. in kürze kann man sich den groben überblick holen und sich dann in einzelne themen vertiefen. ich finde die rechtschreibreform übrigens sehr positiv, da ich veränderungen und vereinfachung für ausländer, die deutsche sprache zu lernen positiv finde. aber ob das bei allen schritten der fall ist, sei dahin gestellt. danke auf alle fälle für ihre informative website! brigitte | |
| [302] Robert Bott, Würzburg | 27.11.01 |
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Die Lokalredaktion Mellrichstadt der Würzburger Main-Post schreibt: Mesner ist nicht gleich Messner Die Auswüchse der Rechtschreibreform haben wir in der Redaktion ja tagtäglich auszubaden. Jüngstes Beispiel: Wie schreibt man den Beruf einer Personengruppe richtig, die freilich mehr im Verborgenen wirkt. Sie schließt die Kirche auf oder zu, läutet die Glocken, legt dem Pfarrer die Messgewänder bereit und hält die vorwitzigen Ministranten im Zaum. Um mit der präzisen Definition des "Lexikon für Kirche und Theologie" zu sprechen: Es handelt sich um "mit der Bewachung der Kirche und der Besorgung der Kirchengeräte u .ä. betraute Kirchenbedienstete". Weshalb wir uns so umständlich ausdrucken, hat seinen Grund: Wir scheuen uns vor der korrekten Berufsbezeichnung, weil wir diese dienstbaren Geister gerade in unserer Region nicht noch mehr verärgern wollen. Denn die fränkischen "Kirchenbediensteten" grummeln ganz schön, wie man kürzlich im "Würzburger Katholischen Sonntagsblatt" lesen konnte. Nicht über ihren jeweiligen Pfarrer oder die viele Arbeit. Nein, sie sind sauer auf die neue Rechtschreibung. Sie wehren sich dagegen, dass für einen alten Beruf eine neue Schreibweise Einzug gehalten hat. Nämlich "Messner". Allerdings steht im Duden hinter diesem Wort "Messner" ein Verweiszeichen auf "Mesner". Ja, was denn nun? Schreibt man das Wort nun mit einfachem "s" oder mit zwei "s"? Für die Mes(s)ner ist die Sachlage klar. Das besagte Wort hat nichts mit der Messe zu tun. Sie mussten der ahnungslosen Dudenredaktion mitteilen, dass sich ihre Berufsbezeichnung vom lateinischen "mansionarius" ableitet, was so viel wie "Hausmeister" bedeutet. Immerhin haben die Duden-Macher auf die Proteste reagiert und dem Mes(s)nerverband Recht gegeben. Man gab sich aber diplomatisch: Heutzutage sei eben beides erlaubt - der Mesner mit einem oder zwei "s". Vielleicht bietet sich als eleganter Ausweg die Bezeichnung "Küster" an, das immer noch mit einem "s" geschrieben wird und natürlich nichts mit "Küste" zu tun hat, sondern mit "custos", was so viel wie "Bewacher" heißt. H. Z. red.mellrichstadt@mainpost.de
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| [301] Manfred Ehrich, Vancouver | 02.11.01 |
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E-Mail: buddyehrich@hotmail.com daß sieht besser aus als dass. radfahren sieht besser aus als Rad fahren. Lebensversicherungsgesellschaft sieht besser aus als Lebens-Versicherungs-Gesellschaft Das ist nun halt so! Anstatt Rechtschreibreform, man sollte sich lieber mit der Abwehr gegen den steigenden englischsprachigen Angriff auf unsre edle deutsche Sprache beschäftigen! | |
| [300] Florian Kranz, Bielefeld | 15.10.01 |
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E-Mail: florian.kranz@arcormail.de, Homepage: Eine Schiffahrt mit drei f. Positives zur RSReform [zu 299] Professor Ickler versucht zum wiederholten Male "Besorgnis zu erregen". Erstens: Mit dem, was er anspricht, wird der Rechtschreibung nicht geschadet. Es geht um Überarbeitungen, die im Gegenteil zu Verbesserungen führen. Zweitens: Die erwähnten "viele hundert Änderungen" sind nicht identisch mit den Korrekturen, die in den neueren Auflagen von Bertelsmann und Duden bereits Einzug erhalten haben. Es ist nämlich nur ein sehr geringer Teil der im Januar 1998 von der Kommission veröffentlichten Korrekturvorschläge. Bei den umgesetzten Fällen handelt es sich vor allem um ein "Steckenpferd" von Ickler, nämlich die Fälle vom Typ "Besorgnis erregend / besorgniserregend". Hier hatte das Regelwerk eine Lücke gelassen (die Steigerung wurde nicht geregelt), die nun geschlossen wurde. Das ist vernünftig, unabhängig davon, ob im größeren Zusammenhang im Sinne der 98er Korrekturvorschläge Beschlüsse gefasst werden. Im Duden steht nun eine korrekte, differenzierte Beschreibung der Dinge; das Regelwerk äußerete sich nur zu der "Grundform" Bersorgnis erregend, die nach der allgemeinen Regel (wegen Besorgnis erregen) auch weiterhin korrekt ist. | |
| [299] Prof. Dr. Theodor Ickler, 91080 Spardorf | 05.10.01 |
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E-Mail: theo.ickler@t-online.de, Homepage: Meine Homepage Niemand schadet der Rechtschreibreform so sehr wie ihre Urheber. Seit 1996 haben sie (gegen das klare Veto der Kultusminister) viele hundert Änderungen beschlossen und in die exklusiv beratenen Wörterbücher von Bertelsmann und Duden eingeschleust. Dadurch sind Millionen umgestellte Wörterbücher, Kinder- und Schulbücher schon wieder Altpapier. Wer es nicht glaubt, sehe sich die Analysen zu diesen Büchern unter www.rechtschreibreform.com an! Viel Spaß weiterhin mit der überholten Neuschreibung! | |
| [298] Nils Brombach, Kiel | 26.09.01 |
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TAGESSCHAU Alle Zeitungen (Ausnahme FAZ) schreiben nach den Regeln der neuen Rechtschreibung. Nur die TAGESSCHAU kann sich nicht entscheiden und schreibt mal alt, mal neu. Und das bei einer öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt! | |
| [297] samantah klein, hamburg | 23.09.01 |
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E-Mail: Mya12@diddlpost.de Hallo !! Die neue Rechtschreibung ist echt spitze Und der rote Felix auch. Bitte schreib mir ein lesebrief zurück tschüss eure Mya | |
| [296] Claude, Giessen | 20.09.01 |
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E-Mail: ClaudjeS@web.de ich bin germanistikstudentin und schreibe morgen meine ling.klausur über die dt. orthographie! ich find die neue besser als die alte, obwohl mir das ganze zu beginn auch nicht leicht fiel...man muss eben a bisserl umdenken...wenn mans aber einmal hat dann ists viel einfacher und für uns angehende lehrer ists auch leichter didaktisch zu vermitteln! man muss sich nur mal zeit nehmen und sich damit befassen! gruss an alle im examen... | |
| [295] Christian Stang, Regensburg | 02.09.01 |
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E-Mail: post@christian-stang.de, Homepage: Meine Homepage Im Verlag Langenscheidt ist vor kurzem der von mir verfasste Ratgeber mit dem Titel "Die neue Rechtschreibung. Alle Regeln zum Lernen und Nachschlagen" erschienen, auf den ich Sie hiermit aufmerksam machen darf. | |
| [294] Dr. Jürgen Langhans, Karlsruhe | 21.08.01 |
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E-Mail: j.langhans@t-online.de, Homepage: Seite gegen die Rechtschreibreform Auf o. g. Seite gibt es Aufkleber und Postkarten gegen die Rechtschreibreform. Viel Spaß! | |
| [293] Michael Jansen | 16.08.01 |
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E-Mail: m.jansen@berlin.de, Homepage: altes Gästebuch der Reformgegner Die Ickler'sche Schule hat das Lager der Reformgegner in gewisser Hinsicht gestärkt, denn die eigene Position wird nicht mehr automatisch mit getroffen, wenn die Dudenregelung angegriffen wird. Andererseits hat sie die Reformgegner geschwächt, denn wenn selbst ihr prominentester Fachmann nicht einfach zum Stand vor 1996 zurückwill, ist ein Konsens für ein „Kippen der Reform“ sehr unwahrscheinlich geworden. Freitag, 13.4.2001 | |
| [292] Sigi Müller, Schongau | 08.08.01 |
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E-Mail: oha.presseverlag@t-online.de Montgomerys Beitrag hier zeigt, wie es im Grunde ist. Trotz einer Vielzahl von schlauen Diskussionen und Selbstzerfleischungsaktionen haben viele Gegner und Befürworter der Rechtschreibreform die allereinfachsten Dinge nicht begriffen: dass beispielsweise immer noch "Gruß/Grüße", "außerdem" usw. geschrieben wird. Mit der Zeit würde sich das Neue sicher besser durchsetzten, wenn in den Medien und in den Schulen die neue Rechtschreibung einigermaßen richtig verwendet würde. Aber auch nach meiner Erfahrung gibt es nach wie vor noch genug Leute, die "Gruß, Maß" und dergleichen als "nicht reformiert" ansehen und bei "heute Abend" "nummeriert" "in Bezug auf" gar nicht auf die Idee kommen, dass man das früher anders geschrieben hat. | |
| [291] Walter Lachenmann, 83666 Waakirchen | 23.07.01 |
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E-Mail: oreos@t-online.de, Homepage: Die Seiten für Rechtschreibung Interessante und differenzierte Diskussion über dieses Thema mit kompetenten Fachleuten. Wortmeldungen und Fragen werden gerne aufgegriffen bzw. beantwortet. | |
| [290] Christine Arndt, Potsdam | 12.07.01 |
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E-Mail: christine@die-arndts.de Ich selber bin gerade in der 9.Klasse. Im ersten Halbjahr dieses Schuljahrs haben wir im Deutschunterricht sehr intensiv die neue Rechtschreibung durchgenommen. Leider habe ich schon ganz schön viele Dinge wieder vergessen. Woran ich mich aber noch genau erinnere sind die vielen Ausnahmen. In ihrer Homepage haben sie nur die einfachsten Fälle aufgelistet. Ich finde es ja schon toll, dass überhaupt mal jemand so etwas macht, aber es könnte halt noch etwas präziser sein. Im Großen und Ganzen finde ich die Reform nicht gerade toll! Mitlerweile mache ich das doppel ´ss´schon ganz von alleine, aber die meisten regeln kriege ich nicht in meinen Kopf rein! Aber das werde ich schon noch schaffen. Ich habe ja noch lange genug Zeit... | |
| [289] Melanie Hauff, Karlsruhe | 06.07.01 |
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E-Mail: hauff@palas.de Diese Seite drucke ich gleich mal aus für meine Kollegen/Kolleginnen und natürlich für mich. Vielleicht hilft das, die neue Rechtschreibung endlich konsequent in unserer Firma einzuführen, nicht nur als Stückwerk. Die Teufelchen-Comics sind eine klasse Idee, die trockene Materie zu vermitteln. Sieht an der Büro-Wand auch besser aus als eine Kopie der Duden-Regeln... Also: Danke für die schöne Seite! | |
| [288] Florian Kranz, Bielefeld | 11.06.01 |
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E-Mail: florian.kranz@arcormail.de, Homepage: Mein Buch zur Reform zu [287] "Gruss" ist die Schweizer Schreibweise, sie ist kein Ergebnis der Neuregelung von 1996. Der Grund für die Änderung ist das Wegstreichen einer Sonderregelung für s, derzufolge bisher s nicht wie andere Buchstaben verdoppelt wurden, um einen kurzen Vokal zu markieren. Nun schreibt man dass, wie man kann, soll, Fett und vieles andere schreibt. D.h. die Schreibweise passt jetzt in all diesen Fällen - wo früher ein "falsches" ß stand - zur Aussprache und unterscheidet sich von den Wörtern, die nach wie vor mit ß geschrieben werden (lange Vokale + stimmloses s [wie in Gruß, da Grüße und nicht Grüse!], ebenso Diphthonge). | |
| [287] Montgomery Ehrich, Vancouver, Kanada | 09.06.01 |
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E-Mail: buddyehrich@hotmail.com, Homepage: gegen die Reform Als Student der deutschen Sprache seit 1970, muss ich sagen, dass ich voellig g e g e n die Reform bin. Man sagt hierzuland, "If it ain't broke, don't fix it!" Wenn etwas nicht kaputt ist, dann solches auch nicht reparieren!" Diese Maschine hat kein Esszet-Symbol, also muss ich leider "ss" schreiben statt Esszet. Warum eigentlich hat man Woerter wie, z.B., "daB" und "GruB" "dass" und "Gruss", d.h. das Buchstabieren dieser Woerter, aendern wollen? Ich erinnere mich an die alten Postkarten, die "GruB aus Bayern" darauf gedruckt hatten. Jetzt glaube ich, die Postkarten zeigen "Gruss aus Bayern." Als jahrzehntelanger Freund der deutschen Sprache, kann ich nur solche Veraenderungen bedauern. Hoffentlich wird den Willen der Mehrzahl der Deutschen geachtet werden. Dann kommt die gute alte Buchstabierenweise zurueck. mit freundlichem GruB, aber nicht mit freundlichem Gruss, Ihr Montgomery Ehrich | |
| [286] petek_ildir, Istanbul | 16.05.01 |
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E-Mail: petek_ildir@hotmail.com Kann mir bitte jemand erlaeutern, was an diesem Satz auszusetzen ist: Liebe Eltern, bitte geben Sie Ihren Kindern Taschen mit Wechselsachen und eine Kleinigkeit zu essen mit! Antworten bitte an meine o.a. e-mail Adresse Ich bedanke mich im Voraus P. | |
| [285] Dr. Wolfgang Näser, Marburg | 18.04.01 |
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E-Mail: naeser@mailer.uni-marburg.de, Homepage: Meine RS-Reform-Seite Ich finde es rührend, daß immer noch über die gute alte RS-Reform diskutiert wird; doch ist der Zug längst abgefahren. Ich zähl(t)e mich bislang zu den militanten RS-Reform-Gegnern, doch ist es mir mittlerweile absolut egal, ob Wollust mit 2, 3 oder gar 5 Ls geschrieben wird und was man sich wohl denken mag bei dem Satz "Die Juden tun uns Leid" (ja, mit großem L). Bei allem ging es doch um Macht und um Geld. Ebenso sachunkundige wie betonköpfige Politiker wollten ihr Gesicht (sofern sie überhaupt eins hatten) nicht verlieren; die Verlage, die in kluger Voraussicht für hunderte von Millionen DM neue Lehrbücher, Lexika usw. gedruckt hatten, wollten nicht in den Ruin, und - was ich absolut nicht verstehe - viele, die sich Deutschlehrer nennen, konnten es vor lauter Dienstgeilheit und vorauseilendem Gehorsam gar nicht abwarten, wider besseres Wissen (so hoffe ich doch!) die neue Schreibung "umzusetzen". Nein, es geht hier nicht um Peanuts. Und wenn Sie immer noch so viel vom neuen Duden halten, lesen Sie bitte meinen bescheidenen Beitrag http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/rs-duden.htm. Beste Grüße aus Marburg, Ihr Wolfgang Näser | |
| [284] Guido Baumann, Freiburg | 05.04.01 |
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Die recht schreib Reform wird zwar nicht scheitern, weil die Demokratie in zwischen zur Dummokratie verkommen ist, aber sie wird zur aus Treibung des Geistes aus der Sprache führen. Fein sinnige unter Scheidungen, die viel leicht die Differenz zwischen Geblök und Kultur Sprache aus machen, wer den durch die unsinnige Regelung von getrennt und zusammen Schreibung platt gewalzt. Eins von vielen bei Spielen, die man tätlich in der Zeitung finden kann - außer in der FAZ: "Dass ich mit dem Auto fuhr, war wegen der großen Entfernung nahe liegend." So etwas nennt man Paradoxon. | |
| [283] Florian Kranz, Bielefeld | 05.04.01 |
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E-Mail: floiran.kranz@arcormail.de, Homepage: Mein Buch zur "Rechtschreibreform" Zum Leserbrief [280] Versucht da jemand einen Spagat? Schreiben nach dem neuen Regelwerk sei zugleich "primitiv" und dennoch "komplizierter"? Bei der neuen Getrennt- und Zusammenschreibung kann man ja mit manchen Vorwürfen rechnen, doch dass jetzt "chaotische Willkür" herrschen würde, dreht nun die Dinge auf den Kopf. Genau umgekehrt ist es. Z.B. wurde 'badengehen' entgegen der eigenen Dudenregel auch in wörtlicher Bedeutung zusammengeschrieben. Bei Schaeder / Augst ("Rechtschreibreform. Eine Antwort an die Kritiker. Ernst Klett Verlag, Stuttgart/Düsseldorf/Berlin/Leipzig 1997. ISBN 3-12-320690-4) kann man sich ein ausreichendes Bild von dieser chaotischen Willkür machen. Selbst der entschiedene Gegner der Neuregelung, Professor Ickler, greift nirgends den alten Duden mehr an als an genau diesen Stellen. | |
| [282] Fritz Neubauer, Bielefeld | 28.03.01 |
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E-Mail: Fritz.Neubauer@Uni-bielefeld.de, Homepage: Mein alter Aufsatz dazu Schade, daß in der Beschreibung der neuen Duden-Auflage vom August 2000 nicht deutlich gemacht wird, daß damit eine neue von allen bisherigen Varianten abweichende Version produziert wurde. Wenn man sich bei der Zusammen- und Getrenntschreibung die Purzelbäume ansieht, die gemacht werden, um "wiedersehen" von "wieder sehen" zu unterscheiden, obwohl es in der Version von 1996 ein "wiedersehen" gar nicht gab, kann nur zu der Überzeugung kommen, daß dies nicht vermittelbar ist. Ähnliches zeigt sich anderen Zusammensetzungen, z.B. bei "schwer-", "hoch-" usw. Nun ist es ja Aufgabe des neugebildeten Beirats, bis Ende des Jahres 2001 "besonderes Augenmerk auf häufig kritisierte Teile des Regelwerks zu legen" und "ggf. Alternativvorschläge" machen. Schon bisher sind alle vor 2000 erschienenen Beschreibungen, Lehrwerke und Wöerterbücher überholt, nach den zu erwartenden weiteren Veränderungsvorschlägen sind es dann auch die gerade jetzt erschienenen. Deswegen kann man eigentlich nur das machen, was bis zu 80% der schreibenden Deutschsprachigen tun: Abwarten, was von den teilweise unverwirklichbaren Vorschlägen beibehalten wird und die Orthographie von 1991 benutzen, die Erfahrungen beim Lesen von angeblich "reformierten" Texten zeigen, daß viel mehr "Fehler" zu entdecken sind auch in Bereichen, die gar nicht von den Vorschlägen erfaßt werden, als vorher, mit besten Grüßen Fritz Neubauer, Bielefeld | |
| [281] Jörg Sauer, Stuttgart | 28.03.01 |
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E-Mail: jasauer@t-online.de Endlich mal gut erklärt. Gäbe es mehr solche Sites im Internet, wäre es richtig nützlich! | |
| [280] Dr. Jürgen Langhans, Karlsruhe | 27.03.01 |
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E-Mail: j.langhans@t-online.de „Wir schreiben für die, die lesen", kritisch-satirischer Aufsatz zur Rechtschreibreform. Jürgen Langhans Das Büchlein ist erschienen bei Libri BoD 2000, ISBN 3-8311-0735-1, kostet 12,80 DM und wird beispielsweise über amazon.de oder libri.de vertrieben. Zum Inhalt: Schreiben wir in Zukunft „Missthaufen"? Die sogenannte Rechtschreibreform vereinfacht das Schreiben nicht, sondern macht es primitiv und komplizierter. Die Reform greift insbesondere wegen der Liberalisierung der Zeichensetzung und der chaotischen Willkür bei den Auseinanderschreibungen („warm laufen", aber „heißlaufen") unmittelbar in den grammatikalischen Lebensraum unserer Schriftsprache ein. Texte lassen sich schwerer lesen. Sogar eine Änderung der Sprechweise wird suggeriert („Wächte" wird zu „Wechte"). Durch die Stammprinzipregeln und die aufgezwungenen Auseinanderschreibungen werden Wörter beseitigt, wodurch sich erhebliche Einschränkungen in der Ausdrucksvielfalt unserer Schriftsprache ergeben. Bestimmte Inhalte können per Schrift überhaupt nicht mehr übermittelt werden (Beispiel: „Wir wollen uns davor setzen", im Sinne von „vorher"). Die Tatsache, daß dieses künstliche und völlig überflüssige neue Regelwerk inzwischen Einzug in die Schulen gehalten hat, ist verwerflich, da sich durch diese „Hintertür" die schlechtere Schreibung langfristig durchzusetzen droht und das gute Deutsch irgendwann verschwinden könnte. Der Aufsatz zeigt dies eindrucksvoll an Beispielen und betrachtet darüber hinaus einige gesellschaftliche Aspekte der Reform. Vorsicht, Satire! Das Büchlein wendet sich an alle, die von der Rechtschreibreform nur den „Tollpatsch" oder das „ss" kennen und die daher dieser Reform bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt haben oder ihr wohlwollend gegenüberstehen. Es wendet sich aber auch an die Reformer selbst, die der Einheit der deutschen Schriftsprache keinen guten Dienst erwiesen und ein unverantwortliches beispielloses Schreibchaos angerichtet haben. Dieser Missstand ist gräulich. | |
| [279] Michael Jansen | 24.03.01 |
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E-Mail: m.jansen@berlin.de, Homepage: Seite der Reformgegner Auf der Seite einiger Reformgegner (rechtschreibreform.com) bat jemand darum, dass ein Befürworter des neuen Regelwerks die Vorteile der neuen Getrenntschreibung darlegt. Das würde bedeuten, Vorteile für die Schreibweisen zu nennen. Ich kann leider nur die Vorteile des Regelwerks nennen, muss daher von Getrennt- und Zusammenschreibung sprechen (fortan GuZ). Laut Burkhard Schaeder ist es seit dem 18. Jahrhundert Tradition, dass die deutschen Rechtschreibregelungen dem Trend zur verstärkten Zusammenschreibung entgegenwirken (wollen). Selbst der Duden sagte sinngemäß „im Zweifelsfall getrennt“. Die Frage nach den Vorteilen für den Leser lässt sich zunächst recht einfach abhandeln. Für den Leser, der die bisherige Rechtschreibung gewohnt war, gibt es den Nachteil der Gewöhnung. Wer mit den neuen Regeln (und Schreibweisen) aufgewachsen ist, dürfte damit keine Probleme haben. Das muss man aber abwarten. Die Änderungen hat man zugunsten der Schreiber gemacht; es heißt ja auch Rechtschreibung nicht Rechtlesung. Dem Leser entstehen keine wirklichen Nachteile, Probleme der Umgewöhnung wie gesagt ausgenommen. Einige Probleme der Missverständlichkeit vom Typ wohl + Verb bestehen allerdings. Ich geh nicht weiter darauf ein; ich soll mich ja um die Vorteile kümmern. Der Hauptvorteil ist nun, dass es eindeutigere Regeln gibt, wann getrennt und wann zusammengeschrieben wird. Das ist der Hauptvorteil und nicht etwa, dass man einen Weg finden musste, mehr Getrenntschreibung zu erreichen. Nun kann man im Prinzip die GuZ mit den Regeln alleine erledigen, die Ergänzung durch das Wörterverzeichnis ist nun keine Krücke mehr für unzureichende Regeln (Ausnahme vor § 39). Logischerweise ist der Regelteil länger, beschreibt aber die Komplexität der Sache genauer, als es die „Metaregeln“ des Duden bisher taten. Das ist ein Wagnis, das wissen wir alle, denn das Ausweichen auf die Einzelfallfestlegung hat eine lange Tradition und die GuZ gilt nun mal als der im Sinne eines Regelapparats schwierigste zu regelnde Bereich der deutschen Rechtschreibung. Man hat den mangelhaften Pfad verlassen, Bedeutung und Betonung als Hauptkriterien für die GuZ zu nehmen (nun sind sie zusätzliche Kriterien, z.B. in § 33 (3) und § 39). Auch auf das subjektive Kriterium „als Einheit empfinden“ setzt man richtigerweise nicht mehr. Das konnte keine Schreibnorm beschreiben, sondern nur ein (subjektives) Motiv seitens des Schreibenden. Auch das Kriterium „...wenn die Vorstellung der Tätigkeit vorherrscht“ war nicht tauglich, da auch zu subjektiv. Ein Schüler konnte sich auf diese Kriterien nicht berufen; es galt die Auslegung der Dudenredaktion. Nun sind es syntaktische Eigenschaften, wie etwa das Kriterium „unzertrennbar“ (jetzt in § 33) und „nicht als selbständiges Wort vorkommen“ [§ 34 (2.1)] oder auch „Bestandteil steht für eine Wortgruppe“. Bisher gab es in der GuZ des Duden „prädikativ vs. attributiv [obwohl das zweite Wort nicht fällt]“ (für attributiven Gebrauch war GuZ „freigegeben“, für prädikativen hieß es nur, Getrenntschreibung sei „die Regel“). Außerdem waren „Artikel einsparen“ und „nähere Bestimmung hinzutreten“ in R 209 syntaktische Kriterien. Ein morphologisches Kriterium war „gebeugt / ungebeugt“ in R 211. Als große Veränderung hat man nun vor allem eine Vereinheitlichung von Schreibweisen vorgenommen. Nehmen wir das Beispiel schwer_fallen. Bisher schrieb man schwerfallen, schwergefallen, aber sehr schwer gefallen und schwerer gefallen. Zwischenfrage: Warum nur um alles in der Welt stand das mit dem „Gradadverb“ (Erweiterung) und Steigerung nicht im Regelwerk, sondern z.B. beim Eintrag schwer_fallen? Ein großer Schnitzer, der sich nur so lange halten konnte, weil die Regeln zugunsten der Einzelfallfestlegung eh weniger Gewicht hatten. Die so genannte Einheitsschreibung war also in sich selber nicht einheitlich (zweimal getrennt, einmal zusammen). Nun hat man ganz einfach das diesen Fällen innewohnende Prinzip zur Regel erhoben, dass bei Erweiterbarkeit und Steigerbarkeit getrennt geschrieben wird. Das ist objektiver als Bedeutung und Betonung. Diese Probe braucht zunächst Übung. Der aktiv benutzte Wortschatz ist aber überschaulich und man merkt sich natürlich ziemlich schnell die Wörter, die nach diesem Kriterium getrennt oder zusammengeschrieben werden. Ein längst fälliger Schritt war die klare Regel Substantiv + Verb – die verblassten ausgenommen – , Infinitiv + Infinitiv und Partizip + Infinitiv immer getrennt. Der Überschneidungsbereich mit der Groß- und Kleinschreibung ist nun um die überflüssige Variante „Substativ klein aber trotzdem getrennt“ (er steht kopf) vereinfacht worden. Jetzt also wenn getrennt, dann Substantiv groß. Auch die Kombinationen mit ‚sein’ waren innerhalb eines Verbs nicht einheitlich (nun immer getrennt; § 35). Weitere Vereinheitlichungen vom Typ jemand+ (immer zusammen) finden sich im § 39 (auch ausführlicher als R 208). Zum Schluss etwas Kritik. Die meiner Meinung falschen Zuordnungen von heilig_sprechen und fertig_stellen sind nur Fragen der Auslegung des Regelwerks. Aus meiner Sicht lässt sich mit dem jetzigen Regelwerk die Zusammenschreibung beider Fälle rechtfertigen. Man muss einfach nur den Satz in §34 E3 ernst nehmen: „In den Fällen, die nicht durch § 34 (1) bis (3) geregelt sind...“ Meiner Meinung nach ist heilig- und seligsprechen sowie fertig- und richtigstellen aber genau durch diese Abschnitte geregelt (nämlich 2.2). So könnte man das Regelwerk noch konsequenter anwenden. Leider ist bisher die offizielle Auslegung anders. Das kann man aber ändern. Die GuZ von Partizipien von der Infinitivschreibung anhängig zu machen ist völlig sinnvoll (also die oben erwähnte, weil oben erwähnen). Fraglich ist nur, ob in einzelnen Fällen dem Partizip wirklich der Infinitiv zugrunde liegt: sogenannt ist mehr als das Partizip von so nennen; ebenso alleinstehend (ohne festen Partner) und allein(e) stehen. Hier müsste man noch mehr Freiräume ausbauen. Der Text steht auch bei den Reformgegnern; doch keiner reagiert darauf. | |
| [278] Sahin Baris, Wels | 23.03.01 |
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E-Mail: Wolverine@a-topmail.at, Homepage: Rechtschreiben Ich meine Rechtschreiben kann man mit dieser Internet Seite leichter lernen.Besonders mit Felix den Rechtschreibteufel. | |
| [277] Binder Tobias, Reichenunholden 7 | 22.03.01 |
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Ich finde die neue Rechtschreibung eigentlich recht gut da sie viele Sachen erleichtert und man sich nicht mehr so viele Rechtschreibregeln merken muss! | |
| [276] Elisabeth Gühmann, Feldkirchen bei Straubing | 06.03.01 |
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E-Mail: fegueh@web.de Ich denke, dass die neue Rechtschreibung nicht viel einfacher ist als die alte. Ich gehe jetzt in die 7. KLasse und habe außer Kommaregeln und das dass mit zwei s nichts kapiert. Ich war nie ein Genie in Rechtschreibung, aber die neue Regelung ist ganau dann gekommen, als ich die alte einigermaßend beherrscht habe.Nun kapiere ich garnichts mehr. Auf alle Fälle denke ich, dass die Politiker erst mal überlegen sollten ob der ganze Zirkus auch etwas bringt. Denn wir Kinder müssen jetzt, wo wir in der Grundschule die Grundlagen der deutschen Sprache und Rechtschreibung 4 Jahre lang gelernt haben müssen jetzt auf einen Schlag alles anders machen, ohne das uns irgendjemand etwas erklärt. In den Deutschschulaufgaben wird einfach die neue Rechtschreibung vorrausgesetzt.
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| [275] Sandra und Kathrin, Bern | 23.02.01 |
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Homepage: Meine Homepage Es sollte mehr praktische Übungen geben, bei denen man die Lösungen hineinschreiben kann und sie nicht schon vorgegeben sind. Tja leider, finden wir es eher, dass es eine Kindergarten-Seite ist und eher für jüngere Leute geeignet.Uns persönlich hat sie nicht sehr viel weitergeholfen. | |
| [274] Meike Schmidt, Berlin | 21.02.01 |
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E-Mail: www.tuffipuffi@web.de Diese konzipierte,unregulere,vollkommen destruktieve, unverständliche,missverstadene,unstrukturierte, diverse Fehler vorzeigende, auf niedrrieges Niveu gesunkene,durch den Dreck gezogene RECHTSCHREIBREFORM!!! | |
| [273] Delilah und Goliath, Hamburg | 21.02.01 |
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Wir finden die neue Rechtschreibung nicht so toll! Wir haben uns an die alte gewöhnt und.... paff... kommt ne neue!!!!!!!!!Dadurch werden unsere Diktate auch immer schlechter. Das auseinanderschreiben (ist das jetzt richtih geschrieben?) ist auch schwer! Das wars! Delilah und Goliath!! | |
| [272] rico | 21.02.01 |
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ich finde die r.doof denn wir müssen nämlich hier eine art aufsatz zu dem thema schreiben und die meinungen hier herausschreiben. dier. ist dooooooooooof! | |
| [271] Jasmin Sobczak, Berlin | 21.02.01 |
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E-Mail: Duschgelqueens@gmx.de Wir finden die neue Rechtschreibreform nicht so gut , weil wir nun schon 7 Jahre die alte lernen mussten und nun auch noch die neue lernen und die alte wieder vergessen müssen !!!! Karin P. und Jasmin S ! | |
| [270] klaus-dieter müller, dresden | 21.02.01 |
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E-Mail: seppel.x@web.de, Homepage: Seppels-page mir is das egal,ich bin sowieso analphabet! wenn ich später müllmann werde,muss ich doch nicht schreiben können! | |
| [269] Sigi Müller, 86956 Schongau | 18.02.01 |
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E-Mail: oha.presseverlag@t-online.de Ich hoffe, dass die Gelassenheit auch beim Rechtschreibthema wieder zurückkehrt. Auf dieser Seite ist das ja weitestgehend schon der Fall. Die Verbissenheit fehlt und die Banalitäten bekommen ihren Platz. Die Gegner der Rechtschreibreform zerfleischen sich weiterhin in ihren Gästebüchern und bescheinigen denen, die die Neuschreibungen nicht ablehnen, sie hätten von der Sache keine Ahnung. Die übliche durchsichtige Methode! Dabei fallen die unterschiedlichen Schreibweisen von Gegnern und Befürwortern kaum auf. Inhaltliches Unverständnis zeigt sich dort jedoch in Massen (nicht in Maßen!), hat aber so gut wie nie etwas mit den neuen Schreibweisen zu tun. Die neue Schreibung ist eine sanfte Weiterentwicklung mit Erleichterungen und weiterhin bestehenden Ungereimtheiten. Sicher ein kleiner Fortschritt nach all den Diskussionen! Das alte System war noch weniger durchschaubar. | |
| [268] REIsound, Regensburg/Landshut | 08.02.01 |
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Die wohl überflüssigste Neuerung ist das Abtrennen einzelner Vokale bei z.B. der Trennung von U-fer. Außer (oder ausser) einer zunehemenden Anzahl an Trennungsstrichen bewirkt diese Regelung m.E. nicht viel (Aus Platzgründen kann dioese Regel doch wohl keinen Sinn machen). Außerdem ist sich die deutsche Gesellschaft scheinbar darüber uneins ob Spaß lange oder kurz Spass gesprochen wird. Selbiges gilt für unsere heiß geliebte ARD: Fussball-WM und Rußland müssten doch wohl vertauscht werden, oder? :) MfG Marcus Reichenwallner | |
| [267] schreibi - nochmal! | 24.01.01 |
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Homepage: http://www.flensburg-online.com/... Find ich lustig! http://www.flensburg-online.com/diverses/rechtschreibreform.html cu schreibi | |
| [266] schreibi, z.Z. Bärlin | 24.01.01 |
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"Und ob wir im realen Leben wirklich so oft über Zooorchester und Baletttheater stolpern, dass sich die Aufregung lohnt ...?" (ergaenzend) Und wer rebellierte schon gegen/kannte Woerter der alten Schreibung wie Betttruhe oder Schifffracht? Is doch voll cool wenn die dt. Sprache nicht tot ist. Oder sollen Amis und British unser Sprachfeld uebernehmen? Wie wär's mit soner Mischung? | |